Suunto 9 Peak Pro - Ausführlicher Test!

Eine Multisportuhr mit Stil

Letztes Update: 20. November 2022

Suunto 9 Peak Pro – Test der neuen Outdoor-, Fitness-, Abenteuer-Multisportuhr von Suunto!

Die Suunto 9 Peak Pro basiert auf der Suunto 9 Peak, kommt allerdings mit wichtigen Neuerungen – insbesondere bei der Hardware. Ein lang ersehnter, längst überfälliger Schritt!

Ein Alleinstellungsmerkmal – das Sportuhren von Suunto generell auszeichnet – bleibt auch bei der 9 Peak Pro erhalten: Ein unverkennbares, einzigartiges nordisches Design, mit denen sie sich von der zweckorientierten Optik vieler Garmin Uhren und dem mittlerweile zigfach kopierten Design der Apple Watch abhebt.

Die Suunto 9 Peak Pro sammelt aber noch weitere Bonuspunkte: Handgefertigt in Finnland, zu 100% aus erneuerbaren Energien hergestellt, mit einem geringen CO2-Fußabdruck, vollständig CO2 kompensiert – und reparierbar!

Zur Auswahl stehen sechs Varianten, die sich bei Farbgebung, Gewicht, Material und Preis unterscheiden:

  • Titanium Slate: 55 g (*), Titan Grad 5 / Saphirkristall / glasfaserverstärktes Polyamid / Silikon (**), 629.- Euro (UVP)
  • Titanium Sand: wie zuvor
  • All Black: 64 g (*), Edelstahl / Saphirkristall / glasfaserverstärktes Polyamid / Silikon (**), 499.- Euro (UVP)
  • Ocean Blue: wie zuvor
  • Pearl Gold: wie zuvor
  • Forest Green: wie zuvor

(*) Gewicht mit Armband; (**) Reihenfolge Materialien: Lünette / Displayglas / Gehäuse / Armband

Suunto 9 Peak Pro All Black
Suunto 9 Peak Pro All Black (©Suunto)
Suunto 9 Peak Pro Titanium Slate
Suunto 9 Peak Pro Titanium Slate (©Suunto)

Welche Neuerungen zeichnen die Suunto 9 Peak Pro gegenüber der Suunto 9 Peak aus?

(Kursiv und in Klammern: Suunto 9 Peak)

  • Neue Chipsatz-Architektur für mehr Speed und längere Akkulaufzeiten
  • Längste Akkulaufzeiten aller Suunto Multisportuhren in den drei Batteriemodi Performance, Endurance und Tour
    • Zeitmodus: 30 Tage (14 Tage)
    • Täglicher Gebrauch: 21 Tage (7 Tage)
    • Performance: 40 Stunden (vs. 25 Std.)
    • Endurance: 70 Stunden (vs. 50 Std.)
    • Tour: 300 Stunden (vs. 170 Std.)
    • Laut Suunto soll die 9 Peak Pro die "branchenbeste Akkulaufzeit im Vergleich zu Produkten ähnlicher Größe auf dem Markt bieten".
  • Schnelles Aufladen in 1 Stunde
  • Multi-GNSS: Gleichzeitiger Empfang von vier Satellitensystemen (möglich sind die globalen Systeme BeiDou, Galileo, GLONASS, GPS und das lokal verfügbare QZSS), bis zu 32 Satelliten simultan (bis zu drei GNSS gleichzeitig, davon aber nur zwei globale Systeme wie z.B. GPS + Galileo; max. 12 simultane Satelliten)
  • MIL-STD 810G: Diverse Militärstandards getestet & bestanden bzgl. Temperatur(-schock), Luftfeuchtigkeit, mechanischer Schock, Falltest, Druck, Sand, Staub, Vereisung, gefrierender Regen, solare Strahlung, Salznebel (vs. bis 100 m wasserfest)
  • Überarbeitete Benutzeroberfläche mit größeren Symbolen und Ziffern sowie weißen und farbigen Hintergrundelementen
  • Schnorchelmodus zum Aufzeichnen von Aktivitäten bis 10 m Wassertiefe
  • Running Power Messung am Handgelenk (ohne externen Sensor, ein Stryd-Sensor lässt sich aber generell verwenden)
  • Kompatibel zu ENGO Sport-Smartglasses (geplant)
  • Strava Live-Segmente (geplant)
  • Vorinstallierte Sportmodi: > 95, inkl. neuen Modi wie z.B. Graveln (> 80)

Dazu kommt: Ein Blick auf die Rückseite legt die Vermutung nahe, dass Suunto auf einen anderen integrierten Herzfrequenzsensor setzt.

9 Peak Pro vs. 9 Peak: Funktionsvergleich bei Suunto

Suunto 9 Peak Pro - Datenseite
Suunto 9 Peak Pro (Ocean Blue) – Datenseite

Erster Eindruck & Test der Suunto 9 Peak Pro

Die mit 10,8 mm (*) schön flach gebaute 9 Peak Pro eignet sich bei Abmessungen von 43 x 43 mm bestens für zarte Handgelenke – oder für alle die eine dezente Größe bevorzugen. Und dies in Verbindung mit einem – nach meinem Geschmack – nicht aufdringlichen, ästhetischen, fast schon schlichten Design. Über die Verarbeitung brauche ich nicht viele Worte verlieren, sie überzeugt auf der ganzen Linie. Dazu kommt die Möglichkeit die Uhr zu reparieren. Davon abgesehen, das 22 mm breite Armband lässt sich austauschen.

(*) mit Herzfrequenzsensor sind es 13 mm!

Reparierbarkeit der Suunto 9 Peak Pro

Suunto hat mir auf Nachfrage folgendes mitgeteilt:

Wir haben die Möglichkeit die Uhr zu öffnen und einzelne Teile auszutauschen. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn viele Uhren auf dem Markt sind nicht reparabel. Wenn etwas kaputt ist wird die ganze Uhr durch eine neue ersetzt und die kaputte Uhr verschrottet.

Die Suunto 9 Peak Pro wurde so konzipiert, dass sie zum Austauschen einzelner Komponenten durch autorisierte Suunto-Servicezentren leicht zu öffnen ist.

Die folgenden Komponenten lassen sich bei der Suunto 9 Peak Pro austauschen:

  • Armband 
  • Armband- Federsteg
  • Uhrengehäuse einschließlich Lünette und Tasten
  • Batterie der Uhr
  • Display-Panel einschließlich Linse
  • Drucksensor
  • Signalton-Summer
  • Vibrationsmotor
  • Herzfrequenzsensor-Modul

In der kühlen Jahreszeit hat die 9 Peak Pro aufgrund ihrer schlanken Bauweise einen nicht zu unterschätzenden Vorteil: Sportbekleidung mit eng anliegenden Ärmeln lässt sich ohne ein Abnehmen der Uhr problemlos an- bzw. ausziehen.

Beim Vorgänger, der Suunto 9 Peak (mein ausführlicher Suunto 9 Peak Test), gibt’s einen deutlichen Kritikpunkt: Beim Scrollen durch die Menüs und Aufrufen von Funktionen verhält sich die Uhr sehr zäh.

Dies ist jetzt Vergangenheit, die neue Hardware sorgt für Geschwindigkeit! Die Bedienung über die drei Tasten (mit sehr angenehmen Druckpunkten) bzw. den Touchscreen erfolgt flott – bei manchen Aktionen wünsche ich mir aber trotzdem noch einen Tick mehr Speed.

Das Display mit einer Auflösung von 240×240 Pixel ist analog zur 9 Peak 1,2 Zoll groß. Größe und Auflösung reichen für die Darstellung der vorhandenen Funktionen vollkommen aus. In diesem Zusammenhang lässt sich der "verschenkte Raum" zwischen dem eigentlichen Display und der Lünette kritisieren.

Die Ablesbarkeit des Displays ist nach meinen Erfahrungen ganz hervorragend – sei es auf Tour oder im Alltag.

Bei den Akkulaufzeiten braucht man nicht diskutieren, die erscheinen sagenhaft gut. 40 Stunden im besten GPS-Modus dürfte für die meisten Aktivitäten vollkommen ausreichen. Zum Vergleich, eine Garmin fenix 7S (ebenfalls mit 1,2 Zoll Display) kommt in einem entsprechenden GNSS-Modus (mit mehreren Satellitensystemen) auf bis zu 26 Stunden.

Meine Tests bestätigen die Angaben von Suunto. Zwei Beispiele:

  • Bergtour: Mit bester GPS-Genauigkeit, Navigation, Smartphone-Verbindung, dauerhaft aktiviertem Display und einer auf "niedrig" gestellten Hintergrundbeleuchtung nimmt die Akkukapazität bei einer Aktivitätsdauer von 05:45 hh:mm von 100% auf 87% ab.
  • Fahrradtour: Wie zuvor, nur ohne Navigation, bei einer Dauer von 05:00 hh:mm ist eine Abnahme von 97% auf 87% zu verzeichnen.

Im Alltag sieht’s ähnlich aus, die Peak 9 Pro hält extrem lange durch. Falls die Ladung mal zu Ende geht: Ein Aufladen über das magnetische Dock ist ruckzuck erledigt.

Suunto 9 Peak Pro – GNSS-Empfang

Der neue GPS-Empfänger könnte in der Community hingegen für Diskussionen sorgen. Warum? Die Kombination von Multi-GNSS (gleichzeitige Verwendung von mehreren Satellitensystemen) und Multi-Band (Empfang von Signalen auf mehreren Frequenzen) ist voll im Trend – bei Smartphones, Fahrradcomputern und Sportuhren. Beispiele für teure sowie günstige Sportuhren mit beiden Techniken lauten: Garmin fenix 7 Serie, Apple Watch Ultra, Amazfit Falcon, Amazfit GTS 4 / GTR 4, Xiaomi Watch S1 Active – um nur ein paar zu nennen.

Suunto setzt bei der 9 Peak Pro auf Multi-GNSS und verzichtet auf Multi-Band.

Multi-Band kann unter bestimmten Bedingungen für eine zusätzliche Genauigkeit von Aufzeichnungen sorgen, führt aber zu kürzeren Akkulaufzeiten.

Meines Erachtens lässt sich auf Outdoor-Touren (Wandern, MTB, Graveln, Ski- / Schneeschuhtouren) auf Multi-Band verzichten, deutliche Verbesserungen bei der Genauigkeit habe ich bislang kaum feststellen können. Ganz anders sieht es mit Multi-GNSS aus, nach meinen Erfahrungen sorgt dies für einen deutlichen Boost bei der Genauigkeit. Davon abgesehen, weitere Faktoren wie die GPS-Antenne oder die Firmware haben einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Genauigkeit von Aufzeichnungen.

Wie auch immer, der Trend geht zu Multi-GNSS & Multi-Band Systemen, Nutzerinnen und Nutzer dürften dies zunehmend in ihre Kaufüberlegungen miteinbeziehen … insofern ist die Entscheidung von Suunto ohne Multi-Band anzutreten nicht ganz nachvollziehbar.

Die interaktive Karte enthält Beispiele zum Vergleichen der Genauigkeiten von Aufzeichungen – beim Biken und Wandern.

Demnach liegt die Suunto 9 Peak Pro – bei vergleichbaren GNSS-Einstellungen – auf dem Niveau einer Garmin fenix 7X Pro. Insbesondere bei Tour 3 – einer MTB-Runde – neigt die Suunto stellenweise zu einer eher unruhigen Aufzeichnung.

Interaktive Karte zum Beurteilen der Genauigkeit von Aktivitätsaufzeichnungen

  • Farben: Zum Anzeigen der Farbcodierung mit dem Mauszeiger "Tracks" ansteuern; dort lassen sich auch einzelne Tracks ausblenden.
  • GNSS: Die jeweils verwendeten GNSS sind unter "Tracks" notiert.
  • Höhenprofile: Die Geräte wurden vorab manuell kalibriert (außer Tour 3 + Tour 4).
  1. Mit "Auswählen" eine Tour anzeigen lassen.
  2. Über das Layer-Symbol (rechts) eine Karte auswählen.
  3. Da umfangreiche Originaldateien hinterlegt sind kann das Laden dauern.
  4. Es empfiehlt sich, über "Tracks" nur die im Fokus stehenden Geräte zu selektieren (erleichtert die Interpretation).
Höhenprofil (Höhe / Zeit)

Suunto 9 Peak Pro Test – Sensoren & Herzfrequenz

Sensoren und Geräte lassen sich per Bluetooth koppeln, auf ANT+ verzichtet Suunto. Was mir analog zur 9 Peak nicht gefällt ist die Tatsache, dass sich nur ein Sensor der gleichen Art verbinden lässt. Dies mag nicht für alle Nutzerinnen und Nutzer von Bedeutung sein, wer aber z.B. zwei Fahrräder mit unterschiedlichen Sensoren einsetzt muss jedesmal neu koppeln. Auch lassen sich die Sensoren nicht individuell benennen.

Wie genau zeichnet der interne Herzfrequenzsensor der 9 Peak Pro Daten auf?

Dazu habe ich die Suunto 9 Peak Pro gegen eine Garmin fenix 7X (mein fenix 7 Test) antreten lassen. Mit der fenix 7 habe ich beim Aufzeichnen der Herzfrequenz per internen Sensor bislang sehr gute Erfahrungen gemacht.

Bei der ersten Bergtour zeigt die Suunto hier und da teils kräftige Abweichungen, bei der zweiten Tour stimmen die Suunto und die Garmin – vom Anfang mal abgesehen – bestens überein. Bei der 9 Peak Pro ist noch anzumerken, dass es sich um eine frühe Firmware handelt; Verbesserungen sind also noch möglich. Für meine Zwecke reicht die Genauigkeit vollkommen aus, ambitionierte Sportlerinnen und Sportler können bei Bedarf einen Herzfrequenz-Brustgurt oder ein Herzfrequenz-Armband verwenden.

Herzfrequenz - Suunto 9 Peak Pro: grün; Garmin fenix 7X: rot; Garmin fenix 6X mit Herzfrequenzgurt: blau
Herzfrequenz – Suunto 9 Peak Pro: grün; Garmin fenix 7X: rot; Garmin fenix 6X mit Herzfrequenzgurt: blau (Zeitraum: ca. 1,5 Std.)
Herzfrequenz - Suunto 9 Peak Pro: grün; fenix 7X: rot
Herzfrequenz – Suunto 9 Peak Pro: grün; fenix 7X: rot (Zeitraum: ca. 1 Std.)

Zu Erwähnen ist noch dass die Suunto die Herzfrequenz 24/7 aufzeichnet, allerdings nur in einem 10-Min. Rhythmus.

Etwas anders sieht es beim Messen des Blutsauerstoffgehalts aus: Beim Schlafen gemessene Werte erscheinen mir sehr plausibel, bei manuellen Messungen tagsüber fallen die Werte teils extrem tief aus (bis lediglich 80%). Das manuelle Erfassen dauert rund 45 Sekunden.

Suunto 9 Peak Pro Test – Menü, Widgets, Aktivitäten

Beim Menü – Suunto-Fans dürften sich schnell zurechtfinden – gefällt mir die moderne Darstellung: Größere Symbole und Ziffern, weiß hinterlegte Menüeinträge und farbige Elemente.

An Displaydesigns stehen lediglich acht Stück zur Auswahl, anpassen lässt sich nur die Farbe und nicht die einzelnen Datenfelder. Dies ist im Vergleich zu vielen Mitbewerbern sehr bescheiden.

Die Einstellungen sind recht übersichtlich gehalten, bei der Displaybeleuchtung gilt es allerdings auszuprobieren – die Optionen sind nicht ganz verständlich.

Als praktisch erweisen sich die Widgets. So geht’s per Taste oder Fingerwischen von der Uhrenseite (nach links) zu Blutsauerstoff, Timer, Kompass, Höhe & Barometer & Sonne & Mond, Stress, Schlafaufzeichnung, Fitnessniveau, Fitness-Tracker (Schritte etc.), Herzfrequenz, Musiksteuerung, Benachrichtigungen & Akku & Datum. Bei den meisten Widgets gibt’s noch ein paar Unterseiten bzw. Menüs mit diversen Details bzw. Funktionen.

Wünschenswert wären noch mehr Informationen – beispielsweise im Widget zur Herzfrequenz eine weitere Seite mit einer Grafik zur Herzfrequenz in Ruhe. Dies würde einen Blick in die Suunto App auf dem Smartphone ersparen. Zudem könnte Suunto noch ein paar "Kleinigkeiten" ergänzen, z.B. bei der Herzfrequenzgrafik eine Zeitskala oder auf der Navigationsseite einen Maßstabsbalken zum besseren Abschätzen von Entfernungen.

Die einzelnen Aktivitäten lassen sich wie gehabt umfangreich konfigurieren. Beispiel Laufen, es stehen folgende Optionen zur Verfügung:

  • Batteriemodus (Leistung, Ausdauer, Tour, Angepasst, jeweils mit Angabe der Akkulaufzeit)
  • Navigation (Brotkrümmel, POIs, Routen, Peilung, Route folgen, Kompass)
  • Suunto Plus (hinzufügen einer Suunto Plus App oder eines Guides)
  • Intensitätszonen
  • Ziel (Dauer, Distanz)
  • Hintergrundbeleuchtung
  • GPS (ein/aus)
  • Herzfrequenz am Handgelenk (ein/aus)
  • Intervalle
  • Motiv (hell/dunkel, also weißer oder schwarzer Hintergrund mit inverser Schriftfarbe)
  • Autolap (Dauer, Distanz)
  • Mediensteuerung (ein/aus)
  • Autostopp
  • Gefühl

In der Suunto App besteht zudem die Möglichkeit, z.B. einen separaten Sportmodus "Laufen" mit individuellen Trainingsseiten bzw. Datenfeldern zu erstellen. Dabei sind bis zu vier Datenseiten (inklusive einer Brotkrümmel-Navigationsseite) mit jeweils maximal sieben Datenfeldern möglich.

Unbedingt zu erwähnen ist Suunto Plus, ein Feature mit dem Suunto den Funktionsumfang erweitert (ähnlich zu Garmin Connect IQ). Ein Blick zeigt: Seit meinem Suunto 9 Peak Test hat sich viel getan, es sind zahlreiche weitere Apps hinzugekommen. So gibt es neben den Suunto Plus Guides – die vor allem für Laufaktivitäten und Studio-Workouts gedacht sind – derzeit 25 verschiedene Suunto Plus Sport-Apps wie Climb, FTP Test, Cooper Test, Trinkalarme und Safe (mein Standort).

Jedem Sportmodus lässt sich unmittelbar vor dem Ausführen eine Suunto Plus Funktion hinzufügen – darin sehe ich große Nachteile: Eine dauerhafte Integration in die jeweiligen Aktivität ist nicht möglich, ebenso lässt sich nur ein Guide oder eine App ergänzen. Daran sollte Suunto arbeiten!

Mit der Suunto 9 Peak Pro navigieren

Was mir an der Suunto 9 Peak Pro absolut gefällt sind die vielen Navigationsfunktionen – beispielsweise mit einer Komoot-Route oder einer in der Suunto App geplanten Route.

Insbesondere das Folgen von in der Suunto App gezeichneten und auf die 9 Peak Pro übertragenen Routen habe ich mehrfach ausprobiert, auch in unbekanntem Gelände. Die Umsetzung ist wirklich gut gelungen: Auf der Uhr ist nicht nur die Route zu sehen, an den entscheidenden Stellen gibt’s zusätzliche Navigationshinweise mit Richtungspfeilen und weiteren Infos.

Suunto 9 Peak Pro - Einer in der Suunto App geplanten Route folgen
Suunto 9 Peak Pro – Einer in der Suunto App geplanten Route folgen

Aber auch bei diesem Thema lässt sich diskutieren. Brauche ich eine topografische Karte als Grundlage oder reicht mir die "Brotkrümmel-Darstellung"? Nach zahlreichen Touren mit der 9 Peak Pro lautet meine Meinung: Eine Karte ist nicht unbedingt notwendig – zumal jeder von uns ein Smartphone dabei hat, auf dem die Position bzw. der Wegverlauf jederzeit gecheckt werden kann. Und nicht selten ist noch eine Papierkarte im Rucksack 🙂 Dazu sollte ein gewisses Orientierungsvermögen kommen …

Dabei ist auch der Verkaufspreis zu beachten. In der Preisklasse der 9 Peak Pro Edelstahl-Ausführung gibt’s nur wenige Multisportuhren mit derart vielen Navigationsfeatures. Die neue Coros Apex 2 liegt preislich zwar in der gleichen Klasse und hat Karten an Bord, dafür informiert sie nicht beim Abweichen von einer Route und gibt keine Navigationsanweisungen aus. Größter Konkurrent dürfte der schon für unter 500.- Euro erhältliche Garmin Forerunner 955 sein, dessen Funktionsumfang einer Garmin fenix 7 entspricht.

Suunto 9 Peak Pro Test - Höhenprofil einer Route
Suunto 9 Peak Pro Test – Höhenprofil einer Route

Suunto App – Eine klasse Ergänzung zur Suunto 9 Peak Pro

In Zusammenhang mit dem Thema Navigation ist die übersichtliche Suunto App zu erwähnen, die eine komfortable Online-Planung von Routen erlaubt. Im Offline-Modus ist der Import von GPX-Dateien vom Smartphone in die App möglich; diese lassen sich ebenfalls auf die 9 Peak Pro übertragen und zum Navigieren einsetzen. Mein größter Wunsch an Suunto wäre die App komplett offline fähig zu machen. Damit würde Suunto mit der Garmin Explore App gleichziehen.

Bei der App ist mir noch folgendes aufgefallen: Es stehen jetzt eine Winterkarte mit der Darstellung von Hangneigungen zur Verfügung sowie eine Darstellung des Straßenbelags in drei Kategorien (derzeit noch eine Beta-Funktion):

  • befestigt = Asphalt, Beton, Rollsplitt
  • glatt unbefestigt = Schotterstraßen & Feldwege
  • uneben unbefestigt = Straßen mit Erde, Gras,Schlamm, Fels

Screenshots zum Vergrößern anklicken

Die App – die sich mit den unterschiedlichsten Partnern (*) verbinden lässt – ist die einzigste Software die Suunto anbietet; eine separates Webportal gibt’s nicht.

(*) Komoot, TwoNav, Movescount, Adidas Running, Strava, TrainingPeaks, Wikiloc … die Liste umfasst immerhin 99 Einträge.

Erwähnenswert ist die Partnerschaft mit Hammerhead, einer amerikanischen Firma die mit dem Karoo 2 ein empfehlenswertes Fahrrad-Navi vertreibt. Auf dem Karoo 2 lassen sich beliebte Fahrradstrecken auf der Basis einer Heatmap von Suunto einblenden. Darüber hinaus werden alle mit der Suunto App geplanten Touren in den Hammerhead Dashboard übertragen und lassen sich auf dem Karoo 2 zum Navigieren einsetzen. Umgekehrt landen alle mit dem Karoo 2 aufgezeichneten Radtouren in der Suunto App. Dies ist eine Win-win-Situation für beide Seiten, da Hammerhead keine Multisportuhr und Suunto kein Fahrrad-Navi im Programm hat.

Suunto 9 Peak Pro Test – Ein erstes Fazit

Die 9 Peak Pro erweist sich als ein überzeugendes Upgrade der 9 Peak – zumal jetzt eine moderne Hardware-Plattform zur Verfügung steht, die Suunto (hoffentlich) sukzessive mit weiteren Funktionen füllt. Denn in dieser Hinsicht besteht gegenüber so manchem Mitbewerber noch Nachholbedarf, insbesondere beim Thema Training und Trainingsanalytik sowie im Alltag als Smartwatch.

Die Suunto 9 Peak Pro punktet aus meiner Sicht insbesondere bei Design, Nachhaltigkeit, Verarbeitungsqualität, Größe, Gewicht, Tragekomfort und Akkulaufzeiten in Kombination mit zahlreichen Navigations- und Outdoor-Funktionen (Barometer, Kompass, …) sowie den vielen Modi für die unterschiedlichsten Sportarten.

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9 Gedanken zu „Suunto 9 Peak Pro – Ausführlicher Test der neuen Multisportuhr!“

  1. Servus,
    schöner Bericht!
    Kannst du was im BVergleich zur Polar Vantage V2 sagen? Ich nutze die Uhr vor allem zum Wandern mit geplanten Routen (komoot) aber auch zum Aufzeichnenungeplanter Routen und Joggen. Hast du einen Vergleich zum Thema Schnelligkeit bei der Bedienung? Die Vantage V2 lahmt hier und da rum…

    VG

    Antworten
  2. ich frage mich einfach wer das kaufen soll. Eine Forerunner 955 kostet inzwischen in der normalen Variante um 475 Euro und ist bis auf die Materialien in jeder Hinsicht überlegen.

    Antworten
    • Alle die keine Garmin wollen, die auf das Design der Suunto stehen, denen die Funktionen ausreichen … der Forerunner 955 hat ohne Zweifel ein top Preis/Leistungsverhältnis!

      Antworten
    • Hab mir mal unter Android das Zusammenspiel mit WhatsApp angeschaut, ist gut lesbar, es lässt sich mit vorgefertigten Nachrichten antworten (diese Schnellantworten, insgesamt 5x, lassen sich in der Suunto App mit individuellen Texten belegen).

      Antworten
  3. Hallo
    Sehr guter Artikel. Ich bin mir stark am überlegen, ob ich den Wechsel von Suunto 9 peak auf das Pro-Modell machen soll. Lohnt sich dieser, etc. Dank deinem Artikel bin ich etwas schlauer. Danke.

    Bin zwar ein Suunto Fan, überlege mir aber, evtl. zu wechseln (welch Schande!). Die anderen (Coros, Polar, etc.) haben ja mächtig aufgeholt. Was meinst du dazu?

    Nochmals Danke.

    Gruss, Roger

    Antworten
    • Hallo Roger,

      gute Frage, die 9 Peak gehört noch lange nicht zum alten Eisen … falls sich die 9 Peak gut verkaufen lässt gibt es ja ein paar Argumente für die 9 Peak Pro (insbesondere flotter, neuer GPS-Chip), generell tendiere ich eher dazu eine Generation zu überspringen, also dann die Suunto 10 Peak Pro

      Garmin, Coros, Polar? Hmmmh, würde mir eine Liste machen welche Funktionen ich wirklich brauche (und nicht nur nice to have sind) und welches Ökosystem für mich das richtige ist (Zubehör, Apps, Zusammenspiel mit anderen GPS-Geräten wie einem Fahrradcomputer) – aber oftmals ist so ein Kauf auch eine emotionale Entscheidung – und da könnte das Suunto Design entscheiden.

      Grüße

      Antworten
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