TicWatch Pro 3 Ultra GPS im Outdoor-Test

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Mobvoi – eine chinesische IT-Firma mit Sitz in Peking – hat mit der TicWatch Pro 3 Ultra 4G bzw. der TicWatch Pro 3 Ultra GPS zwei auf "Wear OS by Google" basierende Smartwatches im Programm. Beide Modelle sind im Herbst 2021 auf den Markt gekommen.

Beim Betrachten der Produktseite stechen sofort die anvisierten Zielgruppen in’s Auge: Outdoor-Sportlerinnen und -Sportler, sei es beim Wandern, Trailrunning, Klettern, Mountainbiken oder Kajakfahren. Damit treffen die beiden Smartwatches auf starke Outdoor-Konkurrenz – insbesondere von Coros, Garmin, Polar und Suunto! Dazu kommen Amazfit, Apple, Samsung und andere namhafte Hersteller … ein herausforderndes Umfeld für die TicWatch Smartwatches!

Die TicWatch Pro 3 Ultra 4G bzw. die TicWatch Pro 3 Ultra GPS kosten €359,99 bzw. €299,99 (UVP).

Damit liegen sie

  • preislich unter eine Apple Watch 7 (ab €429.-),
  • auf dem Niveau der ebenfalls auf Wear OS beruhenden Samsung Galaxy Watch4 (ab €269.-) und
  • deutlich über der Amazfit GTS 3 (€149,90).
  • Von Garmin wäre z.B. die Garmin Instinct (ab €249,99),
  • von Suunto die Suunto 7 (mit Wear OS, ab €299.-)
  • und von Coros z.B. die Coros Apex (ab €299.-) zu betrachten.

Die zwei neuen TicWatch Modelle unterscheiden sich nur wenig. Die Ultra 4G verfügt über ein 4G Mobilfunk Modul zur Nutzung in Ländern wie UK, Deutschland, Spanien und Frankreich (mit einem speziellen Vodafone Tarif). Einen weiteren Unterschied betrifft das Armband. Bei der Ultra GPS ist es aus Fluorkautschuk, bei der Ultra 4G aus Leder.

TicWatch Pro 3 Ultra 4G Test - Aufzeichnen mit der Strava App
TicWatch Pro 3 Ultra 4G Test – Laufen mit der Strava App

TicWatch Pro 3 Ultra 4G Test – Äußerliches, Schutzarten

Die schwarze Pro 3 Ultra kommt in einem dezenten Outdoor-Look – meines Erachtens macht sie auch im Alltag eine gute Figur. Zumindest wenn man keine zarten Handgelenke hat, dann dürfte die Uhr schlichtweg zu groß sein.

Bei der getesteten Ultra 4G findet das nicht sehr aufdringliche Design eine prima Ergänzung in dem braunen Lederarmband. Für Outdoor-Touren würde ich allerdings ein elastisches Kunststoffarmband vorziehen, da solche Armbänder erfahrungsgemäß für einen besseren, stabileren Sitz sorgen. Ein Vorteil, der zu genaueren Herzfrequenzmessungen über den integrierten Herzfrequenzsensor führen kann. Das mitgelieferte 22 mm Armband lässt sich aber schnell austauschen.

Das TicWatch Pro 3 Ultra erfüllt die Militärspezifikation MIL-STD-810G, ist nach IP68 zertifiziert und zum Poolschwimmen geeignet. Hinter dem Militärstandard verbergen sich zahlreiche Prüfverfahren; welche genau zur Anwendung kommen verrät Mobvoi nicht. Ein Beispiel, die Garmin fenix 6 wurde im Hinblick auf thermische Leistung, Stoßfestigkeit und Wasserdichtigkeit getestet.

Laut Mobvoi kann die Uhr beim Schwimmen im flachen Wasser, beim Händewaschen, beim Schwitzen oder bei Regen getragen werden (aber nicht: heißes Wasser, Seife, Reinigungsmittel, Meerwasser usw.). Sie ist nicht zum Baden, Duschen, Tauchen, Wasserski etc. mit Hochgeschwindigkeitswasser geeignet.

Im Test habe ich die Pro 3 Ultra beim Duschen allerdings nicht ausgezogen – Probleme gibt es bislang nicht!

TicWatch Pro 3 Ultra GPS Test – Technik

Wesentliche technische Daten:

  • Materialien: Edelstahl und hochfestes Nylon mit Glasfaser, Gorilla Glas (Anti-Fingerprint Beschichtung), 22 mm Armband aus Kautschuk oder Leder (auswechselbar)
  • Schutz: Display mit Gorilla Glas, MIL-STD-810G, IP68
  • Abmessungen: 4,7 x 4,8 x 1,23 cm
  • Gewicht: 41 g
  • Chip: Qualcomm Snapdragon Wear 4100-Plattform und Mobvoi-Dual-Prozessor-System
  • Speicher: 1 GB RAM, 8 GB ROM
  • Display: 1,4 Zoll, 454×454 Pixel, 326 PPI, AMOLED- und FSTN-Display
  • Konnektivität: Bluetooth 5.0, Wi-Fi 802.11b/g/n, NFC, 4G
  • GNSS: GPS, BeiDou, GLONASS, Galileo, QZSS
  • Sensoren: Beschleunigung, Gyroskop, HD PPG Herzfrequenz, SpO2 (Blutsauerstoff), Barometer, außerkörperlicher Sensor mit geringer Latenz (?), Umgebungslicht
  • Akku: 577 mAh
  • Betriebssystem: Wear OS 2 by Google (Upgrade zu Wear OS 3 voraussichtlich in 2022)
  • Sonstiges: Lautsprecher, Mikrofon, Vibration
  • Smartphone: Android, iOS
  • Webseite: Mobvoi

Display

Die TicWatch Pro 3 Ultra verfügt über eine interessante "Dual-Screen" Display-Technologie. Mobvoi kombiniert dazu ein AMOLED-Display mit einem stromsparenden FSTN-Display.

Das auch draußen gut ablesbare AMOLED-Display sorgt für knackige Farben, einen kräftigen Kontrast und ein tiefes Schwarz. Das kontrastarme FSTN-Display aktiviert sich automatisch und liefert grundlegende Infos zu Uhrzeit, Datum, Batteriestand, Schritten und Herzfrequenz (beim Trainieren zu Dauer, Herzfrequenz etc.). Bei einer kleinen Bewegung schaltet sich die Hintergrundbeleuchtung ein, erst dann ist das FSTN-Display bestens ablesbar. Je nach Einstellung erfolgt der Wechsel FSTN zu AMOLED per Armdrehung (*) bzw. durch ein Antippen des Displays – gleichermaßen im Alltag wie beim Trainieren.

(*) Dazu in den Einstellungen "Gesten > Zum Aktivieren neigen" anschalten.

In den Einstellungen lässt sich noch die Option "Wesentlicher Modus" aktivieren. Dann wird das FSTN-Display dauerhaft angezeigt. Ein Verlassen dieses Modus durch ein Drücken der Power-Taste für 10 bis 15 Sekunden ist aber sehr umständlich; die Uhr wird dabei neu gestartet!

Ebenso ist es möglich in einen "Display immer eingeschaltet" Modus zu wechseln und das FSTN-Display zu deaktivieren. Diese Option ist auch zu empfehlen, wenn das automatische Aktivieren des Stromspardisplays beim Trainieren stört. Dann schaltet das AMOLED-Display nach ein paar Sekunden in einen Schwarz/Weiß-Modus – auch so lässt sich der Energieverbrauch reduzieren.

Die Hintergrundbeleuchtung wird beim AMOLED-Display automatisch geregelt. Beim Schlafen ist das Display aber zu hell, deshalb empfiehlt sich abends ein manuelles Regeln.

TicWatch Pro 3 Ultra Test - FSTN Display
TicWatch Pro 3 Ultra Test – FSTN Display
TicWatch Pro 3 Ultra Test - AMOLED Display
TicWatch Pro 3 Ultra Test – AMOLED Display

Akku

Für den 577 mAh Akku gibt Mobvoi Laufzeiten von bis zu 72 Stunden im Smart-Modus und bis zu 45 Tage im Essential-Modus an (aber ohne eine genaue Definition der Modi).

Im Test habe ich die Uhr mit dauerhafter 24/7 Herzfrequenz-, Blutsauerstoff- & Stressmessung, Schlaf- und Trainingsaufzeichnung, Aktivitätstracking, FSTN-Display und temporärer GPS-Nutzung eingesetzt.

Die Abbildung zeigt ein Beispiel, nach exakt 24 Stunden – inklusive 1,5 Std. GPS – sind noch 39% Kapazität vorhanden.

Diese Angabe unterstützt meine Beobachtung, dass bei den gewählten Einstellungen ca 1,5 bis 2 Tage Laufzeit möglich sind. Im Vergleich zu nicht auf Wear OS basierenden Uhren ist dies recht wenig (Coros, Garmin & Co.), liegt aber in etwa auf dem Niveau einer Apple Watch.

Das Aufladen dauert – ohne es mit der Stoppuhr zu checken – verhältnismäßig lange.

TicWatch Pro 3 Ultra - Akkunutzung über 24 Stunden
TicWatch Pro 3 Ultra – Wear OS App – Akkunutzung über 24 Stunden

Konnektivität

Es stehen

  • Bluetooth 5.0 (Smartphone-Verbindung, Koppeln von Geräten),
  • WLAN 802.11b/g/n (z.B. für eine Nutzung zu Hause anstelle einer Bluetooth-Verbindung mit dem Smartphone),
  • NFC (zum Bezahlen) und
  • 4G (nur Pro 3 Ultra 4G, nicht ausprobiert)

zur Verfügung. Das energieeffiziente und zuverlässige ANT+ Protokoll zum Anschliessen von Sensoren ist nicht implementiert.

Externe Herzfrequenzsensoren lassen sich leider nicht nutzen. Diverse Sensoren von Polar und Suunto werden in dem Menü "Konnektivität > Bluetooth" zwar erkannt, nach dem Koppeln taucht aber immer der Status "Nicht verfügbar" auf. Sie lassen sich beim Ausführen eines Trainings mit der TicÜbung App nicht verwenden. Ähnliches gilt für die Fit-Training App von Google. In dem dazugehörigen Einstellungsmenü lassen sich die Sensoren zwar problemlos koppeln, es kommt aber zu Unterbrechungen, der Puls wird nicht angezeigt.

Was hingegen anstandslos klappt ist das Koppeln mit einem Bluetooth-Headset, beispielsweise das 75t von Jabra* .

Am Mac bzw. unter Windows wird die TicWatch übrigens nicht erkannt, es besteht also kein direkter Zugriff auf das Dateisystem.

Zur Konnektivität gehören auch der integrierte Lautsprecher bzw. das eingebaute Mikrofon – beispielsweise zum Führen von Anrufen. Die Klangqualität des Lautsprechers ist erstaunlich gut, das Mikrofon erfasst zuverlässig alle Ansagen.

GPS

GPS, GLONASS, BeiDou, Galileo und QZSS – damit steht eine beeindruckende Liste an GNSS zur Verfügung.

Nur leider gibt es ein Problem. Ohne gekoppeltes Smartphone ist – selbst unter günstigen Empfangsbedingungen – bisweilen ein minutenlanges Warten bis zur ersten Positionsbestimmung angesagt. Mit verbundenem Smartphone wird die Position dagegen sofort erfasst. An diesem Bug sollte TicWatch unbedingt arbeiten und ein Update bereitstellen. In dieser Hinsicht ist die Pro 3 nicht konkurrenzfähig.

Beim Aufzeichnen von Aktivitäten werden die Positionsdaten von dem verbundenen Smartphone gezogen. Falls dies nicht gewünscht ist und der interne GPS-Empfänger der TicWatch verwendet werden soll gilt es die Bluetooth-Verbindung zu deaktivieren.

Beim Verwenden des internen Empfängers fallen die Genauigkeiten von Streckenaufzeichnungen nicht so akkurat wie bei Mitbewerbern aus (z.B. Polar, Suunto).

Barometer

Die TicWatch Pro 3 Ultra verfügt über ein integriertes Barometer für exakte Höhenangaben. Laut Mobvoi unterstützt das Barometer bei den Aktivitäten Outdoor-Laufen, Outdoor-Spaziergang, Outdoor-Radfahren, Wanderreiten und Bergsteigen. Damit dürften in der TicÜbung App zur Verfügung stehende Aktivitäten gemeint sein.

Bei Outdoor- und Sportuhren ist für ein möglichst genauen Erfassen von Höhenänderungen (z.B. für die An-/Abstiegshöhenmeter einer Tour) ein manuelles Kalibrieren des integrierten Barometers üblich; beispielsweise durch Eingeben der aktuellen Meereshöhe. Dies Option ist bei der TicWatch aber nicht vorgesehen. Vermutlich erfolgt das Kalibrieren per GPS.

Die auf Touren gemessenen An-/Abstiegshöhenmeter stimmen mit anderen Sportuhren gut überein, allerdings zeigt sich ein Bug.

In der TicÜbung App wird als "Aktuelle Höhe" z.B. 1.357 m angezeigt – das ungefähr zweifache der tatsächlichen Höhe!

Höhenmesser - Eigentlich beträgt die Meereshöhe ca. 650 m
Höhenmesser – Die Meereshöhe liegt bei ca. 655 m und nicht bei 1.353 m

Herzfrequenzsensor

Dem integrierten Herzfrequenzsensor kommt eine besondere Bedeutung zu – er liefert die Grundlage für viele von der Uhr aufgezeichnete physiologische Messwerte (siehe unten). Deshalb ist eine genaue Erfassung der Herzfrequenzwerte extrem wichtig – im Alltag und beim Tracken von Aktivitäten.

Die TicWatch habe ich bei zahlreichen Aktivitäten ausprobiert und kann feststellen: Die Pro 3 Ultra liefert beim Sport wirklich zufriedenstellende Ergebnisse.

Zwei Beispiele (zum Vergrößern anklicken):

Die erste Abbildung enthält die Werte von einer Laufeinheit. Die Abweichungen gegenüber dem Referenzgerät mit Herzfrequenzbrustgurt liegen im üblichen Rahmen von meist nur wenigen Schlägen, für Freizeitsportler*innen dürfte das Ergebnis vollkommen ausreichen. Die Coros Pace 2 (Test) kann bei diesem Beispiel nicht ganz mithalten. Durchschnittswerte: 117 bpm (TicWatch) vs. 119 bpm (Coros) vs. 117 bpm (Garmin).

Herzfrequenz beim Laufen - TicWatch Pro vs. Coros Pace 2 vs. Garmin fenix 6X
Herzfrequenz beim Laufen – TicWatch Pro (blau) vs. Coros Pace 2 (magenta) vs. Garmin fenix 6X (grün, mit Herzfrequenzbrustgurt)

Die zweite Abbildung von einer Speed-Hiking Tour zeigt ebenfalls, dass die TicWatch – von ein paar Ausreißern abgesehen – sehr gute Daten liefert. Die Durchschnittswerte lauten: 132 bpm (TicWatch) vs. 134 bpm (Coros) vs. 134 bpm (Garmin).

Herzfrequenz beim Speed-Hiking - TicWatch Pro 3 Ultra GPS
Herzfrequenz beim Speed-Hiking – TicWatch Pro (blau) vs. Coros Pace 2 (magenta) vs. Garmin fenix 6X (grün, mit Herzfrequenzbrustgurt)

TicWatch Pro 3 Ultra GPS Test – Apps, Bedienung

Die Pro 3 Ultra basiert auf Google Wear OS 2. Dementsprechend wird zum Betreiben der Uhr auf dem eingesetzten Android bzw. iOS Smartphone nicht nur die Mobvoi App, sondern auch die Wear OS by Google App benötigt. Somit muss man sich mit zwei Apps arrangieren – was sich in der Praxis allerdings als machbar erweist.

Die Mobvoi App erinnert von ihrem Aufbau und Design an die Apple Health App. Auf der Startseite finden sich alle relevanten Daten wie beispielsweise zu Herzfrequenz, Blutsauerstoff, Stress, Schlaf usw. – durch ein Antippen öffnen sich diverse Datenscreens. Wichtig ist auch der Abschnitt "Konto", da sich hier mit Runkeeper, Strava und Google Fit weitere Dienste anbinden lassen. Watch Faces, von denen nicht wenige kostenpflichtig sind, lassen sich über die Mobvoi App installieren.

Über die Wear OS by Google App lassen sich ebenfalls Ziffernblätter installieren sowie ein paar wichtige Einstellungen vornehmen, aber auch z.B. Infos zur Akkunutzung abrufen.

Die getestete TicWatch Pro 3 Ultra wird per Touchscreen sowie über zwei Kronen bedient. Die Kronen sind quasi ein Tastenersatz, ein Drehen bewirkt keine Aktionen, beispielsweise lässt sich nicht wie bei Apple oder Coros durch die Menüs scrollen. Schade! Das Zusammenspiel von Touchscreen und Kronen ist schnell verinnerlicht. Das System reagiert flott auf alle Interaktionen, nervige Verzögerungen gibt es nicht.

Die Bedienung per Fingerwischen funktioniert wunderbar, selbst leicht feuchte Finger sind kein Hindernis. Mit Handschuhen sieht’s anders aus, da sind spezielle Touchscreen-Handschuhe ein Muss.

Das Menü selber empfinde ich aber als unübersichtlich – zumindest für einen Wear OS Novizen.

Vom Ziffernblatt ausgehend geht’s

  • nach oben zu einem Schnell-Einstellungsmenü,
  • nach links zum Google-Assistenten und diversen Optionen,
  • nach unten zu Benachrichtigungen,
  • nach rechts zu Wear OS Ansichten (z.B. Wetter, Herzfrequenz, ein Antippen öffnet die korrespondierenden Apps; die Konfiguration erfolgt in der Wear OS App auf dem Smartphone).

Beispiele:

TicWatch Pro 3 Ultra Menü - 1
nach oben
TicWatch Pro 3 Ultra Menü - 2
nach links
TicWatch Pro 3 Ultra Menü - 3
nach unten
TicWatch Pro 3 Ultra Menü - 4
nach rechts

Im Hauptmenü – das über ein Drücken der Krone oben rechts aufgerufen wird – findet sich ein riesiger Mix an Apps, einerseits die "Tic" Apps von Mobvoi, andererseits Apps von Google.

Dazu können noch zusätzlich installierte Google Play Apps wie beispielsweise Komoot und Strava kommen.

Apps im Hauptmenü der TicWatch Pro 3 Ultra
Apps im Hauptmenü der TicWatch Pro 3 Ultra

Übersicht – Vorinstallierte Apps

  • TicGesundheit
  • TicÜbung
  • TicPuls
  • TicSchlaf
  • TicBlutsauerstoff
  • TicZen
  • TicAtmung
  • TicLärm
  • TicCare
  • TicAufnahme
  • Timer
  • Einstellungen
  • Erinnerungen
  • Fit-Atemübungen
  • Fit-Training
  • Google Pay
  • Herzfrequenz
  • Kontakte
  • Messages
  • Mobvoi Privatsphäre
  • Play Store
  • Rechner
  • Spotify
  • Stoppuhr
  • Taschenlampe
  • Telefon
  • Telefon (suchen)
  • Terminübersicht
  • Timer
  • Timer (zum Händewaschen)
  • Übersetzter
  • Wecker
  • Wesentlicher Modus
  • Wetter
  • Ziel in Fit

Zum Aufzeichnen von Aktivitäten bzw. Trainings gibt’s somit die TicÜbung App von Mobvoi und die Fit-Training App von Google – was die Komplexität unnötig erhöht.

Aber auch das Einrichten der Uhr ist unübersichtlich. Wesentliche Einstellungen lassen sich zwar in einem Setup-Menü vornehmen (für Anzeige, Gesten, Konnektivität etc.), da es aber in nahezu jeder Mobvoi App noch weitere Optionen gibt geht die Übersicht verloren. Dazu kommen diverse WearOS Einstellungen, beispielsweise in einzelnen Apps wie Fit-Training und Herzfrequenz.

TicWatch Pro 3 Ultra Test – Aktivitäten, Navigation, Fitnessdaten

Aktivitäten & Trainieren

Über die TicÜbung App lassen sich zahlreiche Aktivitäten starten:

  • Im freien Laufen
  • Spaziergang
  • Drinnen Laufen
  • Radfahren
  • Drinnen Radfahren
  • Freies Training
  • Schwimmen im Pool
  • Hochintensives Intervalltraining
  • Rudergerät
  • Ellipsentrainer
  • Aerobic
  • Geländelauf
  • Wandern
  • Yoga
  • Fussball
  • Basketball
  • Pilates
  • Teakwondo
  • Badminton
  • Tischtennis
  • Schlittschuhlaufen

Für die Aktivitäten "Spazieren, Laufen und Fahrradfahren" ist ein automatisches Erkennen möglich, außerdem kann die TicWatch Runden anhand der Distanz automatisch erkennen (alternativ manuell per Tastendruck). Weitere Optionen sind Auto-Pause, das Setzen eines wöchentlichen Ziels und ein Trainingsfeedback über den integrierten Lautsprecher.

Etwas ganz Wichtiges ist allerdings nicht vorgesehen: Ein Anpassen der Datenseiten!

Ein Beispiel für die Aktivität "Geländelauf": Mit folgenden Seiten bzw. Daten gilt es sich zu arrangieren. Weder die Anzahl noch die Inhalte lassen sich ändern. Zumindest auf der ersten Seite würde ich mir die vier wichtigen Daten Herzfrequenz, Pace, Dauer, Entfernung wünschen.

  • Seite 1
    • Dauer
    • Tempo
    • Geschwindigkeit
    • Entfernung
  • Seite 2
    • Schritte
    • Schrittfrequenz
    • Kalorien
  • Seite 3
    • Rundenzeit
    • Rundengeschwindigkeit
    • Rundenlänge
  • Seite 4
    • Aktuelle Höhe
    • Kummulativer Höhengewinn
    • Kummulativer Höhenverlust
  • Seite 5
    • "Karte" mit Streckenverlauf
  • Seite 6
    • Aktuelle Herzfrequenz

Dazu kommen teils sehr kleine Schriften, die Farbgebung kann das Ablesen zusätzlich erschweren (z.B. violette Schrift auf schwarzem Hintergrund, siehe obige Abbildung mit Höhenangaben)

Beim Laufen erweist sich ein quasi endloses Scrollen durch die sechs Seiten per Fingerwischen als sehr praktisch. Seitenwechsel per Taste sind nicht vorgesehen.

Komoot Navigation am Handgelenk - TicWatch Pro 3 Ultra 4G
Komoot Navigation am Handgelenk – TicWatch Pro 3 Ultra 4G

Seitens Mobvoi verfügt die Ultra über keinerlei Funktionen zum Navigieren. Denkbar wäre lediglich ein Zurück-Orientieren anhand der auf dem Display angezeigten, aufgezeichneten Strecke.

Allerdings lassen sich aus dem Play Store weitere Apps installieren, beispielsweise Komoot. In Verbindung mit der Komoot Smartphone App werden dann auf der Ultra Navigationsanweisungen angezeigt (Abbildung oben). Dies bedingt aber eine dauerhafte Smartphone-Verbindung.

Fitnessdaten

Wie jede moderne Smartwatch sammelt die TicWatch Pro Ultra unzählige Daten wie Schritte, Kalorien, aktive Stunden, Energieniveau, mentale Ermüdung, Herzfrequenz, Blutsauerstoff, Stress, Schlaf usw. … Übersichten bzw. Details stehen auf der Uhr selber bzw. in der Mobvoi App oder in Google Fit zur Verfügung.

Ein typisches Beispiel für eine Schlafaufzeichnung (Ticwatch Pro 3 Ultra vs. Coros Pace 2, je hh:mm bzw. bpm):

  • Erkannter Zeitraum: 22:31 – 08:25 vs. 22:28 – 07:39
  • Schlafdauer: 09:54 vs. 08:39
  • Tiefschlaf: 03:27 vs. 03:51
  • Wach: 01:30 vs. 00:32
  • Leichter Schlaf: 03:26 vs. 04:48
  • REM: 01:31 : k.A.
  • Herzfrequenz (niedrig / hoch): 50 / 91 vs. 46 / 68
  • Ø Herzfrequenz: 61 vs. 55

Die Schlafdauer wird unterschiedlich erkannt (die Pro 3 sieht ein Lesen von E-Mails, Surfen im Web und Kaffeetrinken noch als Schlafen an), dementsprechend unterscheiden sich die Werte.

Schlafdaten in der Mobvoi App
Schlafdaten in der Mobvoi App

Generell ist zu beobachten, dass sich die Fitnessdaten über unterschiedliche Systeme hinweg (Amazfit, Garmin, TicWatch usw.) in der Regel mehr oder weniger unterscheiden – sei es bei den Schritten, den Kalorien etc … Ein Beispiel für die Anzahl an Schritten: Während die TicWatch 2.863 Schritte anzeigt, sind es bei der Coros 3.439, an einem anderen Tag dagegen 10.356 vs. 10.547.

Eine neue TicWatch Funktion ist die Erkennung von Herzrhythmusstörungen (IHB). Der optische Herzfrequenzsensor kann unregelmäßige Herzfrequenzmuster, die auf ein Vorhofflimmern hindeuten können, erkennen und warnen. Zudem wird die geistige Ermüdung und das Energieniveau auf Basis der Herzfrequenzvariabilität (HRV) analysiert und in der Mobvoi App dargestellt.

Wie bereits erwähnt kommt dem integrierten Herzfrequenzsensor beim Erfassen solcher Werte eine besondere Bedeutung zu. Wie genau sind die 24/7 gemessenen Daten? Dies wäre eine wissenschaftliche Aufgabe … mir kommt z.B. die von der Ultra angezeigte Ruheherzfrequenz als zu hoch vor. Ein Vergleich mit der Coros Pace 2 oder einer Garmin fenix unterstützt diesen Eindruck. Generell würde ich Infos wie zu Ermüdung und Energieniveau lediglich als Anhaltspunkte sehen und mich lieber auf das Körpergefühl verlassen. Davon abgesehen, eine Uhr wie die TicWatch Pro 3 Ultra ist kein medizinisches Produkt.

Nicht vergessen: In den einzelnen Apps lassen sich zahlreiche Einstellungen vornehmen! Beispielsweise ist es in der TicGesundheit App möglich den Schrittzähler zu de-/aktivieren, Ziele anzupassen, eine Zielbenachrichtigung ein-/auszuschalten oder in der TicPuls App die 24/7 Herzfrequenzüberwachung inklusive Warnungen einzurichten … in den Optionen gibt es auch den interessanten Menüpunkt "Labs" … einfach mal reinschauen!

TicWatch Pro 3 Ultra 4G Test – Datenzugriff

Den Zugriff auf die eigenen Daten – insbesondere auf die aufgezeichneten Aktivitäten – halte ich für ein wichtiges Thema.

Da sich auf die TicWatch nicht via PC zugreifen lässt und ein direkter Export aus der Mobvoi App nicht vorgesehen ist (z.B. ein Speichern im Dateisystem des Smartphones) gilt es einen Umweg zu nehmen. In der Mobvoi App muss dazu eine Verbindung zu Strava eingerichtet werden (alternativ zu Runkeeper, nicht ausprobiert). Dann landen alle mit der TicÜbung App aufgezeichneten Aktivitäten nach dem Speichern automatisch bei Strava – schnell und zuverlässig!

Per Webbrowser wird dann Strava gestartet, die Aktivität geöffnet und über die Funktion "Original exportieren" als TCX-Datei auf der Festplatte des PCs gespeichert. Anschließend ist ein Import in andere Anwendungen möglich, beispielsweise Golden Cheetah.

Ein Tipp zu Strava: Wenn beim Exportieren über die Funktion "Original exportieren" nur eine JSON-Datei exportiert wird einfach an die URL "export_tcx" anhängen (Beispiel: https://www.strava.com/activities/6441141768/export_tcx).

Alternativ lassen sich Aktivitäten mit Google Play Apps wie Strava bzw. Komoot tracken. Nach dem Speichern stehen diese dann in den Dashboards der jeweiligen Anwender zur Verfügung und lassen sich von dort exportieren. In der Mobvoi App tauchen diese Trainings dann natürlich nicht auf und zählen z.B. nicht bei den Zielen!

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TicWatch Pro 3 Ultra GPS Test – Fazit

Zugegeben – an die Komplexität der TicWatch Pro 3 Ultra habe ich mich gewöhnen müssen. Dies ist hauptsächlich der Kombination von Wear OS und TicWatch Apps sowie den zahlreichen verstecken Einstellungen geschuldet. Nach dem Überspringen dieser Hürde lässt sich die Pro 3 Ultra allerdings wie jede andere Smartwatch nutzen, bei der es immer wieder neue Funktionen zu entdecken gilt.

Den auf der Produktseite suggerierten Einsatzbereich als Outdoor-Uhr halte ich aber nicht als gegeben. Dafür hat die Pro 3 Ultra gegenüber einer "echten" Outdoor-Uhr wie z.B. einer Gamin fenix, Garmin Instinct oder Coros Vertix 2 zu viele Nachteile. Beispielsweise lassen sich die fehlenden Navigationsfunktionen nur bedingt durch die Installation von eigenständigen Apps wie Komoot ausgleichen.

Die TicWatch Pro 3 Ultra sehe ich eher als eine "normale" Alltags-, Fitness- und Sport-Smartwatch an, die eine interessante Alternative zu anderen Wear OS Uhren ist. Vorausgesetzt Mobvoi behebt noch ein paar Schwächen wie z.B. die lahme Positionsbestimmung (ohne gekoppeltes Smartphone) oder die falsche Höhenangabe in der TicÜbung App.

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TicWatch Pro 3 Ultra Test – Contra

  • Kein (deutsches) Handbuch erhältlich
  • Komplexes Menü
  • Kein Koppeln von ext. Herzfrequenzsensoren
  • Langwierige Positionsbestimmung ohne Smartphone
  • Kein Anpassen der Datenseiten von Aktivitäten
  • Höhenmesser nicht manuell kalibrierbar
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