Magellan eXplorist 710, Foto: MagellanOutdoor- und Auto-Navigation, Fotografieren, Videos und Sprachnotizen – der Magellan eXplorist 710 macht’s möglich! Damit prädestiniert sich der neue eXplorist nicht nur für Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Biken, Paddeln, Wanderreiten und Geocaching, sondern auch für professionelle Einsätze.

Mit dem Universaltalent eXplorist 710 – und seinen Geschwistern eXplorist 610 und eXplorist 510 – will Magellan im heiß umkämpften Outdoor-Markt wieder kräftig mitmischen. Ob die neuen eXploristen für einen spannenden Outdoor-Sommer sorgen, hat Navigation-Professionell.de in einem ausführlichen Test gecheckt.

Die drei eXploristen 510, 610, 710 unterscheiden sich bei Ausstattung und Kartenmaterial. Technik und Funktionen enthält die Navi-Galerie von Navigation-Professionell.de (inklusive Vergleichsmöglichkeit aller Outdoor-Geräte).

Bei den Karten gibt’s folgende Unterschiede: Bei allen Modellen ist eine "World Edition" Basiskarte inklusive Höhenmodell vorinstalliert, der 710 hat noch eine "Summit- + City-Serie" Karte von Europa an Bord, der 610 nur die "Summit-Serie" Karte von Europa. Die City-Karte des 710 ermöglicht eine Turn-by-Turn Straßennavigation mit Sprachansagen.

Magellan eXplorist 710 Test: Technik

Die wichtigsten Basisdaten lauten: Größe 6,5 x 12,8 x 3,7 cm, Gewicht 195 g (ohne Akkus). Von der Form ähnelt er einem Garmin Oregon, durch den markanten Bügel fällt der eXplorist aber etwas größer aus. Das handliche Gehäuse läßt sich sehr gut greifen und einwandfrei mit einer Hand bedienen. Tasten gibt’s nicht viele, lediglich den Ein-/Ausschalter und zwei weitere für Kamera- und Video (aber frei belegbar, z.B. für "Mann über Bord" oder Satellitenstatus).

Zu den Stärken des eXploristen zählt die excellente Verarbeitung, zudem ist er nach IPX7 wasserdicht. Outdooreinsätze unter widrigen Bedingungen sollten ihm also nichts anhaben können. Den Rückdeckel öffnet man durch eine Viertelumdrehung der großen und soliden Flügelschraube. Das darunterliegende Batteriefach schützt eine umlaufende Dichtung vor Wassereinbrüchen, der Slot für microSD-Karten befindet sich – perfekt vor Feuchtigkeit geschützt – unter den Batterien. Eine Metallschiene im Rückdeckel dient zur Aufnahme von Zubehör (z.B. Kfz-Halterung), eine Handschlaufe läßt sich an dem markanten Bügel befestigen. Das abgerundete Rückseite des eXploristen sorgt in Kombination mit der Metallschiene für einen unerwünschten Nebeneffekt: Auf unebenen Flächen kommt das Gerät schnell in’s Rutschen!

Den USB-Anschluß hat Magellan hinter dem Bügel positioniert. Wird das Kabel angesteckt, steht es in einem steilen Winkel nach hinten weg. Auf eine ebene Fläche sollte man den eXploristen dann nicht unbedingt legen, um eine mögliche Beschädigung der USB-Buchse auszuschliessen.

Der auf Windows CE basierende eXplorist braucht zum Booten 60 Sekunden. Hin und wieder wird die Datenbank neu indiziert, dann dauert der Startvorgang durchaus 80 bis 160 Sekunden. Je nach Einsatzzweck kann es deshalb sinnvoll sein, das Gerät in den Ruhezustand zu versetzen statt komplett auszuschalten.

Energieversorgung

Als Batterielebensdauer gibt Magellan 16 Stunden an. Im Test sind wir mit unterschiedlichen Batterie-/Akkutypen auf folgende Werte gekommen (Kompass und Barometer jeweils angeschaltet):

  • 03:15 bzw. 03:40 hh:mm (Duracell Plus Alkaline, permanent 100% Beleuchtung, aktive Navigation, Trackaufzeichnung)
  • 04:53 hh:mm (2.000 mAh Eneloop NiMH-Akkus, permanent 100% Beleuchtung, aktive Navigation, Trackaufzeichnung)
  • 05:08 hh:mm (2.700 mAh NiMH-Akkus, permanent 100% Beleuchtung, aktive Navigation, Trackaufzeichnung)
  • 06:30 bzw. 06:35 hh:mm (2.000 mAh Eneloop NiMH-Akkus, permanent 20% Beleuchtung, aktive Navigation, Trackaufzeichnung)
  • 06:25 hh:mm (2.700 mAh NiMH-Akkus, permanent 60% Beleuchtung, 2 hh KFZ-Navigation, Trackaufzeichnung, 2 Videos (ca. 2 Min.), 19 Fotos)
  • 09:35 hh:mm (2.700 mAh NiMH-Akkus, möglichst keine Beleuchtung, teils KFZ-Navigation, Trackaufzeichnung, 3 Videos (ca. 3 Min.), 10 Fotos, teils Minustemperaturen)
  • 09:45 hh:mm (2.700 mAh NiMH-Akkus, Beleuchtung nach 30 Sek. aus, Trackaufzeichnung, 4 Fotos, teils Minustemperaturen)
  • 14:15 hh:mm (Lithium Batterien, möglichst Verzicht auf Beleuchtung, teils Navigation, Trackaufzeichnung, 5 Videos (ca. 6 Min.), 4 Fotos)
  • 29:00 hh:mm (2.000 mAh Eneloop NiMH-Akkus, Energiesparmodus, nur Trackaufzeichnung)

Den eXplorist 710 sollte man also möglichst mit Lithium Batterien oder kräftigen NiMH-Akkus betreiben. Wenn auf die Hintergrundbeleuchtung und Multimedia verzichtet wird, dann dürften mit Lithium-Zellen sogar die angegebenen 16 Stunden erreichbar sein.

Wer den 710 – beispielsweise beim Wandern – in erster Linie zum Aufzeichnen von Tracks nutzt, kann das Gerät auch im Energiesparmodus betreiben. Der Ruhezustand wird mit Hilfe des Ein-/Ausschalters aktiviert, alternativ wird im Setup ein Timer eingestellt. Tracks werden weiterhin aufgezeichnet. Es stört aber, dass beim Aufwecken etwas Wartezeit einkalkuliert werden muß (Hinweismeldung "Trackinformationen werden ermittelt, bitte warten"). Eine weitere Option zum Schonen der wertvollen Energiereserven ist das Timer gesteuerte Ausschalten der Hintergrundbeleuchtung, durch ein Antippen des Displays wird sie wieder aktiviert.

Display

Das transflektive WQVGA Display hat eine Bildschirmgröße von 3-Zoll, kombiniert mit einer hohen Auflösung von 240×400 Pixel. Die Größe von 3-Zoll stellt sich als ein vernünftiger Kompromiss heraus. Das Gehäuse fällt deshalb nicht so groß aus wie bei Outdoor-Navis mit 3,5-Zoll Display, bietet aber mehr Fläche als vergleichbare Geräte mit 2,6-Zoll Display.

Beim Checken der Ablesbarkeit des Displays fällt zunächst auf, wie dunkel das Display ohne jegliche Hintergrundbeleuchtung ist. Im Vergleich zu den Oregons von Garmin erscheint es noch einen Tick dunkler. Dafür ist das eXplorist Display klarer, etwas kontrastreicher und erscheint nicht so matt (spiegelt aber mehr). Die Hintergrundbeleuchtung ist – außer bei praller Sonne und perfekter Ausrichtung des Gerätes – in der Regel unverzichtbar. Bei dunklen, trüben Verhältnissen oder im schattigen Wald reicht oftmals eine Einstellung auf 20% bis 40% der maximalen Helligkeit aus. Um den gleichen Effekt zu erreichen, brauchen die Oregons mehr Power. Wird die Beleuchtung auf Maximum gestellt, steht beim eXplorist immens viel Licht zur Verfügung (die Oregons wirken im direkten Vergleich fast schon dunkel). Bei ungünstigen Lichtverhältnissen (schräger Lichteinfall, diffuses Licht) benötigt er aber auch die gesamte Beleuchtungspower. Insgesamt hinterlässt das Display einen durchaus überzeugenden Eindruck.

GPS-Empfang

Magellan setzt beim GPS-Empfang auf den bewährten SiRFstarIII Chip. In Kombination mit der multidirectionalen Patch-Antenne macht der SiRF einen sehr guten Job. Zudem fällt Zeit bis zur ersten Positionsbestimmung in der Regel sehr kurz aus. Der GPS-Empfänger ist WAAS/EGNOS fähig, ein "W" in der Statusleiste weist darauf hin. Wo genau die Patch-Antenne im Gehäuse angeordnet ist, darüber läßt Magellan nichts verlautbaren. Versuche zeigen, dass sie sich neben dem Ein/Ausschaltknopf befindet. Und zwar so positioniert, dass der eXplorist optimalen GPS-Empfang hat, wenn das Gerät senkrecht gehalten wird.

Folgendes Beispiel zeigt einen mit dem eXplorist 710 aufgenommenen Track (rot) im Vergleich zu einem Falk IBEX (blau) und einem Garmin GPSmap 62st (gelb):

Speicher

Der üppige interne Speicher beträgt laut Magellan 8 GB, als Speicherplatz für Anwenderdaten werden 3 GB angegeben. Die Systeminfos des eXploristen zeigen aber abweichende Werte an: Gesamt 7,35 GB, Karte 3,13 GB, Applikation 0,12 GB, Benutzerdaten 0,53 GB, Verfügbar 4,11 GB. MicroSD-Karten erweitert das Angebot noch einmal (ihre maximale Größe ist nicht spezifiziert; 8 GB soll funktionieren, vermutlich sind 32 GB möglich).

Für Userdaten gibt es die Ordner "Geocaches, MAP, Media, Routes, Tracks, Waypoints". Beim Einlegen einer Speicherkarte wird – analog zum internen Speicher – automatisch die gleiche Dateistruktur angelegt, lediglich der Ordner "MAP" fehlt. Wer also sein Kartenmaterial auf den externen Soeicher auslagern möchte, muß den Ordner manuell anlegen. Außerem läßt sich einstellen, ob GPS-Daten oder Medien im internen oder externen Speicher gespeichert werden. Für Trackaufzeichnungen ist der interne Speicher zu empfehlen, da Magellans Software VantagePoint nur Daten aus dem internen Speicher lesen und auf den PC kopieren kann. Tracks, Routen, Wegpunkte und Geocaches lassen sich aber auch mit einer Export-Funktion (analog gibt es einen Import) auf die Speicherkarte oder in den internen Speicher kopieren. Beim Export von Tracks wird dann beispielsweise auf der microSD-Karte ein Ordner mit der Bezeichnung "11215323" angelegt, sämtliche Tracks werden in der GPX-Datei "001" gesammelt. Bei jedem Export erstellt die Software einen neuen Ordner, der Dateiname lautet immer "001.gpx".

Praktische Funktionen für das Speichermanagement sind das Löschen und Formatieren der Speicherkarte bzw. Löschen des Gerätespeichers.

Schnittstellen

Beim Anschliessen an einen PC frägt der eXplorist: "Connect to PC" oder "Power Only". Im ersten Fall geht der eXplorist in den Massenspeichmodus über (im Windows-Explorer tauchen jeweils ein neues Laufwerk für den internen bzw. externen Speicher auf), im zweiten bleibt er bedienbar, nur die Stromversorgung erfolgt über den USB-Anschluß.

Im Setup gibt es noch zwei weitere Möglichkeiten: "NMEA – USB" bzw. "NMEA – seriell" (weitere Optionen: Baudrate, Text aus/V15 AP/V15 XTE/V21 GSA). Der NMEA-USB Modus konnte wegen fehlender Treiber nicht ausprobiert werden, für den seriellen Modus ist überlicherweise ein spezielles Kabel notwendig.

Magellan eXplorist 710 Test: Bedienung, Menü

Der eXplorist 710 wird in erster Linie über den Touchscreen gesteuert. Dazu hat Magellan ein interessantes User Interface entwickelt. Durch ein Antippen der Kartenseite werden in den vier Ecken Buttons zum Zugriff auf diverse Untermenüs eingeblendet (Abbildung rechts), durch ein erneutes Tippen erfolgt ein Ausblenden:
eXplorist 710, Four Corner Menu

  • 1. Hauptmenü (unten links): Zugriff auf Tracks, Geocaches, Wegpunkte, Medien, Einstellungen etc. (Screenshot siehe Fotostrecke)
  • 2. Dashboard (oben links): Zugriff auf Satellitenseite, Barometer, Profile etc. (Screenshot siehe Fotostrecke)
  • 3. "One Touch" Menü (oben rechts): individuell konfigurierbares Menü, Zugriff auf Funktionen wie Kamera, Video, Höhenmesser, Favoriten
  • 4. Optionen (unten rechts): z.B. neuen Track starten, Backtrack, Kartenoptionen (den Optionen Button gibt es auf jeder Seite, der Inhalt ist vom Kontext abhängig)

Wie schlägt sich das Benutzer Interface in der Praxis? Das großen Angebot an Buttons und Untermenüs führt dazu, dass man schon einmal im falschen Menü landet. Deshalb empfiehlt es sich, häufig benutzte Funktionen den Hardware-Tasten zuzuweisen (z.B. Wegpunkt markieren, Satellitenstatus). Beim Aufrufen der Optionen (Button unten rechts) poppt ein Fenster mit einer teils sehr langen Auswahlliste auf. Um das Ende der Liste zu erreichen, ist etwas Geduld notwendig. Außerdem passiert’s beim Scrollen, dass unabsichtlich eine falsche Funktion aufgerufen wird. Ein weiterer Nachteil: Um aus einem Untermenü zurückzukommen, sind bisweilen viele Klicks notwendig.

Insgesamt gesehen wirkt das User Interface verspielt und teils kompliziert. Für Outdoor-Aktivitäten, bei denen es auf schnelle Interaktionen ankommt (z.B. beim Paddeln im Seekajak), ist der eXplorist eher weniger geeignet. Er empfiehlt sich in erster Linie zum Geocachen, Wandern und Radfahren. Für Touren bei grimmiger Kälte ist er ebenfalls nicht optimal (hier sind reine Tasten-Geräte vorzuziehen), da er mit dicken Winterhandschuhen nur schwer zu bedienen ist.

Magellan eXplorist 710 Test: Navigation

Mit der vorinstallierten City-Karte ist eine europaweite Turn-by-Turn Straßennavigation inklusive Sprachansagen möglich. Zur Zieleingabe gibt es eine Suche nach Adressen, beim Eintippen auf der schön großen ABC-Tastatur werden sogar nicht relevante Buchstaben ausgeblendet bzw. es erfolgt eine sinvolle Vorauswahl möglicher Ziele. Zur Berechnung greift der eXplorist auf unterschiedliche Methoden zurück, zur Auswahl stehen schnellste, kürzeste und Schnellstraßen bevorzugen/vermeiden. Ingesamt hat sich die Straßennavigation als sehr hilfreich und zuverlässig erwiesen und bedeutet für den Anwender einen deutlichen Mehrwert.

Die klassischen Navigationsformen wie Routen-, Track- und Wegpunkt-Navigation beherrscht der 710 natürlich auch. Backtrack (Zurückverfolgen der aktuellen Trackaufzeichnung) ist ebenso an Bord wie das Mitteln von Wegpunkten und eine Wegpunktprojektion (vom aktuellen Standort).

Im Test wurde nicht alles durchgespielt. Der eXplorist bietet nun einmal so viele Funktionen und Einstellungen, dass man damit ein Buch füllen könnte! Um das gesamte Potential des eXplorist 710 kennenzulernen und zu verstehen, muss man sich mit ihm intensiv auseinandersetzen! Das per Download erhältliche, englischsprachige Handbuch ist leider keine große Hilfe.

Tracks sind sicherlich für viele Leser besonders interessant, deshalb wird darauf näher eingegangen. Alle Tracks werden in einem Submenü aufgelistet. Hier gefallen schon einmal die vielen Such-/Sortieroptionen: nach Entfernung/Datum/Farbe/Name. Für jeden Track gibt es zahlreiche Infos (Höhenprofil/Länge/Gesamtanstieg/-abstieg/durchschnittl. Geschwindigkeit/Anzahl Punkte …..), Zugriff auf verknüpfte Bilder und Videos sowie Funktionen wie "Umkehren" und "Auf Karte zeigen" (alternativ: alle Tracks ein-/ausblenden). Besonders fein: jedem Track läßt sich eine Farbe zuordnen. Tracks lassen sich auch abspielen – inklusive Wiedergabe von Bildern und Videos! In der Praxis haben sich zwei weitere Funktionen als sehr sinnvoll erwiesen, und zwar das Unterbrechen der Trackaufzeichnung ("Track anhalten") bzw. der Button "Sichern" zum Speichern des aktiven Tracks.

Ein paar Schwächen wurden aber auch festgestellt. Die Trackaufzeichnung läßt sich nicht deaktivieren (im Setup sollte sinnvollerweise unter "Aufzeichnungsmodus" die Option "aus" wählbar sein), bei aktivem Backtrack wird der Track nicht weiter aufgezeichnet. Im Aufzeichnungsmodus "automatisch (kontinuierlich)" werden nur sehr wenige Trackpunkte gesetzt. Dadurch gehen bei Trackaufzeichnungen einige Feinheiten verloren, die Tracks erscheinen weniger akkurat. Auch sollte nicht vergessen werden, den aktiven Track bei Bedarf zu speichern. Wird die Grenze von 10.000 Trackpunkten erreicht, wird der Track überschrieben. Hier wäre ein automatisches Archivieren sinnvoll.

Magellan eXplorist 710 Test: Geocaching

Zum Geocachen hat Magellan schon ein reinrassiges Geocaching-Gerät im Programm. Vieles von dem, was der eXplorist GC kann, ist auch beim 710 verwirklicht. Für Details sei deshalb auf diesen Artikel verwiesen: Test Magellan eXplorist GC

Für Geocacher ist eine große Speicherkapazität wichtig. Der eXplorist bietet Platz für 10.000 Geocaches, aber nur für 2.000 Wegpunkte. Warum stört das? Dazu müssen wir etwas ausholen. Eine Möglichkeit, Geocaches auf den 710 zu exportieren, erfolgt über die Magellan Software VantagePoint (VP). VP bietet eine direkte Schnittstelle zur Geocaching-Community Geocaching.com und kann darüber sogar Pocketqueries (PQ) einlesen. Damit werden nicht nur die Caches inklusive der in den Beschreibungen enthaltenen Bilder auf den eXploristen kopiert (keine Spoiler-Bilder!), sondern auch die zusätzlichen Wegpunkte (Parkplätze etc.). Wie unser Test zeigt, kommen bei mehreren PQ schnell mal 3.159 Geocaches, 1.763 Bilder und 2.220 Wegpunkte zusammen – das Speicherlimit an Wegpunkten ist also schnell erreicht. Der eXplorist GC kennt diese Einschränkung nicht, angesichts des üppigen Speichers sollte Magellan beim eXplorist 710 die Grenze von 2.000 Wegpunkten deutlich höher setzen.

Der eXplorist 710 zeigt wie sein kleiner Bruder alle relevanten Informationen zu den Geocaches an, inklusive excellenter Filtermöglichkeiten. Was allerdings bei den Beschreibungen stören kann, ist die recht kleine Schriftgröße. Eine Wegpunkt-Projektion – vom aktuellen Standort gibt’s auch, Spoiler-Bilder lassen sich manuell mit Geocaches verknüpfen.

Magellan eXplorist 710 Test: Multimedia

Die multimedialen Talente des eXploristen lauten:

  • 3,2 MP Digitalkamera mit Autofocus für Fotos und Videos (inkl. Audio)
  • Mikrofon zum Aufnehmen von Sprachnotizen

Die Qualität von Bildern und Videos läßt sich im Setup definieren, dazu gehört auch die Wahl des Speicherortes (interner Speicher oder Speicherkarte).

  • Kamera: 2.048×1.536, 1.600×1.200, 1.024×768 oder 640×480 Pixel; Qualität in HD, Fein oder Normal
  • Video: 320×240, 176×144 oder 128×96 Pixel

Die geocodierten Bilder und Videos können mit einem Wegpunkt, Geocache, Track oder einer Route verknüpft werden. Bei aktiver Trackaufzeichnung geschieht es automatisch. Auch lassen sich die Bilder in einer Diashow betrachten oder als Hintergrundbild einrichten. Der Bildbetrachter läßt sich zusätzlich mit eigenen Bildern füttern: einfach ein JPG in den Ordner Magellan\Media\Images kopieren.

Da die geographischen Koordinaten als EXIF-Daten in den Headern der Bilder gespeichert sind, können die Bilder ohne großen Aufwand beispielsweise mit Google Picassa und Google Earth visualisiert werden.

Zwei (nicht Oskar verdächtigte) Videos:

Magellan eXplorist 710 Test: Kartenmaterial

Der eXplorist 710 wird mit folgendem, vorinstallierten Kartenmaterial ausgeliefert:

  • "World Edition" Basiskarte inklusive Höhenmodell; in Europa: Gewässer, Bahnlinien, Hauptstrassen, einige Grünanlagen und Gebäude in Städten, Umrisse von Nationalparks
  • "Summit- + City-Serie" Karte von Europa (in Europa: Höhenlinien, Gewässer, Bahnlinien, detailliertes Straßennetz, Adressen, POI); Grundlage sind NAVTEQ Daten von Q3-09.

Welches topographisches Kartenmaterial Magellan noch anbieten wird, ist uns derzeit nicht bekannt. Es besteht aber die Möglichkeit, auf OpenStreetMap (OSM) Karten zurückzugreifen (www.maps4me.net) oder sich mit Freeware Rasterkarten im rmp Format zu erstellen.

Im Setup bietet der eXplorist ein paar feine Kartenfunktionen. Nicht nur die Kartentypen, sondern auch die zu jedem Typ gehörigen Karten lassen sich separat aktivieren bzw. deaktivieren (Abbildungen unten).

Mögliche Kartentypen:

  • Weltkarte: vorinstallierte Basiskarte
  • Detaillierte Karten: jede Karte im imi Format, z.B. die "Summit- + City-Serie"
  • Überlagerungskarten: poi Format (enthält Sonderziele)
  • Bildkarten: rmp Format, Rasterkarten

Richtig klasse sind die Layer Funktionen. Wird im Setup "Kartendarstellung > Hybrid" gewählt, dann werden Straßennetz (z.B. der "Summit- + City-Serie") oder Höhenlinien der Vektorkarte bzw. POIs, Wegpunkte und Geocaches als Layer über die Rasterkarte gelegt. Das schattierte Relief der Basiskarte verstärkt noch einmal den plastischen Eindruck. Allerdings hatt das Zusammenspiel der Kartenlayer als tricky herausgestellt, da es nicht immer eindeutig ist, wann z.B. die Höhenlinien angezeigt werden.

Was ebenfalls gut gefällt: Zoomen und Verschieben der Karten erfolgt richtig flott!

Kartenlayer lassen sich aktivieren/deaktivieren

Kartenlayer lassen sich aktivieren/deaktivieren

Separates Aktivieren/Deaktivieren von Rasterkarten

Separates Aktivieren/Deaktivieren von Rasterkarten

Rasterkarte

Höhenlinien über Rasterkarte, schattiertes Relief der Basiskarte verstärkt den plastischen Eindruck


Magellan eXplorist 710 Test: Weitere Funktionen

Zum Schluß noch ein paar interessante und wichtige Funktionen:

  • Alarmtöne, Vibrationsalarm: Kursabweichung, Ankunft, Ankunftsentfernung (mehrere Schritte zwischen 6 m und 1,6 km), Wegpunkt-/Geocache-/Ortsannäherung, GPS-Fix vorhanden/verloren, Ankeralarm, Wahl zwischen Signalton und Klingeln.
  • Anzeige von einem primären- (z.B. UTM) und sekundären Kordinatensystem (z.B. User definiert, große Auswahl an Koordinatensystemen), Einstellung von Koordinatengenauigkeit, Kartendatum (riesige Auswahl), Kartennord (magnetisch/wahr)
  • Geofence: Warnungen bei Annäherung/Verlassen eines Arreals
  • Routingoptionen: Wandern (Gelände), Fußgänger/Fahrrad/Fahrzeug (Straße), schnellste/kürzeste/Schnellstraßen bevorzugt/vermeiden.
  • Profile: Wandern, Geocaching, Marine, Fahrzeug, Fußgänger, Fahrrad, zwei benutzerdefinierte Profile; jedem Profil sind zuweisbar: Einheiten, Kartenoptionen, Trackaufzeichnungsmodus, Kompass/Barometer an/aus, Alarmtypen; wünschenswert wäre, jedem Profil unterschiedliche Karten zuweisen zu können [Update: Nach aktuellen Infos soll es möglich sein] .
  • Führen eines Adressbuchs
  • Tag-/Nachtmodus
  • Wecker, Sonne & Mond bzw. Angeln & Jagd Kalender
  • Umfangreiches Setup für Gerät und Karten

Magellan eXplorist 710 Test: Fazit

Eine erstklassige Verarbeitung, immens viele Funktionen, eine europaweite Straßennavigation, Multimedia-Talente und ein pfiffiges Kartenmanagement zeichnen den neuen Magellan eXplorist 710 insbesonders aus. Seine Stärken spielt der eXplorist 710 vor allem beim Wandern, Geocachen und Radfahren aus. Outdoorer und Geocacher erhalten mit dem eXplorist 710 ein GPS-Handgerät mit viel Potential! Wichtig ist, dass Magellan mit Software-Updates an den Details feilt und zügig ein großes Angebot an topographischen Karten auf den Markt bringt.

Der aktuellen Straßenpreis von ca. 485.- Euro geht in Ordnung, das Paket beinhaltet schließlich eine routingfähige Straßenkarte. Damit liegt er in der gleichen Preisklasse wie der Garmin Oregon 550t (inklusive City Navigator Straßenkarte), der neben dem eXplorist 710 das einzigste Outdoor GPS-Handgerät mit Digitalkamera ist.

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  • Gutschein für 30 Tage Groundspeak Premium Mitgliedschaft

Testversion: Software-Version: 03.63, GPS-Firmware: "MTGO5R01"
Zubehör (Stand 02/2011): Aktuell werden auf der Magellan Webseite Kfz-Halterung, Fahrzeug-Ladekabel, Trageschlaufe und eine Tasche aufgeführt.
Handbuch: Nur per Download erhältlich und auf englisch.

Outdoor-Navi Magellan eXplorist 710 im Test was last modified: Juni 12th, 2015 by Joachim Bardua

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