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Garmin fenix 6X GPS-Genauigkeit

Die GPS-Genauigkeit von Sportuhren ist immer wieder ein Anlass für Diskussionen – so auch bei der Garmin fenix 6! Im Rahmen meines fenix 6X Pro Tests schaue ich mir dieses Thema deshalb etwas genauer an!

Basis meines Tests sind Trackaufzeichnungen von Outdoor-Touren. Falls Sie sich primär für Sportarten wie z.B. Laufen interessieren können Sie sich zusätzlich bei dcrainmaker.com oder the5krunner.com informieren.

Fenix 6X Pro Test GPS-Genauigkeit
Fenix 6X Pro – Test der GPS-Genauigkeit

GPS-Empfang und Sportuhren

GPS-Sportuhren haben es beim Empfangen von GPS-Signalen sozusagen nicht leicht, diverse Faktoren können zu schwachen GPS-Signalen und somit zu deutlichen Positionsabweichungen führen. Aus meiner Sicht spielen dabei insbesondere die folgenden Punkte eine Rolle:

  • Die am Handgelenk angebrachte Sportuhr befindet sich an einem dynamischen System, dem Arm.
  • Der Arm ist in der Regel gedreht, die GPS-Antenne – bei der Garmin fenix ist die Lünette die GPS-Antenne – weist somit mehr oder weniger nach außen und nicht – wie es am besten wäre – himmelwärts nach oben.
  • Die Sportuhr bzw. Antenne wird vom Körper abgeschattet.

Dazu kommen die dem GPS-Empfänger zur Verfügung stehende Energie ("kleines Gehäuse, kleiner Akku"), das generelle Antennendesign, der GPS-Chip und seine Firmware, die Software-Algorithmen … allesamt Faktoren, die es zu berücksichtigen gilt und die Hardware- bzw. Software-Entwickler vor große Herausforderungen stellen (empfehlenswerter Lesestoff: "Portables: The challenge of low power and good GNSS performance", ein Whitepaper von u-blox).

Wie teste ich die GPS-Genauigkeit der fenix6?

Mein erster Test führt entlang einer Strecke mit allerlei "GPS Herausforderungen": von dichtem Wald über ein tiefes Tal bis hin zu Felswänden. Die Runde wurde zweimal unter den folgenden Vorgaben gelaufen.

Als GNSS wurde auf allen Geräten "GPS + GLONASS" gewählt. Warum? Bei der Garmin fenix 6X ist "GPS + GLONASS" die Standardeinstellung und sollte somit zu den besten Ergebnissen führen. Andere Hersteller halten es ähnlich.


Polar setzt ebenfalls auf die Kombination "GPS + GLONASS" (die globale Verfügbarkeit und die Zuverlässigkeit von GLONASS soll sogar die beste von den drei GNSS GPS, GALILEO, GLONASS sein, siehe Vantage M / Vantage V GPS-Settings).

Suunto empfiehlt für seine Sportuhren: "… in schwierigem Gelände, wie beispielsweise in einem dichten Wald, in Schluchten oder Städten mit hohen Gebäuden bessere GPS-Aufzeichnungsergebnisse zu erreichen, kann es hilfreich sein, zusätzliche Satellitennavigationssysteme wie GLONASS oder Galileo einzuschalten, …" (siehe: Wie können Aufzeichnungen mit GPS genauer werden).


Als Aufzeichnungsmodus habe ich die Einstellung "intelligent" gewählt. Damit fallen weniger Daten als im "1s "Modus an. Daraus resultiert eine weniger detaillierte Aufzeichnung, Feinheiten können verloren gehen. Für die Tests reicht diese Einstellung aber vollkommen aus (siehe auch: Settings that Improve the Distance and Speed Accuracy of the fenix 6 Series).

Bei dem als Referenz eingesetzten GPS-Handgerät Garmin GPSMAP 64sx habe ich die Einstellung "auto, normal" gewählt, bei dem interessehalber verwendeten, mit einem Dual-Band GPS-Empfänger ausgestatteten Xiaomi Mi 9 Smartphone haben ich in Locus Map Pro den Modus "alle 10 m oder alle 10s" gewählt.

Außerdem, bei allen Garmin-Geräten habe ich den barometrischen Höhenmesser vor jeder Runde manuell kalibriert und die Autokalibrierung ausgeschaltet. Dies führt zu den unterhalb der Karte angezeigten gleichmäßigen Höhenprofilen.

Erste Runde des fenix 6X GPS-Tests

  • fenix 6X bzw. fenix 5X: linkes bzw. rechtes Handgelenk.
  • GPSMAP 64sx: linke Schulter*, verbunden mit einer externen Dual Feed GPS-Antenne auf einer Antennenplatte. Da sich die auf einem Stativ angebrachte Platte mit der Antenne oberhalb des Körpers befindet ist ein optimaler GPS-Empfang ohne jegliche Abschattungen gewährleistet.
  • Xiaomi Mi 9: rechte Schulter* in einer Tasche.
GPSMAP 64sx mit externer GPS-Antenne
Dual Feed GPS-Antenne auf einer Antennenplatte

Zweite Runde des fenix 6X GPS-Tests

  • fenix 5X: rechtes Handgelenk.
  • fenix 6X: auf der Antennenplatte befestigt um einen optimalen GPS-Empfang ohne Beeinträchtigungen zu gewährleisten (Faktoren siehe oben).
  • GPSMAP 64sx: linke Schulter*.
  • Xiaomi Mi 9: rechte Schulter* in einer Tasche.

*: Wie beim Wandern "üblich" (bedingt aber Abschattungen der GPS-Signale und somit eine schlechtere GPS-Genauigkeit!).

fenix 6X auf der Antennenplatte
fenix 6X auf der Antennenplatte

In der interaktiven Karte lassen sich die Tracks betrachten und analysieren (unter "Tracks" ist eine selektive Auswahl einzelner Tracks möglich).

Die folgenden Abbildungen zeigen die Satellitenkonstellationen an den drei in der Karte dargestellten Wegpunkten von Runde 1 und Runde 2 (Screenshots: GPSMAP 64sx). Die von dem 64sx angezeigte GPS-Genauigkeit beträgt durchgängig 3 Meter, ein in der Outdoor-Praxis sehr guter Wert!

Aufzeichnungsintervall: * Intelligent, ** Auto, normal, *** Alle 10 m oder 10 Sek.. **** 1s  

Runde 1

Satellitenkonstellation WP1
Satellitenkonstellation WP1
Satellitenkonstellation WP2
Satellitenkonstellation WP2
Satellitenkonstellation WP3
Satellitenkonstellation WP3

Runde 2

Satellitenkonstellation WP1
Satellitenkonstellation WP1
Satellitenkonstellation WP2
Satellitenkonstellation WP2
Satellitenkonstellation WP3
Satellitenkonstellation WP3

1. Runde – Ergebnisse – Garmin fenix 6X GPS-Genauigkeit

Das Referenzgerät GPSMAP 64sx liefert im Zusammenspiel mit der externen Antenne die beste Performance. Dies zeigt sich insbesondere in den schwierigen Abschnitten (Beispiel Wegpunkt 3), wo die Sportuhren zu einer deutlichen Positionsdrift neigen.

Die fenix 6X und die die fenix 5X liefern sich ein hartes Kopf an Kopf rennen, der 6X lässt sich eine minimal bessere Aufzeichnungsqualität zusprechen.

Der Dual-Band Empfänger des Xiaomi Mi 9 Smartphones führt zu einer Trackaufzeichnung die sich hinter dem GPSMAP 64sx Track kaum verstecken muss (Beispiel Wegpunkt 3).

2. Runde – Ergebnisse – Garmin fenix 6X GPS-Genauigkeit

Die optimale Anbringung der fenix 6X führt zu einer Trackaufzeichnung die in Punkto Genauigkeit im Großen und Ganzen auf dem Niveau des GPSMAP 64sx liegt. Damit bestätigt sich, dass die oben im Artikel genannten Faktoren bei Wearables einen großen Einfluss auf die Empfangsqualität haben!

Die am Handgelenk getragen fenix 5X kann da natürlich nicht mithalten, liefert aber trotzdem ein respektables Ergebnis. Das Mi 9 Smartphone zeigt wie zuvor ein sehr gutes Ergebnis.

Mittlerweile sind noch weitere Touren hinzugekommen – siehe interaktive Karte!

3. Tour – Ergebnis

Die fenix 6X Pro liefert auf der Bergtour – insbesondere im Vergleich zu dem Handgerät – ein insgesamt sehr zufriedenstellendes Ergebnis, zeigt aber an den mit Wegpunkten markierten Stellen ein paar "Aussetzer". Der Wegverlauf wird nicht wiedergegeben, der Track verläuft quasi geradeaus, auch an Stellen mit bestem GPS-Empfang (Gipfelbereich). Da haben die Firmware-Entwickler noch etwas zu tun …!

4. Tour – Ergebnis

Die fenix 6X liefert im Vergleich zu dem GPSMAP 66s und der Multisport-Uhr Sigma iD.FREE ein sehr gutes Ergebnis, Abweichungen liegen in dem bei Outdoor-Touren "üblichen" Rahmen von 5 bis 10 Metern (Hinweis: Nicht wundern, bei der fenix 6X war die Aufzeichnung eine Zeit lang versehentlich unterbrochen = gerade Linie).

5. Tour – Ergebnis

Wie zuvor, ein überzeugendes Ergebnis bei der fenix 6x (die Abweichungen liegen im üblichen Rahmen), die Garmin Venu kann mit der fenix nicht ganz mithalten.

Fazit – Garmin fenix 6X GPS-Genauigkeit

Mein Test zeigt:

Wearables wie die Garmin fenix 6X Pro sind in der Lage extrem gute und genaue, den besten GPS-Handgeräten kaum nachstehende Trackaufzeichnungen zu liefern! Allerdings unter praxisfremden Bedingungen, auf einer Antennenplatte befestigt und sich oberhalb des Körpers befindend!

Wearables wie die fenix werden aber nun einmal am Handgelenk getragen und haben somit mit ein paar den GPS-Empfang negativ beeinflussenden Faktoren zu kämpfen.

Für Outdoor-Touren dürfte die gebotene GPS-Genauigkeit aber mehr als ausreichen, die üblicherweise zu beobachtenden Abweichungen von bis zu 10 / 15 m sind vollkommen normal! Meine Beurteilung basiert auf jahrelangen Erfahrungen – inklusive der Analyse von tausenden Tracks!

Wieviel Genauigkeit benötigt wird muss jeder Anwender für sich selber entscheiden – ein Wettkampf-Läufer hat andere Ansprüche als ein Freizeit-Wanderer!

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