Outdoor-Navi Garmin Montana 650, Bild: Garmin

Outdoor-Navi Garmin Montana 650, Bild: Garmin

Biken, Wandern, Trekking, Distanzreiten, 4x4, Motorrad, Quad, Marine – lautet eine Auswahl an (Outdoor-)Aktivitäten, bei denen GPS-Geräte fast schon ein Must-Have sind. Und da sich mancher Outdoorer auf vielen Spielwiesen austobt, macht ein Allround-Navi durchaus Sinn.

Da passt es gut, dass Garmin drei neue GPS-Geräte mit Allroundcharakter einführt. Die Neuen – Montana 650t, Montana 650, Montana 600 – heben sich durch ein extra großes 4-Zoll Display und Sprachansagen bei der Autonavigation von der gesamten Garmin Outdoor-Flotte ab.

Mit diesen Features treten die Montanas in direkte Konkurrenz zu einigen Mitbewerbern. Outdoor-Navis mit großen Displays (meistens 3,5-Zoll) gibt es bereits von CompeGPS, Falk, MyNav und Satmap, Sprachansagen bieten CompeGPS (zur Auto-), Falk (zur Outdoor-) und MyNav (zur Outdoor- und Autonavigation).

Wie unterscheiden sich die drei Allrounder?. Die beiden 650er haben im Gegensatz zum 600er eine 5 MP Digitalkamera an Bord, beim 650t ist zusätzlich eine Freizeitkarte von Europa im Maßstab 1:100.000 installiert. Das war es! Die Listenpreise variieren zwischen 649.- Euro (Montana 650t), 599.- Euro (Montana 650) und 499.- Euro (Montana 600).

Für den Test stand uns ein Garmin Montana 650t zur Verfügung. Die Testergebnisse lassen sich ohne Einschränkungen auf das Montana 600 und das Montana 650 übertragen.

Garmin Montana Test: Inhalt

  1. Gehäuse
  2. Energieversorgung
  3. Speicher
  4. Display
  5. GPS-Empfang
  6. Benutzeroberfläche
  7. Outdoor-Navigation
  8. Einsatz als Autonavi
  9. Digitalkamera
  10. Schnittstellen
  11. Zubehör, Lieferumfang
  12. Aktivitäten
  13. Fazit

Garmin Montana 650t: Gehäuse

Vom Äußeren her erinnert das Montana 650t an einen groß gewachsenen Oregon. Auch beim Montana wird die Optik vom Touchscreen Display dominiert. Die Abmessungen lauten im Vergleich zum Oregon (BxHxT): 7,5 x 14,4 x 3,6 cm gegenüber 5,8 x 11,4 x 3,5 cm. Nicht nur die Größe, sondern auch das Gewicht fällt recht üppig aus. Garmin gibt 289 g inklusive Lithium-Ionen-Akkupack bzw. 333 g mit drei AA-Batterien an. Beim Nachwiegen sind wir auf 298,5 g (Akkupack + microSD-Karte) bzw. 334,6 g (2.000 mAh eneloops + microSD-Karte) gekommen. Ein deutliches Plus gegenüber dem Oregon, der inklusive Batterien rund 193 g wiegt.

Das Montana kommt mit einer Taste aus, und zwar am rechten Gehäuserand zum Regulieren von Hintergrundbeleuchtung und Lautstärke bzw. zum Ein-/Ausschalten. Folgende Anschlüsse sind vorhanden: USB Typ Mini-B, externe GPS-Antenne (MCX), 3,5 mm Klinkenbuchse als Audioausgang (z.B. für Kopfhörer), sieben seitliche Kontakte zum Verbinden mit diversen Fahrzeughalterungen. Eine Öse am unteren Gehäuserand dient zum Einfädeln einer Handschlaufe.

Das Gehäuse wirkt insgesamt sehr stabil und robust, lediglich der Batteriefachdeckel zeigt etwas Spiel. Die Wasserdichtigkeit ist mit IPX7 spezifiziert, alle Anschlüsse werden von soliden Gummikappen verdeckt.

Fotostrecke Garmin Montana 650t (Anklicken!)

Garmin Montana 650t: Energieversorgung

Zur Energieversorgung hat sich Garmin ein cleveres Konzept einfallen lassen. An Stelle des mitgelieferten 2.000 mAh Lithium-Ionen-Akkupack lassen sich auch drei AA Akkus/Batterien einsetzen. Die Mitnahme eines separaten Batterie-Adapters entfällt, es ist also ohne separates Zubehör ein Wechsel von Akku auf AA-Batterien möglich.

Die Entscheidung “Was ist sinnvoller, Li-Akkupack oder AA Akkus?” hängt von mehreren Faktoren ab, allen voran Preis, Gewicht und Leistung.

Ein weiteres Akkupack schlägt mit knackigen 48,90 Euro zu Buche, das entspricht in etwa 12 eneloop HR-3UWX (2.500 mAh) oder 27 eneloop HR-3UTGA (2.000 mAh) Akkus! Zum Gewicht: Das Li-Akkupack wiegt 41,6 g, drei HR-3UTGA eneloops 77,9 g, drei HR-3UWX eneloops 89,6 g. Wird jetzt noch die Laufzeit berücksichtigt (siehe unten), fällt die Antwort unterschiedlich aus. Das beste Preis/Leistungsverhältnis zeigen die eneloops, beim Gewicht ist das Akkupack im Vorteil. Der Garmin-Akku gewinnt noch unter einem anderen Aspekt. Er läßt sich im Gegensatz zu AA Akkus direkt im Montana laden. Einem Betanken mittels externem Akku bzw. Solarladegerät (z.B. powermonkey-eXtreme) steht nichts im Wege!

Die Laufzeiten gibt Garmin mit 16 Stunden (Li-Akku) bzw. 22 Stunden (AA-Akkus/Batterien) an. Die Ausdauer haben wir wie folgt gemessen:

  • Volle Power (Beleuchtung dauerhaft 100%, Trackaufzeichnung, Karte in Fahrtrichtung, aktive Navigation): Li-Akkupack 03:01/03:33 hh:mm, eneloop 2.000 mAh 05:24 hh:mm, eneloop 2.500 mAh 06:57 hh:mm
  • wie zuvor, Beleuchtung aber auf 50% reduziert: Li-Akkupack 08:35 hh:mm, eneloop 2.000 mAh 09:26 hh:mm, eneloop 2.500 mAh 11:19 hh:mm
  • Energiesparen (“Datenlogger-Modus”, Beleuchtung aus, Energiesparmodus ein, Trackaufzeichnung, Karte nach Nord, keine Navigation): Li-Akkupack 18:44 hh:mm, eneloop 2.000 mAh 22:04 hh:mm

Einen Test der von uns präferierten eneloop Akkus gibt es in diesem Artikel: Test: eneloop Akkus mit Garmin-Geräten.

Garmin Montana 650t: Speicher

Speicherplatz für Karten und GPS-Daten bietet der Montana in Hülle und Fülle. Der interne Speicher umfasst immerhin 7,35 GB, davon sind ca. 3,2 GB für Benutzerdaten frei. Wird zusätzlich eine microSD-Speicherkarte eingelegt, steht noch mehr Platz für Kartenmaterial oder GPX-Dateien (Tracks, Geocaches, …) zur Verfügung. Die maximale Größe der Speicherkarte wird nicht spezifiziert.

Mit ein paar Tricks läßt sich der interne Speicher noch erweitern: durch Löschen der Bedienungsanleitungen (Ordner: \Documents\files\pdf) und durch Verschieben der Freizeitkarte auf den PC (Datei: \Garmin\gmapprom.img, nur Montana 650t). Nach dieser Aktion verfügt das Montana 650t über gigantische 6,8 GB freien Speicher. Aber Achtung, die Freizeitkarte unbedingt an einem sicheren Ort verwahren! Sie läßt sich jederzeit wieder auf den Montana – für den sie lizenziert ist – kopieren.

Garmin Montana 650t: Display

Geocache GPSmap 62stGeocache Montana 650tGrößenvergleich GPSmap 62st (links) zu Montana 650t
(Screenshots entsprechen der realen Displaygröße)

Das resistive 4-Zoll Touchscreen-Display zeigt im Outdoor-Einsatz eigentlich nur Vorteile: viel Platz auf der Kartenseite, eine große virtuelle Tastatur zum Eingeben von Texten und übersichtliche Geocache-Beschreibungen.

Wie groß das Display ausfällt, offenbart ein direkter Vergleich zu aktuellen Garmin Outdoor-Navis. Gegenüber dem Oregon bietet das Montana rund das Doppelte, gegenüber dem neuen eTrex das Dreifache an Fläche! (Abbildungen rechts, Montana 650 im Vergleich zum GPSmap 62).

  • eTrex 30: 176x220 Pixel, 3,5 x 4,4 cm (15,4 cm²), 2,2 Zoll Diagonale, 2.514 Pixel/cm²
  • Dakota 20: 160x240 Pixel, 3,6 x 5,5 cm (19,8 cm²), 2,6 Zoll Diagonale, 1.939 Pixel/cm²
  • GPSmap 62st/78: 160x240 Pixel, 3,6 x 5,5 cm (19,8 cm²), 2,6 Zoll Diagonale, 1.939 Pixel/cm²
  • Oregon 450/550: 240x400 Pixel, 3,8 x 6,3 cm (24,3 cm²), 3 Zoll Diagonale, 4.016 Pixel/cm²
  • Montana 650t: 272x480 Pixel, 5,1 x 8,9 cm (45,4 cm²), 4 Zoll Diagonale, 2.876 Pixel/cm²

“Und wie steht es um die Ablesbarkeit?” – Gerade Touchscreen-Navis sind in dieser Disziplin oftmals zu kritisieren!

Bei praller Sonne und im direkten Licht wirkt das Display des Montanas überaus brilliant. Die Hintergrund- beleuchtung kommt erst zum Einsatz, wenn das Licht in einem ungünstigen Winkel von der Seite einfällt. Unsere Tests zeigen, das bei Schönwetter-Wanderungen größtenteils keine Zusatzbeleuchtung notwendig ist. Bei schwierigen Lichtverhältnissen (z.B. diffuses Licht), sehr dunklem Himmel oder kräftigen Schatten kommt man dagegen ohne Beleuchtung selten aus. Wird dann der Beleuchtungsregler auf 100% gestellt, schlägt die Stunde des Montanas. Das Display ist so hell wie bei keinem anderem Outdoor GPS-Gerät von Garmin. Die daraus resultierende, kurze Akkulaufzeit ist aber nur bei Touren zu Fuß oder mit dem Fahrrad von Nachteil. Bei motorisierten Abenteuern kann man das helle Display so richtig auskosten – Strom gibt es in der Regel genug!

Fazit: In Kombination mit der starken Hintergrundbeleuchtung hat das Montana 650t das beste Display aller Garmin Outdoor-Navis mit Touchscreen!

Dakota 20, GPSmap 62st, Montana 650t

Dakota 20, GPSmap 62st, Montana 650t: ohne Hintergrundbeleuchtung (zum Vergrößern anklicken)

Dakota 20, GPSmap 62st, Montana 650t

Dakota 20, GPSmap 62st, Montana 650t: maximale Hintergrundbeleuchtung (zum Vergrößern anklicken)

Beide Aufnahmen bei bedecktem, regnerischem Himmel

Garmin Montana 650t: GPS-Empfang

Zu GPS-Empfänger und Antenne macht Garmin kaum Angaben: hochempfindlicher GPS-Empfänger, WAAS/EGNOS fähig und HotFix Technologie – mehr wird nicht erwähnt!

Beim GPS-Empfänger können wir nur spekulieren. Vermutlich setzt Garmin die gleichen Baugruppen wie bei Oregon und GPSmap 62/78 ein. Zur HotFix Technologie: Daraus resultiert – nicht nur in der Theorie – eine extrem schnelle Bestimmung der Koordinaten, da das Montana aus empfangenen Satellitensignalen die Positionen der Hightech-Vögel für einige Tage im Voraus berechnet.

Bei der GPS-Antenne handelt es sich nach unseren Informationen um eine Patchantenne. Interessanterweise scheint die Antenne auf der Rückseite – neben dem Kameraobjektiv – angeordnet zu sein! Ideal, um beim Autofahren für einen optimalen GPS-Empfang zu sorgen. Zum Aufzeichnen von Tracks, z.B beim Wandern, wird das Montana am besten senkrecht am Rucksackträger befestigt, damit die Patchantenne eine möglichst “freie Sicht” zum Himmel hat. Wird das Gerät – wie beim Geocaching – eher horizontal vorm Körper getragen, würde man aufgrund der Lage der Antenne Nachteile erwarten. Unsere Versuche zeigen aber das Gegenteil. Auch beim Cachen im dichten Wald wird die Position präzise bestimmt!

Garmin Montana 650t, Satellitenkonstellation beim Test

Garmin Montana 650t, Satellitenkonstellation beim Test

Um den GPS-Empfänger zu testen, waren wir mit dem Montana 650t auf zahlreichen Bergtouren unterwegs.

Eine Trackaufzeichnung von unserer Teststrecke dient als Beispiel. Zum Vergleich wurden ein Dakota 20 und GPSmap 62st herangezogen. Die Strecke verläuft größtenteils in einem tief eingeschnittenen Tal, Felswände und Wald sorgen für verschärfte Bedingungen – eine Herausforderung an jedes GPS-Gerät!

Alle drei Kandidaten liegen – trotz der zeitweise ungünstigen Satellitenkonstellation (Abb. rechts) – auf einem ähnlich hohen Niveau. Auf einem kurzen Streckenabschnitt im Talgrund weicht die Trackaufzeichnung vom Montana 650t allerdings etwas mehr ab. Möglicherweise sorgen durch Felswände reflektierte Satellitensignale für diese Abweichung (Multipathing-Effekt). Werden alle durchgeführten Touren berücksichtigt, erobert sich das Montana 650t im direkten Vergleich zu anderen GPS-Geräten (Garmin, CompeGPS) einen hervorragenden Platz im Ranking.

Download der Tracks zum Vergleichen: Garmin Montana Test (Datei am besten mit Google Earth öffnen)

(grün: Montana, horizontal ausgerichtet in der Hand getragen; rot: Dakota, am Rucksackträger befestigt; blau: GPSmap, am Rucksackträger befestigt; der kleine, gerade Abschnitt beim 62st ist durch einen leeren Akku bedingt)

Garmin Montana 650t: Benutzeroberfläche

Bei der Benutzeroberfläche haben sich die Entwickler von Garmin so richtig ins Zeug gelegt. Die Software zeigt im Vergleich zum Oregon viele Verbesserungen und läßt erahnen, was in der nächsten Oregon-Generation verwirklicht sein könnte.

Als erstes stechen die vielen Konfigurationsmöglichkeiten hervor. So läßt sich ein aus drei Seiten bestehendes Hauptmenü definieren (alternativ: eine, zwei, vier, fünf … Seiten). Jeder Seite sind Symbole zuweisbar, die sich mit dem Finger einfach hin und her schieben lassen. Für die Symbole stehen Anwendungen (z.B. Bildbetrachter), Kurzbefehle (z.B. Tracklog einschalten), Einstellungen (z.B. Einheiten) und Ziele (z.B. Ankerplätze) zur Auswahl. Ein eigenes Design (z.B. Auto, Kompass) kann jede Seite auch noch bekommen. In Kombination mit den Profilen (Freizeit, Marine, Fitness etc.) sind der eigenen Phantasie kaum Grenzen gesetzt. Ein abendfüllendes Programm ist garantiert!

Noch mehr: Im Hauptmenü läßt sich eine – ebenfalls konfigurierbare – “Schublade” mit Zugriff auf diverse Funktionen (z.B. Reisecomputer, Einstellungen) öffnen. Wer es aber einfach haben will, braucht nur auf das Profil “Classic” umstellen. Dann ähnelt das Menü einem Dakota oder Oregon.

Besonders cool: Beim Drücken der einzigsten Taste öffnet sich das Menü zum Einstellen der Beleuchtung. Es ist so konfigurierbar, dass über die Hardwaretaste ein Schnellzugriff auf wichtige Funktionen besteht, z.B. “Tracklog On”, “Tracklog Off”.

Verbesserungen bei der Bedienung zeigen sich auch beim Direktzugriff auf wichtige Funktionen, z.B. von der Kartenseite auf “Karte einrichten” oder von der Kompassseite auf “Peilen und los”. Weitere Optimierungen sind zum Beispiel ein (zu) kleines Symbol auf der Kartenseite zum Ein- und Ausblenden der Datenfelder.

Screenshots Garmin Montana 650t (Fotostrecke anklicken!)

Garmin Montana 650t: Outdoor-Navigation

Der Montana bietet den gleichen Funktionsumfang wie seine Touchscreen-Kollegen Dakota und Oregon. Dazu gehören Paperless Geocaching, Track-/Routen-/Wegpunkt-Navigation, Routing im Zusammenspiel mit Topo-Karten usw. Eine Übersicht über die wichtigsten Funktionen (und die Technik) enthält unsere Montana Galerie. Auf weitere Details soll an dieser Stelle nicht eingegangen werden.

Folgende Kartentypen lassen sich mit dem Montana verwenden: CityNavigator Straßen-, BlueChart Marine-, topographische Outdoorkarten, Satellitenbilder, Raster- und OpenStreetMap-Karten.

Vorteile und Unterschiede gegenüber anderen Garmin-Modellen zeigen sich weniger bei den Outdoor-Funktionen, sondern an anderer Stelle. Dazu zählen die optimierte Bedienung, das schnelle Zoomen und Verschieben der Karte und der praktische Flip-Flop Modus, bei dem sich der Displayinhalt automatisch an die Geräte-Ausrichtung ampasst (Hoch-/Querformat) .

Garmin Montana 650t: Einsatz als Autonavi

Das Garmin Montana 650t läßt sich wie seine beiden Geschwister als richtiges Autonavigationssystem einsetzen, inklusive Sprachansagen. Da das Gerät keinen internen Lautsprecher besitzt, muß die Ausgabe extern erfolgen. Garmin bietet zu diesem Zweck diverse Fahrzeughalterungen mit integrierten Lautsprechern an (siehe unten, Zubehör). Es gibt aber noch andere Möglichkeiten. An den Audioausgang des Montanas (3,5 mm Klinkenbuchse) wird ein Kopfhörer oder ein Autoradio, das über einen 3,5 mm Aux Eingang verfügt, angeschlossen. Zum Verbinden mit dem Radio wird nur noch ein Kabel mit beidseitigen 3,5 mm-Klinkensteckern benötigt, und schon erfolgt eine Ausgabe der Routinganweisungen von Marie, Steffi oder Yannick über die Audioanlage.

Um auf Straßen unterwegs zu sein, ist aber noch eine weitere Investition notwendig. Außer einer Halterung werden Garmin City Navigator Karten benötigt, die es in unterschiedlichen Ausgaben (z.B. für DACH/Alpen oder Europa) und auf unterschiedlichen Medien gibt (Download/microSD-Karte/DVD), die Preise beginnen bei ca. 40.- Euro. Als Alternative bieten sich routingfähige OpenStreetMap-Karten an.

Im Autonavi-Modus wird nüvi Feeling geboten. Überzeugende Sprachansagen, das Garmin typische Kartenbild, Tempolimit-Hinweise, Text-to-Speech (Ansage von Straßennamen) und diverse Kriterien zur Routenberechnung (“Wenig Zeit”, “Geringe Distanz”, “Bestätigen”) und mehrere Ausschlußkriterien. Motorradfahrer, 4x4- oder Oldtimer-Piloten können für gemütliche Touren wirkungsvoll das Ausschlußkriterium “Autobahnen” einsetzen.

Wer auf einige Funktionen moderner PNAs verzichten kann (Verkehrsmeldungen, …), erhält mit dem Montana ein Allround-Navigationssystem, das auch auf der Straße eine überzeugende Leistung abliefert.

Garmin Montana 650t: Digitalkamera

Das Montana 650t hat eine 5 Megapixel Digitalkamera an Bord. “Braucht man so etwas überhaupt?” lautet die erste Frage. Heutzutage hat schließlich so ziemlich jeder Outdoorer eine Digitalkamera oder zumindest ein Handy mit Digicam dabei. “Wozu also?” – Den Einsatzzweck des Montanas sehen wir auch nicht beim Knipsen von Schnappschüssen oder anspruchsvollen Urlaubsbilder, sondern eher beim Dokumentieren. Beispielsweise der Geocacher, um ein cleveres Versteck abzulichten oder der Geologe, der ein Bild von einem Fundort machen möchte. Da die Bilder gleich noch mit Koordinaten versehen werden (“Geotagging”), ist eine spätere Zuordnung problemlos möglich. An die Bildqualität darf man nicht die höchsten Ansprüche stellen, zum Dokumentieren reicht sie aber vollkommen aus.

Im Setup läßt sich noch der Speicherort für Bilder wählen (intern, Speicherkarte) und die Qualität einstellen (5/3,2/1 MP), außerdem gibt es noch einen Modus für schwaches Licht. Weiterhin lassen sich die Bilder im Bildbetrachter anschauen, als Diaschau vorführen und als Navigationsziel einsetzen.

Beispielbilder: Garmin Montana, Facebook

Garmin Montana 650t: Schnittstellen

Folgende Schnittstellen zur Kommunikation mit der Außenwelt sind vorhanden:

  • ANT+: Zum drahtlosen Austausch von Wegpunkten, Routen, Tracks und Geocaches zwischen kompatiblen Garmin-Geräten und zum Anschliessen von Sensoren (Herz-/Trittfrequenz, Geschwindigkeit).
  • High-Speed USB: Senden von Positionsdaten bzw. Datenaustausch mit Geräten, die über einen USB- oder seriellen Anschluß verfügen; zur Stromversorgung des Montanas.
  • Seitliche Kontakte: Anschluß an die AMPS-Halterung zum Übertragen von Strom/Audio/Daten.

Im Setup finden sich folgende Einstellungen:

  • Garmin Spanner
  • Garmin – seriell
  • NMEA-Eing./Ausg.
  • Textausgabe
  • RTCM

Neben dem Übertragen von GPS-Daten und Karten vom PC zum Montana (via USB) ist das Ausgeben von Positionsdaten (Einsatz als GPS-Maus) ein wichtiger Verwendungszweck. Folgendes Möglichkeiten gibt es:

  • Garmin Spanner: Diese Einstellung wird zum Übertragen der Position per USB-Kabel gewählt. Auf PC/Laptop muß zum Emulieren eines virtuellen COM-Ports die Software “GpsGate” installiert sein. Grund: Viele Programme (z.B. VisualGPS) können nur auf COM-Schnittstellen zugreifen.
  • Garmin – seriell (Daten im Garmin proprietären PVT Protokoll), NMEA-Eing./-Ausg. (Ausgabe im Standard NMEA 01803 Format) oder Textausgabe (Positions- und Geschwindigkeitsdaten im ASCII Text Format): Diese Einstellungen werden beispielsweise zur Kommunikation mit Marine-Geräten (Kartenplotter etc.) verwendet. Garmin bietet für diesen Zweck eine Marine-Halterung und die AMPS-Halterung an. Zum Anschließen an den USB-Port gibt es ein spezielles serielles Daten-/Netzkabel.
  • RTCM: Dabei handelt es sich um eine Schnittstelle zum Übertragen von DGPS-Daten (Differential Global Positioning System) im RTCM SC-104-Format zum Montana.

Weitere Infos zum Thema enthalten die beiden Artikel: Mega-Test Garmin Outdoor-GPS-Geräte, Test Garmin GPSmap 78s

Garmin Montana 650t: Zubehör, Lieferumfang

Wichtiges Zubehör:

  • Kfz-Halterung (Saugnapf) mit Lautsprecher (Preis: 68,90 EUR)
  • AMPS-Halterung für Motorrad oder Geländefahrzeug. Set besteht aus Halterung, Montagesatz (Arm-/Kugelpfanne separat erhältlich), kombiniertes Netz-/Audio-/Datenkabel mit blanken Drähten, blendfreien Schutzfolien. (Preis: 48,90 EUR)
  • Kfz-Halterung (ohne Saugnapf) mit Lautsprecher fürs Armaturenbrett
  • Marine-Halterung mit einem Kabel zur Stromversorgung und Datenübertragung (Preis: €48,50)
  • Serielles Daten-/Netzkabel mit Empfänger-seitig blanken Drähten (Preis: 39,90 EUR)
  • Li-Ionen Akku (Preis: 48,90 EUR)

Hinweis: Eine Cradle, das sich beispielsweise an einer Fahrradhalterung befestigen läßt, wird RAM Mounts ab Ende August anbieten.

Lieferumfang:

  • Garmin Montana
  • USB Kabel
  • Li-Ionen Akku, Netzladegerät
  • Gedruckte Schnellstartanleitung
  • Handbuch als PDF im internen Speicher

Garmin Montana 650t: Aktivitäten

“Was läßt sich mit dem Montana so alles anfangen?” – Garmin bewirbt den Montana immerhin als Allround-Talent. Auch aus unserer Sicht deckt das Montana 650t einige Einsatzbereiche ab:

  • Für Mountainbike und Rennrad ist das Montana alles andere als erste Wahl. Gewicht und Abmessungen sind schlichtweg zu groß, von der Ästhetik mal ganz zu schweigen. Tourenradler, die sich an diesen Nachteilen weniger stören, können am Montana Gefallen finden. Besonders vorteilhaft sind das übersichtliche und gute Display und die flotte Bedienung über die großen Buttons.
  • Beim Wandern mußte die anfängliche Skepsis schnell einer gewissen Begeisterung weichen. Wichtigste Voraussetzung: der Anwender darf keine zierlichen Hände haben. Dann liegt das Montana sogar recht gut in der Hand. Eine Bedienung des Touchscreens ist mit dünnen Handschuhen excellent möglich. Um ihn am Rucksack befestigen zu können, ist allerdings etwas Phantasie angesagt. Da das Montana 650t nicht über die praktische Karabinerhalterung anderer Garmin Outdoor-Navis verfügt, fädelt man am besten eine Reepschnur oder ein Flachband in die Öse und klinkt einen Karabiner ein. Alternativ: bei großen Outdoor-Geschäften nach einer Kamera-/Handy-Tasche für den Rucksackträger suchen.
  • Geocacher sind eine weitere Montana-Zielgruppe. Paperless Geocaching ist nicht der einzige Vorteil: die große Tastatur zum Eingeben von Texten, die übersichtlichen Cache-Beschreibungen, Garmins einzigartiges Feature “Nächsten Abschnitt eingeben” für Multicaches und viel Speicherplatz (5.000 Geocaches, 2.000 Wegpunkte) sind gewichtige Argumente!
  • Motorisierte Abenteuer mit Auto, 4x4, Quad oder Motorrad sind eine Stärke des Montanas. Schließlich bietet er eine überzeugende Turn-by-Turn Autonavigation mit Sprachansagen, den gesamten Funktionsumfang eines reinrassigen Outdoor-Navis und ein besonders helles Display. Motorradfahrer können sich an der fehlenden Bluetooth-Schnittstelle stören.
  • Mangels eigener Erfahrung wird auf eine Beurteilung der Marine-Eignung verzichtet. Da eine passende Halterung angeboten wird, BlueChart-Karten zur Verfügung stehen, das Montana über Marine-Funktionen und zahlreiche Schnittstellen verfügt, sollte einem Einsatz aber wenig im Wege stehen.

“Welcher Montana ist der richtige für mich?” – Wer auf Kamera und Freizeitkarte verzichten will (so praktisch sie auch sein mögen), kann getrost zum Montana 600 greifen. Es bietet nicht nur sämtliche Funktionen des 650(t), sondern ist ein gutes Stück günstiger: 649.- Euro (Montana 650t), 599.- Euro (Montana 650) und 499.- Euro (Montana 600). Schließlich darf man nicht vergessen, dass außer dem GPS-Gerät in der Regel noch weitere Anschaffungen nötig sind. Mit Halterungen, Kartenmaterial (CityNavigator, Topo Deutschland) und Akkus kann der gewillte Outdoorer beim 650t im vierstelligen Bereich landen!

Garmin Montana 650t: Fazit

Will der kaufwillige Outdoorer nur das Beste, kommt er an dem Garmin Montana 650t kaum vorbei! Zwar ist das Gehäuse ganz schön groß und schwer, die getestete Software Version 2.60 zeigt noch einige Schwächen – in der Summe erweist sich das Montana 650t aber als ein Allround GPS-Gerät, das Spaß macht. Das große und gute Display, die clevere Bedienung, die Dual-Power Option, die vielen Navigationsfunktionen und das große Angebot an Karten erweisen sich als Erfolgsfaktoren.

[Update 09/2011] Garmin hat inzwischen zahlreiche Software-Update zur Verfügung gestellt – somit sollten die erwähnten Schwächen der Vergangenheit angehören!

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Garmin Montana 650t: Software, Updates

Getestete Versionen:

  • Software-Version: 2.60
  • GPS-Version: 320

Garmin Montana 650t: Tipps & Tricks

Versteckte Funktionen:

  • Löschen sämtlicher Benutzerdaten: Touchscreen oben links antippen und halten, Gerät einschalten.
  • Startvorgang unterbrechen: Touchscreen unten links antippen und halten, Gerät einschalten, Boot-Vorgang wird unterbrochen, anschließend wird das Hauptmenü angezeigt; der Startvorgang wird über den Pfeil (unten links auf dem Display) fortgesetzt. Sinnvoll, um beispielsweise korrupte Daten zu löschen, die ein Starten des Gerätes verhindern.
  • Kompass kalibrieren: Auf der Kompassseite den Kompass mehrere Sekunden antippen.

Garmin Montana 650t: Weitere Artikel

Garmin Montana 650t: Das neue Allround-Navi im ausführlichen Test was last modified: Juli 18th, 2017 by Joachim Bardua
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