Falk Tiger Blue Test




Hinweis: Da United Navigation mittlerweile insolvent ist und nicht bekannt ist, wie es mit Falk Outdoor-Geräten weitergehen wird, sollte ein möglicher Kauf gut überlegt werden ...!

von Joachim Bardua
20. Mai 2017

Preis bei Test

€ 399.-

Amazon

Falk Tiger Blu – nach dem Tiger Geo und dem Tiger Pro das neueste Outdoor-Navigationssystem von Falk!

Der Tiger Blu ist aber nicht nur das neueste, sondern auch das am besten ausgestattete Navigationssystem der Tiger-Reihe. Gegenüber den beiden anderen Tigern verfügt er

  • über eine Bluetooth LE Schnittstelle zum Verbinden mit einen Herzfrequenzsensor, einem Headset zum Ausgeben von Navigationsanweisungen oder einem Smartphone zum Herunterladen von Touren,
  • eine Basiskarte für 31 europäische Länder (ansonsten: 25 Länder)
  • und eine Funktion zum Routing entlang des ADFC Radfernwegenetzes.

Das neue Tiger Blu Navigationssystem kostet derzeit knapp 400.- Euro, seine Kollegen dagegen nur rund 290.- Euro (Tiger Pro) bzw. 150.- Euro (Tiger Geo) (Straßenpreise).

In dem aktuellen Test gehen wir in erster Linie auf die Besonderheiten des Tiger Blu ein – insofern wird eine zusätzlich Lektüre unseres Falk Tiger Geo und Falk Tiger Pro Tests empfohlen.

Falk Tiger Blu Test – Technisches

Bei unserem Tiger Pro Test hat sich die Bedienung als eine große Schwachstelle offenbart. Einerseits wegen der drei seitlichen Tasten, andererseits wegen eines bisweilen störrischen Touchscreens.

Die Tasten – sie liegen zu eng beieinander, sind sehr flach gebaut und müssen kräftig gedrückt werden – sind dem Tiger Blu geblieben, beim Touchscreen hat sich aber einiges getan. Der Touchscreen verhält sich nicht mehr so widerspenstig, jetzt kann mit leichten Wischbewegungen zwischen den einzelnen Screens gewechselt werden. Zwar nicht ganz so easy und elegant wie bei einem modernen Smartphone oder dem Garmin Oregon, einer flotten Bedienung steht aber nichts mehr im Wege.

Im Rahmen des neuen Tests haben wir noch einmal die Akkulaufzeiten geprüft und sind auf ca. 08:30 hh:mm (Power-Modus, alle Verbraucher an) bzw. 13:15 hh:mm (Spar-Modus, möglichst alle Verbraucher aus) gekommen. Diese Werte entsprechen in etwa den bisherigen Messungen und erlauben es, den Blu auch ohne Nachladen auf langen Tagestouren einsetzen zu können.

Zum Thema GPS: Der Tiger Blu verfügt über einen Empfänger, der ausschließlich die amerikanischen GPS Satelliten empfangen kann. 2017 ist dies als old fashioned einzustufen; Mitbewerber Garmin setzt schließlich schon lange auf die Kombination GPS / GLONASS / SBAS, Satmap hat erst kürzlich ein GPS-Gerät mit einem Multi-GNSS Empfänger (GPS / GLONASS / GALILEO / BeiDou / SBAS) angekündigt. Wie auch immer, der GPS-Empfänger des Tigers hat bei unseren Tests bislang nicht enttäuscht.

Ein Beispiel zeigt die Abbildung rechts, bei guten Empfangsbedingungen gibt die Trackaufzeichnung den Wegverlauf mit seinen feinen Serpentinien hervorragend wieder (der Track steht auch im Falk Tourenportal zur Verfügung).

Falk Tiger Blu Test – Bluetooth

Die Bluetooth LE Schnittstelle dient zum Verbinden mit unterschiedliche Geräten: Herzfrequenzsensor, Headset, Smartphone.

Herzfrequenzsensor

Zunächst ist es verwunderlich, dass Falk nur das Verbinden mit einem Herzfrequenz- und nicht auch mit einem Trittfrequenz- bzw. Geschwindigkeitssensor ermöglich. Dies wäre für den Tiger Blu noch einmal eine deutliche Funktionserweiterung, zumal die Pantera Fahrradnavigationssysteme mit eben dieser Möglichkeit nicht mehr angeboten werden.

Im Bluetooth-Menü kann ein Pool an Herzfrequenzsensoren hinterlegt werden; die Abbildung unten zeigt einen Polar H7 und einen Suunto Smart Sensor.

Zum Anzeigen der Herzfrequenzwerte stehen im Reisecomputer vier Datenfelder zur Auswahl: aktuelle / maximale / minimale / durchschnittliche Herzfrequenz. Auf der Kartenseite kann dagegen nur die aktuelle Herzfrequenz eingeblendet werden.

Im diesem Zusammenhang ist noch der Aktivitätsalarm zu erwähnen. Dort kann eine optische bzw. akustische Warnung aktiviert werden, die beim Über- / Unterschreiten von HF-Werten warnen soll. Im Test hat dies – im Gegensatz zu einer Warnung vom Typ Distanz bzw. Dauer – aber nicht so recht funktioniert.

Die Herzfrequenzdaten lassen sich ausschließlich im Falk Activity Manager mit Hilfe des Plugins “Trainingsmanger” visualisieren.

Bilderstrecke Herzfrequenzsensor

Falk Tiger Blu – Die wichtigsten Fakten

  • Kapazitives 3,5-Zoll Farbdisplay, 320 x 480 Pixel
  • 2.400 mAh Akku, Laufzeit im Test 08:30 bis 13:15 hh:mm
  • 6,2 x 10,8 x 1,7 cm
  • 180 g (nachgewogen)
  • Wasserdicht nach IPX5
  • 7,39 GB Speicher (ca. 3,5 GB frei); microSD-Karten bis 64 GB
  • Kompass und barometrischer Höhenmesser
  • Bluetooth LE, USB 2.0
  • Sprachansagen via BT Headset
  • Herzfrequenzsensor via BT
  • Tourendownload via Smartphone App
  • Vorinstallierte Premium-Karte Deutschland
  • OSM Basiskarte von 31 Ländern Europas
Falk Tiger Blu, präzise Trackaufzeichnung

Präzise Trackaufzeichnung

Präzise Trackaufzeichnung

Tiger Blu, angezeigte HF-Sensoren

Gefunden HF-Sensoren

Tiger Blu, HF-Sensor trennen

Sensor wieder trennen

Tiger Blu, HF-Sensor wählen

Suunto Sensor auswählen

Tiger Blu, HF-Sensor getrennt

Sensor ist getrennt

Tiger Blu, HF-Sensor verbinden

Sensor verbinden

Tiger Blu, anderer HF-Sensor verbunden

Polar Sensor ist verbunden

Tiger Blu, HF-Sensor verbunden

Suunto Sensor ist verbunden

Tiger Blu, Polar HF-Sensor verbunden

Sensor Status grün (aktiv)

Headset

Das Headset dient zum Ausgeben von Sprachanweisungen, da der Tiger über keinen integrierten Lautsprecher verfügt. Wer also ohne Knopf im Ohr herumlaufen bzw. -fahren möchte erhält in Ergänzung zu den Navigationsanweisungen am Bildschirm nur noch Piepstöne.

Das Koppeln mit dem Headset bzw. dem Herzfrequenzsensor erfolgt in der Regel zuverlässig, was aber stört ist das Verhalten nach einem Ausschalten des Tigers bzw. nach einer Nutzung des Stand-by Modus.

Versetzt man den Tiger Blu z.B. während einer längeren Pause in den Stand-by und startet ihn erneut, dann ist ein wiederholtes Verbinden nötig. Also: Bluetooth Menü öffnen, Gerät/Sensor trennen, Gerät/Sensor verbinden… erst dann ist ein Weiterfahren bzw. -laufen möglich.

Bilderstrecke Headset

Tiger Blu, Headset auswählen

Headset auswählen

Tiger Blu, Headset verbinden

Headset verbinden

Tiger Blu, Headset ist verbunden

Headset ist verbunden

Tiger Blu, Ansage testen

Sprachausgabe testen

Smartphone

Das Verbinden mit einem Android Smartphone ist ein Highlight des Tiger Blu. Warum? Weil somit eine Funktion zur Verfügung steht, die sich so mancher Garmin Anwender im Zusammenspiel mit der Garmin Connect App wünscht!

Die Falk Outdoor Navigator App für Android ermöglicht das Übertragen von Tracks auf das GPS-Gerät: mit der App aufgezeichnete Tracks, aus dem Falk Tourenportal heruntergeladene Tracks oder irgendwo auf dem Smartphone gespeicherte Tracks.

Das Tourenportal bietet eine umfangreiche Sammlung von Touren jeglicher Art, für Wanderer, Radfahrer, Reiter … und in den unterschiedlichsten europäischen Regionen. Um eine Tour auf den Tiger laden zu können ist erst ein Download auf das Smartphone nötig – anschließend steht er im Menü “Tracks” zur Verfügung.

Bilderstrecke Tourendownload

Tiger Blu, Smartphone ist verbunden

Smartphone & Headset sind verbunden

Tiger Blu, Datenübertragung akzeptieren

Übertragen einer GPX-Datei vom Smartphone

Tiger Blu, GPX Datei wird übertragen

Statusmeldung zum Übertragen der Datei

Falk Outdoor App, Bluetooth Übertragung

Outdoor App, Track via Bluetooth senden

Falk Tiger Blu Test – Radfernwege

Das nächste Tiger Blu Highlight ist das Routing entlang von Radfernwegen. Im Hauptmenü gibt es dazu den Eintrag “Radfernweg fahren”. Wird dieses Menü geöffnet, kann ein Radfernweg zum Beispiel in der Nähe des Standorts gewählt werden. Besonders gut gefallen die ausführlichen Infos zu jedem Radfernweg bzw. die Möglichkeit, sich zum Anfang, Ende oder direkt zu dem Fernweg routen zu lassen.

Bilderstrecke Radfernwege

Radfernweg als Ziel auswählen

Hauptmenü, Radfernweg fahren

Tiger Blu, Radfernweg Optionen

Zielauswahl

Radfernweg um Standort wählen

Suche nach einem Radfernweg

Tiger Blu, Streckentyp

Streckentyp wählen

Radfernweg auswählen

Gefundene Radfernwege, Auswahl treffen

Tiger Blu, Die berechnete Strecke

Routing zum Radfernweg

Radfernweg Infos

Infos zum gewählten Radfernweg

Falk Tiger Blu Test – Kartenmaterial

Der Tiger Blu verfügt über bereits vorinstalliertes Kartenmaterial: eine Premium Outdoor-Karte Deutschland und eine Basiskarte Plus für 31 europäische Länder (auf OSM-Basis). Weitere Premium oder sonstige Karten bietet Falk auch weiterhin nicht an.

Die Premium Karte musste sich in unserem Tiger Pro Test Kritik gefallen lassen – umso gespannter waren wir auf die aktuelle Version.

Ein Vergleich mit der Vorgängerversion erweist sich – da sie nicht zur Verfügung steht – als nicht so einfach. Aber es zeigt sich, das die neue Premium Karte deutlich hinzugewonnen hat. Die Farben erscheinen kräftiger, unterschiedliche Nutzungstypen lassen sich besser auseinanderhalten (Wiesen, Wald, …), die Wege sind beim Hereinzoomen in die Karte besser von Wasserläufen zu unterscheiden … ohne Tadel ist die neue Karte aber auch nicht.

So zieht sich eine doppelte Linie durch die Karte (siehe unten, Abb. 2, zu sehen ab einem Maßstabsbalken von 500m), bei der Differenzierung von Wegen hat die Falk Kartografie anscheinend weiterhin Probleme. Zur Veranschaulichung haben wir drei bei Wanderern bzw. Bikern beliebte Gipfel ausgewählt. Die Screenshots können über die interaktive Karte mit einer OSM Cycle Karte verglichen werden (grüne Symbole in der Karte). Was zeigt sich? Wanderwege bzw. Trails unterscheiden sich auf der Falk Karte nicht immer von per Auto befahrbaren Wirtschaftswegen!

Die Basiskarte ist – wie der Name schon sagt – auch weiterhin nur eine Basiskarte, die sich bestenfalls zum Navigieren mit Tracks eignet, für weiteres bietet sie nicht genug Informationen.

Bilderstrecke Radfernwege

Falk Premium Deutschland, Herzogstand

Beispiel 1: Herzogstand

Falk Premium Deutschland,  Hirschhörnlkopf

Beispiel 2: Hirschhörnlkopf

Falk Premium Karte, Zwiesel

Beispiel 3: Zwiesel


Falk Tiger Blu Test – Fazit

Der Falk Tiger Blu ist eine interessante Erweiterung der Falk Tiger Serie. Von allen Neuerungen haben es insbesondere zwei Funktionen in sich: das gut umgesetzte Routing entlang von Radfernwegen und der praktische Download von Touren via Smartphone.

Insgesamt gesehen stellt sich aber die Frage, ob der Tiger Blu nicht überteuert ist! Die neue Premium Karte hat nicht unbedingt Premium-Qualität, die Basiskarte bietet zu wenige Informationen – und weitere Karten bietet Falk leider nicht an! Die Herzfrequenzwerte haben nur informativen Charakter, die Sprachansagen per Headset sind nicht jedermanns Sache, zumal auch noch der Kauf eines outdoor-tauglichen Headsets zu Buche schlägt. Insgesamt gesehen erscheinen 400.- Euro als zu viel für das Gebotene. Insbesondere unter dem Aspekt, dass der Falk Tiger Blu in dieser Preisklasse auf eine starke Konkurrenz unter den Outdoor- und Fahrrad-Navigationssystemen trifft!

Leserbewertung Falk Tiger Blu

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (14 GPS-Fans, ∅ Score: 62,86 %)

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Unsere Bewertung

  • GPS 60%
  • Akku 60%
  • Display 60%
  • Bedienung 60%
  • Navigation 80%
  • Ausstattung 60%
  • Karten 40%
  • Gesamtbewertung (gerundet) 60%
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Bewertungskriterien

GPS-Empfang (Zeit bis zur ersten Positionsbestimmung, Genauigkeit von Tracks), Akku (Laufzeiten mit eneloop Akkus), Display (Ablesbarkeit unter wechselnden Bedingungen, Auflösung), Bedienung (Einsteigerfreundlich, Anpassbarkeit, mit Handschuhen möglich, Touchscreenhandhabung/-empfindlichkeit), Navigation (Routing, Zielführung), Ausstattung (Anzahl an Funktionen), Karten (weltweit/regional, Raster-/Vektor-/Marine-, Satellitenbilder, kostenlose OSM-Karten); jede Kategorie fließt zu gleichen Teilen in das Endergebnis ein.

Falk TIGER Blu Test was last modified: August 11th, 2017 by Joachim Bardua
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