Garmin inReach Explorer+ Test




von Joachim Bardua
01. Februar 2017

Preis bei Test

ab € 499.-

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Weltweit einsetzbares 2-Wege-Kommunikationssystem mit SOS und Navigationsfunktionen – verpackt in ein handliches und robustes Gerät! Mit diesen Worten lässt sich der Garmin inReach Explorer+ in aller Kürze beschreiben.

Diese einmalige Kombination macht den Garmin inReach Explorer+ für eine Vielzahl an Outdooraktivitäten und Abenteuer interessant: vor der Haustür, weltweit, privat, beruflich, zu Wasser, zu Lande oder in der Luft!

Der Garmin inReach Explorer+ nutzt zwei Satellitensysteme. Das amerikanische GPS zur Positionsbestimmung und das amerikanische Iridium zur Kommunikation und zum Übermitteln von SOS-Meldungen.

Iridium Satellitenkommunikationsystem

Das Iridium Satellitenkommunikationssystem steht weltweit zur Verfügung und ermöglicht eine grenzenlose Kommunikation unabhängig vom Mobilfunknetz. Sein Aufbau wird von Iridium wie folgt beschrieben:

"Iridium’s constellation consists of 66 cross-linked operational satellites, plus six in-orbit spares. The satellites operate in near-circular low-Earth orbits (LEO) about 780 km (483 miles) above the Earth’s surface."

Die Satelliten der aktuell im Einsatz befindlichen ersten Iridium-Generation werden bereits von einer neuen, "Iridium NEXT" genannten Generation, abgelöst. Zehn "Iridium NEXT" Satelliten wurden bereits Anfang 2017 in das All geschossen, acht weitere sollen Mitte Juni folgen.

GEOS Search and Rescue

Im Zusammenspiel mit den SOS-Meldungen ist mit GEOS ein internationaler Anbieter von Sicherheits- und Notfall-Services zu erwähnen. GEOS koordiniert unter anderem weltweite SAR-Einsätze ("Search and Rescue"), die Zentrale ist in Houston/Texas angesiedelt.

2-Wege-Kommunikation

Ein absolutes Highlight des Garmin inReach Explorer+ ist die 2-Wege-Kommunikation! Mit dem inReach lassen sich via Iridium nicht nur Nachrichten senden, sondern auch empfangen. Ein Feature, das insbesondere im Notfall von Bedeutung ist!

inReach Technologie von DeLorme

Der Garmin inReach Explorer+ und das Schwestermodell Garmin inReach SE+ basieren auf dem DeLorme inReach Explorer bzw. inReach SE. DeLorme wurde 2016 von Garmin übernommen. Die aktuellen Modelle sind eine Weiterentwicklung der DeLorme Geräte, Unterschiede gibt es nur bei der Hardware – Software bzw. Funktionen sind identisch.

Abbildungen: DeLorme inReach vs. Garmin inReach

DeLorme InReach
Garmin inReach

Navigation-Professionell verfolgt das Thema "Satellitenkommunikationssysteme" schon seit Jahren. Bei uns ist seit Anbeginn ein DeLorme inReach der ersten Generation im weltweiten Einsatz.

Garmin inReach Explorer+ Test: Garmin inReach vs. DeLorme inReach

Zwei Generationen – Garmin inReach vs. DeLorme inReach 1st. Gen.

Garmin inReach Explorer+ Test: Technik

Gehäuse

Der inReach Explorer+ hat viele Ähnlichkeiten mit dem GPS-Handgerät Garmin GPSmap 64s: Gehäuseform, Helix-Antenne, Tastatur (inkl. 4-Wege-Taste) und die Garmin-typische Schiene für diverse Halterungen. Der Explorer+ ist etwas größer (6,8 x 16,4 x 3,8 cm vs. 6,1 x 16,0 x 3,6 cm), dafür aber geringfügig leichter (213 g vs. 230 g).

An der unteren Gehäuseseite befindet sich die Abdeckung für die microUSB-Buchse, daneben gibt es noch zwei Kontakte für eine externe Stromversorgung.

Die SOS-Taste ist durch einen optisch auffälligen Verschluß, den man zum Öffnen mit Nachdruck nach hinten wegdrücken muss, vor einem versehentlichen Auslösen geschützt. Eine SOS-Meldung lässt sich alternativ über das Menü aktivieren.

Display

Die Größe des transflektiven Farbdisplays beträgt 2,3 Zoll (3,5 x 4,7 cm), die Auflösung 200x265 Pixel. Zum Vergleich: eTrex 30x mit 2,2 Zoll und 240x320 Pixel, GPSmap 64s mit 2,6 Zoll und 160x240 Pixel Auflösung.

Die Ablesbarkeit des Displays liegt bei 100% Hintergrundbeleuchtung auf GPSmap 64s Niveau, ohne jegliche Hintergrundbeleuchtung ist der 64er einen Tick besser. Ein hervorragendes Ergebnis, das Display ist somit bei den verschiedensten Lichtbedingungen immer sehr gut ablesbar!

Akku, Laufzeiten

Der inReach Explorer+ verfügt über einen integrierter, nicht auswechselbaren Lithium-Ionen-Akku. Garmin gibt folgende Laufzeiten an:

  • Bis zu 100 Stunden mit 10-minütigem Tracking (Standard)
  • Bis zu 75 Stunden mit 10-minütigem Tracking und 1-Sekunden-Protokollintervall
  • Bis zu 30 Tage im Energiesparmodus mit 30-minütigem Tracking
  • Bis zu 3 Jahre im Standby-Modus

Diese Angaben haben wir nicht geprüft – gefühlt scheint der Explorer+ aber eine Ewigkeit zu laufen. Die Laufzeiten hängen von zahlreichen Parametern ab. Die wesentlichen Faktoren lauten:

  • Display: Helligkeit in fünf Stufen zwischen 10% und 100% regelbar; alternativ im Modus "automatisch" (Helligkeitsregelung über einen Sensor); Zeitlimit in sieben Stufen zwischen 15 Sekunden und 30 Minuten einstellbar; alternativ "immer ein".
  • Sendeintervall der aktuellen Position (Live-Tracking): 10 / 20 / 30 Minuten, 1 / 2 / 4 Stunden oder "aus".
  • Protokollintervall (Trackaufzeichnung): zwischen 1 Sekunde und 10 Minuten (in 10 Stufen) oder "aus".
  • Funktion "Langes Tracking": "Legt fest, dass das Gerät zwischen Trackpunkten den Ruhezustand aktiviert, um die Akku-Laufzeit zu verlängern. Im Ruhezustand sind die drahtlose Bluetooth Technologie, detaillierte Tracklinien und der Nachrichtenabruf deaktiviert." (Quelle: inReach Handbuch)
  • Abrufintervall von Nachrichten: manuell, fortlaufend bzw. alle 2 / 5 / 10 / 15 / 20 Minuten.
  • Manuelles Abrufen von Wettermeldungen, Senden / Empfangen von Nachrichten etc.

Unterwegs kann der Akku via USB über einen externen Powerakku nachgeladen werden. Alternativ erfolgt die Energiezufuhr über eine als Zubehör erhältliche Halterung mit integrierter Stromversorgung.

Garmin inReach Explorer+ – Die wichtigsten Fakten

  • Satellitensysteme: GPS, Iridium
  • Display: Transflektives TFT-Farbdisplay, 2.31-Zoll, 200 x 265 Pixel Auflösung
  • Wasserdichtigkeit: IPX7
  • Speicher: 15,6 GB, ca. 5,3 GB frei
  • Sensoren: Elektronischer Kompass, Höhenmesser, Umgebungslicht
  • Schnittstellen: microUSB, Bluetooth
  • Akku: Integrierter Lithium-Ionen-Akku, nicht wechselbar, Laufzeit bis zu 100 Stunden mit 10-minütigem Trackingintervall
  • Abmessungen: 6,8 x 16,4 x 3,8 cm
  • Gewicht: 213 g
  • Navigation: 500 Wegpunkte, 20 Routen (je max. 500 Punkte)

Schnittstellen, Speicher

Der inReach Explorer+ verfügt über zwei Schnittstellen: USB und Bluetooth LE.

Über den USB-Anschluß werden Inhalte (Karten, Kontakte, Nachrichten etc.) mit dem persönlichen inReach Account synchronisiert. Dies erfolgt über das Tool "inReach Sync" (für Windows und Mac). Dabei geht der Explorer+ temporär – beim Synchronisieren der Karte – in den Massenspeichermodus über, dann ist im Windows-Explorer bzw. Mac-Finder auch ein neues Laufwerk sichtbar. Ein direktes Kopieren von Daten auf das Gerät – analog zu den Garmin GPS-Handgeräten – ist nicht vorgesehen. Für das Laufwerk wird eine Speicherkapazität von 15,6 GB angezeigt, davon ca. 5,3 GB als frei.

Bluetooth LE wird zum Koppeln mit einem Smartphone eingesetzt – weiteres dazu im Abschnitt "EarthMate App".

inReach Sync

inReach Sync: Datensynchronistaion mit PC/Laptop

inReach Explorer+ Ordnerstruktur

Massenspeichermodus: Ordnerstruktur des internen Speichers

Garmin inReach Explorer+ Test: Bedienung

Die Bedienung erfolgt über mehrere Tasten bzw. eine 4-Wege-Wippe. Das funktioniert auch mit Handschuhen, einzigster Wunsch wären beleuchtete Tasten für Nachteinsätze.

Die Taste mit dem "Blitzsymbol" ist mit wichtigen Funktionen belegt: direktes Absenden der ersten Nachrichtenvorlage, Wegpunkt erstellen, Tracking starten, Nachrichten abrufen. Das Anlegen eines Wegpunktes kann mit drei Tastenklicks auch als MOB (Man over Board) genutzt werden: Taste, Wegpunkt erstellen, Navigieren – dann startet eine GoTo-Navigation zu diesem Punkt.

Das auf zwei Seiten verteilte Menü ist sehr übersichtlich aufgebaut. Wer mag kann die einzelnen Symbole individuell anordnen.

Was sich hinter den einzelnen Symbolen an Funktionen versteckt ist schnell erlernt. In der Summe ist der inReach recht einfach zu bedienen – aufwändiger ist es, das Zusammenspiel von Gerät und dem dazugehörigen inReach Account zu verstehen bzw. alle notwendigen Einstellungen vorzunehmen!

Garmin inReach Explorer+: Rückseite & praktischer Karabiner-Clip

Garmin inReach Explorer+ Test: GPS, Iridium

Eine uneingeschränkte Kommunikation mit den GPS- bzw. Iridium-Satelliten ist ein Garant für die wesentlichen Funktionen des inReach Explorer+.

Beim GPS-Empfang ist der inReach Explorer+ mit dem Garmin GPSmap 64s – unserem Referenzhandgerät – gleichzusetzen. Alle Trackaufzeichnungen zeigen eine hervorragende Positionierungsgenauigkeit (Beispiele gibt es auf unserer Live-Tracking Webseite, Link siehe unten). Dazu trägt sicherlich die Helix-Antenne bei, die z.B. beim Tragen des Gerätes am Rucksackträger optimal himmelwärts ausgerichtet ist und so für einen zuverlässigen Empfang sorgt. Die Positionsbestimmung erfolgt nur über GPS-Satelliten, auf GLONASS- oder WAAS/EGNOS-Unterstützung verzichtet Garmin (zumindest ist es in den technischen Daten nicht aufgeführt).

Ähnliche gilt für die Kommunikation mit den Iridium-Satelliten. Durch unsere zahlreichen Touren in nordischen Ländern, Kanada und in den Alpen können wir den inReach Geräten eine hohe Zuverlässigkeit beim Übermitteln von Positionen bzw. Nachrichten attestieren. Es gibt allerdings eine Einschränkung: In tief eingeschnittenen Tälern kann es schon einige Zeit in Anspruch nehmen, bis die Verbindung zum Iridium-Netzwerk steht. Laut Wikipedia (siehe Linkbox) kann es im ungünstigen Fall bis zu 120 Minuten dauern, bis ein Satellit im Zenit "sichtbar" ist.

Garmin inReach Explorer+: Navigation

Der inReach Explorer+ bietet folgende Navigationsfunktionen:

  • Anlegen von Wegpunkten (manuelles Ändern von Symbol, Bezeichnung, Koordinaten möglich)
  • Sortieren der Wegpunkte nach Distanz, Name, Symbol, Datum
  • GoTo-Navigation zu einem Wegpunkt aus der Liste.
  • GoTo-Navigation zu einem beliebigen Punkt auf der Karte.
  • Navigation mit Routen (= über den explore.delorme.com Account importierte gpx, kml, kmz Dateien mit jeweils max. 500 Weg-/Trackpunkten); maximal 20 Routen; die Routen lassen sich umkehren; die zu verfolgende Strecke ist auf der Karte farbig eingezeichnet.
  • GoTo-Navigation zu einzelnen Punkten aus dem Protokoll (z.B. beim Versenden einer Nachricht gespeicherter Standort)
  • Kompass mit Richtungs-/Peilungszeiger
  • Alarm bei Zielankunft

Das Angebot an Navigationsfunktionen ist mit dem von Outdoor-Handgeräten in keinster Weise vergleichbar. Der inReach Explorer+ bietet eher nur grundlegende Funktionen, die je nach Einsatzzweck ausreichen oder halt nicht.

Für die nächste inReach Generation wären neben einer größeren Speicherkapazität für Routen und Wegpunkte weitere Features analog zum GPSmap 64s sehr wünschenswert (z.B. Kurs (CDI), Peilen und Los, Tracback).

Auch das Importieren von Wegpunkten und Routen bedarf einer Neujustierung. Aktuell können neue Daten nur durch vorherigen Import in den inReach Online-Account und anschließender Synchronisation mit dem Programm "inReach Sync" (via USB) bzw. über die Earthmate App (via Bluetooth) auf das Gerät gebracht werden.

Wer also irgendwo im Outback sitzt und eine auf dem Laptop mit BaseCamp geplante Strecke übertragen möchte ist ohne Online-Verbindung aufgeschmissen – ein Import im USB-Massenspeichermodus wäre sehr hilfreich. Davon abgesehen dürfen die Import-Dateien maximal 500 Punkte enthalten, eine nicht mehr zeitgemäße Einschränkung z.B. beim Importieren von Trackaufzeichnungen (siehe Abbildung rechts).

Import von GPX-Dateien zum inReach

Datenimport in den inReach Account (gpx-Dateien dürfen max. 500 Punkte enthalten)

Garmin inReach Explorer+ Test: Karten

Auf dem Gerät sind DeLorme-TOPO-Karten vorinstalliert – von Albanien bis Zimbabwe, aber nicht alle Länder der Welt. Die Karten basieren auf OpenStreetMap-Daten. Zusätzlich gibt es noch einen digitalen Atlas (Höhenmodell) und eine weltweite Basiskarte. Weitere Karten von einzelnen Ländern in Nord-, Mittel-, Südamerika, Europa, Asien und Ozeanien lassen sich im inReach-Account auswählen (inkl. des jeweiligen digitalen Atlas); sie werden dann beim nächsten Synchronisieren übertragen.

Die OSM-Karten enthalten Höhenlinien, eine Geländeschummerung, Straßen, Wirtschaftswege, Pfade, unterschiedliche Nutzungsformen (Wald, sonstige Flächen), Gewässer und eine gewisse Anzahl an POIs.

Der Informationsgehalt der OSM-Karten reicht für viele Outdoor-Aktivitäten vollkommen aus, allerdings ist zu beachten, dass dies nicht für alle Regionen bzw. Länder der Welt zutrifft! Andere Karten stehen im inReach-Account aber nur für Nordamerika zur Verfügung. Es lassen sich spezielle Jagdkarten kaufen oder kostenlose topografische Karten herunterladen. Das die sogenannte "Topo Nordamerika" deutlich mehr Daten als die OSM-Variante enthält, zeigt sich schon an der Downloadgröße: 406 MB vs. 244 MB für British Columbia.

Garmin inReach Explorer+ Test: Kommunikation, SOS

Nachrichten von einem inReach senden

Vom Garmin inReach Explorer+ lassen sich Nachrichten an folgende Empfänger senden:

  • An einem im inReach Account hinterlegten Facebook-Account
  • An einem im inReach-Account hinterlegten Twitter-Account
  • An alle im inReach-Account hinterlegten und mit dem Gerät synchronisierten Kontakte (jeweils mit E-Mail-Addresse und/oder Mobilfunknummer)
  • Zur MapShare Kartenseite
  • Manuell eingegebene E-Mail-Addressen bzw. Mobilfunknummern (Format: z.B. +49176xxxxxxxx)

Die Nachrichten können einen beliebigen Text und/oder die aktuelle Position oder den Text einer vorgefertigten Nachricht beinhalten. Diese "Sofortnachrichten" ersparen lästiges Tippen per Tastatur und werden im inReach-Account editiert. Alternativ lassen sich bereits vorgefertigte Nachrichten nutzen, Beispiele: "I’m going to be late" oder "I wish you were here!".

Eine weitere Option ist das Versenden von vorgefertigten Nachrichten, bei denen nicht nur der Inhalt, sondern bereits auch die Empfänger hinterlegt sind. Diese "Nachrichtenvorlagen" erlauben ein schnelles Versenden ohne großartige Interaktionen. Sie können wie folgt aussehen und werden ebenfalls im inReach-Account editiert:

  • Nachricht 1: Everything is ok, I’m on schedule! (have a look at our map: http://bit.ly/1uYHiIs)
  • Nachricht 2: Everything is okay, I’m behind my schedule (have a look at our map: http://bit.ly/1uYHiIs)
  • Nachricht 3: I have trouble and need help (have a look at our map: http://bit.ly/1uYHiIs)

Nachrichten an einen inReach senden

Beim Senden von Nachrichten an einen Garmin inReach muss folgendes beachtet werden: Das Gerät verfügt über keine eigene Telefonnummer bzw. keine öffentliche E-Mail-Addresse!

Es bestehen folgende Möglichkeiten:

  • Antworten auf eine erhaltene inReach SMS Nachricht.
  • Antworten auf ein erhaltenes inReach E-Mail.
  • Senden einer Nachricht über die inReach MapShare-Seite.

Dies bedeutet: Hat der inReach Anwender keine MapShare-Seite freigeschaltet bzw. entsprechend konfiguriert (Aktivieren der Funktion "Kartenbenutzern gestatten, Nachrichten an Sie zu senden"), ist er nicht zu erreichen – außer er startet die Kommunikation durch das Senden einer Nachricht!

Eine weiterer Kommunikationskanal ist das Senden von Mitteilungen von inReach zu inReach. Dazu erhält jeder im Account eingerichtete Anwender eine interne, automatisch vergebene E-Mail-Addresse, die z.B. bei "mustermann@web.de" zu "mustermann@inreach.garmin.com" wird.

SOS-Funktion

SOS ist eine der zentralen Funktionen des inReach Explorer+. Die SOS-Meldungen lassen sich über eine Hardware-Taste, ein separates inReach-Menü oder per App auslösen. Der gesamte Notfallprozess wird wie bereits erwähnt von dem weltweit agierenden Unternehmen "GEOS" gehandhabt. Wie uns Anwender berichtet haben ist der Ablauf bestens organisiert, dabei bewährt sich vor allem die 2-Wege-Kommunikation.

Garmin beschreibt den Prozess wie folgt:

GEOS Emergency Response Coordination

Globale Überwachung und Notfallbearbeitung rund um die Uhr.

Wenn Sie die SOS-Funktion auf dem inReach aktivieren, kommuniziert eine Person am anderen Ende mit Ihnen und koordiniert die entsprechenden Dienste an Ihrem Standort. Diese Person bleibt mit Ihnen in Kontakt, bis der Notfall beendet ist. (Hinweis: Diese Leistung ist für alle Personen verfügbar, die Ihr inReach verwenden.)

Garmin inReach Explorer+ Test: inReach Account

Der über den Link explore.delorme.com erreichbare, zum Betrieb eines inReach notwendige Account spielt eine zentrale Rolle. Das Einrichten des Accounts kostet einiges an Zeit, wichtig ist es, das Zusammenspiel mit dem Gerät zu verstehen!

Die wichtigsten Optionen:

  • Gerät(e) aktivieren
  • Abonnement(s) auswählen
  • Zusatzfunktionen buchen
  • Abrechnungsinformationen abrufen
  • Notfallkontakte hinterlegen
  • Kontaktpersonen anlegen
  • User anlegen und den Geräten zuweisen
  • Eine MapShare Seite verwalten (Passwortschutz oder öffentlich, welche Daten sichtbar sind, Verknüpfung mit einem Facebook bzw. Twitter Account, …)
  • Nachrichtenvorlagen und Sofortnachrichten verwalten
  • Statistiken abrufen (z.B. Anzahl an Nachrichten)
  • Alle Nachrichten einsehen und löschen
  • Eine Kartenseite zum Verwalten aller Aufzeichnungen, Importieren / Exportieren von Daten, Planen einer Route, Anlegen von Wegpunkten etc.

Einige der Einstellungen (z.B. Notfallkontakte, Nachrichtenvorlagen) gelten dabei für alle im Account hinterlegten Benutzer, ebenso gibt es nur eine MapShare-Seite pro Account.

Eine interessante und mit 17,95 $ USD/Jahr günstige, über den Account buchbare Zusatzleistung ist die GEOS SAR Versicherung, die für alle Rettungsmaßnahmen bis $100.000 aufkommt (siehe auch unsere Linksammlung weiter oben).

Garmin inReach Explorer+ Test: Kosten

Um alle SOS- und Kommunikationsfeatures nutzen zu können ist ein Abonnement Grundvoraussetzung. Die Navigationsfunktionen lassen sich nach erfolgter Geräteaktivierung auch ohne Abo verwenden (nach unseren Informationen soll diese Möglichkeit im Rahmen eines Software-Updates eingeführt werden).

Dabei ist zwischen Jahres- und Monatstarifen zu unterscheiden, die von Garmin wie folgt beschrieben werden:

  • Jahrestarife erfordern einen 12-monatigen Vertrag. Es fällt eine einmalige Gebühr in Höhe von 24,99€ zum Aktivieren des Abonnements an. Die Hochstufung eines Tarifs ist kostenlos. Beim Herunterstufen eines Tarifs fällt eine Gebühr in Höhe von 29,99€ an.
  • Monatstarife erfordern eine Mindestlaufzeit von 30 Tagen und können kostenlos hoch- und heruntergestuft werden. Beim Hochstufen des Tarifs ist eine Mindestlaufzeit von 30 Tagen für den neuen Tarif erforderlich. Sie können den Service kostenlos auf Monatsbasis aussetzen und trotzdem weiterhin auf Ihre gesamten, im Explore-Portal gespeicherten inReach-Daten zugreifen. Es fällt eine Jahresgebühr in Höhe von 29,99€ an.
Die Monatstarife sind somit insbesondere für eine temporäre Nutzung interessant (längere Urlaubsreisen etc.).

Garmin inReach Explorer+ Test: Garmin inReach Übersicht Abonnementkosten

inReach – Kosten für ein Abonnement

Kostenübersicht (Quelle: Garmin): InReach Abonnement (PDF)

Garmin inReach Explorer+: Tastatur, Abdeckung für USB-Anschluß, Kontakte für externe Stromversorgung

Garmin inReach Explorer+ Test: Wetterdaten

Über das Iridium System lassen sich mit dem Explorer+ detaillierte Wetterdaten abrufen. Garmin unterscheidet dabei zwischen "Einfach" und "Premium".

  • Einfach: Kostet pro Abruf eine Nachricht des Abonnements, umfasst den aktuellen und die drei folgenden Tage in 6-Std-Intervallen (Beispiel, Abruf um 15:00, Beginn aktueller Tag 16:00 Uhr, Ende letzter Tag 10:00 Uhr).
  • Premium: Für den aktuellen Tag stündlich, für den folgenden Tag anfangs stündlich, dann in 2- bzw. 3-Stunden-Intervallen, für den dritten Tag in 3- bzw. 6-Stunden-Intervallen, für den vierten Tag in 6- bzw. 12-Stunden-Intervallen, für die folgenden vier Tage in 12-Std.-Intervallen (die Intervalle hängen von dem Abrufzeitpunkt ab).

Eine Premium-Abfrage bietet folgende Informationen (Abrufzeitpunkt freitagmittags):

  • Übersichtsseite für Heute, Samstag, Sonntag, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag mit Symbolen zu Niederschlag und Bewölkung.
  • Übersicht pro Tag/Intervall mit Infos zu Bewölkung, Niederschlag in % und Temperatur.
  • Pro Intervall mit ausführlichen Infos zu Bewölkung, Temperatur, Niederschlag (cm, %), Wolkendecke (%), Wind (Richtung, Stärke in km/h), Druck (in mbar), Windchill, Luftfeuchtigkeit (%).

Eine Einfach-Abfrage ist analog aufgebaut, Unterschiede gibt es nur bei den Intervallen bzw. Tagen. Als Positionen für die Vorhersagen können die eigene Position, beliebige Koordinaten oder ein Wegpunkt gewählt werden. Außerdem lässt sich eine spezielle Marine-Wettervorhersage abrufen.

Wie hoch die Kosten für eine Premium-Abfrage sind, ist nur über Umwege herauszufinden. Auf der Seite von www.inreachcanada.com ist zu finden: Premium forecasts are billed at $1.29 per forecast / Premium Marine forecasts are billed at $1.99 per forecast (entsprechen ca. €0,90 bzw. €1,40; Anhaltswerte, bei uns können die Tarife anders ausfallen).

Garmin inReach Explorer+ Test: Earthmate App

Die kostenlos für Android und iPhone erhältliche, übersichtliche und einfach zu bedienende Earthmate App bietet Funktionen analog zum inReach Explorer+ – die App ist quasi der verlängerte Arm!

Die App lässt sich per Wi-Fi oder Mobilfunknetz mit dem inReach Account synchronisieren (z.B. zum Herunterladen von neuen Routen), kann aber auch ohne Mobilfunkverbindung genutzt werden. Dann stellt der inReach Explorer+ die Verbindung zur Außenwelt her, die Daten werden automatisch zwischen Smartphone und inReach synchronisiert. So wird zum Beispiel ein in der App erstellter Wegpunkt sofort auf dem Explorer+ sichtbar.

In der App stehen unter anderem folgende Funktionen zur Verfügung:

  • Kartenseite auf der Basis von vorab heruntergeladenen Offline-Karten
  • Kompassseite
  • Anlegen und Bearbeiten von Wegpunkten
  • Bearbeiten von Routen
  • Navigation entlang von Routen und zu Wegpunkten (unter Nutzung des Explorer+ GPS-Empfängers)
  • Starten/Stoppen des Trackings auf dem Explorer+ (inkl. Einstellen des Trackingintervalls)
  • Abrufen von Wetterdaten über den Explorer+
  • Senden und Empfangen von Nachrichten via Explorer+ (komfortables Tippen von Nachrichten!)
  • Protokoll (enthält alle Trackpunkte und gesendete/empfangene Nachrichten)
  • SOS aktivieren

Unser größter Wunsch wäre eine Funktion: Ein Import von gpx-Dateien! Diese Funktion scheint es in der Hunt-Edition schon zu geben (laut Google Play: "… and the ability to import GPX files."). Die Earthmate App für Jäger bietet weitere Funktionen inklusive zusätzlicher Jagddaten und kostet ab 39,95 $ USD/Jahr. Da bleibt nur zu hoffen, dass Garmin diese sinnvolle Funktion für alle Earthmate Anwender freischaltet.

Garmin inReach Explorer+ Test: Fazit

Der Garmin inReach Explorer+ bietet in der Tat eine einmalige Kombination an Funktionen: 2-Wege-Kommunikation, SOS und Navigation mit Hilfe topografischer Karten.

Unser Test bestätigt, dass der inReach Explorer+ aufgrund dieser Funktionsvielfalt und seiner Technik ein idealer Begleiter für Outdoorer, Traveller und Professionals ist, die weltweit und unabhängig vom Mobilfunknetz kommunizieren bzw. in der Lage sein wollen, jederzeit eine SOS-Meldung absetzen zu können. Die Navigationsfunktionen erweisen sich allerdings nur als ein hilfreiches Add-on – der Schwerpunkt des Garmin inReach Explorer+ liegt eindeutig beim Kommunizieren.

Insbesondere unter dem Aspekt, auf Outdoor Touren nur ein Gerät mitführen zu müssen, ist zu hoffen, dass Garmin der nächsten inReach-Generation weitere Funktionen analog zu seinen GPS-Handgeräten spendiert. Gleiches gilt für die Kartografie und dem Übertragen von Daten auf das Gerät.

Summa summarum – der inReach Explorer+ kann jedem Outdoorer und Abenteurer nur empfohlen werden – vorausgesetzt er ist bereit, neben den Anschaffungskosten von 500.- Euro die nicht unerheblichen Kosten für ein Abonnement zu tragen!

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Garmin inReach Explorer+ – Vorteile

  • Nutzung des Iridium Systems
  • Weltweite 2-Wege-Kommunikation
  • Zuverlässige Nachrichtenübermittlung
  • Benutzerfreundliches Menü & Bedienung
  • Sehr gutes Display
  • Hervorragender GPS-Empfang
  • Lange Akkulaufzeiten
  • Earthmate App für Android & iOS
  • Detaillierte Wettermeldungen
  • Umfangreiches Zubehör

Garmin inReach Explorer+ – Nachteile

  • Datenimport nur mit Online-Verbindung möglich
  • Außerhalb von N-Amerika gibt es ausschließlich OSM-Karten
  • Nur grundlegende Navigationsfunktionen
  • Tippen von Nachrichten per Tastatur
Garmin inReach Explorer+ Test was last modified: März 24th, 2017 by Joachim Bardua

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