Die von Tele Atlas und Sygic angebotene McGuider Navi-Software für Handies und Smartphones setzt auf einen attraktiven Preis und viel Kartenmaterial von ganz Westeuropa und großen Teilen Osteuropas.

McGuider 2009 wird für 79.- Euro auf DVD oder microSD-Karte verkauft. Zum Testen stand die SD-Variante zur Verfügung. Die Software wird auf einer 4 GB microSD-Karte ausgeliefert; ein SD- und ein Mini-SD Adapter gehört zum Inhalt der Verkaufsverpackung. Auf der Speicherkarte befinden sich Dateien für mehrere Betriebssysteme: Windows Mobile, Symbian UIQ und Symbian S60.

Die Installation gestaltet sich denkbar einfach: Karte in das Gerät gesteckt und schon startet der Installationsassistent. Das Lizenzmodell erlaubt es, McGuider nacheinander auf den unterschiedlichsten Geräten einzusetzen. Die Navi-Software funktioniert nur mit der Original-Speicherkarte, allerdings kann sie einmal auf eine andere Karte übertragen werden.

McGuider wurde zum Testen abwechselnd auf einem Sony Ericsson XPERIA X1 und einem Fujitsu-Siemens Pocket LOOX n560 eingesetzt. McGuider arbeitet sowohl mit internen wie auch mit externen GPS-Empfängern zusammen.

McGuider: Überzeugende Bedienung

McGuider überzeugt durch ein übersichtlich gegliedertes Menü und eine einfache Bedienung. Allerdings gibt es auch ein paar Ungereimtheiten, die aber nicht allzu sehr ins Gewicht fallen. Wer vermutet schon das Anlegen von Favoriten unter “POI modifizieren > POI hinzufügen”? Da es ein Handbuch noch nicht einmal als Download gibt, ist der Anwender an dieser Stelle auf seine Phantasie angewiesen.

Die bunten Icons sind groß genug, um McGuider auch auf dem hochaulösenden Display des XPERIA X1 problemlos mit dem Finger zu bedienen. Lediglich bei der Eingabe von Adressen greift man gerne auf den Stylus zurück.

Hauptmenü Sygic McGuider Zieleingabe Sygic McGuider Zieleingabe Sygic McGuider
Menü und Zieleingabe (rechts)

Eingabe von Zielen

McGuider erlaubt auf unterschiedlichste Weise, Ziele einzugeben. Dazu gehört auch die Eingabe von Koordinaten bzw. über die Karte.

Beim Eintippen von Adressen hält McGuider eine Besonderheit parat. Da Umlaute fehlen, müssen für Orte wie “München” “Mu” oder “Mue”eingegeben werden. Die QWERTZ-Tastatur – alternativ auch QWERTY oder AZERTY – weist keine Buchstabenausblendung auf. Dafür erleichtert die flotte Vorselektion möglicher Ziele die Suche ungemein, bereits einmal eingegebene Orte werden bevorzugt angezeigt.

Die Liste mit den schon einmal eingegebenen Zielen kann recht lang werden. Leider kann sie weder gefiltert noch sortiert werden. Ein praktisches Feature ist dagegen die umfangreiche Gliederung der POIs. Insgesamt 20 Kategorien stehen zur Verfügung. Sie sind jeweils in zahlreiche Unterkategorien gegliedert, z.B. “Finanzen und Wirtschaft” in “Ausstellung, Betrieb, Geldautomat, Geschäftsgebäude, Industiregebäude, Kongresszentrum, Zoll”.

Die POI-Datenbank ist aber nicht besonders ausführlich. Will man in der Münchener Innenstadt einen Geldautomaten suchen, dann listet McGuider den nächsten Automaten in Österreich auf! In Hamburg bekommen Sie die Meldung: “Entschuldigung, in diesem Gebiet befindet sich nicht Geldautomat”.

Flotte Bedienung – aber auch schon mal ein Systemabsturz

Beim Tempo kann McGuider dagegen überzeugen. Großartige Wartezeiten gibt es kaum, die Software läßt sich insgesamt flott und flüssig bedienen. Lediglich bei der POI-Suche kann es schon einmal mehrere Sekunden dauern. Bei der Routenberechnung zeigt McGuider durchschnittliche Werte, Beispiele (Einstellung: schnellste Route, Testgerät Sony Ericsson XPERIA X1):

  • Nahverkehr, 8 km: 4,0 Sek
  • Autobahn/Stadt kombiniert, 50 km: 11,8 Sek.
  • Fernverkehr, 400 km: 29 Sek.
  • Fernverkehr, 810 km: 38 Sek.
  • Fernverkehr, 1.000 km: 2 Min. 28 Sek. (Autobahn und Landstraße)

Zur Berechnung von Strecken stehen folgende Optionen zur Auswahl:

  • Schnellste Route
  • Ökonomische Strecke
  • Kürzeste Strecke
  • Nur Fußwege
  • Nur Radwege

Im Test hat sich gezeigt, daß es nur bei wenigen Strecken Unterschiede zwischen ökonomisch und schnell gibt, in diesen Fällen entspricht ökonmisch eher der kurzen Route. Wenn auf dem XPERIA oder dem LOOX eine Strecke von beispielsweise 400 km mit der Einstellung “Kürzeste Strecke” berechnet werden soll, dann stürzt McGuider gerne mit der Fehlermeldung “illegal operation report” ab.

Ebenfalls zu bemängeln ist die Anzahl an Ausschlußkriterien. Zwar lassen sich Mautstraßen oder U-Turns ausschliessen, dafür aber keine Autobahnen oder Fähren.

Ehrenrunde über die Autobahn

McGuider: Routenwahl – nicht immer überzeugend

Die Routen, die McGuider vorschlägt, hinterlassen einen zwiespältigen Eindruck. Bei vielen Strecken ist die Routenwahl wirklich klasse, einige Ausreißer trüben das Bild aber ganz und gar.

Die Abbildung zeigt ein Beispiel aus dem Norden von München. Obwohl es wahrlich genug Alternativen gibt, dreht McGuider eine zusätzliche Ehrenrunde über die Autobahn!

On the Road mit Tele Atlas McGuider

Das sehr an TomTom Navis erinnernde Kartenbild gehört zu den positiven Seiten von Sygic McGuider. Die Route wird übersichtlich präsentiert, die temporär eingeblendete Beschilderung (Autobahnen in blau, innerorts in grün) erweist sich als sehr hilfreich.

Der sporadisch auftauchende Fahrspurassistent ist das Gegenteil. Viel zu klein, nur schlecht zu erkennen und zu allem Überfluß hin und wieder auch mal falsch. Die Infoleiste unterhalb der Karte ist klar gegliedert und sehr informativ. Die Angaben zu Fahrtstrecke, Geschwindigkeit etc. fallen auf dem WVGA Display des XPERIA X1 allerdings bonsaimäßig aus – wohl dem, der Adleraugen hat!

Die Sprachansagen überzeugen dagegen weitgehenst. Zwar stimmen die Abbiegeanweisungen ab und zu nicht mit der angezeigten Route überein, dafür sind sie gut verständlich, von der Häufigkeit meistens ausreichend und vom Timing fast optimal. Auf Autobahnen wird auf eine Ausfahrt bereits 2 km, innerorts dagegen erst 200 m vorher hingewiesen. Zur Auswahl steht eine weibliche Stimme, die sogar ansagt, ob das Ziel auf der rechten oder linken Straßenseite liegt.

Ein sinnvolles Feature: In Tunnels geht die Navigation weiter!

Die folgende Abbildung zeigt die gleiche Fahrsituation auf den beiden Testgeräten (links: XPERIA X1, rechts: Pocket LOOX n560):

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft das Verhalten beim Abweichen von der Route. McGuider hält viel zu lange an einer einmal berechneten Strecke fest und versucht, den Fahrer andauernd zurückzuführen. Dabei werden auch zahlreiche Wendemanöver vorgeschlagen – auch dann, wenn im Setup “Keine U-Turns verwenden” aktiviert ist.

Weitere Funktionen von McGuider

  • Telefonieren während der Navigation ist mit Sygic McGuider problemlos möglich. Bei einem eingehenden Anruf läuft die Navigation im Hintergrund weiter.
  • Warnungen bei Geschwindigkeitsverstößen sind individuell konfigurierbar, z.B. innerorts ab 10 km/h Überschreitung.
  • Sicherheitskamera-Listen sollen integriert sein – in München ist davon aber nichts zu merken!
  • Weltzeituhr, Rechner, Einheitenumrechner und Länderinfo sind zusätzlich an Bord.

Fazit

Tele Atlas McGuider hat das Potential, in der Oberliga der Navi-Software mitzuspielen. Eine übersichtliche Bedienung und eine überzeugende Kartendarstellung reichen aber nicht aus, um sich eine gute Platzierung zu erobern. Mängel bei der Routenführung und diverse Fehler vermitteln das Gefühl, daß die Software noch nicht so ganz ausgereift ist. Schade, da McGuider eigentlich zu gefallen weiß.

Zum jetzigen Zeitpunkt empfiehlt es sich, auf Produkte wie Garmin Mobile XT oder Navigon MobileNavigator 7 auszuweichen.

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Pro

  • Übersichtliche Karte
  • Einfache Bedienung
  • Viele Konfigurationsmöglichkeiten
  • Bei fehlendem GPS-Empfang Routenberechnung von der letzten bekannten Position möglich
  • Individuell konfigurierbare Warnungen bei Geschwindigkeitsüberschreitungen
  • Navigation geht in Tunnels weiter
  • Funktionen wie Routensimulation, Sperren von Streckenabschnitten
  • Routen mit Zwischenzielen, inklusive Routenoptimierung
  • Umfangreiches Kartenmaterial

Contra

  • Systemabstürze bei der Routenberchnung
  • Fehler bei der Routenführung
  • Differenz zwischen optischer und akkustischer Zielführung
  • Zu kleiner Fahrspurassistent
  • Favoriten werden über Menü “POI hinzufügen” angelegt
  • Kein Ausschlußkriterium für Autobahnen
  • Spuranzeige gelegentlich falsch
  • “Letzte Ziele” Liste nicht sortierbar/filterbar
  • Keine Sicherheitskameras im Raum München
  • Geschwindigkeitshinweise stehen nicht überall zur Verfügung
  • Unzureichende POI-Datenbank
  • Nur eine Stimme (weiblich) zur Auswahl
  • Keine TMC-Verkehrsnachrichten abrufbar
  • Kein Handbuch verfügbar

Getestete Version: 7.70 | Build: 1073 D
Kartenversion: 7.80

Weitere Informationen: McGuider.

Navi-Software im Test: Sygic McGuider 2009 was last modified: Juni 3rd, 2013 by Joachim Bardua
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