TomTom GO Premium – Test & Erfahrungen

von | 5. Juli 2019 | GPS Tests | 0 Kommentare

TomTom GO Premium – In diesem Test schauen wir uns mit dem GO Premium die 2019er Evolutionsstufe der TomTom GO Serie an, die 2004 das Licht der Welt erblickt und über einen Zeitraum von immerhin 15 Jahren den Begriff "PND" (Personal Navigation Device) entscheidend (mit-)geprägt hat.

TomTom hat 2019 vier Navigationssysteme mit unterschiedlichen Displaygrößen im Programm (alle Angaben: UVP):

  • GO Basic (5 Zoll: €159,95, 6 Zoll: €179,95)
  • GO Essential (5 Zoll: €199,95, 6 Zoll: €249,95)
  • GO Premium (5 Zoll: €329,95, 6 Zoll: €379,95)
  • GO Premium X (6 Zoll: €429,95)

Das getestete TomTom GO Premium unterscheidet sich von dem Premium X nur durch ein weniger reichhaltiges Zubehör (Ladegerät mit einem Anschluss statt mit zwei Anschlüssen, keine Reisetasche, kein Displayschutz).

Bei den günstigeren TomTom PNDs GO Basic bzw. GO Essential verzichtet TomTom unter anderem auf die integrierte SIM-Karte. Per SIM-Karte – die Kommunikation erfolgt über das 2G Mobilfunknetz – stehen bei dem Premium folgende TomTom Echtzeitdienste zur Verfügung:

  • TomTom Traffic Verkehrsinformationen
  • Aktualisierungen zu den Standorten fest installierter und mobiler Radarkameras

Dazu kommt mit TomTom Places eine Online-Suche nach Sonderzielen.

Das Premium Navi bietet aber noch weitere Highlights wie beispielsweise eine IFTTT-Integration, komfortable Karten- und Software-Updates per Wi-Fi, kostenlose Weltkarten, Smartphone-Integration inklusive Freisprecheinrichtung und Smartphone-Benachrichtigungen (z.B. WhatsApp), Fahrtstatistiken, personalisierte Routen, Anbindung an TomTom MyDrive und eine praktische Aktivhalterung.

TomTom GO Premium Test

TomTom GO Premium Test (©TomTom)

TomTom GO Premium Test – Technik

Für den GO Premium Test ziehen wir zum Vergleich ein TomTom GO 5000 heran, ein Veteran, der bei uns seit fast sechs Jahren seinen Dienst verrichtet!

Das GO Premium braucht für den Startvorgang bis zum Anzeigen des Kartenscreens rund 38 Sekunden, das betagte GO 5000 dagegen rund 70 Sekunden; die Routenberechnung erfolgt ebenfalls deutlich flotter (Beispiele unten) – trotzdem wünschen wir uns ein in der Summe flüssiger reagierendes System. Im Vergleich zu dem erst kürzlich von uns getesteten Garmin DriveSmart hat das TomTom GO Premium eindeutig das Nachsehen – das DriveSmart spielt unter dem Gesichtspunkt "Technik" in einer eigenen Liga! Das GO punktet aber in anderen essentiellen Bereichen – weiteres dazu später.

Beispiele für die Routenberechnung (ungefähre Werte, *: GO 5000):

  • 35 km in D: 2,5 s (5 s)
  • 460 km in D: 23 s (53 s)
  • 830 km in D: 12 s (26 s)
  • 1.130 km nach F: 30 s (57 s)

Das GO Premium weist ansonsten viele Gemeinsamkeiten mit dem GO 5000 auf – ähnliches zeigt ein Vergleich mit dem direkten Vorgänger GO 5200: Der interne Speicher beträgt weiterhin 16 GB, es sind MicroSD-Karten bis 32 GB möglich, das kapazitive 5-Zoll WVGA-Display hat eine Auflösung von 480 x 272 Pixel (109 PPI), die Akkulaufzeit soll bis zu einer Stunde betragen, beim Prozessor soll sich ebenfalls nichts geändert haben. In dieser Hinsicht scheint also alles beim Alten zu bleiben!

TomTom GO Premium Test – Benutzeroberfläche

Bei der Benutzeroberfläche zeigt sich im Vergleich zu unserem Oldie: Das Wesentliche ist gleich geblieben, Änderungen gibt es "nur" im Detail. Große Buttons, die sich individuell anordnen lassen, prägen weiterhin das übersichtliche Menü. Eine hilfreiche Neuerung ist beispielsweise ein in die Routenleiste integrierbarer und somit schnell erreichbarer Button zum Löschen der aktuellen Route.

Zum Eingeben von Zielen stehen vielfältige Optionen zur Auswahl – inklusive Koordinaten und praktischen Mapcodes. Adressen lassen sich wie gehabt "klassisch" (also Schritt-für-Schritt) oder per Schnellsuche aufspüren. Ein paar wichtige Optionen sind in der Suchmaske allerdings recht versteckt, z.B. das Einschränken der Suche auf "Entlang der Route" oder "In der Nähe" aber auch die "Places" Online-Suche.

Zu der Benutzeroberfläche zählt auch die Sprachsteuerung. Begeisterung kommt beim Verwenden nicht auf, insbesondere im Vergleich zu dem Ablauf bzw. der Erfolgsquote der Garmin Sprachsteuerung.

Die Initialisierung der Sprachsteuerung erfolgt über den individuell anpassbaren Satz “Hallo TomTom”. Ein Dialog sieht folgendermaßen aus:

  • Fahrer: Hallo TomTom
  • System: Ich höre
  • System: Ein Ton signalisiert die Bereitschaft
  • Fahrer: Fahre zur Heimataddresse
  • System: Route zur Heimataddresse wird gesucht
  • System: Sie erreichen ihr Ziel um … (bis zu dieser Ansage dauert es recht lange)
  • Fahrer: "Los geht’s" antippen

TomTom MyDrive Notifications

TomTom MyDrive Notifications

Die Smartphone-Assistenten Siri bzw. Google Now lassen sich vielfältig nutzen. Die Kommunikation wird durch ein Antippen des Telefon-Symbols auf dem Bildschirm oder via Sprachbefehl (“Telefon aktivieren“) gestartet, die Antworten gibt das TomTom GO Premium aus. Der Fahrer kann z.B. eine Frage wie “Wie ist das Wetter in Hamburg?” stellen oder eine Adresse suchen und diese anschließend via Sprachsteuerung als Ziel verwenden.

Eine weitere Option ist das Kommunizieren per Textnachrichten oder Messenger-Programmen wie WhatsApp oder Telegram. Auf eingehende Nachrichten wird am Bildschirm hingewiesen, ein Vorlesen ist via Sprachsteuerung oder manuell per Button möglich. Das GO Premium unterstützt aber auch andere Benachrichtigungstypen, ein Beispiel sind Kalendereinträge. Die TomTom MyDrive App ermöglicht die Konfiguration (Abbildung rechts).

TomTom GO Premium Test – Routen, Verkehrsmeldungen, Navigation

Die von dem GO berechneten Routen sind im Großen und Ganzen hervorragend (und unserer Meinung nach besser als die Garmin Routen), auf die angezeigten Ankunftszeiten ist in der Regel Verlass, bei einer Stauumfahrung gilt: Der neuen Route kann man blind vertrauen.

Es ist aber auch bei dem GO Premium von einer Einschränkung auszugehen: Nach unseren Erfahrungen können die Ergebnisse in anderen europäischen Ländern – Beispiel Italien – katastrophal ausfallen. So dürfte es auch bei dem Premium vorkommen, dass in Dörfern und kleinen Städtchen der Rückwärtsgang zum Einsatz kommen muss. Die Route mag zwar gemäß der Algorithmen stimmen, nur sind Fahrzeug- und Straßenbreite nicht unbedingt kompatibel (von einem Fiat Panda mal abgesehen …).

Zur Routenberechnung stehen die Optionen "schnellste, kürzeste, umweltfreundlichste" zur Auswahl, Vermeidungen sind "Autobahnen, Fußgängerrouten, Fahrradrouten, Fähren/Autozüge, Mautstraßen, Fahrgemeinschaftsspuren, unbefestigte Straßen, Tunnel". Das sich Tunnels ausschliessen lassen ist lobenswert, schließlich gibt es Autofahrer mit einer Tunnelphobie!

Was leider nicht möglich ist: Aktuelle Garmin Navis bieten getrennte Ausschlusskriterien für Vignetten und Mautstraßen. So lässt sich einstellen "Vermeide das Pickerl in Österreich, lasse aber Mautstrassen zu". Diese Auswahl ist z.B. für alle Südbayern auf dem Weg in den Süden via A95 und Seefeld praktisch, um erst hinter Innsbruck auf den Brenner zu fahren. Bei TomTom ist nur ein generelles Ausschliessen möglich – Planungsklimmzüge sind somit vorprogrammiert.

Dafür verfügt das TomTom GO Premium über die nach wie vor besten Verkehrsmeldungen! Das GO überzeugt nicht nur bei Aktualität und Anzahl (von wenigen Ausnahmen abgesehen), sondern auch bei der übersichtlichen und informativen Darstellung in der Routenleiste und bei einer tollen Sicherheitsfunktion: Das GO Premium visualisiert wie alle TomTom Navis den Beginn eines Autobahn-Staus – fast schon auf den Meter genau. Während auf der linken Spur manche Autofahrer noch flott unterwegs sind, ist der entspannte TomTom Fahrer schon längst vom Gas gegangen!

Verkehrsmeldungen stehen in einem Radius von ca. 125 km um den aktuellen Standort zur Verfügung. Es bleibt abzuwarten ob TomTom auch bei seinen PNDs dynamische Verkehrsdaten zum Senken des Datenverbrauchs anbieten wird.

Das TomTom GO Premium überzeugt wie seine Vorgänger – auch in dieser Hinsicht hat sich nichts geändert – durch eine sehr übersichtliche Navigationsansicht. Dazu gehört die praktische Leiste am rechten Bildschirmrand mit allen wesentlichen Informationen zu der Route. Diese Art der Darstellung gefällt uns deutlich besser als es bei Garmin Navigationssystemen der Fall ist.

Die Sprachansagen – zur Auswahl stehen Anna, Yannick, Lisa und Werner – sind zu unserem GO Veteranen identisch. Sie führen in den meisten Situationen sicher und gut verständlich zum Ziel.

TomTom GO Premium Test – Weitere Funktionen

Die Freisprecheinrichtung könnte für manchen Autofahrer ein weiterer Grund sein sich für das GO Premium zu entscheiden. Die Sprachqualität ist auf beiden Seiten der Leitung "ordentlich", für kürzere Telefonate reicht sie vollkommen aus.

Wichtig: Das eigentliche Smartphone-Telefonbuch steht nur durch ein Antippen von "Zur Suche von Kontakten hier antippen" zur Verfügung. Zusätzlich gibt es eine Liste mit dem Anrufverlauf und eine Liste mit häufig verwendeten Kontakten; über die GO Benutzeroberfläche lassen sich aber keine Telefonnummern eingeben. Ein Anruf wird am einachsten über die Sprachsteuerung und einen Befehl wie "Max anrufen" gestartet. Die Lautstärke ist für Telefon und Navigationsansagen getrennt regelbar.

Ein Tipp am Rande: Ein Studium des Handbuchs ist auch notorischen "Nicht-Handbuch-Lesern" zu empfehlen; erst dann lassen sich alle Funktionen nutzen (Go Premium User Manual, Online-Version).

IFTTT – Ein Ereignis über "Wenn Dann" auslösen

"IFTTT", mit dem sich z.B. Smart-Home Geräte steuern oder Nachrichten versenden lassen, gehört zu den wichtigen Neuerungen. Um IFTTT nutzen zu können muss das GO Premium einem TomTom Account zugeordnet und dieser Account wiederum mit einem IFTTT Konto verknüpft sein. Auf der IFTTT Webseite lässt sich dann ein Applet wie "When you leave the office, send an SMS" (= Wenn Sie das Büro verlassen, dann wird eine SMS versendet) auswählen und dem GO Premium zuordnen (Abbildung rechts). Auf dem Smartphone wird dazu noch die IFTTT App benötig.

Im Test hat dieses IFTTT Applet allerdings nicht gemacht was es soll, mangels eines "smarten Zuhauses" haben wir keine weiteren Experimente durchführen können.

TomTom IFTTT Applet

Einige weitere Funktionen haben wir schon angedeutet, unbedingt zu erwähnen sind noch:

  • Fahrtstatistiken mit umfangreichen Informationen,
  • personalisierte Routen und "Last Mile Navigation" (mit Hilfe der MyDrive App zu Fuß zum geparkten Auto),
  • mit TomTom Road Trips "tolle Routen der Welt" entdecken,
  • Warnungen vor festen und mobilen Blitzern, häufigen Standorten mobiler Kameras, Abschnittskontrollen, Radarkontrollzonen, Ampelkameras, Fahrzeugbeschränkungskameras, Unfallschwerpunkten, Gefahrenstellen*, Risikobereichen*, bei Stauende und zu schnellem Fahren (die Warnungen erfolgen wahlweise "immer" oder "nur bei zu schnellem Fahren", allerdings ist kein Schwellenwert wie z.B. "Warne mich nur bei einer Überschreitung von 10 km/h" einstellbar; allerdings wird die Routenleiste bei einer Überschreitung des Tempolimits von mehr als 5 km/h rot, bei weniger als 5 km/h orange eingefärbt) (*: nur in Frankreich),
  • Synchronisierung mit MyDrive (App bzw. Webseite), z.B. zum Übertragen von Zielen aber auch von POI-Sammlungen im OV2-Format (auf dem GO Premium lässt sich dann einer POI-Liste mit z.B. allen Aldi-Filialen eines von fünf möglichen Symbolen zuordnen) sowie ein Importieren von GPX-Strecken.
  • Die aktuelle Strecke als Track aufzeichnen und als GPX-Datei exportieren.
  • Eine Map Share Kartenänderung in Echtzeit an TomTom melden (dazu den Punkt auf der Karte länger antippen, in dem nachfolgenden Infofenster auf die drei Punkte tippen und über "Kartenänderung melden" z.B. "Tempolimit" auswählen).

Um sich einen Überblick über alle Funktionen zu verschaffen empfehlen wir das bereits weiter oben referenzierte Handbuch durchzugehen!

TomTom – Lebenslange Updates

Das TomTom GO Premium kommt mit lebenslang kostenlosen Karten- und Radarkamera-Updates sowie Verkehrsmeldungen (Übersicht: tomtom.com).

"Lebenslang" definiert TomTom wie folgt: „Lebenslang“ steht für die Lebensdauer des Geräts, also den Zeitraum, in dem TomTom für das Gerät Support in Form von Software-Updates, Diensten, Inhalten oder Zubehör bereitstellt.

Das von uns verwendete, im Sommer 2013 auf den Markt gekommene GO 5000 verfügt ebenfalls über lebenslange Kartenupdates. Dies sind jetzt immerhin sechs Jahre, ein Zeitraum, der bei elektronischen Geräten als lang zu bezeichnen ist – insbesondere wenn zum Vergleich die Update-Politik bei Android Smartphones herangezogen wird!

Fazit – TomTom GO Premium Test

Das TomTom GO Premium bietet – neben neuen Funktionen wie IFTTT – die gleichen TomTom Tugenden wie seine Vorgänger: eine sehr übersichtliche Navigationsansicht inklusive der praktischen Routenleiste, exzellente Verkehrsmeldungen und sehr gute Routen! Dazu kommt eine umfangreiche Ausstattung inklusive lebenslanger & kostenloser Weltkarten- und Radarkamera-Updates.

Die Hardware muss sich allerdings Kritik gefallen lassen. Ein grundlegendes Upgrade – so wie es Garmin Anfang 2019 mit seiner DriveSmart Serie vorgemacht hat – wäre wünschenswert, damit das System insgesamt flüssiger laufen würde.

Außerdem ist die Frage zu stellen, ob sich der Kauf lohnt, solange die Vorgängermodelle GO 5200 bzw. GO 6200 noch im Handel sind. Bei der 5-Zoll Variante auf jeden Fall, da der Straßenpreis der neuen GO Premium Generation nur unwesentlich höher ist; bei der 6-Zoll Ausgabe lassen sich derzeit hingegen ein paar Euros sparen – allerdings nur unter der Vorgabe, dass die neuen Premium Features nicht das Objekt der Begierde sind.

Und ein Upgrade von einer deutlich älteren Go Generation? Ja, lohnt sich, insbesondere unter den Gesichtspunkten Systemgeschwindigkeit und Funktionserweiterungen, aber nicht unter dem Gesichtspunkt Nachhaltigkeit!

Anzeige - Aktualisiert: 21.07.2019 / Affiliate Links / Bild(er): Amazon

Go Premium – Leserbewertung

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  • System 70% 70%
  • Navigation 90% 90%
  • Bedienung 80% 80%
  • Ausstattung 80% 80%
  • Gesamtbewertung 80% 80%
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Bewertungskriterien

  • System (GPS-Empfang/Systemstabilität/Systemgeschwindigkeit/Dauer Routenberechnung)
  • Navigation (Routenqualität/Visuelle- & akustische Zielführung/Verkehrsinfos)
  • Bedienung (Montage/Anleitung/Benutzerführung)
  • Ausstattung (Anzahl an Funktionen)
  • Jede Kategorie fließt zu 25% in das Endergebnis ein
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