Mit der Dakota-Serie erweitert Garmin sein Angebot um zwei weitere Outdoor-Navis mit Touchscreen. Der Dakota 10 und der Dakota 20 sind an die Oregon-Serie angelehnt. Die Form ist fast identisch, bei Größe und Gewicht gibt es deutliche Unterschiede. Die Dakotas fallen kleiner und leichter aus und erinnern damit an die beliebte eTrex-Serie. Sie sollen Wanderer, Radfahrer und Geocacher ansprechen, die besonders viel Wert auf ein kleines, handliches und modernes Touchscreen Outdoor-Navi legen.

Update 07/2015, mittlerweile gibt es klasse Nachfolger: Garmin eTrex 25 Touch und eTrex 35 Touch

Die beiden Dakota-Modelle, Dakota 10 und Dakota 20, unterscheiden sich in der Ausstattung. Beim Basismodell Dakota 10 verzichtet Garmin auf folgende Komponenten: 3-Achsen Kompass, barometrischer Höhenmesser, Speichererweiterung durch microSD-Karten und drahtlosen Datenaustausch mit kompatiblen Geräten wie Oregon und Colorado.

Nicht nur hinsichtlich Größe und Gewicht, sondern auch bei anderen Details gibt es deutliche Unterschiede zur Oregon-Serie. Zum Vergleich werden der getestete Dakota 20 und ein Oregon 300 herangezogen.

  • Display-Größe: 2,6-Zoll statt 3-Zoll
  • Auflösung: 160 x 240 Pixel gegenüber 240 x 400 Pixel
  • Kompass: 3-achsial statt 2-achsial (Der 3-achsiale Kompass zeigt auch bei nicht waagrechter Lage korrekt an)
  • Angegebene Betriebsdauer: 20 Std. gegenüber 16 Std.
  • Abmessungen: 5,5 x 10 x 3,3 cm zu 5,8 x 11,4 x 3,5 cm
  • Gewicht: 155 g zu 192,7 g, inklusive Batterien

Weiterhin werden beim Dakota auf GPS-Games, Bildbetrachter, 3D-Ansicht und eine NMEA kompatible Schnittstelle verzichtet. Als Datenfeld kann nicht mehr der Eintrag "Wassertemperatur" gewählt werden und als Hintergrund stehen unterschiedliche Farben statt Bilder auf der Auswahlliste. Beim Oregon lassen sich die Hintergrundbilder durch individuelle Kreationen ersetzen, beim Dakota dagegen nicht. Der Dakota hat außerdem eine verbesserte deutsche Sprachdatei an Bord. Zudem ist die Kompassnadel wesentlich auffälliger gestaltet. Die integrierte Basiskarte des Dakotas zeigt im Gegensatz zum Oregon kein schattiertes Relief. Ansonsten sind der Dakota 20 und der Oregon 300 vom Funktionsumfang völlig identisch.

Eine interessante Neuerung betrifft das Display. Die Dakotas sind laut Werbung mit "einem brillanten, helleren und noch besser ablesbaren Display ausgestattet". Ob damit das große Manko der Oregon-Serie (200/300/400) – ein eher trübes Display – der Vergangenheit angehört, klärt der folgende Test.

Dakota 20 Oregon 300
Garmin Dakota 20 und Garmin Oregon 300 im Größenvergleich (Dakota mit grauen, Oregon mit weißen Hintergrundbild)

Garmin Dakota 20: Äußerliches, Handhabung, Menü

Der Dakota 20 ist wahrlich ein Handschmeichler. Größe, Gewicht und Form prädestinieren ihn als ein "Everytime Everywhere" Outdoor GPS-Gerät, das sich auch in kleinen und zarten Händen wohlfühlt. Obwohl das Display im Vergleich zum Oregon um einiges kleiner ausfällt, ist der Dakota 20 problemlos über den Touchscreen bedienbar. Die einzelnen Buttons des übersichtlichen Menüs lassen sich mit "normalen" Fingern hervorragend antippen, auch die ABC-Tastatur ist ausreichend groß. Beim Radfahren oder bei Wintereinsätzen – mit dünnen oder dicken Fingerhandschuhen versehen – gibt es kaum Einschränkungen. Eine einhändige Bedienung ist für Rechts- wie auch Linkshänder problemlos möglich.

Sämtliche Interaktionen mit dem Touchscreen laufen ohne Verzögerungen ab. Durch Listen wird entweder mit den Up/Down-Icons oder durch ein Verschieben mit dem Finger geblättert. Die Menüs sind sehr übersichtlich aufgebaut und intuitiv bedienbar. Nicht nur Outdoor-GPS Novizen, sondern auch alte GPS-Hasen dürften an der Bedienung Freude haben!

Der neu gestaltete Batteriefachdeckel wird mit einem Schiebemechanismus entriegelt und läßt sich mit Leichtigkeit abnehmen. Unter dem Akkufach befindet sich die Aufnahme für die microSD-Karte. Die Lage unterhalb der Batterien ist bei einem Outdoor-Navi nach wie vor der sinnvollste Ort für eine Speicherkarte! Die Abdichtung des Batteriefachs ist analog zum Oregon gestaltet, bei dem bislang keine Probleme mit Undichtigkeiten aufgetreten sind.

Der von einer vertrauenserweckenden Gummikappe abgedichtete USB-Anschluß befindet sich auf der Rückseite oben. Die Kappe ist mit zwei Schrauben befestigt und läßt sich somit austauschen. Die große Öse für eine Handschlaufe ist an der unteren Schmalseite des Gehäuses angeordnet. Erfreulicherweise ist der Dakota zum Oregon- bzw. Colorado-Zubehör kompatibel (Fahrradhalterung, Karabiner-Clip).

Garmin Dakota 20: Display

Beim ersten Einschalten fällt sofort auf, daß die Darstellung im Vergleich zum Oregon 300 gröber ist. Kein Wunder, beträgt die Auflösung doch "nur" 160 x 240 Pixel gegenüber 240 x 400 Pixel. In der Outdoor-Praxis stört die geringere Auflösung weniger, als man im ersten Moment vermuten würde. Sie fällt erst im direkten Vergleich der Kandidaten auf. Dafür haben Displays mit einer geringeren Auflösung einen entscheidenden Vorteil: Sie verbrauchen weniger Strom!

Bei Sonnenschein ist die Darstellung einer topographischen Karte auf dem Dakota einen Tick brillianter und kontrastreicher bzw. heller, das Display erscheint nicht so milchig-trüb wie bei dem Oregon. Insgesamt gesehen ist der Dakota bei Sonne bzw. heller Umgebung etwas besser ablesbar als der Oregon 300. Ein Manko bleibt allerdings bestehen: Um stets eine optimale Ablesbarkeit zu gewährleisten, muß das Gerät mit der Hand ausgerichtet werden. Beim Wandern stellt dies weniger ein Problem dar, beim Radfahren schon. Das im Vergleich zum Oregon stärkere Spiegeln des Displays stört beim Radfahren ebenfalls. Andere Geräte, beispielsweise der eTrex Vista HCx oder der GPSmap 60CSx, tendieren zwar auch zum Spiegeln, können diese Eigenschaft aber durch eine kräftige Hintergrundbeleuchtung ausgleichen. Damit ist schon der größte Nachteil des Dakotas erwähnt: Die geringe Helligkeit bei voll eingeschalteter Hintergrundbeleuchtung. Im dichten Wald bzw. zu später Abendstunde ist das Display des Dakotas auch bei maximaler Beleuchtung schlichtweg zu dunkel, vor allem wenn auf der Karte die dunkle, grüne Schraffur für Wald eingezeichnet ist. Unter diesen Bedingungen ist ein Oregon eindeutig vorzuziehen. Nicht nur zum Ablesen der Karte, sondern auch der Satellitenseite wünscht man sich mehr Lichtpower, da das Design der Satellitenseite sehr dunkel gehalten ist. Bei dunkler Umgebung (Innenraum, Schatten) und deaktivierter Hintergrundbeleuchtung ist das Dakota-Display dagegen einen Hauch heller als beim Oregon 300.

Ein Nachteil des kleineren Gehäuses bzw. Displays ist die zur Verfügung stehende Kartenfläche. Der Oregon 300 bietet ca. 25% mehr Fläche. Wie sich das auswirkt, zeigen die beiden Bilder:

Dakota 20Oregon 300Topo Deutschland v3, links Dakota 20, rechts Oregon 300.

Garmin Dakota 20: Energieversorgung

Im Setup des Dakotas kann zwischen Alkaline, Lithium und NiMH-Akku gewählt werden. Die meisten Anwender werden wahrscheinlich NiMH-Akkus einsetzen, so daß beim Testen der Akkulaufzeit nur dieser Typ beücksichtigt wird. Zum Einsatz kommen die überaus empfehlenswerten Eneloop Akkus von Sanyo.

Für den ersten Test wurde der Dakota auf langen Wanderungen eingesetzt. Dabei wurden alle Energiesparmaßnahmen, die das Gerät anbietet, ausgenutzt. Nach den Touren wurde das Gerät mit aktiver Trackaufzeichnung als Datenlogger bis zur völligen Erschöpfung der Energieträger weiterverwendet. Dabei kommt der Dakota auf eine Laufzeit von 18:00 bis 21:20 hh:mm. Zum Vergleich: GPSmap 60Cx 16:00 hh:mm, Oregon 300 17:15 bis 19:00 hh:mm und eTrex Vista HCx 23:30 bis 24:45 hh:mm.

Der zweite Test beinhaltet ein für Radtouren typisches Szenario: Hintergrundbeleuchtung dauerhaft auf 100% (Energiesparmodus auf "aus"), aktive Trackaufzeichnung und Tracknavigation. Nach der Tour wurden die Geräte ebenso bis zur Erschöpfung der Akkus als Logger eingesetzt. Hier ergeben sich folgende Werte: Dakota 09:45 bis 12:00 hh:mm, Oregon 300 08:15 bis 09:15 hh:mm, eTrex Vista HCx 08:00 bis 08:35 hh:mm, GPSmap 60Cx 07:45 hh:mm, Oregon 550t 09:00 hh:mm.

[Update 07/2011] Ausführlicher Test von eneloop Akkus (inklusive Vergleich zu Alkaline/Lithium Batterien: eneloop Akkus im Test

Garmin Dakota 20: GPS-Empfang

Extrem schlechte Satelittenkonstellation

Extrem schlechte Satelittenkonstellation

Beim GPS-Empfang setzt Garmin auf einen hochempfindlichen, WAAS fähigen GPS-Empfänger. Von welchem Hersteller dieser stammt, wird nicht angegeben. Da der Oregon und der Dakota die gleiche GPS-Software Version 3.70 haben, ist davon auszugehen, daß der GPS-Chip identisch ist und es sich somit um einen STA2062 "Cartesio" von STM handelt.

Dank HotFix-Technologie wir die Position in der Regel extrem schnell bestimmt, was sich in der Praxis in Verbindung mit der extrem kurzen Bootdauer als ein Segen erweist.

"Wie akkurat ist mein Gerät?" – Ein wichtiges Beurteilungskriterium für diese Frage sind Trackaufzeichnungen. Dazu wurden auf zahlreichen Wanderungen und Radtouren Tracks aufgezeichnet und mit der gesammelten Garmin-Flotte verglichen.

Beispiel für einen Track von einer Wanderung: Dakota 20 (gelbgrün), Oregon 300 (grün), GPSmap 60Cx (rot), eTrex Vista HCx (blau). Die Aufzeichnung zeigt, daß alle Geräte auf einem ähnlich hohen Niveau sind. In dem tief eingeschnittenen Tal haben alle Kandidaten mit dem GPS-Empfang zu kämpfen, da zu diesem Zeitpunkt eine extrem ungünstige Satellitenkonstellation anzutreffen war (Abbbildung rechts, vier Satelliten in Reihe). Die geringste Positionsdrift zeigt der Vista, am ungünstigsten verhält sich der GPSmap.

Download der Tracks zum Vergleichen: Garmin Dakota Test (kmz-Datei beispielsweise mit Google Earth öffnen)

Dakota 20: Funktionsumfang

An Funktionen bietet der Dakota 20 nahezu alles, was das Outdoor-Herz begehrt. Dazu gehören viele Navigationsfunktionen (Tracks, Routen, Wegpunkte, Trackback, Sight’N’Go, GoTo), Autonavigation mit City Navigator Karten, Outdoor-Routing mit aktuellen Garmin Topokarten sowie Paperless Geocaching, Aufzeichnen und Anzeige von Herz- und Trittfrequenz, MOB (Man Overboard), Waypoint Averaging, Marinealarme, Stoppuhr, Wecker, Rechner, Kalender, Benutzerprofile … und einiges mehr! Lediglich die fehlende NMEA- bzw. Garmin Spanner-Unterstützung, mit der GPS-Daten an NMEA kompatible Geräte übertragen werden, wird manch einer vermissen.

Besonders hervorzuheben ist noch das umfangreiche Trackmanagement und die große Speicherkapazität für GPS-Daten in Form von gpx-Dateien, von denen insgesamt 200x Stück speicherbar sind. Der interne Speicher beträgt 850 MB, zusätzlich sind microSD-Karten bis 4 GB möglich (größere Karten lassen sich vermutlich auch verwenden – ausprobieren!).

Der Track Log ist auf 10.000 Punkte ausgelegt, an Trackaufzeichnungsmethoden stehen nach Zeit, Strecke und ein automatischer Modus zur Auswahl. Beim Überschreiten des Maximums von 10.000 Punkten gehen keine Punkte verloren, da sie im Ordner Garmin\GPX\Archive archiviert werden.

Zum Übertragen von GPS-Daten und Karten wird der Dakota mit einem USB-Kabel an einen PC angeschlossen. Er geht sofort in den Massenspeichermodus über, im Windows-Explorer sind dann ein oder zwei weitere Laufwerke zu sehen. Eines für den internen Speicher, ein weiteres, wenn eine Speicherkarte eingelegt ist. GPS-Dateien werden in den Ordner Garmin\GPX kopiert.

Viele kleine Tipps und Tricks, die größtenteils auch für den Dakota 20 gelten, beschreibt dieser Artikel: Pimp my Garmin Oregon.

Dakota 20: Sonstiges

Lieferumfang

Der Lieferumgang ist recht minimalistisch, zumindest der praktische Karabinerclip (Straßenpreis ca. € 15.-) sollte dabei sein. Zu kritisieren ist auch das Benutzerhandbuch, das die vielen Funktionen nur unzureichend beschreibt.

  • Trageschlaufe
  • USB-Kabel
  • Benutzerhandbuch auf CD-ROM
  • Schnellstartanleitung

Getestete Software

  • Software Version: 2.20
  • GPS Software Version: 3.70

Fazit

Der Garmin Dakota 20 wurde auf zahlreichen Wanderungen in den heimischen Bergen, beim Trekking im Hohen Norden und beim Mountainbiken ausgiebig getestet. Als Ergebnis ist festzuhalten, daß der Dakota 20 in der Summe seiner Eigenschaften ein unkompliziertes, einfach zu bedienendes, umfangreich ausgestattetes Outdoor-Navi ist, das sich insbesonders zum Wandern anbietet. Seine überdurchschnittliche Batterielaufzeit, das geringe Gewicht und die kompakte Form prädestinieren ihn auch für lange Trekkingtouren. Die schwache Hintergrundbeleuchtung erweist sich als großer Nachteil, vor allem Fahrradfahrer dürften daran keine Freude haben.

Wie schlägt sich der Dakota 20 gegenüber der Konkurrenz aus eigenem Hause?

Der Oregon 300 punktet beim Display mit einer höheren Auflösung, mehr Bildschirmfläche sowie einer besseren Ablesbarkeit bei dunkler Umgebung. Dafür ist das Display – je nach Lichtverhältnissen – aber auch etwas milchig-trüb. Für den Oregon spricht die NMEA-Schnittstelle, für den Dakota der 3-Achsen Kompass und die längere Akkulaufzeit. Der Oregon ist etwas größer und schwerer, beide Geräte liegen aber erstklassig in der Hand und lassen sich einfach bedienen. Der Straßenpreis des Dakota 20 liegt derzeit noch über dem Preis vom Oregon 300, was sich unter Berücksichtigung des Listenpreises mit der Zeit aber ändern sollte.

Hinsichtlich Größe und Gewicht ist der Dakota 20 am besten mit dem eTrex Vista HCx zu vergleichen. Größter Vorteil des Top-Modells der eTrex Serie ist das unter allen Bedingungen perfekt ablesbare Display, die hohe Leuchtkraft der Hintergrundbeleuchtung und der wesentlich günstigere Preis. Ansonsten schlägt der Dakota 20 den Vista in vielen Belangen (Displaygröße, Bedienung, Speicherkapazität, Paperless Geocaching, …). Der neueste Wurf aus dem Hause Garmin hat sicherlich das Zeug dazu, in die Fußstapfen der eTrex Serie zu treten.

Leser-Bewertung

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (822 GPS-Fans, ∅: 74,67 %)
Loading...

Mit einem Klick auf die entsprechende Anzahl an Sternen können Sie den Dakota 20 bewerten!

Empfohlener Online-Shop:

Update 07/2015, mittlerweile gibt es tolle Nachfolger: Garmin eTrex 25 Touch und eTrex 35 Touch

Ausführlicher Test: Garmin Dakota 20 was last modified: Mai 24th, 2016 by Joachim Bardua

Pin It on Pinterest

Share This