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Specialized ANGi Sturzsystem im Test

Beim Mountainbiken auf einem einsamen Trail oder beim Rennradfahren auf einer abgelegenen Landstraße zu verunglücken kann schnell zu einer Grenzerfahrung werden! Aus Spaß wird Ernst – die eigene Erfahrung lehrt dies!

Um Bikern*innen – die gerne mal alleine über Trails flitzen oder auf Straßen powern – eine gewisses Extra an Sicherheit zu bieten hat Specialized das ANGi Crashsensor eingeführt. Ein kleines Teil, das bereits auf einigen Fahrradhelmen von Specialized vormontiert ist, sich aber auch nachrüsten lässt – sogar auf den Helmen von Mitbewerbern.

Specialized ANGi Sensor am Ambush Comp Fahrradhelm
Specialized ANGi Sensor am Ambush Comp Fahrradhelm

Wie funktioniert das ANGi Notfallsystem?

Das ANGi Sensor – ANGi steht für "Angular und G-Force Indicator" – misst per Beschleunigungssensor und Gyroskop (= Kreiselinstrument) auf den Fahrradhelm einwirkende Kräfte – laut Specialized Rotations- und Linearkräfte.

Erkennt der Sensor einen Sturz verbindet er sich mit dem Smartphone, anschließend sendet die Specialized Ride App an die in der App hinterlegten Notfallkontakte eine SOS-Meldung. Die Kontakte erhalten per E-Mail und SMS einen Link zu einer Webseite mit einer Karte und weiteren Daten wir Uhrzeit und Koordinaten.

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Specialized Ambush Comp Helm mit ANGi

Ich habe mir das Sicherheitssystem in Verbindung mit einem Specialized Ambush Comp mit ANGi näher angeschaut. Neben dem Ambush Comp hat Specialized noch weitere Helme mit integriertem ANGi im Programm – für Mountain-, Gravel- und Roadbiker.

Ein paar Erfahrungen mit dem Ambush Comp lauten (das eigentliche Testen des Helms überlasse ich renommierten Bike-Magazinen!):

  • Die Passform ist absolut perfekt: Aufsetzen & Wohlfühlen (wobei dies natürlich sehr von den persönlichen "Vorgaben" abhängt).
  • Noch mehr Sicherheit dank MIPS Technologie (MIPS = Multi-directional Impact Protection System): Ohne MIPS oder einem vergleichbaren System würde ich heute keinen Helm mehr kaufen.
  • Cleveres Mindset 360 System (für ein perfektes Anpassen): Die gesamte Konstruktion inklusive dem in die Helmschale integrierten Drehrad sorgt dafür, dass bei einem Blick nach vorne bzw. oben absolut nichts in den Nacken drückt.
  • Ein Gesamtgewicht von gewogenen 418 g (in der L Variante): Geht voll in Ordnung, von nichts kommt halt nichts (eine leichtere Variante ist der "Ambush mit ANGi" Helm).
  • Die Belüftung macht einen guten Eindruck: Eine finale Aussage ist erst möglich wenn’s so richtig heiß wird!

Den Helm gibts für €139,90 (UVP), was ich angesichts der Komfort- und Leistungsmerkmale für absolut angemessen halte.

Specialized Ambush Comp Fahrradhelm mit Crashsensor
Specialized Ambush Comp Fahrradhelm mit ANGi Sensor

Specialized ANGi Sturzsensor im Detail

Um das ANGi überhaupt verwenden zu können braucht’s einen Specialized Account und ein Smartphone mit installierter Specialized Ride App (für iOS & iPhone). Einerseits um die Sensoreinheit freizuschalten und zu aktivieren, andererseits um die Sicherheitsfeatures nutzen zu können. Das Einrichten bzw. Aktivieren des Sensors ist schnell erledigt, dazu gibts in der App eine praktische Schritt für Schritt Anleitung.

Was mir dabei besonders gut gefällt: Der Sensor lässt sich mit dem gleichen Account abwechselnd auf einem Android Smartphone und einem iPhone verwenden. Die Nutzung ist also nicht an das Smartphone gebunden.

Was mir weniger gut gefällt: Eine weitere App die beim Starten einer Tour in Betrieb zu nehmen ist … 🙂

Übrigens, die Verwendung des Sensors bzw. der App ist kostenlos, da im Kauf des Helms (oder Sensors) enthalten. Eine Gebühr von €29,99 ist nur dann zu entrichten, wenn der Helm z.B. an eine weitergegeben wird (siehe ANGi FAQ).

Für ein besseres Verständnis kann ich nur empfehlen die FAQ zu lesen, da sich dort ganz wichtige Infos zur Funktionsweise finden:

Während des Betriebs hält das Gerät keine ständige Bluetooth-Verbindung zum Telefon. ANGi trennt sich nach der Aktivierung von selbst und führt alle fünf Minuten etwa zehn Sekunden lang einen Check mit der App durch. Low Energy Bluetooth ermöglicht es dem Gerät, sich nur bei Bedarf neu zu verbinden. Diese Verbindungen werden hergestellt, um sicherzustellen, dass alles wie erwartet funktioniert, wenn das Gerät einen Aufprall/Sturz erkennt.

Kurz gesagt, auf einer normalen zweistündigen Fahrt hat das Gerät insgesamt nur 4 Minuten eine aktive Verbindung.

(Quelle: Sepcialized ANGi FAQ)

Unabhängig davon tauchen beim Biken ab und zu Systemmeldungen auf, die auf ein Unterbrechen der Verbindung hinweisen (siehe Abbildung, Screenshot von einem Garmin Edge 1030 Plus).

Dies hat meines Erachtens nichts mit dem zuvor beschriebenen temporären Check zu tun. Das unvorhergesehene Trennen und erneute Verbinden kann am Smartphone, dem Sensor bzw. dem Bluetooth-Stack liegen.

ANGi Meldung auf einem Edge 1030 Plus
ANGi Meldung auf einem Edge 1030 Plus

Wie starten Sie eine Fahrt mit dem ANGI Sensor?

Kurz vor Fahrtbeginn müssen Sie folgendermaßen vorgehen:

  1. Ride App starten.
  2. Den Helm kurz schütten, das Bluetooth-Symbol auf der Kartenseite weist mit einer grün markierten Eins auf eine aktive Verbindung hin.
  3. Alternativ das Menü "Ausrüstung" öffnen und in dem Tab "Geräte" prüfen ob das ANGi aktiv ist.
  4. Auf der Kartenseite die Fahrt starten.
  5. Während der Tour ist unten auf der Datenseite die Statusmeldung "ANGi an" zu sehen.
  6. Am Ende die Tour speichern – fertig!

Die folgenden Abbildungen zeigen dies.

Ride App - Aktiver Sensor
Specialized ANGi – Aktiver Sensor (grüner Hinweis am Bluetooth-Symbol)
Specialized ANGi - deaktiviert
Specialized ANGi – deaktiviert
Specialized ANGi - aktiviert
Specialized ANGi – aktiviert
Specialized Ride App - Fahrdaten
Specialized Ride App – Fahrdaten mit ANGi Status

Die App bietet aber noch mehr Funktionen – eine davon ist die Auto-Pause. Wenn angehalten bleibt der Timer stehen, ein entsprechender Hinweis zeigt es an (Abbildung).

Alternativ lassen sich die Notfallfunktionen ohne Fahrtaufzeichnung verwenden. Dazu gibt’s eine entsprechende Einstellung.

Übrigens, auch beim Starten bzw. Beenden einer Fahrt gehen E-Mails mit dem Titel "Specialized Ride App: Fahrt gestartet" bzw. "Specialized Ride App: Fahrt beendet" raus – aber nur bei aktivierter Fahrtaufzeichnung.

Specialized Ride App - Die Auto Pause ist aktiv
Specialized Ride App – Aktive Auto-Pause

ANGi Sensor – Was passiert bei einem Crash?

Das lässt sich ganz einfach ausprobieren. Ein kräftiger Wurf auf die Wohnzimmercouch reicht zum Auslösen eines Alarms vollkommen aus. Dazu verbindet sich der Sensor mit der Ride App.

Auf der App taucht dann – begleitet von einem eindringlichen Ton – ein auffällig roter Screen auf, über den sich der Alarm ausschalten lässt. Ohne manuellen Eingriff werden nach einem Countdown die in der App eingetragenen Notfallkontakte automatisch per SMS und E-Mail benachrichtigt.

Daraus ergibt sich:

  • Das Smartphone sollte beim Biken möglichst griffbereit sein.
  • Damit genug Zeit zum Ausschalten bleibt würde ich als Countdown zum Auslösen eines Alarms z.B. eine Minute einstellen.
  • Zudem würde ich für den Fall der Fälle empfehlen, mit den Notfallkontakten einen Ablaufplan festzulegen!
Alarmmeldung der Ride App
Alarmmeldung der Specialized Ride App

Eine Crash-Meldung – die Darstellung erfolgt auf einer Karte – beinhaltet Infos zu Datum, Uhrzeit, Koordinaten sowie einen Link zu Google Maps.

Specialized ANGi - Crash erkannt
Specialized ANGi – Crash erkannt

Fahrtzeitalarm – Eine weitere sinnvolle Funktion der Specialized Ride App

Eine sinnvolle Funktion der Ride App ist der Fahrtzeitalarm. Vor der Tour lässt sich die ungefähre Fahrtdauer hinterlegen. Nach dieser Zeit geht eine Meldung per SMS und E-Mail raus. Der letzte bekannte Standort lässt sich dann in einer Karte anschauen, wieder inklusive Datum, Uhrzeit und Koordinaten (Abbildung). Kommen Biker bzw. Bikerin nicht zurück haben die Kontakte wenigstens einen Anhaltspunkt für eine eventuelle Suche.

Der Fahrtzeitalarm ist besonders bei schlechtem Mobilfunkempfang sinnvoll – insbesondere in einem Mobilfunk-Entwicklungsland wie Deutschland.

Diese Funktion habe ich mehrfach getestet, das Absenden erfolgt absolut pünktlich, der Empfang ist zuverlässig – wie bei allen anderen Meldungen.

Noch eine Info, die auf der Karte angezeigten Koordinaten (Abbildung unten) 47.84 / 11.28 reichen für eine Ortsangabe vollkommen aus. Wer genauere Werte haben möchte muss nach dem Antippen von "View on Google Maps" eine andere App wählen, z.B. Google Chrome. Dann lassen sich die Werte ablesen, in dem Beispiel: 47.840359 / 11.280109 (in Dezimalgrad, siehe koordinaten-umrechner.de).

Letzte bekannte Position des Fahrers
Letzte bekannte Position des Fahrers
Fahrtzeitalarm in der Specialized Ride App einstellen
Fahrtzeitalarm in der Specialized Ride App einstellen

Specialized ANGi Test – Fazit

Das Specialized ANGi Sturz- und Notfallsystem ist aus meiner Sicht ein sinnvolles Sicherheitsfeature – insbesondere für Biker*innen, die mal gerne alleine unterwegs sind. Im Test hat sich die Funktionalität des Systems – soweit beurteilbar – bewährt, die Meldungen landen zuverlässig bei den Notfallkontakten.

Wenn Sie also auf der Suche nach einem neuen Helm für ihre Fahrradtouren sind: Den getesteten Specialized Ambush Comp mit ANGi Helm kann ich nur empfehlen. Dank MIPS und dem cleveren System zur Einstellung der Passform hat der Specialized Fahrradhelm schließlich noch weitere Stärken!

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