Huami Amazfit PACE Test und Erfahrungen

Amazfit Pace – Test & Erfahrungen! In diesem Test stellen wir die Huami Amazfit Pace, eine Smartwatch mit Onboard-Musik, Fitness-Tracking, Aktivitätsaufzeichnungen, Herzfrequenzsensor und anderen interessanten Funktionen vor – und das Ganze zu einem Straßenpreis von nur etwas mehr als 100.- Euro.

Amazfit PACE (rechts) vs. Amazfit BIP vs. Amazfit VERGE

Amazfit Pace, im Hintergrund: Amazfit Verge & Amazfit BIP

Amazfit Pace – Die wichtigsten Spezifikationen

  • Abmessungen: 45,7 x 45,7 x 1,27 cm
  • Gewicht: 53,7 g
  • Material: Glasfaserverstärktes Polycarbonat und Kermaik Lünette
  • Armband: Auswechselbar, 22 mm Standard
  • Display: 1.34″ transflektives Farb-LCD, 320 x 300 Pixel Auflösung, Corning Gorilla Glas
  • Bedienung: Kapazitiver Touchscreen, eine Taste
  • CPU: 1.2 GHz Dual-Core Prozessor
  • Speicher: RAM 512 MB, Flash 4 GB (ca. 2 GB verfügbar)
  • Sensoren: PPG Herzfrequenz, Beschleunigung, Gyroskop, Kompass, Luftdruck, Umgebungslicht
  • Audio: Mikrofon
  • GNSS: GPS, GLONASS, A-GPS
  • Konnektivität: Bluetooth 4.0 (Anschliessen von Smartphone, Headset und Herzfrequenzsensor), Wi-Fi 2.4 GHz 802.11b/g
  • Akku: 290 mAh Li-Polymer, Laufzeit 5 Tage als Smartwatch bzw. 35 Stunden im GPS-Modus
  • Wasserdichtigkeit: IP67
  • Betriebssystem: AMAZFIT OS (auf Android basierend)
  • Lieferumfang: USB-Craddle zum Aufladen und zur Datenübertragung, Handbuch
  • Handbuch (PDF): de.amazfit.com

Vergleich aller technischen Merkmale und Funktionen: Amazfit BIP vs. Verge vs. Pace

Amazfit Pace Test – Äußerlichkeiten, Tragen und Technik

Die Huami Amazfit Pace kommt im sportiven Hochglanz-Look – uns gefällt sie deutlich besser als die eher “pragmatisch” erscheinende, vom Funktionsumfang in vielerlei Hinsicht ähnlichen Amazfit Verge.

Das Gehäuse besteht aus Polycarbonat, die Lünette aus Keramik, das Display schützt Gorilla Glas. Die Huami Smartwatch sieht auch nach längerem 24/7 Einsatz noch wie am ersten Tag aus. Die Pace lässt sich angenehm tragen – zwar ist sie nicht so klein und leicht wie die Amazfit BIP, dafür trägt sie weniger auf als das Schwestermodell Amazfit Verge.

Die Amazfit Pace ist “nur” nach IP67 staub- und wasserdicht. Laut Handbuch – das nur auf englisch zur Verfügung steht – soll die Pace nicht beim Schwimmen und Baden eingesetzt werden. Wir haben uns natürlich nicht daran gehalten, feuchte Einsätze übersteht sie aber problemlos.

Das hochauflösende 1,34-Zoll Display liefert kräftige Farben und stellt alle Informationen knackig scharf dar – allerdings fallen die Schriften teils zu klein aus. Die Ablesbarkeit ist in der Summe sehr gut; dies gilt auch bei direkter Sonneneinstrahlung – in dieser Disziplin lässt sie die Amazfit Verge hinter sich.

Das kapazitive Touchdisplay erlaubt ein elegantes Bedienen. Etwas Feuchtigkeit stört kaum, erst bei einem so richtig nassen Display wird die Bedienung schwierig. Die Taste zum Entsperren des Displays ist aus unserer Sicht nicht optimal platziert und könnte etwas größer sein.

Zur Akkulaufzeit: Laut Angaben läuft die Smartwatch bis zu 5 Tage im Smartwatch-Modus (inkl. 30 Min. Joggen am Tag) bzw. bis zu 35 Stunden im GPS-Modus. Ein Beispiel: Nach einer 5 Stunden Touren im GPS-Modus inkl. Smartphone-Verbindung sind noch 78% Akkukapazität vorhanden; die angegebenen 35 Stunden erscheinen also etwas optimistisch.

An Sensoren sind Herzfrequenzsensor, Beschleunigungssensor, Kompass, Gyroskop, Umgebungslichtsensor und Barometer integriert.

Die Genauigkeit der 24/7 Herzfrequenzmessungen lässt sich nur schwer beurteilen, da sich aufgezeichnete und gespeicherte Aktivitäten (z.B. ein Lauftraining) zwar als GPX-Dateien exportieren lassen, die Daten aber keine Herzfrequenzwerte enthalten. Somit bleibt nur eine visuelle Analyse der auf der Uhr angezeigten Werte. Demnach erscheinen die Daten (meistens) plausibel, allerdings gilt bei der Pace wie bei allen Sportuhren mit integriertem Herzfrequenzsensor: Wenn zuverlässige und akkurate Messungen gefordert sind, dann ist das Tragen eines Herzfrequenz-Brustgurts oder eines Herzfrequenz-Armbandes unerlässlich.

Dazu lässt sich die Pace mit einem Bluetooth-Sensor koppeln. Ganz wichtig: Der HF-Sensor wird in den Einstellungen für die jeweilige Aktivität verbunden. Während des Tests haben wir die Amazfit mit dem von uns favorisierten Polar OH1 Sensor eingesetzt. Die Verbindung per Bluetooth klappt ohne Wenn und Aber, gleiches gilt für die Anbindung an ein Xiaomi Mi 8 Smartphone bzw. an ein Bluetooth-Headset zum Anhören von Musik.

Positionsbestimmungen erfolgen per GPS und GLONASS, die Aktualisierung von A-GPS Satellitendaten erfolgt über die Amazfit Watch Smartphone App. Trotz A-GPS erfolgt das Bestimmen der Position nach dem Starten einer Aktivität – z.B. Laufen – aber nicht ganz so flott wie bei vergleichbaren Garmin-Uhren. Auch kommt es vor, das die Position bzw. Höhe anfangs schon einmal kräftig daneben liegen können – der Pace sollte vor einer Trainingseinheit also etwas Zeit gegönnt werden. Die Genauigkeit von aufgezeichneten Strecken liegt in etwa auf dem Niveau einer parallel eingesetzten Garmin Instinct. Beispiele gibt es auf dieser Seite: Amazfit Trackaufzeichnungen.

Der Kompass lässt sich gegenüber dem Barometer/Höhenmesser manuell kalibrieren. Der Höhenmesser wird vermutlich per GPS kalibriert. Die Kompassrichtung, die aktuelle Höhe in Metern, der Umgebungsdruck in Millibar und die aktuelle Position erscheinen in dem Kompass-Widget. Die Position gibt die Pace wie folgt aus, Beispiel: Nördlicher Breitengrad 47°54’8″ Östlicher Breitengrad 11°22’8″.

Die Amazfit Pace verfügt über einen 1.2 GHz Dual-Core Prozessor, der für ein flüssiges Bedienen und Ausführen von Funktionen sorgt. Wartezeiten gibt nur hin und wieder. Als eingebauter Speicherplatz sind 4 GB angegeben, davon sollen 2.450 MB (2,45 GB) verfügbar sein. Das Tool “Android File Transfer” zeigt allerdings “nur” 1,98 GB als verfügbar an.

Amazfit PACE Wetter-Widget

Aktuelle Wetterinformationen auf der Huami Amazfit Pace

Amazfit Pace als Fitness-Tracker

Als Fitness-Tracker informiert die Pace zu Herzfrequenz (Durchschnitt, Minimum, Maximum, Ruhepuls), Aktivitätszeiten, hochgestiegenen Etagen, verbrauchten Kalorien (ohne Grundumsatz), zurückgelegten Schritten und zu Schlafenszeiten. Die Daten werden auf der Uhr umfangreich visualisiert, dazu gehören zahlreiche Grafiken und Auswertungen, die jeden Statistiker zufrieden stellen sollten. Weiterhin gibt es Ziele, eine automatische Aktivitätserkennung und eine Aufforderung bei zu wenig Bewegung.

Während unseres Tests haben wir die Pace mit einer Garmin Instinct verglichen – und zwar hinsichtlich hochgestiegener Etagen und zurückgelegter Schritte pro Tag. Dabei fällt auf, dass die Garmin Instinct in der Summe wesentlich plausiblere Angaben liefert.

Tabellen: Instinct vs. Pace

  • Tag 1
  • Etagen: 13 vs. 7
  • Schritte: 4.517 vs. 4.068
  • Tag 2
  • Etagen: 0 vs. 17
  • Schritte: 1.037 vs. 2.439
  • Tag 3
  • Etagen: 5 vs. 14
  • Schritte: 4.941 vs. 6.847
    • Tag 4
    • Etagen: 7 vs. 5
    • Schritte: 1.861 vs. 3.054

    In einem zweiten Vergleich haben wir die Amazfit Pace gegen die Amazfit Verge antreten lassen. Die Werte stimmen vom Maximalpuls abgesehen ganz gut überein, nur zeigt sich wieder, das die aufgezeichneten Etagen die Realität in keiner Weise wiedergeben.

    Tabellen: Verge vs. Pace

    • Tag 1
    • Etagen*: 179 vs. 203 (Realität: 890 m)
    • Schritte: 20.748 vs. 21.067
    • Kalorien: 669 vs. 608
    • Durchschn. Puls: 88 vs. 89
    • Minimaler Puls: 48 vs. 46
    • Maximaler Puls: 151 vs. 167
    • Tag 2
    • Etagen*: 121 vs. 117 (Realität: 680 m)
    • Schritte: 12.794 vs. 11.352
    • Kalorien: 334 vs. 243
    • Durchschn. Puls: 77 vs. 80
    • Minimaler Puls: 48 vs. 47
    • Maximaler Puls: 153 vs. 175

    *: Eine Etage soll 3 m entsprechen.

    Aktivitäten mit der Pace aufzeichnen

    Die Amazfit Pace ermöglicht das Aufzeichnen von zahlreichen Sportarten; vorgegeben sind: Laufen, Gehen, Radfahren, Laufband, Hallenradfahren, Crosstrainer, Bergsteigen, Traillauf, Skifahren, Tennis, Fußball, Seilspringen.

    Jede Sportart lässt sich in der Amazfit Watch App umfangreich konfigurieren. Die folgenden Abbildungen zeigen alle Sportarten (links) bzw. die möglichen Datenfelder für die Aktivität “Radfahren” (je nach Sportart stehen unterschiedliche Felder zur Auswahl).

    Die einzelnen Datenfelder lassen sich in der App de-/aktivieren bzw. beliebig anordnen. Die Anzahl an Feldern pro Seite wird automatisch angepasst, wenn in der App alle Felder aktiviert sind, stehen drei Seiten mit 6 : 4 : 3 Feldern zur Verfügung. Es ist aber auch möglich, sich z.B. nur eine Datenseite mit Angaben zu Zeit, Strecke, Herzfrequenz, Höhe und Geschwindigkeit zu “basteln”. In Ergänzung gibt es zwei nicht deaktivierbare Seiten mit einer Visualisierung des Pulses bzw. der zurückgelegten Strecke.

    Gut zu wissen: Laufsportler können sich eine Datenseite mit den vier für sie wichtigen Angaben Zeit, Geschwindigkeit, Pace und Herzfrequenz erstellen.

    Huami Amazfit Pace, mögliche Sportarten
    Huami Amazfit Pace, Konfiguration Radfahren
    Amazfit PACE Herzfrequenz-Widget

    Huami Amazfit Pace – Grafik für den 24/7 Puls

    Weitere Funktionen der Amazfit Pace

    Die Amazfit Pace bietet einen ähnlichen Funktionsumfang wie die Amazfit Verge – allerdings ohne die Telefonie am Handgelenk.

    Wichtige Funktionen für den Alltag sind: Smartphone-Benachrichtigungen (inkl. WhatsApp), DND, Flugmodus, Wecker, Timer und Stoppuhr.

    Zu den starken Kaufargumenten für die Pace zählt die Onboard-Musik. Die Musikstücke müssen manuell – beispielsweise über ein Tool wie “Android File Transfer” – in den Ordner “Music” kopiert werden; dazu ist ein Verbinden der Uhr mit dem Computer per USB nötig.

    Auf der Smartwatch selber lässt sich die Lautstärke des Kopfhörers regeln, ein Modus wählen (Zufallswiedergabe, Dauerschleife, Alle Abspielen), das Stück pausieren und von Stück zu Stück springen – ein Auswählen von Alben ist dagegen nicht möglich. Lobenswert – seit dem letzten Firmware-Update ist ein Steuern der Musikwiedergabe während einer Aktivität möglich!

    Streaming-Dienste wie z.B. Spotify lassen sich nicht direkt nutzen. Allerdings erlaubt es die Amazfit Pace, eine auf dem Smartphone installierte Spotify App zu steuern (dazu gibt es in der Amazfit Watch App die Einstellung “Music remote controller”).

    Zum Navigieren: Strecken, die als GPX-Dateien auf die Pace gelangen, sind bei einer Aktivität zum Nachverfolgen einsetzbar. Dann wird eine separate Seite mit der zu folgenden Strecke (grau) und der zurückgelegten Strecke (grün) eingeblendet. So steht eine in der Praxis gute Dienste leistende Orientierungshilfe zur Verfügung.

    Hilfreich ist auch die Funktion “Standort”, mit der sich eine Position wie z.B. der Ausgangspunkt eines Laufs speichern lässt. Die Position ist dann als Navigationsziel verwendbar, das Navigieren erfolgt per Luftlinie. Damit ist es möglich, jederzeit wieder zum Ausgangspunkt zurückzufinden.

    Bedienung der Amazfit Pace

    Die Bedienung der Amazfit Pace erfolgt in erster Linie über den kapazitiven Touchscreen. Ein rechts/links bzw. hoch/runter Wischen ermöglicht einen eleganten Wechsel von Screen zu Screen bzw. von Menü zu Menü. Weitere Aktionen werden durch ein doppeltes Antippen mit dem Finger(-nagel) ausgelöst. Die wesentliche Bedienung ist schnell verinnerlicht, allerdings ist ein “Verirren” in den vielen Untermenüs bzw. -seiten möglich. Im Vergleich zu der kürzlich von uns getesteten, ebenfalls per Touchscreen bedienbaren Garmin vivoactive 3 Music zeigt sich, dass Garmin das User-Interface deutlich benutzerfreundlicher gestaltet hat.

    Was sich immer wieder als störend erweist ist das nicht deaktivierbare, automatische Sperren des Touchscreens. Erst durch ein doppeltes Antippen (was nicht unbedingt sofort funktioniert) oder ein Drücken der Taste lässt er sich wieder nutzen. Dies stört insbesondere bei Aktivitäten, da für einen Seitenwechsel eine zusätzliche Interaktion nötig ist.

    Smartphone App

    Für’s Smartphone gibt es die Amazfit Watch App mit allerlei statistischen Auswertungen, zusätzlichen Funktionen und zahlreichen Einstellungen. Dazu gehört das Auswählen eines Ziffernblatts (“Watch Face”) oder ein Anordnen der Widgets (Abbildungen unten). Auch ist es möglich, die App mit einem Strava-Account zu verbinden oder Herzfrequenzzonen einzustellen. Wie es allerdings mit dem Datenschutz und dem Übertragen von persönlichen Daten nach China aussieht wäre noch zu prüfen …!

    Amazfit Pace in der Amazfit Watch App
    Amazfit Pace Test, Widgets in der App
    Amazfit Pace Test, watch Faces in der App

    Amazfit Pace Test & Erfahrungen – Fazit

    Für die Huami Amazfit Pace gilt eigentlich das Gleiche wie für die Amazfit Verge: Eine erstaunlich universelle Smartwatch für Alltag und Sport – insbesondere unter Berücksichtigung des attraktiven Straßenpreises.

    Besonders gut gefallen Design und Verarbeitung, der komplette Funktionsumfang – allen voran die Onboard-Musik – sowie die flotte Bedienung per Touchscreen. Hier und da sind zwar ein paar Schwächen zu verzeichnen, die aber angesichts eines Straßenpreises ab ca. €100.- mehr als verschmerzbar sind!

    Im Vergleich zu der Amazfit Verge und der Amazfit BIP ist die Pace inzwischen sogar unser Favorit: Die Pace schlägt sie vom Design, die BIP vom Funktionsumfang!

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    Anzeige - Aktualisiert: 25.08.2019 / Affiliate Links / Bild(er): Amazon

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