Funktionen von Garmin Outdoor-GPS-Geräten

von | Apr 5, 2017 | 29 Kommentare

1. Barometer/Höhenmesser

(überarbeitet: März 2017)

Nicht wenige Garmin Outdoor-Navis (eTrex 30x, eTrex Touch 35, GPSmap 64s(t), Oregon 700/750, Montana 610/680, fenix 3, fenix 5, epix) verfügen über einen barometrischen Höhenmesser. Damit eigenen sie sich zum Aufzeichnen eines Höhenprofils oder dienen als stationäres Barometer zur Wettervorhersage. Um diese Informationen liefern zu können, messen die Outdoor-Navis den Luftdruck und berechnen mit dessen Hilfe die aktuelle Höhe.

Geräte ohne barometrischen Höhenmesser liefern zwar auch Angaben zur Höhe, die Bestimmung erfolgt aber auf Basis von GPS-Messungen. Die mittels GPS ermittelten Höhen sind aber nicht immer sehr exakt, bei schwierigen Empfangsbedingungen für Satellitensignale sind Abweichungen von 10 – 20 Meter und mehr pro Messung möglich. Dementsprechend kann z.B. die Summe an zurückgelegten Höhenmetern recht ungenau ausfallen. Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Oregon 700 zeigt für eine Tour 498 Höhenmeter an, ein eTrex 10 dagegen 691 Höhenmeter – immerhin eine Differenz von 40%!

Garmin macht folgende Angaben zur Genauigkeit von Höhenmessungen

Anmerkung: 10 feet = ca. 3 Meter

How accurate are the calculations when using a GPS with a pressure altimeter?

With the Auto Calibration feature turned on, the altimeter accuracy can range from +/- 50 to 125 feet (same as GPS elevation). With a strong GPS connection with WAAS, it’s possible to obtain an accuracy of +/- 25 to 50 feet.

When manually calibrating (Auto Calibration off) to a known elevation it is approximately +/- 10 feet for the first 15 minutes. If needing accurate elevation, it is recommended to calibrate the altimeter hourly to maintain its accuracy because of possible pressure changes.

If using a locally reported pressure reading to calibrate the device, the accuracy of the altimeter would depend on the time and location of the reading.

Garmin eTrex 30x: Einsatz als Barometer (Luftdruckaufzeichnung über einen längeren Zeitraum)

Garmin eTrex 30x: Einsatz als Barometer (Luftdruckaufzeichnung über einen längeren Zeitraum)

Garmin eTrex 30x, Einsatz als Höhenmesser (Höhenprofil einer Wanderung)

Garmin eTrex 30x, Einsatz als Höhenmesser (Höhenprofil einer Wanderung)

Garmin eTrex 30x: Barometer-Konfiguration

Garmin eTrex 30x: Nutzung als Barometer, alle wichtigen Einstellungen

Garmin eTrex 30x: Setup, die grundlegenden Einstellungen zur Verwendung als Höhenmesser

Garmin eTrex 30x: Setup, die grundlegenden Einstellungen zur Verwendung als Höhenmesser

Um ein GPS-Gerät als Barometer (Wetterstation) oder Höhenmesser einsetzen zu können, muss es entsprechend konfiguriert werden. Die notwendigen Einstellungen finden sich bei allen Modellen im Setup-Menü "Höhenmesser" (beispielhafte Einstellungen zeigen die Screenshots oben).

Konfiguration als Barometer (stationäre Wetterstation):

  • Automatische Kalibrierung: Aus
  • Barometermodus: Barometer
  • Luftdrucktendenz-Aufzeichnung: Immer speichern (dann wird der Luftdruck auch im ausgeschalteten Zustand alle 15 Minuten aufgezeichnet)
  • Profiltyp: Barometrischer Druck (auf Meereshöhe umgerechneter Luftdruck)

Konfiguration als Höhenmesser:

  • Automatische Kalibrierung: Aus
  • Barometermodus: Höhenmesser
  • Luftdrucktendenz-Aufzeichnung: Speichern, wenn ein (Messung nur bei eingeschaltetem Gerät)
  • Profiltyp: Höhe über Zeit oder Höhe über Distanz
Garmin eTrex 30, automatische Kalibrierung des Höhenmessers durch die Autokalibrierung

Garmin eTrex 30: Autokalibrierung

Ein interessantes und wichtiges Thema ist die von Garmin nur stiefmütterlich dokumentierte Autokalibrierung. Mit dieser Funktion wird der Höhenmesser automatisch anhand der GPS-Höhe kalibriert (interessante Links: Infos/Diskussion, v.a. Kommentar Nr. 11, eine weitere Diskussion mit einem Link zu einem Garmin Patent: forums.groundspeak.com). Ein Beispiel zeigt die Abbildung rechts. Der Höhenmesser des eTrex 30x wird nach dem Einschalten innerhalb von wenigen Minuten von ca. 800 m (vor dem Ausschalten letztmalig gemessene Höhe) auf die aktuelle Höhe von rund 672 m kalibriert.

Je nach Modell gibt es unterschiedliche Einstellungen für die Autokalibrierung. Manche Geräte bieten nur die Möglichkeit, die Autokalibrierung ein- oder auszuschalten, bei anderen gibt es die Optionen "Aus", "Nur beim Einschalten / Einmal" ("At Start") oder "Fortlaufend" ("Continuous"). "Nur beim Einschalten / Einmal" bedeutet, dass der Höhenmesser direkt nach dem Einschalten des Gerätes anhand der GPS-Signale kalibriert wird. Im Modus "Fortlaufend" erfolgt die Kalibrierung kontinuierlich mit Hilfe von GPS-Signalen.

Nach unseren Erfahrungen erhält man die besten Messwerte ohne Autokalibrierung. Vorausgesetzt, der Höhenmesser wird am Startpunkt einer Tour manuell durch Eingeben der aktuellen Höhe kalibriert. Bei Luftdruckschwankungen (z.B. ein nahendes Tiefdruckgebiet) muss das Gerät unterwegs wiederholt manuell justiert werden (z.B. Höhenangaben von Berggipfel/-hütten). Bei einer stabilen Wetterlage oder wenn keine anderen den Luftdruck beeinflussenden Faktoren vorliegen (z.B. Aufstieg im kalten Nordhang, Abstieg im warmen Südhang), kann das Nachkalibrieren dagegen entfallen.

Das folgende Beispiel zeigt, wie exakt die Messungen ausfallen können (Autokalibrierung ausgeschaltet, Geräte am Startpunkt manuell kalibriert, während der Tour nicht nachkalibriert)(Tour 1):

  • Garmin fenix: 431/437 m, 800/806 m
  • Garmin Oregon 600: 433/429 m, 800/806 m
  • Garmin GPSmap 62st: 435/428 m, 800/807 m

Erstes Wertepaar: Auf-/Abstiegshöhenmeter; zweites Wertepaar: manuell eingestellter Wert zu Beginn der Tour bzw. Höhenangabe am Ende der Tour; stabiler Luftdruck während der Tour.

Für das nächste Beispiel wurden die Geräte ebenfalls zu Tourbeginn manuell kalibriert (= 740 m) und während der Tour dreimal an Gipfeln nachkalibriert. Die Autokalibrierung war ausgeschaltet (Tour 2):

  • Garmin fenix: 716/698 m, 740/757 m
  • Garmin Oregon 600: 712/692 m, 740/756 m
  • Garmin GPSmap 62st: 716/697 m, 740/761 m
  • Garmin Montana 650t: 720/704 m, 740/759 m

Die Auf- und Abstiegshöhenmeter stimmen bei allen vier Geräten sehr gut überein, die Differenz zwischen der eingestellten Höhe bei Tourstart und der gemessen Höhe bei Tourende kann durch die tageszeitliche Erwärmung erklärt werden (Start bei morgendlicher Kühle, Ankunft um die Mittagszeit bei kräftiger Sonneneinstrahlung).

Eine weitere Option lautet: Das GPS-Gerät bei Tourstart zu kalibrieren und die Autokalibrierung zu aktivieren.

Dazu folgendes Beispiel (Tour 2 wie zuvor):

  • Garmin fenix: 686/704 m, 740/756 m
  • Garmin Oregon 600: 711/698 m, 740/753 m
  • Garmin GPSmap 62st: 704/682 m, 740/763 m

Die Geräte wurden manuell kalibriert (= 740 m), die Autokalibrierung eingeschaltet (fenix und Oregon 600 auf "Fortlaufend"). Die An-/Abstiegshöhenmeter stimmen sehr gut überein, die Abweichungen liegen im normalen Rahmen.

Ein weiteres Beispiel (eine Tour mit schwierigen GPS-Empfangsbedingungen)(manuell kalibriert, Autokalibrierung ein)(Tour 3):

  • Garmin fenix: 478/448 m, 865/895 m
  • Garmin Oregon 600: 493/471 m, 865/887 m
  • Garmin GPSmap 62st: 527/465 m, 865/897 m
  • Garmin Dakota 20: 456/450, 865/895 m
  • Garmin Montana 650t: 501/482, 865/884 m (während der Tour 2x nachkalibriert)

Auch bei dieser Tour fallen die Messwerte nicht mehr so homogen aus wie bei den beiden ersten Beispielen mit deaktivierter Autokalibrierung. Der Montana kann als Referenz dienen, da er 2x manuell nachkalibriert wurde.

Umfangreiche Erfahrungen zeigen, dass bei aktivierter Autokalibrierung die Ergebnisse umso schlechter ausfallen, je schwieriger die GPS-Empfangsbedingungen auf der Tour sind!

Wenn keine exakten Höhenangaben für eine initiale Kalibrierung zur Verfügung stehen oder sich der Anwender das Kalibrieren generell ersparen möchte, ist ein Aktivieren der Autokalibrierung notwendig.

Dazu ein Beispiel (Tour 1, siehe oben)(fenix und Oregon Autokalibrierung "Fortlaufend", beim 62er eingeschaltet, keine manuelle Kalibrierung beim Starten der Tour):

  • Garmin fenix: 408/431 m, 812/790 m
  • Garmin Oregon 600: 413/409 m, 795/799 m
  • Garmin GPSmap 62st: 433/428 m, 806/809 m

Im Vergleich zum ersten Beispiel fallen die Werte nicht so homogen aus, liegen aber immer noch in einem aktzeptablen Bereich (erstes Wertepaar: An-/Abstiegshöhenmeter, zweites Wertepaar: barometrische Höhe Tourstart/Tourende).

Zusammenfassung, Methoden zur Höhenmesser-Kalibrierung

  1. Manuell beim Starten und manuelles Nachkalibrieren unterwegs: Damit lassen sich die besten Ergebnisse erzielen.
  2. Manuell beim Starten, Autokalibrierung deaktiviert: Sehr gut geeignet für stabile Luftdruckverhältnisse.
  3. Manuell beim Starten und kontinuierliche Autokalibrierung: Bei gutem GPS-Empfang liefert diese Methode im allgemeinen vollkommen ausreichende Ergebnisse.
  4. Kontinuierliche Autokalibrierung eingeschaltet, kein manuelles Kalibrieren: Für den Fall, dass keine Daten für eine manuelle Kalibrierung zur Verfügung stehen; je schlechter der GPS-Empfang, desto ungenauer die Höhenangaben.

2. Elektronischer Kompass

Viele aktuelle Outdoor-Navis von Garmin sind mit einem elektronischen Kompass, der einem Magnetkompass entspricht, ausgestattet. Bei manchen Baureihen ist dieses Feature den höherpreisigen Modellen vorbehalten (eTrex Touch 35, eTrex 30x, GPSmap 64s/st/sc), bei der Oregon- und der Montana-Serie sind dagegen alle Modelle mit einem Kompass ausgestattet.

Welche Vorteile hat ein elektronischer Kompass?

Ganz einfach: Wenn der Outdoorer stehen bleibt oder sich nur sehr langsam fortbewegt, werden die Himmelsrichtungen weiterhin korrekt angezeigt. Und bei aktiver Navigation – zum Beispiel zu einem Geocache – ist die Richtung zum Ziel dann ebenfalls eindeutig. Geräte ohne elektronischen Kompass können die Angaben nur dann liefern, wenn der Outdoorer in Bewegung ist. Schließlich ermitteln sie die Richtung anhand von Satellitensignalen und nicht mit Hilfe des Erdmagnetfelds. Geräte mit Kompass arbeiten allerdings mit beiden Methoden. Unterhalb einer Geschwindigkeit von ungefähr 2 bis 3 km/h erfolgt die Berechnung mit Hilfe des Magnetfeldes, oberhalb davon mit Satellitensignalen.

Garmin verbaut bei allen aktuellen Outdoor-Navis einen 3-Achsen-Kompass. Sein Vorteil gegenüber einem 2-Achsen-Kompass zeigt sich wenn das Gerät nicht waagrecht gehalten wird, da die Angaben auch bei Schräglage korrekt sind.

Damit der Kompass überhaupt funktioniert, ist ein regelmäßiges Kalibrieren notwendig; laut Garmin nach einem Batteriewechsel, nach Temperaturveränderungen oder nach dem Zurücklegen von langen Strecken. War das Gerät längere Zeit ausgeschaltet, ist die Prozedur ebenfalls durchzuführen. Für eine optimale Genauigkeit empfiehlt sich sogar ein Kalibrieren vor jeder Tour. Stromleitungen oder Autos haben einen negativen Einfluß – also beim Kalibrieren unbedingt meiden!

Das Menü zum Kalibrieren wird am einfachsten direkt auf der Kompassseite geöffnet: bei Geräten mit Tasten (eTrex, GPSmap) durch Drücken der Menütaste, bei allen Touchscreen-Geräten durch ein Antippen und Drücken des Kompass für mehrere Sekunden.

Allerdings ist nicht nur ein regelmäßiges Kalibrieren notwendig, sondern auch ein korrektes Setup (Tipps zum Konfigurieren des Kompasses):

  1. Anzeige: Art der Richtungsanzeige, für die meisten Anwender dürfte der Eintrag "Richt.buchstaben" die größere Aussagekraft haben (Anzeige z.B. von "NW" oder "S"). Alternativ "Gradzahlen" wählen, dann wird statt "S" > "180°" angezeigt.
  2. Nordreferenz: Nur beim Navigieren mit Karte und Kompass wichtig, im Normalfall die Standardeinstellungen belassen.
  3. Zielfahrt-Linie/Zeiger: Je nach Einsatzzweck, siehe unten
  4. Kompass: Einstellung "Auto" belassen, "Aus" deaktiviert den elektronischen Kompass (soll Strom sparen).
  5. Kompasskalibr.: Kalibrieren des Kompasses

Um den Kompass nutzen zu können, ist ein gewisses Grundverständnis notwendig.

Garmin eTrex 30: Kompass, ohne aktive Navigation, auf der "12-Uhr-Position" wird die Bewegungsrichtung angezeigt (in dem Beispiel nach Westen)

Garmin eTrex 30x: Kompass, ohne aktive Navigation, auf der "12-Uhr-Position" wird die Bewegungsrichtung angezeigt (in dem Beispiel nach Westen)

Ohne aktive Navigation zu einem Ziel werden lediglich die Himmelsrichtungen angezeigt (Abbildung rechts). Bewegt sich der Outdoorer, zeigt der Kompass zusätzlich die Bewegungsrichtung an. Dies läßt sich am einfachsten beim Spazierengehen mit einem vor den Körper gehaltenen GPS-Gerät ausprobieren (das GPS-Gerät mit der Längsachse in Bewegungsrichtung halten). Auf dem Kompass wird dann in der "12-Uhr Position" die Lauf-/Bewegungsrichtung angezeigt.

Bei aktiver Navigation wird – in Abhängigkeit von den getroffenen Einstellungen – zusätzlich ein Peilungs- (auch als Richtungszeiger bezeichnet) oder Kurszeiger eingeblendet. Ob als Einstellung Peilungs- oder Kurszeiger gewählt wird, hängt in erster Linie von der Outdoor-Aktivität ab.

Der Peilungszeiger bietet sich als Standardeinstellung an, sei es zum Geocaching, Wandern oder Fahrradfahren. Dazu gibt es im Setup mehrere Varianten (je nach Gerät): "Peilung gross", "Peilung mittel" oder "Peilung klein" – welche gewählt wird, ist Geschmackssache.

Der Peilungszeiger weist immer zum anvisierten Ziel. Stimmen die Bewegungsrichtung und die Richtung zum Ziel überein, dann befindet sich der Peilungszeiger auf der "12-Uhr-Position". Die Abweichung vom eingeschlagenen Kurs beträgt dann im Idealfall "0 m" ("1 m" in der Abbildung unten). Bewegt sich der Outdoorer dagegen vom Ziel weg, wird die Kursabweichung immer größer ("29 m" in der Abbildung unten) und der Peilungszeiger weicht von der "12-Uhr-Position" ab.

Nicht jeder Outdoorer kann sich allerdings mit der Kompassseite anfreunden und navigiert statt dessen lieber mit Hilfe der Kartenseite. Dort weist in der Routing-Einstellung "Luftlinien-Navigation" eine magenta Gummibandlinie zum Ziel; ein blaues Dreieck symbolisiert die aktuelle Position. Auf der Kartenseite lässt sich ein zusätzlicher Peilungszeiger einblenden. Dazu wird als Datenfeld der Datentyp "Zeiger" gewählt.

Garmin eTrex 30x: Einstellung Peilungszeiger "Peilung gross"

Garmin eTrex 30x: Einstellung Peilungszeiger "Peilung gross", nahezu keine Abweichung vom ursprünglichen Kurs, Peilungszeiger auf der 12-Uhr-Position

Garmin eTrex 30x: Kartenseite, die magenta Gummibandlinie weist zum Ziel, zusätzlich eingeblendeter Peilungszeiger, nahezu keine Abweichung vom ursprünglichen Kurs

Garmin eTrex 30x: Kartenseite, die magenta Gummibandlinie weist zum Ziel, zusätzlich eingeblendeter Peilungszeiger, nahezu keine Abweichung vom ursprünglichen Kurs

Garmin eTrex 30x: Einstellung Peilungszeiger "Peilung klein", deutliche Abweichung vom ursprünglichen Kurs

Garmin eTrex 30x: Einstellung Peilungszeiger "Peilung klein", größere Abweichung vom ursprünglichen Kurs

Garmin eTrex 30x: Kartenseite, die magenta Gummibandlinie weist zum Ziel, zusätzlich eingeblendeter Peilungszeiger, mit deutlicher Abweichung vom ursprünglichen Kurs

Garmin eTrex 30x: Kartenseite, die magenta Gummibandlinie weist zum Ziel, zusätzlich eingeblendeter Peilungszeiger, mit größerer Abweichung vom ursprünglichen Kurs

Der Kurzzeiger – dazu wird im Setup die Einstellung "Kurs (CDI)" gewählt – kommt häufig beim Wassersport zum Einsatz, beispielsweise beim Paddeln. Mit Hilfe des Kurszeigers bekommt der Paddler nützliche Informationen zur Abweichung vom ursprünglichen Kurs, bedingt durch Strömungen und Wind.

Wählt der Paddler einen beliebigen Punkt (Zeltplatz, Anlandestelle, …) als Ziel, dann weisen auf der Kompassseite der Kurszeiger und auf der Kartenseite zwei Linien zum Ziel (eine dickere, magentafarbene und eine dünnere, hellere Linie).

Weicht der Wassersportler nicht vom ursprünglichen Kurs ab, dann überlagern sich beide Linien, außerdem befindet sich seine aktuelle Position (= blaues Dreieck) immer auf den sich überlagernden Linien. Stimmen die Bewegungsrichtung und die Richtung zum Ziel überein, dann befindet sich der Kurszeiger auf der “12-Uhr-Position”.

Weicht der Paddler dagegen vom ursprünglichen Kurs ab, dann wird dies auf der Kompassseite anhand des Kursablageanzeigers dargestellt (= mittlerer Teil des Kurszeigers), auf der Kartenseite weichen die beiden Linien voneinander ab (die dicke Linie bleibt statisch und weist immer vom Ausgangspunkt zum Ziel, die dünnere Linie wandert mit der aktuellen Position). Der Kursablageanzeiger weicht vom Kurszeiger um so mehr nach rechts oder links ab, je größer die Kursabweichung ist. Eine Maßstabsanzeige (in den Abbildungen "0,25 km") in Verbindung mit kleinen schwarzen Kreuzen hilft beim Abschätzen der Abweichung (fünf Kreuze nach rechts bzw. links entsprechen 250 m). Die Kursabweichung in Metern läßt aber am besten über ein Datenfeld ablesen (siehe Abbildungen).

Garmin eTrex 30x: Kompass Einstellung "Kurs (CDI)"

Garmin eTrex 30x: Kompass Einstellung "Kurs (CDI)", Verwendung als Kurszeiger, ohne Abweichung vom Kurs

Garmin eTrex 30x: Kompass Einstellung "Kurs (CDI)", ohne Abweichung vom Kurs

Garmin eTrex 30x: Kartenseite, die magenta Gummibandlinie weist zum Ziel, zusätzlich eingeblendeter Peilungszeiger, nahezu keine Abweichung vom ursprünglichen Kurs

Garmin eTrex 30x: Kompass Einstellung "Kurs (CDI)"

Garmin eTrex 30x: Kompass Einstellung "Kurs (CDI)", Verwendung als Kurszeiger, mit Abweichung vom Kurs

Garmin eTrex 30x: Kompass Einstellung Kurs (CDI), mit Abweichung von der Kurslinie

Garmin eTrex 30x: Kompass Einstellung Kurs (CDI), mit Abweichung von der Kurslinie

3. Schnittstellen

(teilweise überarbeitet März 2017)

Schnittstellen aktueller Garmin-Geräte:

  • Dakota: ANT+*, USB
  • epix: ANT+, Bluetooth 4.0, USB
  • eTrex 10/20/30: ANT+*, USB
  • eTrex Touch 25/35: ANT+*, USB
  • fenix 3: ANT+, Bluetooth Smart, USB, WiFi
  • fenix 5: ANT+, Bluetooth Smart, USB, WiFi
  • GPSmap 62: ANT+*, USB
  • GPSmap 64/64s/64st: ANT+*, USB, Bluetooth Smart*
  • GPSmap 78: ANT+*, USB, serieller Anschluss (4-Pol Rundstecker)
  • Montana: ANT+, USB, seitliche Kontakte im Verbindung mit der AMPS-Halterung (seriell)
  • Oregon: ANT+*, USB
  • Oregon 600/650: ANT+, USB, Bluetooth 3.0
  • Oregon 700/750: ANT+, USB, Bluetooth Smart
  • Monterra: ANT+, USB, Bluetooth 3.0 (Option auf 4.0), NFC, WLAN b/g/n

*: nicht bei allen Modellen

Funktionen der Schnittstellen:

  • ANT+ (einige Garmin Modelle): Drahtlose Schnittstelle zum Austauschen von Tracks, Routen, Wegpunkten und Geocaches zwischen kompatiblen Garmin-Geräten, Kommunikation mit einem Garmin Chirp bzw. mit einem Herz-/Trittfrequenz/Geschwindigkeits/Temperatur-Sensor.
  • Bluetooth: Kommunikation mit einem Smartphone/Tablet; Garmin Connect Mobile App (iOS, Android) nötig; Übertragen von benutzerdefinierten Karten (“Custom Maps”) und Fotos zwischen kompatiblen Garmin-Geräten; Verbinden mit Sensoren, z.B. Herzfrequenz (aktuell nur fenix 5).
  • USB (alle Garmin Geräte): Datenaustausch mit einem PC (Karten, Tracks etc.), Übertragung von NMEA-Daten, Durchführung von Software-Updates, Stromversorgung des GPS-Gerätes.
  • Rundstecker (GPSmap 78), seitliche Kontakte (Montana): Übertragung von NMEA/Text/RTCM-Daten, Stromversorgung des GPS-Gerätes.
  • MTP (Media Transfer Protokoll): Das Gerät geht beim Anschliessen an einen PC sofort in den Massenspeichermodus über und wird in den Windows-Explorer wie ein Smartphone (ohne Laufwerksbuchstaben) eingebunden. Vorteil dieser Einstellung: Beim Abkoppeln vom PC wird die Windows-Funktion "Hardware sicher entfernen" nicht mehr benötigt, das Gerät muss einfach nur abgesteckt werden.

Im Setup der einzelnen Garmin-Geräte vorhandene Einstellungen zum Konfigurieren der Schnittstellen (Menü: Einstellungen > System > Schnittstelle):

  • Dakota: keine
  • eTrex 10/20x/30x: Garmin, Massenspeicher,
  • eTrex Touch: Garmin, Massenspeicher, MTP
  • GPSmap 62/78: Spanner, seriell, NMEA, Text Out, RTCM
  • GPSmap 64/s/st: Spanner, seriell, NMEA, Textausgabe, RTCM, MTP
  • Montana: Spanner, seriell, NMEA, Text Out, RTCM, MTP
  • Oregon 300: Spanner, seriell, NMEA, Text Out, RTCM
  • Oregon 600/650: Spanner, seriell, NMEA, Textausgabe, RTCM, MTP
  • Oregon 700/750: Spanner, seriell, NMEA, Textausgabe, RTCM, MTP
  • Monterra: keine

Schnittstellen-Definitionen für das Format der seriellen Schnittstellen (Quelle: Montana Handbuch, Seite 35)(gilt für GPSmap/Montana/Oregon):

  • Garmin Spanner: Ermöglicht durch Einrichtung eines virtuellen seriellen Anschlusses die Benutzung des USB-Anschlusses des Geräts mit den meisten NMEA 0183-kompatiblen Kartenprogrammen.
  • Garmin-seriell: Ein proprietäres Format von Garmin zum Austausch von Wegpunkt-, Routen- und Trackdaten mit einem Computer.
  • NMEA-Eingang/-Ausgang: Für standardmäßigen NMEA 0183-Ausgang und -Eingang.
  • Textausgabe: Bietet Informationen zu Position und Geschwindigkeit im ASCII-Textformat.
  • RTCM (Radio Technical Commission for Maritime Services): Ermöglicht dem Gerät den Empfang von DGPS-Informationen (…) von einem Gerät, das RTCM-Daten in einem SC-104-Format ausgibt.

Schnittstellen Garmin Dakota (USB-Anschluss)

  1. Beide Dakota-Modelle bieten keine Einstellungen für die USB-Schnittstelle. Beim Anschliessen an eine externe Stromquelle (Ladestecker mit USB-Kabel) werden die Geräte mit Strom versorgt und bleiben weiterhin bedienbar, beim Anschliessen an einen PC gehen sie automatisch in den Massenspeichermodus über.

Schnittstellen Garmin eTrex 10/20/30 (USB-Anschluss)

  1. Einstellung “Garmin”: Das Gerät bleibt beim Anschliessen an eine externe Stromversorgung (z.B. Netzstecker mit USB-Kabel) bedienbar und wird mit Strom versorgt. Beim Verbinden mit einem PC (per USB-Kabel) erscheint die Frage "USB-Kabel erkannt. In Massenspeichermodus wechseln? Ja/Nein" auf dem Display. Wird “nein” gewählt, wird es mit Strom versorgt, bei “ja” geht das eTrex in den Massenspeichermodus über.
  2. Einstellung “Massenspeicher”: Das eTrex geht beim Anschliessen an einen PC automatisch in den Massenspeichermodus über.

Schnittstellen Garmin Oregon, GPSmap 62/78 (USB-Anschluss, serieller Anschluss beim GPSmap 78)

  1. Einstellung “Garmin Spanner”: Beim Anschliessen an eine externe Stromversorgung (z.B. Netzstecker mit USB-Kabel) oder einen PC (per USB-Kabel) erscheint die Frage "USB-Kabel erkannt. Möchten Sie zum Massenspeicher wechsel? Ja/Nein" auf dem Display. Bei “ja” geht das Gerät in den Massenspeichermodus über. Wird “nein” gewählt, wird das GPS-Gerät mit Strom versorgt und läßt sich bedienen, zusätzlich werden NMEA-Daten zum PC übertragen. Zum Empfangen und Auswerten der Daten muss die Software GpsGate und eine entsprechende GPS-Software wie VisualGPS auf dem PC installiert sein (Downloadlinks siehe unten).
  2. Einstellungen “Garmin seriell/NMEA Eing./Ausg./Text Out/RTCM”: Die Geräte gehen beim Verbinden mit einem Standard-USB-Kabel automatisch in den Massenspeichermodus über. Zum Übertragen von Daten ist ein spezielles Datenkabel notwendig, siehe garmin.de: Serielles Daten-/Netzkabel. Weitere Infos zur seriellen Schnittstelle (4-Pol Rundstecker) des GPSmap 78: Test Garmin GPSmap 78.
    Hinweis: Für die Einstellungen Spanner bzw. NMEA gibt es zusätzliche Konfigurationsscreens. Garmin beschreibt diese Optionen in keinem Manual, hier ist Ausprobieren bzw. Googeln angesagt.

Schnittstellen Garmin Montana (USB-Anschluss, serieller Anschluss)

  1. Analog Oregon und GPSmap, zusätzliche Infos siehe: Test Garmin Montana

Wichtige Software:

  • GpsGate Client (Übertragen von NMEA-Daten, Einrichten von virtuellen COM-Ports)
  • VisualGPS (Auswerten und Visualisieren von NMEA-Daten)
  • u-center (Auswerten und Visualisieren von NMEA-Daten)

4. Tracknavigation

Das Navigieren mit Tracks ist sicherlich die beliebteste Methode, um zu Fuß oder mit dem Fahrad zu einem Ziel zu gelangen. Nur leider bieten die Garmin-Geräte nicht so viel Funktionalität wie man es sich wünschen würde. Mitbewerber Falk ist Garmin in dieser Disziplin einiges voraus. Beispielsweise bieten die Falk-Geräte eine praktische Funktion, um z.B. zum Startpunkt eines Tracks zu gelangen.

Im Folgenden wird am Beispiel eines Garmin Oregon 600/650 beschrieben, wie dies bei Garmin zu bewerkstelligen ist:

  1. Den anvisierten Track als Ziel auswählen: Zieleingabe > Tracks > gewünschten Track antippen > "Los" antippen.
  2. Zur Kartenseite wechseln und die Karte bis zu dem magenta eingezeichneten Track verschieben (dazu am besten in den Karteneinstellungen Ausrichtung "Nord oben" wählen).
  3. In dem gewählten Beispiel handelt es sich um eine Rundstrecke, deshalb liegen Start- und Endpunkt an der gleichen Stelle (Screenshot 1).
  4. Auf den Startpunkt tippen.
  5. Auf das Symbol neben dem Hinweis "Startpunkt" tippen (Screenshot 2, roter Pfeil).
  6. Ein Kartenelement, in diesem Fall "Parkplatz" wählen (nicht Start-/Endpunkt)(Screenshots 3 und 4)
  7. Mit "Los" die Navigation zu dem Parkplatz starten, die Strecke wird gemäß den gewählten Routing-Einstellungen (Luftlinie, Fahrrad, Zu Fuss, …) berechnet (Screenshot 5).
  8. Zusätzlich ist es hilfreich, den anvisierten Track in der Karte anzeigen zu lassen (Track-Manager > Track wählen > eine Farbe wählen und "Auf Karte anzeigen" aktivieren (Screenshot 6).
Screenshot 1

Screenshot 1, Startpunkt des Tracks

Screenshot 2

Screenshot 2, Startpunkt antippen

Screenshot 3

Screenshot 3, Kartenelemente um den Startpunkt

Screenshot 4

Screenshot 4, Parkplatz als Ziel wählen

Screenshot 5

Screenshot 5, Navigation zum Startpunkt

Screenshot 6

Screenshot 6, Track Einstellungen

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