GPS-Sportuhren von Suunto: Ambit und Ambit2 S

GPS-Sportuhren von Suunto: Ambit (links, mit Luftdruckanzeige) und Ambit2 S (rechts) (zum Vergrößern anklicken)


Suunto – bekannter finnischer Hersteller von Sportuhren, Tauchcomputern und Kompassen – hat mit den Modellen Ambit, Ambit2 und Ambit2 S drei verschiedene GPS-Uhren für Outdoorer und Sportler im Programm. Navigation-Professionell.de hatte die Möglichkeit, zwei GPS-Uhren – Ambit und Ambit2 S – bei unterschiedlichen Outdoor- und Sportaktivitäten zu testen.

Alle Mitglieder der Ambit-Familie eignen sich für Outdoor-, Trainings- und Wettkampfaktivitäten. Dazu gehört das Navigieren zu Wegpunkten oder entlang von Routen sowie – je nach Modell – unterschiedliche Trainingsfunktionen für Lauf-, Rad-, Schwimm-, Multi- und Hallensport. Herz-, Trittfrequenz, Geschwindigkeit und Leistungsdaten messen die Suunto GPS-Uhren mittels Suunto ANT bzw. ANT+ Sensoren.

Inhalt:

  1. Ambit Modelle
  2. Gehäuse
  3. Akku
  4. GPS
  5. Sensoren, Schnittstellen
  6. Bedienung, Konfiguration
  7. Funktionen
  8. Movescount.com
  9. Fazit
  10. Leser-Bewertung, Pro/Contra

Suunto Ambit Test: Ambit Modelle

Welche Modelle gibt es?

  • Ambit (Einführung 2012): Den Ambit-Urahn gibt es in den Farbvarianten black und silver. Der UVP beträgt ohne Herzfrequenzsensor 429,99 Euro, mit Sensor kommt sie auf 479,99 Euro.
  • Ambit2 S (Einführung 2013): In den Farben red, lime und graphite erhältlich; UVP 349,99 (ohne Herzfrequenzsensor) bzw. 399,99 Euro (mit Sensor).
  • Ambit 2 (Einführung 2013): Farben black, silver; der UVP beträgt ohne Herzfrequenzsensor 449,99 Euro, mit Sensor 499,99 Euro.
  • Ambit 2 Sapphire (Einführung 2013): Spezielles Modell mit Saphir-Kristallglas statt Mineralglas; Farbe sapphire; UVP beträgt ohne 549,99 Euro, mit HF-Sensor 599,99 Euro.

Wie unterscheiden sich die drei Modelle?

  • Multisport-/Bike-Power-/Schwimmsport-Unterstützung: nur Ambit2/Ambit2 S; Multisport: Wechseln der Sportarten während eines Trainings/Wettkampfs; Bike-Power: Unterstützung von ANT+ Leistungsmesssystemen; Schwimmen: Messen von Daten wie Geschwindigkeit, Intervalle, Schwimmzugfrequenz.
  • Barometrischer Höhenmesser: nur Ambit/Ambit2; Ambit2 zusätzlich mit der Funktion “FusedAlti” (die Werte der barometrischen Höhenmessung werden per GPS korrigiert)
  • Temperatursensor: nur Ambit/Ambit2
  • Tastensperre: bei der Ambit2/Ambit2 S zusätzlich konfigurierbar
  • Wasserdichtigkeit: Ambit2 S bis 50 m, die beiden anderen Modelle bis 100 m
  • Gewicht: Ambit 78 g, Ambit2 S 72 g, Ambit 2 je nach Ausführung zwischen 82 g und 92 g

Genaue Detail und eine Übersicht gibt es auf dieser Suunto-Seite: Suunto Ambit Modelle im Vergleich

Suunto Ambit Test: Gehäuse

Das auf der Gehäuserückseite aufgedruckte “Made in Finland” weckt Vertrauen. Beim Test bestätigt es sich: Die beiden Suunto GPS-Uhren scheinen für die Ewigkeit gebaut zu sein! Die Verarbeitung macht einen sehr hochwertigen und robusten Eindruck. Allerdings zeigen sich bei der Ambit, die schon einige Outdoor-Aktivitäten hinter sich hat, leichte Abnutzungserscheinungen. Die schwarze Farbe geht an der Displayeinfassung ab (siehe Abbildung oben). Im Outdoor- und Sporteinsatz ist dies ohne Bedeutung, beim Einsatz als Alltagsuhr kann es stören.

Apropos Alltagsuhr, auch in dieser Disziplin machen die Suuntos nicht nur vom Funktionsumfang eine gute Figur. Allen voran die Ambit2 S, da sie flacher als die Ambit baut (1,51 cm zu 1,85 cm, mit Schieblehre ermittelt), minimal leichter ist und subjektiv gesehen etwas gefälliger ist.

Was bei den Suunto-Uhren besonders überzeugt ist die mechanische Qualität der Tasten. Sie vermitteln beim Drücken ein angenehmes, sattes, hochwertiges Gefühl. In der Praxis hat dies einen großen Vorteil: Es kommt praktisch nicht zum Aufrufen von Funktionen durch ein unbeabsichtigtes Drücken der Tasten. Bei der Ambit ist es auf den vielen Sommertouren nur ein einziges Mal passiert.

Die Ambits sind bis zu einer Tiefe von 50 m (Ambit2 S) bzw. 100 m (Ambit) wasserdicht. Während eines intensiven Einsatzes beim Kajaksport konnten sie ihre Wasserdichtigkeit überzeugend beweisen.

Auf der Gehäuserückseite gibt es vier Kontakte zum Anschluß einer Daten-/Ladeklemme. Über die Klemme wird der Akku geladen bzw. erfolgt der Datenaustausch mit der Online-Plattform Movescount.com.

Suunto Ambit Test: Akku

Die Ambit und die Ambit2 S verfügen über einen integrierten Lithium-Ionen-Akku, der bei der Ambit für Laufzeiten von 15 Stunden (GPS-Fix jede Sekunde), 50 Stunden (GPS-Fix alle 60 Sekunden) bzw. 30 Tage (ohne GPS, Nutzung als Uhr) sorgen soll. Für die Ambit2 S gibt Suunto 8 h/25 h/15 Tage an (Quelle: PDF-Handbücher).

Die Akkulaufzeiten wurden nur mit den Einstellungen GPS-Fix bzw. Aufzeichnungsintervall von jeweils einer Sekunde getestet (ohne ANT+ Sensoren, reine Datenaufzeichnung). Dabei hat sich abgezeichnet, dass die gemessenen Laufzeiten gut mit den Angaben von Suunto übereinstimmen. Beispiele: Ambit2 S 07:56 hh:mm, Ambit 13:55 hh:mm.

Der Einfluß des GPS-Fix (= Positionsbestimmung) auf die Akkulaufzeiten ist ein interessanter und wichtiger Parameter. In der Konfiguration kann zwischen den Einstellungen “aus“, “1” bzw. “60” Sekunden gewählt und mit Datenaufzeichnungsintervallen (= Protokollieren aller gemessenen Daten) von einer oder zehn Sekunden kombiniert werden. Die Einstellung “GPS-Fix alle 60 Sekunden” führt einerseits zu langen Akkulaufzeiten, andererseits kann die gemessene Streckenlänge zu kurz ausfallen (siehe unten, Kapitel GPS). Deshalb wird man in der Regel den 1-Sekunden Modus wählen; die Ambit2 S kommt dann auf eine Laufzeit von maximal acht Stunden, was für manche Outdoor- oder Sportaktivitäten zu kurz ist.

Suunto Ambit2 im Test

Suunto Ambit2 – GPS-Uhr für Outdoorer und Sportler (zum Vergrößern anklicken)

Suunto Ambit Test: GPS

Zum Empfangen von GPS-Signalen setzt Suunto auf einen SiRFstarIV GPS-Chip. Die Antenne befindet sich unterhalb des Displays im Übergang zum Armband und ist damit bei Aktivitäten zu Fuß optimal positioniert, da sie nach oben zum Himmel ausgerichtet ist.

Positionsbestimmungen erfolgen sehr flott, vor allem dann, wenn die beiden Testkandidaten regelmäßig mit dem Online-Portal Movescount.com verbunden werden. Dann werden die aktuellen Satellitendaten, die der Positionsbestimmung einen richtigen Schub geben, auf die Uhren übertragen.

Die Empfangs- und Aufzeichnungsqualitäten der Suunto-Uhren wurden – wie bei allen bisher getesteten GPS-Geräten – auf unseren GPS-technisch anspruchsvollen Outdoor-Hausstrecken gestestet. Vier Beispiele im Vergleich zu unterschiedlichen Garmin-Geräten zeigen die Qualitäten der Suunto-Uhren (Daten am besten in Google Earth betrachten):

  • Beispiel 1: kmz-Datei (Suunto Ambit: rot, Garmin fenix: blau; Garmin GPSmap 62st: grün): Das GPS-Handgerät Garmin GPSmap 62st zeigt die beste Aufzeichnung, gefolgt von der GPS-Uhr Garmin fenix, die Suunto Ambit weist deutliche Abweichungen auf.
  • Beispiel 2: kmz-Datei (Suunto Ambit: rot, Garmin fenix: grün; Garmin GPSmap 62st: blau): Das GPS-Handgerät Garmin GPSmap 62st gibt auch hier den Streckenverlauf am besten wieder, die beiden GPS-Uhren zeigen abschnittsweise eine deutliche Positionsdrift (die Garmin fenix schneidet insgesamt besser ab als die Suunto Ambit).
  • Beispiel 3: kmz-Datei (Suunto Ambit: hellgrün, Suunto Ambit2 S: olivgrün, Garmin fenix: rot, Garmin GPSmap 62st: blau): In diesem Fall fällt das Ergebnis anders aus. Alle Trackaufzeichnungen liegen auf einem hohen Niveau, die Ambit und Ambit2 zeigen aber stellenweise leichte Abweichungen, die unter den schwierigen Rahmenbedingungen (Schlucht, Felswände, Wald) aber voll akzeptabel sind.
  • Beispiel 4: kmz-Datei (Suunto Ambit: hellgrün, Garmin fenix: blau, Garmin Oregon 600: rot, Garmin GPSmap 62st: olivgrün): Bei dieser Tour liegen alle vier Kandidaten auf einem ähnlichen Niveau.
Blaue Linie: Ambit2 mit GPS-Fix/Aufzeichnungsintervall von 60 Sekunden

Blaue Linie: Ambit2 mit GPS-Fix/Aufzeichnungsintervall von 60 Sekunden; rote/grüne Linie: Ambit bzw. fenix (zum Vergrößern anklicken)

Nicht nur Läufer wünschen sich möglichst akkurate Streckenlängen. Für die Beispielstrecken ergeben sich Werte, die auch anspruchsvolle Outdoorer und Sportler zufriedenstellen sollten:

  • Beispiel 1: Ambit 11,8 km, fenix 11,6 km, GPSmap 11,4 km
  • Beispiel 2: Ambit 11,8 km, fenix 12,3 km, GPSmap 11,5 km
  • Beispiel 3: Ambit 11,6 km, Ambit2 S 11,3 km, fenix 11,3 km, GPSmap 11,7 km
  • Beispiel 4: Ambit 10,2 km, fenix 10,0 km, Oregon 9,8 km, GPSmap 10,2 km

Sämtliche Aufzeichnungen wurden in der Einstellung “GPS-Fix jede Sekunde” gemacht. Wird zum Schonen des Akkus in die Einstellung “GPS-Fix alle 60 Sekunden” gewechselt, dann kann der zurückgelegte Weg bei Strecken mit vielen Richtungswechseln deutlich kürzer ausfallen. Ein Beispiel:

  • Ambit2 (Aufzeichnungsintervall alle 60 Sekunden): 6,16 km
  • Ambit (Aufzeichnungsintervall je Sekunde): 6,56 km
  • fenix (Trackaufzeichnung jede Sekunde): 6,59 km

Bei der Ambit2 wird aufgrund des langen Intervalls die Streckenlänge nicht richtig erfasst, sie fällt somit signifikant kürzer aus (Abbildung rechts).

Suunto Ambit Test: Sensoren, Schnittstellen

Welche Sensoren und Schnittstellen stehen zur Verfügung?

  • Digitaler 3-Achsen Kompass
  • Barometrischer Höhenmesser (nicht Ambit2 S)
  • ANT/ANT+ zum Anschliessen von Zubehör
  • USB zum Aufladen und Datenaustausch

Der barometrische Höhenmesser ist ein besonders interessantes Feature, da er genaue Höhenmessungen ermöglicht bzw. Luftdruckänderungen anzeigt. Im Barometermodus zeigt die Ambit den auf Meereshöhe reduzierten Luftdruck der letzten 27 Stunden grafisch an (siehe Titelbild); die Darstellung kann als Wetterindikator nützlich sein. Ein praktisches Feature: Wird im Setup der automatische Wechsel zwischen den Profilen Höhenmeser und Barometer aktiviert (alternativ: manuell wechseln), dann schaltet die Ambit automatisch zwischen der Auswertung von Luftdruckänderungen als Höhen- oder Wetteränderungen um.

Eine spannende Frage ist immer wieder, wie genau der barometrische Höhenmesser arbeitet. Dazu einige Beispiele von unseren Referenztouren (Beispiele analog zu den Touren im Kapitel “GPS”; jeweils Aufstiegs-/Abstiegshöhenmeter):

  • Beispiel 1:
  • Suunto Ambit: 508/476
  • Garmin fenix: 480/478
  • Garmin GPSmap 62: 504/473
  • Beispiel 2:
  • Suunto Ambit: 456/453
  • Garmin fenix: 485/479
  • Garmin GPSmap 62: 504/486
  • Beispiel 3:
  • Suunto Ambit: 460/445
  • Suunto Ambit2 S: 577/603 (ausgelesen mit Hilfe der Software Garmin BaseCamp)
  • Garmin fenix: 457/498
  • Garmin GPSmap 62: 505/478
  • Beispiel 4:
  • Suunto Ambit: 431/440
  • Garmin fenix: 475/463
  • Garmin GPSmap 62: 504/503
  • Garmin Oregon 600: 468/472

(Methodik: Alle Geräte wurden zu Beginn mit dem gleichen Höhenwert manuell kalibriert; bei den Garmin-Geräten wird der barometrische ermittelte Wert während der Tour gegebenenfalls per GPS korrigiert).

Was zeigt sich?

In den Beispielen 1/2/3 liegt der Sollwert bei rund 495 m im Auf- bzw. 484 m im Abstieg (statistisch aus vielen Touren ermittelt). In Beispiel 1 trifft die Ambit die Vorgabe sehr gut, in den Beispielen 2 und 3 weicht sie bis zu 10% ab, ein erfahrungsgemäß aber immer noch guter Wert. Besonders auffällig sind die mit der Ambit2 S per GPS ermittelten Höhenmeter, sie weichen deutlich von der Realität ab (Beispiel 3).

Die Ambit-Uhren lassen sich mit den diversen Suunto ANT Pods bzw. ANT+ Sensoren von anderen Herstellern verbinden:

  • Ambit: HF-Gurt, Foot Pod, Cadence Pod, Bike Pod
  • Ambit 2 S: HF-Gurt, Foot Pod, Cadence Pod, Bike Pods, Power Pod

Die Ambit bzw. die Ambit2 S/Ambit2 unterscheiden sich dahingehend, dass die Ambit2 Modelle zu einem Leistungsmessgerät kompatibel sind (nicht getestet). Im Test wurden die beiden GPS-Uhren mit den jeweils mitgelieferten Suunto-Herzfrequenzsensoren sowie einem Garmin Foot Pod bzw. einem Garmin GSC-10 Trittfrequenz-/ Geschwindigkeitssensor verbunden. Das Verbinden mit dem Suunto HF-Gurt verlief im Test problemlos, mit den Garmin-Sensoren gab es beim anfänglichen Koppeln Startschwierigkeiten, letztendlich hat es aber funktioniert. Daten wie Herz-/Trittfrequenz oder Geschwindigkeit wurden einwandfrei angezeigt und aufgezeichnet.

Bei beiden Uhren gibt es das Menü “Verbinden” zum Auswählen eines Sensors (Hinweis: Der Trittfrequenz-/ Geschwindigkeitssensor läuft unter “Bike Pod“). Einen kleinen Unterschied gibt es noch hinsichtlich der Anzahl an synchronisierbaren Bike Pods. Bei der Ambit2 s sind drei möglich, bei der Ambit nur einer. Fot Pods lassen sich bei beiden Ambits kalibrieren, die Bike Pods werden mit Hilfe von Movescount.com durch Eingeben des Radumfangs kalibriert.

Eine Übersicht über alle kompatiblen Sensoren gibt es hier: thisisant.com.

Suunto Ambit: Bedienung, Konfiguration

Das Bedienen der Ambit-Uhren ist fast schon ein Kinderspiel, die gesamte Bedienungslogik und die Funktionsbelegung der Tasten ist schnell verinnerlicht. Besonders wichtig ist das Thema “Konfiguration”. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: Im jeweiligen Optionen-Menü der Uhren bzw. Online mit Hilfe von Movescount.com.

Im Optionen-Menü stecken diverse grundlegende Einstellungen wie Töne an/aus, Beleuchtung, Formate (Einheiten, Positionsformat, etc.), Kalibrieren des Höhenmessers/Kompasses, persönliche Daten (Gewicht, maximale Herzfrequenz), Verbinden mit den Sensoren – um nur ein paar Beispiele zu nennen. Die wichtigsten Einstellungen finden allerdings in Movescount.com statt.

Das Erstellen eines Sport- bzw. Multisportmodus – der auf der Uhr im Menü “Trainieren” zur Verfügung steht – ist von zentraler Bedeutung. Es lassen sich für eine Aktivität (von Abenteuerrennen über Cheerleading, Fußball, Kampfsport, Tourenskilauf bis Zirkeltraining) alle wichtigen Einstellungen vornehmen, inklusive der Aufzeichnungsintervalle, zu verwendenden Pods, der Konfiguration von Datenseiten (bis zu acht Stück) und diverser Datentypen inklusive grafischer Darstellungen (siehe Bildergalerie). Auf jede Uhr lassen sich bis zu 10 benutzerdefinierte Modi übertragen.

Auf den Suunto-Uhren sind diverse Sportmodi bereits standardmäßig vorhanden, z.B. Bergsteigen, Indoor-Training, Radfahren, Trailrunning, Beckenschwimmen oder Triathlon. Sie lassen sich für die Verwendung auf den Uhren jeweils aktivieren bzw. deaktivieren.

Die Online-Konfiguration hat Vor- und Nachteile. Einerseits ist sie sehr übersichtlich und das Konfigurieren geht leicht von der Hand, auf der anderen Seite besteht eine Abhängigkeit von dem Online-Portal Movescount.com. Ohne Online-Verbindung geht nichts, unterwegs mal eben ein neue Datenseite mit diversen Datenfeldern hinzufügen ist nicht möglich.

Bezüglich der Bedienung gibt es noch einen Verbesserungswunsch: Es lassen sich keine Aktivitäten aus dem Logbuch der Uhren löschen. Aktivitäten (“Moves”) können nur in Movescount.com gelöscht werden.

Suunto Ambit: Funktionen

Die Suuntos sind universelle GPS-Sportuhren für Outdoor, Training und Wettkampf. Im Test standen die Navigationsfunktionen im Focus, die beiden Suunto-Uhren wurden aber auch bei diversen Indoor- und Outdoor-Trainings (außer Schwimmen) eingesetzt. Bei den Trainingsfunktionen gibt es ein paar Kritikpunkte, vermisst werden vor allem ein virtueller Partner (analog zu den “Virtual Partner/Racer” Funktion bei Garmin), Alarmfunktionen und Übergangszonen im standardmäßigen Triathlon-Modus. Übergangszonen lassen sich aber als Workaround einfügen, indem in Movescount.com eine neue Multisportaktivität angelegt und zwischen den einzelnen Sportarten ein separater Übergangs-Sportmodus einfügt wird. Einige Funktionen sind nicht standardmäßig vorhanden und müssen durch Apps nachgerüstet werden (z.B. Herzfrequenzzonen).

Zum Navigieren gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Zurück zum Start (Zurück zum Ausgangspunkt der aktuellen Tour)
  • Navigieren zu einem POI (= Wegpunkt)
  • Navigieren entlang einer Route

Das Navigieren erfolgt mit Hilfe einer Wegpunktnavigationsansicht, auf der die Distanz zum nächsten Wegpunkt, ein Pfeil (weist auf Abweichungen von der Ziellinie hin) und Infos wie eine Abweichung vom Kurs in Grad angezeigt werden. Beim Navigieren mit Routen kommt noch eine Routenansicht – quasi eine Karte – hinzu.

Mit Hilfe der Routenansicht läßt sich eine Strecke gut verfolgen, die Navigation zu einem Wegpunkt mit Hilfe der Wegpunktnavigationsansicht ist gewöhnungsbedürftig, mit etwas Übung funktioniert es aber ganz gut. Ein praktische Ergänzung wäre noch ein Richtungspfeil auf der Kompassseite. Dafür gibt es bei der Routennavigation pfiffige Funktionen wie das Überspringen eines Wegpunktes oder das Navigieren zu einem beliebigen Wegpunkt der Route.

Wie kommen die Wegpunkte und Routen auf die Suunto?

Wegpunkte lassen sich direkt auf den Suunto-Uhren anlegen; sie lassen sich aber nicht beliebig benennen, der Anwender kann nur eine vorgegebene Bezeichnung wählen (z.B. POI, Gebäude, Höhle). Dafür lassen sich die Koordinaten von POIs manuell eingeben. Routen gelangen ausschließlich über Movescount.com auf die Suunto (mit POIs ebenfalls möglich). Auch hier zeigt sich wieder die Online-Abhängigkeit, da z.B. beim Anschliessen an ein Laptop kein direkter Zugriff auf den internen Speicher möglich ist. Beliebige Routen und Wegpunkte lassen sich somit nicht einfach auf die Suuntos kopieren und zum Navigieren einsetzen – es ist immer der Umweg über Movescount.com nötig!

Mit der Ambit bzw. Ambit2 S aufgezeichnete Strecken können auch nicht direkt zum Navigieren verwendet werden; sie müssen erst in Movescount.com in eine Route umgewandelt und dann wieder auf die Uhr kopiert werden. Das Umwandeln ist recht aufwendig, zuerst ist ein gpx-Export, dann ein gpx-Import nötig (zumindest wurde kein anderer Weg gefunden).

Beide GPS-Uhren bieten Speicherplatz für 50 POIs (Wegpunkte), 50 Routen und 10.000 Routenpunkte. Jede Route kann aus bis zu 100 Wegpunkten und (vermutlich – nicht ausprobiert) bis zu 10.000 Routenpunkten bestehen (die Anzahl an Weg- bzw. Routenpunkten pro Route wirkt sich auf die Gesamtspeicherkapazität für Weg- bzw. Routenpunkte aus).

Suunto Ambit2: Navigation zu einem Wegpunkt

Suunto Ambit2 S: Navigation zu einem Wegpunkt, Anzeige der Restdistanz, der Pfeil oben weist darauf hin, dass man sich deutlich nach links halten muss

Suunto Ambit2: Wegpunktnavigation

Suunto Ambit2 S: Navigation zu einem Wegpunkt, der kleine Pfeil zeigt an, dass man sich etwas nach rechts halten soll

Suunto Ambit2 S: Kompass

Suunto Ambit2 S: Der 3-Achsen Kompass zeigt den Kurs in Grad und die Himmelsrichtung an, das schwarze Dreieck zeigt nach N

Suunto Ambit: Routennavigation

Suunto Ambit: Starten einer Routennavigation, navigiert wird mit Hilfe der schwarzen Strecke

nSuunto Ambit2 S: aktuelle Position

Suunto Ambit2 S: Die aktuelle Position läßt sich als Wegpunkt (POI) speichern

Suunto Ambit2 S: POI speichern

Suunto Ambit2 S: Speichern der Position, mit “POI 04” läßt sich eine vorgegebene Bezeichnung einstellen

Suunto Ambit: Online-Portal Movescount.com

Das Browser-basierende Portal Movescount.com ist der Dreh- und Angelpunkt im Umgang mit den Suunto GPS-Uhren. Hier stehen zahlreiche Funktionen zur Verfügung, einige davon wurde bereits in dem Artikel beschrieben. Zusätzlich gibt es noch Möglichkeiten wie das Auswerten, Bearbeiten und Planen von Trainings, Erstellen von Routen, Kommunizieren mit der Community oder Hinzufügen von Apps (z.B. eine Spaß-App: Wie viele Biere habe ich mir beim Training bereits verdient?). Trainings lassen sich als gpx-, kml- und xlsx-, Routen als gpx- und kml-Dateien exportieren; für POIs wurde keine Exportfunktion gefunden.

Das Portal ist im Großen und Ganzen einfach und intuitiv zu bedienen, was jedoch aufgefallen ist, dass ein neuer Account den Status “öffentlich” hat. Wer dies nicht möchte, muss denn Status bewusst auf “privat” setzen – umgekehrt wäre es durchaus sinnvoller!

Suunto Ambit: Fazit

Die entscheidende Frage bei der Auswahl einer GPS-Sportuhr lautet: Wofür brauche ich sie? Für Outdoor-Aktivitäten, für Trainings und Wettkämpfe, für welche Sportarten, vielleicht sogar als Alltagsuhr?

Für den Alltagsgebrauch eignen sich beide Suunto-Uhren ganz hervorragend, vor allem die Ambit2 S, die gegenüber der Ambit hinsichtlich Größe und Gewicht punktet und in peppigen Farben erhältlich ist.

Wer vorwiegend eine GPS-Uhr zum Wandern, Bergsteigen oder eine andere Outdoor-Aktivität sucht und Wert auf viele Navigationsfunktionen legt, sollte lieber zu einem Konkurrenzprodukt – der Garmin fenix – greifen, die in dieser Disziplin wesentlich mehr zu bieten hat und nicht von einem Online-Portal abhängig ist – allerdings andere Schwächen wie die zu leichtgängigen Tasten oder die komplexe Konfiguration zeigt

Unter dem Aspekt “Sport” sieht es ganz anders aus. Diese Disziplin ist das Kerngeschäft der Suunto-Uhren. Sie überzeugen bei der Bedienung, sind unverwüstlich, die Online-Konfiguration erleichtert den Umgang mit den Uhren, dank ANT+ steht eine Vielzahl an Sensoren zur Auswahl. Der Funktionsumfang dürfte für viele Sportler ausreichen, Läufer können zur Ambit greifen (Pluspunkt gegenüber der Ambit2 S: der barometrische Höhenmesser und die Akkulaufzeiten), für Schwimmer, Multisportler oder leistungshungrige Radsportler ist die Ambit2 S (oder Ambit2) mit ihren Schwimm- & Multisport-Funktionen und der Leistungsmesser-Kompatibilität interessant.

Empfohlener Online-Shop:

Wichtig: Umfangreiches Software-Update Suunto Ambit2 und Ambit2 S

Suunto Ambit: Bewertung

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Pro

  • Robuste Verarbeitung
  • Tasten mit angenehmen Druckpunkt
  • Eignung als Alltagsuhr (v.a. Ambit2 S)
  • Bedienung
  • Apps zum Erweitern der Funktionalitäten
  • Komfortable Online-Konfiguration, aber … siehe Contra
  • Schnelle Positonsbestimmung
  • ANT+ kompatibel
  • Konnektivität zu diversen Sensoren (Ambit2 S auch Leistungsmesser)
  • Gutes Handbuch

Contra

  • Zugriff auf Trainingsdaten, Routen, POIs nur Online möglich
  • Konfiguration erfolgt hauptsächlich online
  • Übergangszonen für Multisport nur als Workaround
  • Kein virtueller Trainingspartner
  • Kein Vibrationsalarm
  • Nur zwei GPS-Fix Zeiten
  • Akkulaufzeiten Ambit2 S
  • Neues Benutzerprofil in Movescount per default mit Status “öffentlich”

Getestete Software-Versionen: Ambit Version 2.5.6; Ambit2 S Version 1.0.15

Suunto Ambit und Ambit2 S – GPS-Sportuhren im Test was last modified: Oktober 4th, 2017 by Joachim Bardua

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