Garmin fenix 6X Pro Test

12. November 2019
von Joachim Bardua
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Garmin fenix 6X Pro im ausführlichen Test

Garmin fenix 6X Pro Test – Die funktionsstarke Multisport-Smartwatch von Garmin im ausführlichen Test!

Sechs fenix Generationen in rund sieben Jahren: fenix, fenix 2, fenix 3, fenix 5, fenix 5 Plus und jetzt die fenix 6 Serie! Bei der Einführung eines neuen Jahrgangs ist es immer wieder spannend, welche neuen Funktionen bzw. neuen technischen Details Garmin verwirklicht hat.

Bei der fenix 6 sind es aus unserer Sicht vor allem drei Details mit besonderem Wow-Effekt:

  • Die je nach Modell größeren Displays,
  • die längeren Batterielaufzeiten in Kombination mit dem “Power Manager” und
  • die neue Widget-Darstellung!

Aber das ist noch nicht alles! Im Vergleich zu den Vorgängern – der fenix 5X Plus Serie – kommen  noch ein paar Neuerungen dazu:

  • Die fenix 6X Pro Solar mit Solarpanel zum Verlängern der Batterielaufzeiten
  • Eine verringerte Bauhöhe bei ansonsten gleichen Abmessungen
  • Der Steg zum Befestigen der QuickFit-Armbänder ist jetzt ein klassischer Federsteg
  • Weitere Gehäusematerialien (z.B. mit DLC Beschichtung)
  • Neue Herzfrequenzsensor-Generation und neuer Sony GPS-Chip
  • Verdoppelter interner Speicher mit jetzt 32 GB (außer bei den Basis-Modellen)
  • 2.000 statt 1.000 speicherbare Musiktitel
  • Vorinstallierte Ski-Karte mit über 2.000 Skiorten weltweit
  • Separate Kartendesigns (z.B. “Beliebtheit” mit einer Darstellung häufig gelaufener & gefahrener Strecken)
  • PacePro
  • Verbessertes ClimbPro analog zu den aktuellen Edge Fahrradcomputern
  • Bis zu acht Datenfeder pro Trainingsseite (bei der 6x, bei der 6 / 6s dürften es weniger sein)
  • Noch mehr Firstbeat Metriken (18 statt 12)
  • Herzfrequenzmessung beim Schwimmen per integriertem Sensor

… und sicherlich noch das eine oder andere feine Detail!

Garmin fenix 6X Pro – Modelle: Auswahl & Vergleich

Wer die Wahl hat, hat die Qual – auf der Garmin Webseite zu der fenix 6 Serie sind immerhin 19 verschiedene Modelle aufgelistet! Die Preisspanne beträgt €599,99 bis €1.099,99 (UVP)!

Wie lässt sich bei der Auswahl des passenden Modells vorgehen?

Vom Füllgrad des Kontos mal abgesehen könnte das erste Kriterium die Gehäusegröße sein: ∅ 42 mm, ∅ 47 mm, ∅ 51 mm. Je nach Handgelenk – ob zart oder kräftig – dürfte da für jedefrau / jedermann eine fenix dabei sein. Das Design der fenix 6X Pro ist allerdings nicht gerade feminin sondern eher etwas für männliche Käufer.

  • 42 mm = Modelle mit der Bezeichung 6S
  • 47 mm = Modelle mit der Bezeichung 6
  • 51 mm = Modelle mit der Bezeichung 6X

Bei jeder dieser drei “Reihen” gibt es mehrere Modelle, die sich in erster Linie bei Farben, Materialien und Lieferumfang unterscheiden (außer, siehe unten). Zu beachten ist noch, dass die kleineren “6S” Modelle kürzere Batterielaufzeiten als die “6” und “6X” haben und etwas weniger wiegen.

  • 6S: Vier Preisklassen (€599,99 bis €899,99) mit acht Modellen.
  • 6: Fünf Preisklassen (€599,99 bis €999,99) mit sechs Modellen.
  • 6X: Vier Preisklassen (€749,99 bis €1.099,99) mit fünf Modellen (inklusive Solar-Editionen).

Um die Auswahl noch komplizierter zu machen: Bei den beiden preisgünstigsten Modellen der “6S” bzw. “6” Reihe handelt es sich um “Basis” Wearables mit weniger Speicher (64 MB statt 32 GB) und dementsprechend ohne Musik und ohne (vorinstallierte) Karten sowie ohne Wi-Fi und wegen den fehlenden Karten mit etwas weniger Navigationsfunktionen.

Wenn Sie sich jetzt für eine Größe und “Basis” oder “Nicht-Basis” entschieden haben, können die Gehäuse- / Uhrglas- / Armband-Materialien (und damit die Farben) das nächste Auswahlkriterium sein.

Da gibt es Lünetten aus Edelstahl bzw. Titan und teils noch mit einer DLC Beschichtung. DLC, dahinter verbirgt sich eine feine Kohlenstoffschicht (DLC = diamond like carbon). Laut Garmin bietet die DLC-Beschichtung Schutz vor Kratzern und Abnutzung.

Viel wichtiger ist aber das Uhrglas: Da besteht die Wahl zwischen Corning Gorilla Glas DX und Saphirglas. Eine Ausnahme sind die beiden “Solar” Modelle, bei denen Garmin sogenanntes “Power Glas” verbaut (dabei handelt es sich um eine Power Glas Solar-Ladelinse, die zwischen dem eigentlichen Display und einem schützenden Gorilla Glas DX verklebt ist, Quelle und Abbildung: support.garmin.com).

Saphirglas gilt als besonders kratzfest und bruchsicher. Das kratzresistente Gorilla Glas DX soll dagegen dank verminderter Oberflächenreflexionen und besserer Kontrastverhältnisse für eine optimierte Ablesbarkeit sorgen.

Die Kratzfestigkeit von Saphir können wir nur bestätigen, bei einer seit Anbeginn im Einsatz befindlichen fenix 5X sieht das Saphirglas noch wie am ersten Tag aus!

Bei der Auswahl unseres Testexemplars haben wir uns hingegen für die “Gorilla” Variante entschieden. Grund: Im direkten Vergleich zu der “Saphir” Variante ist die Ablesbarkeit besser, das Display spiegelt insbesondere etwas weniger. Und das ist uns wichtiger als die bessere mechanische Belastbarkeit – weiteres wird sich in den nächsten Monaten zeigen!

Die folgenden Tabellen enthalten eine Übersicht mit allen Modellen und den wichtigsten Unterscheidungskriterien.

* Lünette: wahrscheinliches Material (die Angaben sind nicht immer ganz eindeutig); ** Armband Material: 2 Angaben = 2 Armbänder im Lieferumfang

6S - 42 mm
42 mm
Modellfenix 6Sfenix 6S ProFenix 6S Pro SapphireFenix 6S Pro Sapphire
UVP599,99699,99799,99899,99
Farben
  • Weiß/Silber
  • Schwarz/Silber
  • Schwarz/Schiefergrau
  • Weiß/Rosegold
  • Grau/Rosegold
  • Schwarz/Schiefergrau DLC
  • Schwarz/Rosegold
  • Beige/Weißgold
Gewicht (Gehäuse)41 g44 g44 g44 g
Abmessungen42 x 42 x 13,8 mm42 x 42 x 13,8 mm42 x 42 x 13,8 mm42 x 42 x 13,8 mm
Batterielaufzeiten
  • GPS: 25 Std.
  • Smartwatch: 9 Tage
  • GPS: 25 Std.
  • Smartwatch: 9 Tage
  • GPS: 25 Std.
  • Smartwatch: 9 Tage
  • GPS: 25 Std.
  • Smartwatch: 9 Tage
UhrglasGorilla Glas DXGorilla Glas DXSaphirglasSaphirglas
Lünette*EdelstahlEdelstahlEdelstahl oder DLC besch. StahlEdelstahl
ArmbandQuickfit 20 mmQuickfit 20 mmQuickfit 20 mmQuickfit 20 mm
Armband Material**SilikonSilikonSilikonNylon/Silikon, Velourleder/Silikon
Speicher64 MB32 GB32 GB32 GB
Zusätzl. FunktionenMusikspeicher / vorinst. Karten / Wi-FiMusikspeicher / vorinst. Karten / Wi-FiMusikspeicher / vorinst. Karten / Wi-Fi
6 - 47 mm
47 mm
Modellfenix 6fenix 6 ProFenix 6 Pro SapphireFenix 6 Pro Sapphire
UVP599,99699,99799,99899,99
Farben
  • Schwarz/Silber
  • Schwarz
  • Schwarz/Schiefergrau DLC
  • Grau/Silber Titan-Lünette
Gewicht (Gehäuse)57 g60 g60 g49 g
Abmessungen47 x 47 x 14,7 mm47 x 47 x 14,7 mm47 x 47 x 14,7 mm47 x 47 x 14,7 mm
Batterielaufzeiten
  • GPS: 36 Std.
  • Smartwatch: 14 Tage
  • GPS: 36 Std.
  • Smartwatch: 14 Tage
  • GPS: 36 Std.
  • Smartwatch: 14 Tage
  • GPS: 36 Std.
  • Smartwatch: 14 Tage
UhrglasGorilla Glas DXGorilla Glas DXSaphirglasSaphirglas
Lünette*EdelstahlEdelstahlDLC besch. StahlTitan
ArmbandQuickfit 22 mmQuickfit 22 mmQuickfit 22 mmQuickfit 22 mm
Armband Material**SilikonSilikonSilikonSilikon
Speicher64 MB32 GB32 GB32 GB
Zusätzl. FunktionenMusikspeicher / vorinst. Karten / Wi-FiMusikspeicher / vorinst. Karten / Wi-FiMusikspeicher / vorinst. Karten / Wi-Fi
47 mm
ModellFenix 6 Pro SapphireFenix 6 Pro Sapphire
UVP899,99999,99
Farben
  • Schwarz DLC
  • Grau/Titan Titan-Lünette
Gewicht (Gehäuse)60 g49 g
Abmessungen47 x 47 x 14,7 mm47 x 47 x 14,7 mm
Batterielaufzeiten
  • GPS: 36 Std.
  • Smartwatch: 14 Tage
  • GPS: 36 Std.
  • Smartwatch: 14 Tage
UhrglasSaphirglasSaphirglas
Lünette*DLC besch. StahlTitan
ArmbandQuickfit 22 mmQuickfit 22 mm
Armband Material**Nylon/SilikonTitan/Silikon
Speicher32 GB32 GB
Zusätzl. FunktionenMusikspeicher / vorinst. Karten / Wi-FiMusikspeicher / vorinst. Karten / Wi-Fi
6X - 51 mm
51 mm
Modellfenix 6X Profenix 6X Pro Sapphirefenix 6X Pro Sapphire
UVP748,99949,99849,99
Farben
  • Schwarz
  • Schwarz DLC
  • Schwarz/Schiefergrau DLC
Gewicht (Gehäuse)66 g66 g60 g
Abmessungen47 x 47 x 14,7 mm47 x 47 x 14,7 mm47 x 47 x 14,7 mm
Batterielaufzeiten
  • GPS: 36 Std.
  • Smartwatch: 14 Tage
  • GPS: 36 Std.
  • Smartwatch: 14 Tage
  • GPS: 36 Std.
  • Smartwatch: 14 Tage
UhrglasGorilla Glas DXSaphirglasSaphirglas
Lünette*EdelstahlDLC besch. StahlDLC besch. Stahl
ArmbandQuickfit 26 mmQuickfit 26 mmQuickfit 26 mm
Armband Material**SilikonLeder/SilikonSilikon
Speicher32 GB32 GB32 GB
Zusätzl. FunktionenMusikspeicher / vorinst. Karten / Wi-FiMusikspeicher / vorinst. Karten / Wi-FiMusikspeicher / vorinst. Karten / Wi-Fi
6X Solar - 51 mm
51 mm
Modellfenix 6X Pro Solarfenix 6X Pro Solar
UVP949,991.099,99
Farben
  • Schwarz/Schiefergrau DLC Titan-Lünette
  • Grau/Titan Titan-Lünette
Gewicht (Gehäuse)54 g54 g
Abmessungen47 x 47 x 14,7 mm47 x 47 x 14,7 mm
Batterielaufzeiten
  • GPS: 60 + 6 Std.
  • Smartwatch: 21 + 3 Tage
  • GPS: 60 + 6 Std.
  • Smartwatch: 21 + 3 Tage
UhrglasPower GlasPower Glas
Lünette*DLC besch. TitanTitan
ArmbandQuickfit 26 mmQuickfit 26 mm
Armband Material**SilikonTitan/Silikon
Speicher32 GB32 GB
Zusätzl. FunktionenMusikspeicher / vorinst. Karten / Wi-FiMusikspeicher / vorinst. Karten / Wi-Fi
Garmin fenix 6X Pro Test, Kompass
Garmin fenix 6X Pro Test – Kompass mit festgelegter Richtung

Garmin fenix 6X Pro Test – Technik

Fangen wir mit dem Display an. Zu den besonders bemerkenswerten Neuerungen gehört – bei Gehäuseabmessungen analog zu den Vorgängern – die größere Displayfläche (außer bei der “6S”),  die sich nicht nur beim Ablesen der Karte, sondern auch bei der maximal möglichen Anzahl an Datenfeldern pro Trainingsseite sowie der Anzahl an Widgets pro Seite äußerst positiv bemerkbar macht.

Bei der “6” ist es von 1.2 Zoll (30.4 mm) auf einen Durchmesser von 1,3 Zoll (33,02 mm) angewachsen, bei der “6X” von 1.2 Zoll (30.4 mm) sogar auf 1,4 Zoll (35,56 mm) – dies entspricht einem Zuwachs von satten 18% bzw. 36%.

Die generelle Ablesbarkeit des MIP Displays ist selbst unter schwierigen Lichtbedingungen klasse – ein deutlicher Vorteil gegenüber Sportuhren mit AMOLED Displays, beispielsweise der Garmin Venu.

Das nächste Highlight sind die kräftig gesteigerten Batterielaufzeiten. Garmin macht für die 6X Pro folgende Angaben:

  • Smartwatch: Bis zu 21 Tage
  • GPS: Bis zu 60 Stunden
  • GPS und Musik: Bis zu 15 Stunden
  • Maximaler GPS-Akku-Modus: Bis zu 120 Stunden
  • Expeditions-GPS-Modus: Bis zu 46 Tage
  • Energiesparmodus: Bis zu 80 Tage

Im Expeditionsmodus erfolgt ein Aufzeichnen von Trackpunkten im stündlichen Rhytmus. Damit dürfte eine Änderung der Frequenz des GPS-Chips einhergehen, da erst dann weniger Energie benötigt wird.

Die Laufzeiten haben wir bei unserem Garmin fenix 6X Pro Test nicht gemessen, da es zu viele unterschiedliche Parameter gibt. Gefühlt scheint die fenix 6X Pro aber ewig durchzuhalten; mehrtägige Touren sind ohne Auftanken möglich.

Zum Konfigurieren steht der sogenannte “Power Manager” zur Verfügung. Dort gibt es einen “Energiesparmodus” zum Justieren der Einstellungen für den Alltagsgebrauch und die einzelnen Aktivitäten zuweisbaren  “Energiemodi”. Da kann man sich nach Herzenslust austoben und sich beispielsweise für einzelne Aktivitäten dazugehörige Modi basteln! Besonders hilfreich sind die Angaben zu den Spareffekten. Beispiele: Nur “GPS” bringt gegenüber “GPS + GLONASS” +5 Stunden, ein Trennen des Telefons macht +3 Stunden und ein Ausschalten des Herzfrequenzsensors +22 Stunden.

Konnektivität, da bietet die fenix 6X Pro

  • ANT+: Verbinden mit Geräten und Sensoren
  • Bluetooth Smart: Koppeln mit Smartphone, Kopfhörer, Geräten und Sensoren
  • NFC: Für Garmin Pay zum kontaktlosen Bezahlen
  • USB: Datenaustausch mit Computern und zum Aufladen
  • Wi-Fi: Datenaustausch über ein Netzwerk (z.B. für einen Datenupload zu Garmin Connect)

fenix 6X Pro – Welche Geräte und Sensoren lassen sich per ANT+ bzw. Bluetooth koppeln?

  • Kopfhörer (BT)
  • Herzfrequenz (ANT+ / BT)
  • Geschwindigkeit / Trittfrequenz (kombiniert, einzeln, ANT+ / BT)
  • Leistungsmesser (ANT+ / BT)
  • Laufsensor (ANT+ / BT)
  • VIRB Actionkamera (ANT+)
  • tempe Temperatur (ANT+)
  • Shimano Di2 (ANT+)
  • Schaltungen (ANT+)
  • VARIA Leuchten & Radar (ANT+)
  • Externer Anzeigemodus (für Edge Computer, ANT+)
  • RD Pod (Garmin RunningDynamicsPod, ANT+)
  • Muskel-Sauerstoff (ANT+)
  • XERO Laser Locations (ANT+)
  • Garmin inReach (ANT+)

Das Abspielen von Musik haben wir mit einem Jabra Elite 65tAmazon ausprobiert. Da kommt es hin und wieder zu kurzen Aussetzern bei der Verbindung. Grund: Die fenix ist am linken Arm, der Bluetooth-Empfänger im rechten Ohr. Mit der fenix am rechten Arm gibts hingegen keine Probleme.

Speicher der Garmin fenix 6X

Von den angegebenen 32 GB Speicher sind noch rund 18 GB verfügbar, beispielsweise für zusätzliche Karten und Musiktitel (max. 2.000 Stück).

Folgende Daten sind möglich:

  • 1.000 Wegpunkte
  • 100 Strecken (“Tracks”)
  • 200 Punkte pro Strecke
  • 200 aufgezeichnete Aktivitäten
  • Die Anzahl an Punkten pro Aktivität ist nur durch den verfügbaren Speicherplatz begrenzt

Garmin fenix 6X Pro – GPS-Empfänger

Zum GPS-Empfänger, da soll ein Wechsel von einem Mediatek- zu einem Sony-Chip stattgefunden haben (einzigste Quelle für diese Info ist wie so oft dcrainmaker.com). Die Genauigkeit des GPS-Empfängers haben wir auf mehreren Outdoor-Touren umfassend getestet. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die fenix 6X Pro etwas genauere Aufzeichnungen als die fenix 5X liefert. Die (Track-)Abweichungen liegen größtenteils in dem bei Touren “üblichen” Rahmen von 5 bis 10 Metern.

Noch anzumerken ist, dass Wearables für einen optimalen GPS-Empfang “naturgemäß” ungünstig platziert sind: Die GPS-Antenne weist vielfach nach außen und nicht himmelwärts, dazu kommen Abschattungen durch den Körper und ein dynamisches System durch Armbewegungen.

Faktoren, die beim Diskutieren über die GPS-Genauigkeit zu berücksichtigen sind, da die Sportuhren – wie unser Test zeigt – prinzipiell in der Lage sind, erstklassige Aufzeichnungen zu liefern. Beim Beschäftigen mit Thema “Wearables & GPS” entsteht außerdem der Eindruck, dass eine technische Grenze erreicht ist.

Garmin fenix 6 – Integrierter Herzfrequenz-Sensor

Beim Testen von integrierten optischen Herzfrequenzsensoren – egal von welchem Hersteller die Smartwatch ist — zeichnet sich eigentlich immer wieder das gleiche Bild ab – so auch bei der fenix 6X:

Bei warmen Außentemperaturen, einem straffen Anbringen der Smartwatch etwas weiter oben am Handgelenk, einer möglichst gleichmäßigen Belastungsintensität und gleichmäßigen & rhythmischen Armbewegungen (z.B. beim Laufen) können sehr gute Ergebnisse analog zu einem Herzfrequenz-Brustgurt herauskommen. Mit kalten Händen, einem Herumrutschen der Uhr (z.B. ausgelöst durch enge Bündchen der Kleidung, auch bei einem engen Sitz der Uhr!), wechselnden Belastungen und unregelmäßigen Bewegungen des Arms (z.B. beim Gehen mit Skistöcken) können die Ergebnisse dagegen miserabel ausfallen! Zwischen diesen beiden Welten liegen alle Übergänge.

Dazu kommen noch Faktoren wie körperliche Eigenschaften des Nutzers und die Sensor-Firmware bzw. -Hardware.

Die beiden folgenden Beispiele von zwei kurzen Laufeinheiten entlang der gleichen Strecke zeigen mit der fenix 6X aufgezeichnete HF-Werte (interner Sensor) im Vergleich zu Daten, die mit einer fenix 5X aufgezeichnet wurden (externe Sensoren als Referenz: Garmin HRM-Run bzw. Polar OH1). Während der Läufe stand eigentlich der Eindruck im Vordergrund “Alles richtig zu machen”: Bewegungsablauf, Handschuhe, fester Sitz … eine perfekte Übereinstimmung gibt es aber trotzdem nicht. Am besten fällt der Vergleich mit dem HRM-Run aus, weniger gut mit dem OH1, der eigentlich sehr gute Ergebnisse liefert. Bei manchen Spitzen ist gut zu sehen, dass der interne HF-Sensor die Daten etwas verzögert erfasst.

(grün: fenix 5X oder Venu, rot: fenix 6X)

fenix 6x vs. fenix 5x HRM-Run
fenix 6x vs. fenix 5x OH1

Das nächste Beispiel von einem “Speedhike” vergleicht das HF-Diagramm eines Garmin HRM-Run Sensors (fenix 5X ) mit dem internen Sensor der fenix 6X. Die Werte weichen größtenteils deutlich voneinander ab, abschnittsweise stimmen sie perfekt überein – Zuverlässigkeit sieht anders aus.

Speedhike fenix 5x HRM vs. fenix 6x

Wenn es auf genaue Herzfrequenzwerte ankommt empfiehlt es sich einen externen Herzfrequenzsensor mit der fenix zu verbinden. Dies kann ein Herzfrequenz-Armband wie das Polar OH1 oder ein Herzfrequenz-Brustgurt sein. Beispiele sind das Garmin HRM-Run (mit erweiterten Laufeffizienzdaten) oder das günstigere Garmin HRM-DualAmazon (mit ANT+ und Bluetooth).

Garmin fenix 6X Pro im Test
Mit der fenix 6X Pro in den Bergen

Garmin fenix 6X Pro Test – Menü, Konfiguration, Apps

Beim Menü sind uns kleine und große Verbesserungen aufgefallen. Im Hauptmenü öffnet sich jetzt beim nach unten Scrollen quasi automatisch das Einstellungsmenü, vorher war dazu ein Tastenklick nötig. Apropos Tasten, die haben gegenüber der fenix 5X jetzt einen angenehmen Druckpunkt.

Drei Widgets auf einer Seite

Drei Widgets auf einer Seite

Viel interessanter ist aber die Darstellung der Widgets. Beim nach unten oder oben Scrollen sind bei der neuen fenix Generation auf jeder Seite drei Widgets mit den jeweils wichtigsten Infos zu sehen. So erhält man schnell eine Übersicht, beispielsweise zu Wetter, Höhe bzw. Richtung und Sonnenauf-/-untergang (Abbildung rechts).

Für detaillierte Infos lässt sich jeder Widget öffnen, auf unterschiedlich vielen Seiten gibt es dann haufenweise Daten und Diagramme. Aufgrund der Informationsvielfalt geht schnell die Übersicht verloren (“Lost in Widgets”). Hier ist zu empfehlen nur die wichtigsten und häufig benötigten Widgets zu aktivieren – es stehen immerhin 33 Widgets zur Auswahl! Beispielsweise lässt sich auf die vielen statistischen Daten verzichten, die lassen sich besser und übersichtlicher in der Garmin Connect Smartphone App anschauen.

Stichwort Konfiguration, hier sollte jedem Novizen bewusst sein, dass die fenix 6 eine gehörige Portion Einarbeitungszeit benötigt! Einerseits zum Verstehen der Funktionen, andererseits zum Anpassen der Einstellungen. Alte “fenix” Hasen sollten sich dagegen gleich zurechtfinden.

Garmin fenix 6X Pro Test – Welche Smartphone Apps sind sinnvoll?

Als Erstes ist die Garmin Connect App zu nennen. Das Verbinden mit der fenix und das initiale Einrichten geht schnell und zuverlässig über die Bühne, da hat Garmin über die Jahre einiges optimiert. Außerdem, die Verbindung zu unserem während des Garmin fenix 6X Pro Tests eingesetzten Smartphones ist äußerst zuverlässig. Die App bietet zahlreiche Funktionen, inklusive dem komfortablen Übertragen von Strecken auf die fenix oder zum Einrichten der fenix. Da lohnt es sich unbedingt, die App mal in allen Details durchzugehen.

Die fenix 6 lässt sich durch Apps, Datenfelder, Watch Faces und Widgets aus dem Garmin Connect IQ Store noch einmal aufbohren. Dazu ist es empfehlenswert auf dem Smartphone die separate Garmin Connect IQ Store App zu installieren. Für Outdoor affine Nutzer ist noch die Garmin Explore App interessant, mit der sich unter anderem Routen, Wegpunkte und Tracks aus dem Explore Portal mit der fenix synchronisieren lassen.

Screenshots:

  • Vier Datenseiten mit unterschiedlichen Feldern (kleiner roter Pfeil = Richtungszeiger bei aktiver Navigation)
fenix 6X Pro Navigation

Garmin fenix 6X Pro mit aktiver Navigation (rot: aktuelle Aufzeichnung; blau: zu folgende Strecke; violett: eine beliebte Strecke der Heatmap)

Garmin fenix 6X Pro – Funktionen

On Alltag, Fitness, Sport, Outdoor oder Wettkampf, die fenix 6X Pro bietet alle nur erdenklichen Funktionen, über die sich ein ausführliches Buch schreiben ließe.

Unser Garmin fenix 6X Pro Test zeigt: Die Multisport-Uhr lässt sich auf vielfältige Weise zum Navigieren einsetzen. Unsere Lieblingsfunktion ist das Folgen von Strecken (z.B. importierte Tracks). Daneben beherrscht die fenix auch Auto-Routing, also das automatisches Berechnen einer Strecke auf dem Wegenetz der Karte,  beispielsweise zu einem POI oder einem beliebigen Punkt auf der Karte.

Weitere wichtige Funktionen sind “Zurück zum Start” (mittels “TracBack” oder einer Route zurück zum Startpunkt einer Aktivität ), “Around Me” (Anzeigen und Auswählen von POIs in der Umgebung), “RoundTrip-Routing” (Berechnen von bis zu drei Rundstrecken), das Eingeben von Koordinaten oder das Folgen einer Strecke aus dem Protokoll (= einer aufgezeichneten Aktivität).

Vorinstalliert sind Ski- und Golfkarten, sowie eine TopoActive Karte von Europa, die eine gute Grundlage zum Navigieren mit Strecken darstellt. Neu sind jetzt die unterschiedlichen Kartendesigns; zur Auswahl stehen: “Skifahren (Piste)”, “Beliebtheit”, “Dunkel”, “Hoher Kontrast” und “Marine” (die Abbildungen unten enthalten Beispiele).  Weitere Karten lassen sich installieren, empfehlenswert sind beispielsweise die Garmin Alpenvereinskarten, die es für die fenix als Downloadprodukt gibt.

Vergleich Alpenvereinskarte

Obere Reihe: fenix 6x, Auflösung 280 x 280 Pixel, AV-Karte v4
Untere Reihe: fenix 5X, Auflösung 240 x 240 Pixel, AV-Karte v3

Gleicher Maßstabsbalken (120 m)

Die größer Fläche der fenix 6X macht sich deutlich bemerkbar!

Alpenvereinskarte auf der fenix 6X
AV-Karte fenix 5X
Alpenvereinskarte auf der fenix 6X, Ausschnitt 2
AV-Karte fenix 5X, Bild 2

Stichwort “Beliebtheit”: Die in diesem Modus auf der Karte farbig angezeigten, häufig benutzten Wege und Straßen basieren auf Daten, die Nutzer zu Garmin Connect hochgeladen haben (“Heatmap” Prinzip). Je mehr Daten mit der Zeit zusammenkommen, desto aussagekräftiger werden sie.

Um diese Informationen nutzen zu können gilt es das Routing entsprechend einzustellen; die fenix kann dann solche Abschnitte beim Berechnen von Strecken berücksichtigen. Bei der jeweiligen Aktivität ist dazu im Routing-Setup “Routing nach Beliebtheit” zu aktivieren (gibt es für folgende Aktivitätstypen: Rennrad, versch. Untergründe, Offroad-Radfahren, Mountainbiken, Laufen und Gehen, Wandern, Bergsteigen). Ob beliebte Wege und Straßen wirklich in das Routing einfliessen ist auf dem – für diesen Zweck – zu kleinen Display nur schwer zu beurteilen, da das Verschieben und Zoomen der Karte recht mühsam ist.

Bei den Outdoor-Funktionen ist unbedingt noch zu erwähnen, dass sich der barometrische Höhenmesser der fenix nicht nur per Auto-Kalibrierung, manuellem Eingeben der Höhe oder per GPS-Höhe kalibrieren lässt, sondern jetzt auch über ein digitales Höhenmodell. Dies scheint – zumindest bei uns – auch sehr genau zu sein und ist somit eine gute Alternative zum Kalibrieren per GPS-Höhe.

Richtig gut ist die Aktivität für Skitouren, die Garmin erst kürzlich mit Software-Version 5.0 eingeführt hat. Da lässt sich beispielsweise per Taste zwischen Auf- und Abstieg wechseln.

Screenshots:

  • Navigation entlang einer Strecke
  • Richtungszeiger
  • ClimbPro Höhenprofil der Strecke
  • Around Me POIs
Screenshots:

  • Karte im Standardmodus (rot = aktuelle Aktivitätsaufzeichnung)
  • Hoher Kontrast
  • Dunkel
  • Beliebtheit (violett = beliebte Strecken)

Musik auf der fenix 6X Pro

Das Abspielen von Musik ist ein weiteres Highlight. Titel lassen sich auf die unterschiedlichste Weise auf die fenix bringen. Wir haben es im Rahmen unseres Garmin fenix 6X Pro Tests mit Amazon Music ausprobiert (alternativ: Deezer, Spotify) und sind mit der Funktionalität voll zufrieden; dazu gehört das Abspielen von Playlisten sowie das Steuern der Wiedergabe (laut / leiser, vor / zurück, Zufallswiedergabe). Die Abbildungen unten zeigen ein paar Funktionen.

Screenshots:

  • Playliste auswählen
  • Abspielen eines Songs
  • Der Musik Widget
  • Widget Funktionen

Firstbeat Metriken der fenix 6X Pro

Die fenix 6 verfügt über insgesamt 18 Firstbeat Metriken zur Fitness-, Gesundheits- und Trainingsanalyse (fenix 5X Plus: 12). Neu hinzugekommen sind:

  • Body Ressources
  • Heat and Altitude Acclimatization
  • Race Time Predictor
  • Respiration Rate
  • Training Load Balance
  • Workout Labels

Body Ressources (“Körperressourcen”, “Body Battery”): Auf der Basis von Herzfrequenzvariabilität, Stresslevel, Schlafqualität und den Aktivitäten berechnet der Firstbeat Algorithmus einen Wert zwischen 0 und 100, der analog zu einer Tankanzeige die zur Verfügung stehenden Energiereserven darstellt. Beispielsweise kann er nach einer anstrengenden Tour drastisch fallen, nach einer Nacht mit erholsamen Schlaf dagegen kräftig ansteigen.

Heat and Altitude Acclimatization (“Hitze- und Höhenakklimatisierung”): Hohe Temperaturen und große Höhen wirken sich auf die Leistung aus; die beiden Faktoren fliessen in den VO2max und den Trainingszustand ein.

Race Time Predictor (“Wettkampfzeitenvorhersage”): Auf der Basis des VO2max und der durchgeführten Trainings werden prognostizierte Wettkampfzeiten für 5 Kilometer-, 10 Kilometer-, Halbmarathon- und Marathon-Distanzen angezeigt.

Respiration Rate (“Respirationsrate”): Dahinter steckt die Atemfrequenz (Anzahl an Atemzügen pro Minute). In Ruhe beträgt sie typischerweise 12 bis 20, bei physischen Aktivitäten 40 bis 50 Züge pro Minute. Die Analyse erfolgt auf der Basis der Herzfrequenzvariabilität.

Training Load Balance (“Trainingsbelastungsbalance”): Die fenix informiert darüber, zu welcher Kategorie ein durchgeführtes Training gehört (leicht aerob, hoch aerob, anaerob) bzw. welche Anteile es daran hat.

Workout Labels (“Trainingsfeedback”, “Trainingsbelastungsfokus”): Nach dem Ende eines Trainings gibt es ein Feedback zu dem aeroben bzw. anaeroben Trainingseffekt. So gibt es Labels wie z.B. “Über Zielen”, “leicht aerober Fokus” oder “leicht aerob zu gering”.

Um die Firstbeat Metriken überhaupt nutzen und gezielt einsetzen zu können, gilt es sich damit intensiv auseinanderzusetzen, was fast schon einer wissenschaftlichen Arbeit gleichkommt!

Die umfangreichen Daten stehen in diversen Widgets bzw. in der Connect App zur Verfügung; die App hilft zudem beim Interpretieren der Metriken und gibt Tipps zum Training.

Nach mehreren Wochen des intensiven Ausprobierens lässt sich festhalten: Ob die Firstbeat Metriken absolut gesehen immer richtig sind kann nicht beurteilt werden. Allerdings zeichnet es sich ab, beim Trainieren besser einen Herzfrequenz-Brustgurt zu tragen. Die Analysetechnik basiert nun einmal in erster Linie auf der Herzfrequenz … und wenn diese Messungen nicht genau genug sind dürften auch Angaben wie der VO2max oder der Trainingszustand nicht passen.

Wie auch immer, die Analysewerte haben insgesamt gesehen einen sehr motivierenden Einfluss auf das Trainingsverhalten. Konsequent umgesetzt führen sie eindeutig zu einer verbesserten Fitness!

Die folgenden Abbildungen enthalten Infos aus der Connect App zu der Body Battery und der Atmung.

fenix 6, Body Battery Übersicht
fenix 6, Body Battery details
fenix 6, Atmung Übersicht
fenix 6, Atmung details

Anzeige - Aktualisiert: 8.12.2019 / Affiliate Links / Bild(er): Amazon

Garmin fenix 6X Pro Test – Fazit

Mit der fenix 6X ProAmazon - Garmin Venu hat Garmin die Messlatte für Multisport-Uhren wieder ein Stückchen höher gelegt! Die getestete 6X Pro ist ein faszinierendes Stück Technik mit einem immensen Funktionsumfang, den es aber erst einmal zu verstehen und umzusetzen gilt.

Besonders beeindruckend sind das große Display, die Batterielaufzeiten und – aus der Outdoor-Sicht – die vielfältigen Navigationsfunktionen in Kombination mit der Möglichkeit, diverse topografische Karten aufspielen zu können.

Dazu kommen alle nur erdenklichen Trainings-, Tracking- und Analysefunktionen, die das Herz eines jeden technikaffinen Sportlers höher schlagen lassen sollten. Davon abgesehen, die fenix 6X Pro eignet sich auch vorzüglich als Smartwatch für den Alltag. Lediglich zum Erfassen von Daten während des Schlafs scheint – zumindest die getestete 6X – ein wenig zu groß zu sein … dazu ist eine Garmin Venu die bessere Wahl.

Um vorweg schon einmal eine gern gestellte Frage zu beantworten: Soll ich von einer fenix 3 bzw. fenix 5 auf die neue Generation upgraden?

Nicht unbedingt – mit den Vorgängern lässt sich weiterhin jede Outdoor-Tour meistern! Außer Sie unterliegen dem GAS (Gear Acquisition Syndrome) und brauchen das Neueste vom Neuen!

Leserbewertung: 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (23 GPS-Fans, ∅ Score: 91,30 %)

Mit einem Klick auf die entsprechende Anzahl an Sternen können Sie die Garmin fenix 6 bewerten!

Pro

L
Mächtiger Funktionsumfang
L
Starke Batterielaufzeiten
L
Großes & gut ablesbares Display
L
Umfassende Konnektivität

Contra

K
Längere Einarbeitungszeit
K
Herzfrequenz nicht immer akkurat
K
Kerniger Preis

Heiß: GPS NEWS & TESTS

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Sigma iD.FREE – die Multisport-Smartwatch für Alltag, Fitness, Outdoor & Training im ausführlichen Test! Eine Sportuhr mit Stärken & Schwächen, aber einem interessanten Preis / Leistungsverhältnis!

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Garmin Venu Test

Garmin Venu Test

Sie suchen eine GPS-Smartwatch für Alltag, Fitness & Sport? Dann lesen Sie unseren Test der empfehlenswerten Garmin Venu – ein Allround-Wearable mit starken Funktionen & einem tollen farbenfrohen Display!

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3 Kommentare

  1. Hallo Gerald.
    Du bestätigst genau meine Erfahrungen.
    Zufälligerweise hatte ich gestern die Gelegenheit eine Wanderung, die ich letztes Jahr bereits gemacht hatte zu wiederholen.
    Immer noch mit der 5X unterwegs habe ich festgestellt, dass sich nach mittlerweile etlichen updates die trackqualität tatsächlich verbessert hat.
    Kommt bei der 6er ja vielleicht auch noch.
    Bei dem Preis aber doch eigentlich inakzeptabel.

    Antworten
  2. Danke für den umfangreichen Bericht, den ich mit viel Interesse gelesen habe, weil ich wissen wollte wie ich mit meiner Meinung über diese Uhr liege – und ob es Auffassungsunterschiede gibt.

    Leider habe ich mir die Uhr (fenix 6x Sapphire) gekauft. Schnäppchen ist sie ja mit 850 Euro nicht gewesen. Also erwartet man sich doch eine gestiegene Genauigkeit im Vergleich zu meinen Vormodellen (fenix 5x, fenix 3HR und fenix 3; in umgekehrt chronologischer Aufzählung).

    Die Messlatte höher gelegt? Limbo ist es in Bezug auf GPS für die Mitbeweber nicht. Die können aufrecht durchgehen. Sehr viel schlechter kann man ein “Top”-Produkt nicht ausführen als die Software der fenix 6x Sapphire. Es bleibt zu hoffen, dass hier rasch nachgepatcht wird.

    Warum immer wieder neue Modelle? Im Grunde erwarte(te) ich mir eine Verbesserung der GPS-Genauigkeit. Leider war die 3HR deutlich besser als die 5x. Die Laufdistanz wurde im Laufe der Zeit mit den Updates zwar besser, aber von “gut” waren/sind wir weit enfernt.

    Die Erwartungshaltung, dass man bei Garmin endlich die GPS-Genauigkeit mit einem neuen GPS-Sensor in den Griff bekommt, wurde leider auch mit der fenix 6x Pro/Sapphire nicht erfüllt. Die Genauigkeit spottet leider jeder Beschreibung.

    “GPS”
    Auch heute hatte ich wieder einen Lauf den meine (uralte, aber vom GPS sehr zuverlässige) polar V800 21,66km aufzeichnete und auswies. Warum die Unterscheidung “aufzeichnete” und “auswies”? Aus den gps-(bzw. gpx-)Aufzeichnungen lässt sich natürlich die Streckenlänge ermitteln. Bei der Polar V800 stimmt die angegebene Streckenlänge der Uhr genau mit der Streckenlänge überein, die man aus der gpx-Datei ermitteln kann. Der heutige Lauf wird beider fenix 6x Sapphire mit 20,99 km angezeigt. Alle km-Zeiten, pace, Leistungsindex für auf dieser Basis ermittelt. Wertet man jedoch die gpx-Datei aus,d ann erhalte ich für den heutigen Lauf ganz eine andere Distanz, die mit der Polar V800 gar nicht so schlecht übereinstimmt: 21,604. Das heißt eigentlich ist die Differenz nur 55m, aber die Uhr bereichnet etwas falsch. Das ist bei Garmin nicht neu. Garmin beharrt trotz Hinweisen, dass das nicht passen kann, vehement auf diesen Unfug.

    Das ist kein Einzelfall. Diese Differenzen bei Garmin lassen sich tagtäglich nachvollziehen – und nachvollziehen, dass die Polar V800 korrekt rechnet und damit auch die Distanz dazu passend angibt.

    Wie genau ist die Polar V800?
    Natürlich ist auch die Polar V800 nicht ganz genau, aber: Jetzt lassen sich mehrere Argumente aufzählen.

    Wettbewerbe sind ein guter Maßstab. Die Distanzen sind AIMS vermessen und haben somit eine Distanz, deren Ideallinie der Nenndistanz enstprechen. Ideallinie! Jeder der schon einmal einen Halbmarathon oder Marathon gelaufen ist, weiß dass man gerade zu Beginn die Ideallinie nie und nimmer für sich alleine beanspruchen kann. Vielleicht geht das bei schnelleren Läufern besser, bei meinen 3h45 bis 3h50 geht das jedenfalls nicht. das bedeutet, dass alleine deshalb die Distanz gröer sein muss als die Nenndistanz. Daher waren bei der Polar V800 die Distanz am Ende 42,72km (Freiland). Ja, das sind 1,2% zuviel. Ich halte dies für ein sehr gutes Ergebnis. Für den folgenden Viertelmarathon (10,55km) waren es im innerstädtischen Bereich 10,77km. Das entspricht 2%. Mit dem Wert bin ich nicht ganz zufrieden, aber das ist der Maßstab. Anders sieht es aus bei der fenix 6x.

    Anders sieht es mit Garmin-Produkten aus. Statt der 42,195 erhielt ich am Ende 42,03km. Geht man von einer geraden Linie aus, kann das GPS-Resultat nicht kleiner als die zurückgelegte Strecke sein. Da das Signal (zumindest das GPS-Signal, von GLOSNASS nehme ich es jedoch auch an, seitens der Regierunng der USA, abhängig von militärischen Interessen) variieren kann und somit an einer festen Stelle “stehend” man taumelnde Ergebnisse erhält, kann das Ergebnis in der Regel nicht kürzer sein als die zurückgelegte Strecke. Zufällige Abweichungen genau in der Richtungsänderung könnten theoretisch zufällig verinzelt zu kürzeren Strecken führen. Liest man den pgx-Pfad aus und wertet die Distanz aus, so erhalte ich (bei allen Abweichungen die man in Google-Earth erkennen kann) 42,280 km also nur 95Meter zuviel!

    Der Viertelmarathon war noch ausgeprägter, weil ich da schon statt den 10,55 nur 10,26km hatte, was -2,8% entspricht und von Garmin als “im Rahmen” bezeichnet wird. 10,427km wenn man den gpx-Pfad auswertet. Das ist zwar immer noch zuwenig, aber mit -1,1% deutlich besser. Die Tracks im Google-Earth angesehen, da kann man nur sagen, dass einem schlecht wird wie Realität zu Aufzeichnung auseinander geht.

    Die GPS-Tracks der Polar V800 zu den Garmin-Produkten unterscheidet sich jedoch deutlich. Die Polar V800 zeigt bei einem Richtungswechsel zunächst ein kurzes Beharren in die zuvor gelaufene Strecke, korrigiert jedoch relativ rasch wieder zum tatsächlich gelaufenen Pfad zurück. Daher erhält man natürlich ein “Etwas-Mehr” an Strecke bei oftmaligen Richtungswechseln.

    Bei Garmin-Produkten ist es genau umgekehrt. Garmin-Produkte besitzen (ungeachtet der jew. GPS, GLONASS, Galileo-Einstellungen bzw. Aufzeichnung jede Sekunde oder “intelligent”; konnte “intelligent” nicht nachvollziehen und ist auch nicht “intelligent”) offensichtlich hellseherische Fähigkeiten und schneiden jeden Richtungswechsel zum Teil großräumig ab. hier läuft man regelmäßig durch Gebäude, über eingezäunte Grundstücke, … Erkennbar ist das auch am plötzlichen Pace-Rückgang auch wenn es ein ganzer Häuserblock mit 80 bis 100 m ist um den man wieder retour läuft, wird es zum Kreis – immer wieder durch Gebäude. Ja, wenn man Garmin Bilder sendet und man schreibt, dass dies ohne (VW-Software) nachträgliche Anpassung um irgendeine halbwegs vernünftige Strecke zu erhalten theoretisch gar nicht möglich ist, kommen leider Antworten, die zeigen dass keine Fachkenntnis von Vermessungskunde vorhanden ist. Und darauf besteht man konsequent!

    Ja, natürlich hat die Lage der Antenne der Uhr Einfluss. Auf irgendeiner Internetseite findet man einige Runden auf einer 400m-Bahn gelaufen mit normaler Armhaltung und einige Runden mit dem Display gerade nach oben. Damit steigt die Genauigkeit. Üblicherweise sollten sich Hilfsmittel nach den Tätigkeiten richten und nicht umgekehrt.

    HF
    Auch ich habe meine Vergleichsläufe mit der Herzfrequenz mit unterschiedlichen Produkten durchgeführt und muss zur Kenntnis nehmen, dass die eingebaute HF-Messung nach wie vor nicht brauchbar ist. Leider verträgt meine Brust die Gurte nur eingeschränkt und die offenen Stellen machen nicht immer Spaß. Drei Uhren: Polar V800 (mit dem Scosche 24-Armband), Garmin fenix 5x mit einem Tri-Gurt und die fenix 6x Sapphire mit dem eingebauten Sensor waren die Folge. 15 bis 20 Pulsschläge Abweichung (darüber) sind nicht unbedingt Seltenheit. Gekoppelt mit ein paar hundert Meter weniger Aufzeichnung wird plötzlich der Leistungszustand stark negativ ausgewiesen. Über so einen unfug kann ich mich ärgern. Ohne externen HF-Messung geht es also nicht. Das Scosche-Band ist ebenfalls pulsoximetrisch, jedoch deutlich besser. Im Regelfall hat sich die Hautoberfläche nach spätestens einem Kilometer soweit erwärmt, dass es passende Werte liefert. Wenn man das verkürzen will, ist ein Rubbeln in diesem Bereich und damit Aufwärmen und Durchblutung erhöhen der richtige Weg.

    Fazit
    Der Mehrwert bei der Bestimmung von Pfad (Genauigkeit schlechter) und eingebaute HF ist nicht vorhanden und man soll sich diese Uhr nicht aus den genannten Grüdne kaufen.

    Will man mit der 6x ein größeres Display (bei gleicher Baugröße) dann ist es ein Grund warum man sich die Uhr kaufen kann. Die Fähigkeit selbst für die Uhr zu programmieren, mach natürlich mit einem noch größeren Display mehr Spaß. Andere Gründe finde ich nicht.

    Antworten
  3. Ob die GPS Aufzeichnung jetzt wirklich besser geworden ist (im Vergleich zur 5X z.B.), bleibt abzuwarten. Berichte in anderen Foren machen da wenig Hoffnung.
    Ich nutze seit langem diverse Garmin Geräte, Fenix 3, 5X und diverse Handgeräte etrex, Montana etc. Allen gleich ist eigentlich, das insbesondere unter schwierigen Bedingungen meine Samsung smartphones in der seitlichen Beintasche immer bessere Tracks geliefert haben. Genau und vor allem mit deutlich geringeren km Abweichungen. Die Garmin Geräte zeigen oftmals viel zu viel an.
    Gerade bei den neueren Geräten, wie z.B. der Fenix 5x ist es mir ein Rätsel, warum man bei der ganzen “Rechenpower” die Trackaufzeichnung nicht logisch begleitet. Eigentlich sollte die Software doch in der Lage sein unsinnige Messpunkte gleich zu eliminieren.
    Mache ich eine Aufzeichnung z.B. Wandern, sollte es eigentlich klar sein, dass ich mich nicht in einer Sekunde 100m weiterbewegt haben kann. Ggf. wäre sogar ein logischer Abgleich mit dem gespeicherten Kartenmaterial möglich.
    Genau durch solche Aussetzer sind bei mir regelmäßig Strecken statt 7km gerne mal z.B. 11km lang, sobald die Empfangsbedingungen nicht optimal sind.
    Leider vermute ich mal dass dies bei der 6x pro auch nicht besser geworden ist.

    LG,
    Erdmann

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