GPSmap 60CSx und etrex Vista HCx – zwei Garmin-Klassiker im Geocaching-Test! Wozu denn das? Zählen die nicht schon längst zum alten Eisen? Keineswegs! Das Duo hat durchaus noch seine Berechtigung – für Outdoor-Sportler genauso wie für Geocacher!

Beide Pfadfinder sind seit langem bewährte GPS-Geräte. Das kleine eTrex Vista HCx hat einen besonderen Ruf als Dauerläufer. So lassen sich mit NiMH-Akkus oder Alkali-Mangan-Batterien bis zu 20 Stunden Laufzeit erzielen. In Verbindung mit dem geringen Gewicht des Gerätes eine ideale Voraussetzung für lange Outdoor-Abenteuer, bei denen minimales Gewicht und kleines Gepäck im Vordergrund stehen.

Das GPSmap 60CSx gilt als das robuste und zuverlässige Outdoor-Navi schlechthin. Zwar recht groß, dafür dank Tasten auf der Oberseite stets perfekt bedienbar: Sei es beim Bergsteigen, Skitouren-Gehen, Biken, Paddeln oder Geocachen. Die beiden Pfadfindern haben noch weitere Vorteile. Dazu gehört die hervorragende Ablesbarkeit des Displays unter nahezu allen Lichtbedingungen. Das eTrex Vista HCx zeichnet sich zudem durch eine immens starke Hintergrundbeleuchtung aus. Ein Komplettpaket aus barometrischen Höhenmesser, digitalen 2-Achsen Kompass, Autonavigation ohne Sprachansagen sowie zig Navigationsfunktionen runden das Angebot ab.

Nachteile – klar, die gibt es auch! Die Speicherkapazität für GPS-Daten (Tracks, Routen, Wegpunkte, Geocaches) ist nicht mehr zeitgemäß, die Kartendarstellung recht grob, die Displays klein und Rasterkarten lassen sich sowieso nicht verwenden. Beim eTrex kommt noch eine gewöhnungsbedürftige Bedienung hinzu, auch kann es langfristig Probleme mit der Gummierung geben, die sich gerne mal ablöst. Außerdem haben beide Modelle »nur« einen 2-Achsen Kompass, der zur korrekten Anzeige ein waagrechtes Ausrichten des Navis erfordert.

Wie übertrage ich Geocaches auf den GPSmap 60CSx und eTrex Vista HCx?

Garmin gibt als Speicherkapazität für Wegpunkte bzw. Geocaches 1.000 an. Pocket Queries von Geocaching.com enthalten von Haus aus schon bis zu 500 Geocaches, wenn die in einem Query enthaltenen »Additional Waypoints« ebenfalls auf dem Gerät gespeichert werden sollen, ist die magische Grenze von 1.000 schnell erreicht. Aktuelle Geräte wie ein Oregon 550 bieten deutlich mehr – bis zu 5.000 Caches und 2.000 Wegpunkte!

Die Caches in Form eines Pocket Queries (enthält jeweils eine GPX-Datei mit Geocaches bzw. zusätzlichen Wegpunkten) werden am einfachsten mit den Garmin Programmen MapSource oder BaseCamp bzw. einem Freeware-Tool wie EasyGPS auf die beiden elektronischen Schatzsucher geladen. Alternativ lassen sich einzelne GPX-Files (enthalten jeweils einen Geocache) von Geocaching.com herunterladen und installieren. Ebenso kann die automatische Schnittstelle zum Übertragen einzelner Caches genutzt werden (erfordert eine Installation des Garmin Communicator Plugins auf dem PC).

Welche Infos bekomme ich zu den Caches?

Der Informationsgehalt ist recht gering, schließlich gibt es kein »Paperless Geocaching«: GC-Code, eine Kurznotiz (Name, evtl. noch der Owner) und die Koordinaten – das war’s! Beim Cache-Symbol wird nur zwischen »gefunden« und »nicht gefunden« unterschieden.

Die Cache-Liste zeigt alle Caches, sortiert nach dem GC Code, an. Mit »Finde nächstgelegene« werden 50 nach der Entfernung sortierte Caches aufgeführt, alternativ lassen sich alle gefundenen Caches auflisten. Filterkriterien, z.B. nach Schwierigkeit oder Typ, fehlen natürlich. Dafür erweist sich eine Freitextsuche nach dem GC-Code als sehr hilfreich.

Die Wegpunkt-Liste bietet keinen erkennbaren Zusammenhang zwischen den Caches und ihren zusätzlichen Wegpunkten. Lediglich die Entfernungsangabe (wie weit sind Caches und Wegpunkte von der aktuellen Position entfernt) und Ähnlichkeiten bei den Namen geben Hinweise. Weitere Informationen, z.B. eine zum Cache gehörige Parkplatz-Empfehlung, liefert am besten die Kartenseite.

Wie navigiere ich zu einem Cache?

Das Objekt auf der Karte oder in der Liste anklicken und anschließend mit “Goto« bestätigen – und schon beginnt die Outdoor-Navigation (siehe Bildergallerie). Auf der Kartenseite erleichtert eine magenta Gummibandlinie die Orientierung, die Kompassseite glänzt durch einen gut erkennbaren, präzise zum Ziel führenden Richtungspfeil.

Beim Navigieren zu einem Geocache glänzen die Klassiker durch einige Features, die man bei aktuellen Geräten (Oregon, Dakota) vermisst (Abbildungen unten):

  • Ein Genauigkeitskreis um die aktuelle Position (je kleiner der Kreis, desto genauer ist die Position)
  • Beim Verschieben des Kartencursors zu dem Ziel-Geocache werden die Koordinaten des Caches eingeblendet. Damit können die aktuellen und die Zielkoordinaten verglichen werden: »Bin ich am Ziel oder nicht?« – besonders nützlich auf den letzten Metern.
  • Für jeden Geocache lassen sich Annäherungsalarmtöne definieren (Radius einstellbar, unterschiedliche Töne beim Betreten bzw. Verlassen des Annäherungs-Radius).

Weitere, für Geocacher wichtige Navigations-Funktionen, sind selbstverständlich an Bord. Dazu gehören: Mitteln von Wegpunkten, Wegpunkt-Projektion, Sight’N’Go (Peilen und Los), viele Positionsformate und Kartenbezugssysteme. Eine Autonavigation ohne Sprachansagen gibt es ebenfalls.

Der Geocaching-Workflow – Auswählen des Ziels, Navigieren, Markieren des Funds, Erstellen von Wegpunkten für Zwischenziele, Eingeben von Koordinaten – ist sehr übersichtlich und schnell verständlich.

Wie führe ich über meine Cache-Funde Buch?

Beide Geräte tragen den Fund automatisch in den integrierten Kalender ein. Sehr praktisch, um eine Übersicht zu erhalten. Das eigentliche Loggen des Fundes auf Geocaching.com muß online (PC, Handy, …) durchgeführt werden. Über Field Notes, einer automatisch erstellte Datei mit Infos zum Fund, verfügt das Duo nicht.

Welche nützlichen Funktionen für einen Geocacher gibt es noch?

Die Anzahl und Reihenfolge der angezeigten Seiten läßt sich individuell zu konfigurieren. Durch ein Minimum an Seiten wird die Bedienung noch übersichtlicher. Beim GPSmap 60CSx zum Beispiel auf: Satelliten-, Karten-, Kompassseite; beim eTrex Vista HCx auf: Satelliten-, Karten-, Kompassseite, Finden (Zugriff auf Wegpunkte und Geocaches).

Ein Taschenrechner mit den Einstellungen »Standard« und »Wissenschaftlich« ist an Bord, der Kalender und die Annäherungsalarmtöne wurden schon erwähnt.

Fazit – Geocaching mit dem GPSmap 60CSx und eTrex Vista HCx

Beide GPS-Geräte üben nach wie vor eine Faszination als zuverlässige Allrounder aus. Das eTrex Vista HCx zeichnet sich zusätzlich durch eine extrem lange Batterielaufzeit, das GPSmap 60CSx durch sein universelles Bedienkonzept aus. Im Vergleich zu aktuellen GPS-Geräten bieten sie aber deutlich weniger Speicherplatz für Geocaches. Auch muss der Geocacher auf Funktionen wie »Paperless Geocaching« und das Führen einer Field Notes Datei verzichten.

Beide Pfadfinder befinden sich bei Navigation-Professionell.de seit Jahren im Outdoor-Einsatz und können nach wie vor empfohlen werden. Sie eignen sich vor allem für Outdoor-Enthusiasten, die ein bewährtes Gerät mit einem exzellent ablesbaren Display bevorzugen und beim Geocaching auf Komfortfunktionen verzichten können.

Das Vista HCx gibt´s zum Straßenpreis von € 180.-, das GPSmap 60CSx für € 250.- . Für Sparfüchse bieten sich noch andere eTrex Modelle an: Beispielsweise das eTrex H am unteren Ende der Preisskala. Es ist bereits für € 75.- zu haben. Die anvisierten Caches findet man mit ihm aber genauso zuverlässig wie mit einem Spitzengerät! Zum GPSmap 60CSx gibt es als günstigere Alternative das GPSmap 60Cx für € 230.- ohne barometrischen Höhenmesser und elektronischen Kompass.

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Garmin GPSmap 60CSx und eTrex Vista HCx – GPS-Geräte im Geocaching-Test (2) was last modified: Juni 12th, 2015 by Joachim Bardua
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