Garmin Edge 1000 – das neue Spitzenmodell der Garmin Edge-Serie im Test! Der Hightech-Bolide für leistungsorientierte Radsportler bietet eine eindrucksvolle Ausstattungsliste: Kapazitives 3-Zoll Display, WiFi, Bluetooth LE, ANT+, GPS/GLONASS, Umgebungslichtsensor, Temperaturanzeige, Smartphone-Benachrichtigungen, Wettermeldungen, Live-Tracking, Segmente, RoundTrip-Routing, vorinstallierte Fahrradkarte, Shimano Di2 kompatibel – um nur das Wichtigste zu nennen.

Den Edge 1000 gibt es in zwei Versionen zu 499.- bzw. 579.- Euro (Listenpreise, Straßenpreise ab 438.- bzw. 508.- Euro). Die günstige Variante beinhaltet neben dem Edge und der vorinstallierten Garmin-Fahrradkarte von Europa noch drei Fahrradhalterungen, eine Sicherungsschlaufe, ein USB-Kabel und eine Schnellstartanleitung. Bei der Bundle-Version kommen noch Geschwindigkeits-/Trittfrequenz- und Herzfrequenzsensor dazu. Die Zubehörliste ist lang, besonders interessant ist die Edge-Fernbedienung für €49,99.

Garmin Edge 1000: das Spitzenmodell für Radsportler

Garmin Edge 1000: das Spitzenmodell für Radsportler (Bild: Garmin)

Edge 1000: Fahrradhalterungen

An mitgelieferten Fahrradhalterungen mangelt es dem Edge 1000 nicht. Das Set beinhaltet eine elegante Edge Aero-Lenkerhalterung fürs Rennrad und zwei Vierteldrehung-Halterungen, mit denen sich der Edge beispielsweise an MTB und Crossrad anbringen läßt. Die Aero-Halterung wird fest verschraubt, die beiden anderen werden mit Gummibändern an Lenker oder Vorbau befestigt. Der Edge 1000 wird eingesetzt und per Vierteldrehung arretiert – ein sicherer Sitz ist garantiert. Weitere Halterungen gibt es als Zubehör.

Edge 1000: ANT+ Sensoren

Beim Herzfrequenzgurt handelt es sich um den angenehm zu tragenden Premium Herzfrequenz-Brustgurt mit weichem Band, beim Geschwindigkeits- bzw. Trittfrequenzsensor hat sich Garmin etwas Neues einfallen lassen. Es kommt nicht mehr der altbekannte GSC-10 Kombisensor zum Einsatz, sondern zwei separate Sensoren, die mit Gummibändern an der Radnabe bzw. Tretkurbel befestigt werden. Die Montage ist dementsprechend einfach. Die Messung erfolgt jetzt nicht mehr magnetisch, sondern mit Hilfe von integrierten Beschleunigungssensoren. Gute Nachricht für alle GSC-10 Besitzer: Er läßt sich weiterhin am Edge 1000 einsetzen.

Edge 1000 ANT+ Sensoren

Der neue Geschwindigkeits- (rechts) und der neue Trittfrequenzsensor (unten), der "alte" GSC-10 Geschwindigkeits/Trittfrequenzsensor mit Magneten (links)

Zum Verbinden mit den Sensoren hat Garmin ebenfalls eine Neuerung eingeführt. Bislang waren einzelne Sensoren unterschiedlichen Fahrrad-Profilen zugeordnet. Jetzt gibt es einen von den Profilen unabhängigen ANT+-Sensoren-Pool. Zur Auswahl stehen Trittfrequenz, Edge-Fernbedienung, Herzfrequenz, Leistung, Shimano Di2, Geschwindigkeit/Trittfrequenz, Virb und Waage. Jeder Sensor läßt sich separat aktivieren und umbenennen, zu einzelnen Sensoren gibt es noch Infos wie z.B. Batterie-Status und Software-Version. Beim GSC-10 läßt sich die Radgröße wahlweise manuell eingeben oder per Automatik bestimmen.

Sämtliche Sensoren werden mit dem Edge 1000 per ANT+ verbunden. Bluetooth ist zwar an Bord, der Wechsel von ANT+ zu Bluetooth ist – wie ihn Suunto mit der neuen Ambit3 vormacht – bei Garmin aber außen vor.

Edge 1000 ANT+ Sensoren-Pool

Edge 1000, ANT+ Sensoren-Pool

Edge 1000, gekoppelte ANT+ Sensoren

Edge 1000, gekoppelte ANT+ Sensoren

Edge 1000: Bluetooth, WiFi, Datenaustausch

Der Edge läßt sich mit Bluetooth Smart fähigen Smartphones koppeln. Dann stehen in Verbindung mit der Garmin Connect Mobile App folgende Funktionen zur Verfügung:

  • Anzeigen von Wettermeldungen
  • Hinweise auf eingehende oder verpasste Anrufe, SMS, Mails, Besprechungserinnerungen und Voicemail (derzeit nur mit einem iPhone 4s oder neuer, Android)
  • Live-Tracking, Anzeigen der Position bzw. zurückgelegten Strecke auf einer Webseite, mit Karte und Profilen sowie Infos zu Herzfrequenz, Geschwindigkeit, Höhe, Höhenunterschied, Pace, Zeit.
  • Datenaustausch mit der Online-Community und Trainings-Plattform Garmin Connect (Beispiele: ein absolviertes Training zu Garmin Connect hochladen, in Garmin Connect erstellte Strecken bzw. Segmente herunterladen)

Neben ANT+ und Bluetooth gibt es noch eine WiFi Schnittstelle. Das Verbinden mit einem WLAN funktioniert problemlos, die Konfiguration erfolgt auf dem Edge selbst, alternativ läßt sich eine WiFi-Verbindung mit Hilfe von Garmin Express einrichten.

Praktisch: Bei aktiviertem WiFi wird ein neues Training bei Betreten der Wohnung via Heimnetzwerk zu Garmin Connect hochgeladen. Alternativ läßt sich der Upload via Bluetooth und Smartphone App bzw. USB-Kabel und Garmin Express bewerkstelligen. Eine weitere Option zum Datenaustausch ist ein manuelles Kopieren der auf dem Edge abgespeicherten Fit-Dateien.

Besonders gut gefällt die Möglichkeit, unterwegs mit Hilfe der Garmin Connect Mobile App Daten nachladen zu können. In Garmin Connect erstellte Trainings und Strecken lassen sich herunterladen und per Bluetooth an den Edge zu senden. Neue Segmente können mit Hilfe einer Online-Karte gesucht und ebenfalls mit dem Edge synchronisiert werden.

Edge 1000: Gehäuse, Display, Akku

Der neue Edge ist gegenüber seinen Geschwistern Edge 810/800 etwas größer und schwerer, dafür aber flacher gebaut: 5,8 x 11,2 x 2 cm zu 5,1 x 9,3 x 2,5 cm bzw. 115 g zu 98 g. Das Gehäuse sieht richtig edel aus und macht einen sehr hochwertig verarbeiteten Eindruck.

Der Einschub für microSD-Karten und die USB-Buchse werden mit Hilfe von auswechselbaren Dichtungen vor Feuchtigkeit und Schmutz geschützt. Zusätzlich gibt es eine kleine Öse zum Anbringen der mitgelieferten, elastischen Handschlaufe. Mit ihr können ängstliche Naturen den Edge 1000 zusätzlich sichern. Allerdings stellt sich Frage, was im Fall der Fälle besser ist: Ein durch die Gegend fliegender oder ein gegen den Rahmen schlagender Edge?

Das Display ist gegenüber den anderen Edge-Modellen von 2,6- auf 3-Zoll angewachsen. Die Auflösung beträgt 240×400 Pixel, bei den Geschwistern dagegen nur 160×240 Pixel. Die Ablesbarkeit läßt sich mit wenigen Worten beschreiben: in der Summe ganz hervorragend!

Beim Display hat Garmin einen weiteren Technologiewechsel durchgeführt: kapazitiv statt resistiv. Seitenwechsel erfolgen jetzt mit einer eleganten Wischbewegung, ein leichtes Antippen genügt zum Aufrufen einer Funktion. Mit langen Bikehandschuhen läßt sich der Edge ähnlich flott und elegant bedienen, bei Nässe gehen die Wischbewegungen allerdings nicht mehr ganz so leicht von der Hand. Mit dem Software-Update 2.70 vom Dezember 2014 ist auch eine Nutzung im Querformat möglich.

Garmin gibt für den integrierten Li-Akku eine Laufzeit von bis zu 15 Stunden an. Im Test wurden praxisrelevante Zeiten zwischen ca. 06:30 und 09:45 hh:mm erzielt. Als maximale Laufzeit konnten 13 Stunden ermittelt werden. Das zugrundeliegende Szenario "statischer Datenlogger" hat mit der Bike-Realität aber nichts zu tun; die von Garmin angegebene Obergrenze von 15 Stunden erscheint sehr optimistisch.

Bei Bedarf läßt sich der Edge 1000 mit einem externen Akku nachladen. Beim Aufladen des Edge mit einem Netzladegerät stört das automatische Starten des Edge beim An- bzw. Abstecken des Ladegerätes.

Garmin Edge 1000 beim Mountainbiken

Edge 1000: GPS, Höhenmesser

Der Edge 1000 verfügt über einen kombinierten GPS/GLONASS-Empfänger. Besonders gut gefällt die extrem schnelle Positionsbestimmung, die in Kombination mit der kurzen Einschaltzeit von ca. 12 Sekunden für eine schnelle Einsatzbereitschaft sorgt. Die flotte Positionsbestimmung wird erzielt, indem der Edge bei bestehender Internet-Verbindung per WLAN bzw. via Bluetooth und Smartphone mit den aktuellen Satelliten-Bahndaten versorgt wird. Hinsichtlich der Genauigkeit von Strecken-Aufzeichnungen steht der Edge 1000 Outdoor-GPS-Geräten von Garmin im Großen und Ganzen kaum nach.

Der integrierte barometrische Höhenmesser wird nach dem Einschalten des Edge bzw. beim Starten einer Navigation entlang einer Strecke automatisch mit Hilfe der GPS-Höhe kalibriert. Alternativ läßt er sich manuell kalibrieren (System > GPS > Höhe festlegen). Sehr wahrscheinlich wird der Höhenmesser auch während einer Tour kontinuierlich per GPS-Höhe nachkalibriert. Interessant ist die Genauigkeit des Höhenmessers; zum Vergleich wurden Garmin-Outdoor-GPS-Geräte herangezogen. Demnach zeigt der Edge bei Strecken, die hauptsächlich aus einer großen Steigung bestehen, ca. 5% weniger Höhenmeter an, bei einer Runde mit vielen Auf und Abs sind ist ca. 10% weniger – insgesamt sehr gute Werte, die im normalen Schwankungsbereich liegen.

Edge 1000: Bedienung, Konfiguration

Die Bedienung des Edge 1000 kann anfangs schon gewöhnungsbedürftig sein – insbesondere wenn man primär Garmin Outdoor-Geräte nutzt. Wenn alle Tricks verinnerlicht sind, flutscht es allerdings nur so. Besonders gut gefallen die mit einer Wischbewegung von oben herabziehbare Statusseite (Anpassen der Helligkeit, GPS-Status, Infos zu Sensoren, Bluetooth/WLAN an/aus, Anzeigen von Ladestand/Temperatur/Uhrzeit, Beenden einer aktiven Strecke) und praktische Funktionen wie die Hinweise zum Starten der Stoppuhr.

Die Konfiguration läßt sich in zwei Bereiche aufteilen: globale und spezielle, aktivitätsspezifische Einstellungen. Auf der ersten Seite des Setup-Menüs werden die globalen Einstellungen vorgenommen:

  • Einrichten/Aktivieren der Aktivitätsprofile
  • ANT+ Sensoren-Pool bearbeiten
  • Bluetooth-Optionen
  • Datenaustausch zwischen kompatiblen Geräten
  • WLAN einrichten
  • System mit Untermenüs zu GPS, Anzeige, Datenaufzeichnung(*), Einheiten, Töne, Sprache, Reset, Infos zum Gerät
  • Benutzerprofil einrichten (Geschlecht, Jahr, Gewicht, Größe, Aktivsportler ja/nein)
  • Trainingszonen definieren (Herzfrequenz-/Leistungsbereiche)

(*) Speicherort: interner Speicher/Speicherkarte; Intervall: 1 s/intelligent; ØTrittfrequenz/ØLeistung: mit/ohne Null

Ein wichtiges Thema sind die Aktivitätsprofile. Es lassen sich neue Profile, z.B. Rollentraining und MTB, erstellen und konfigurieren. Beim Konfigurieren kann man sich so richtig austoben; dazu gehören je Profil: Name, Farbe, Anzahl an Trainingsseiten, Anzahl und Typen der Datenfelder, Navigation (Einstellungen für die Karte, aktivieren/deaktivieren einzelner Karten), Routing (Modus, Methode, auf Straße zeigen an/aus, Vermeidungen, Neuberechnung an/aus), Alarme (Zeit, Distanz, Kalorien, Herzfrequenz, Trittfrequenz, Leistung), Auto-Funktionen (Lap, Pause, Ruhezustand, Seitenwechsel) und Hinweise für den Stoppuhrstart.

29.08.2014, Kritik durch Software-Update v2.40 hinfällig So praktisch die Profile auch sind, so wie sie umgesetzt sind haben sie aber einen Nachteil. Folgende Info fehlt: Wie viele Kilometer habe ich mit welchem Fahrrad zurückgelegt? Diese Info steht weder auf dem Edge 1000 noch in Garmin Connect zur Verfügung. Ebenso wäre es wünschenswert, wenn das Protokoll mit den Profilen verknüpft und ein Filtern nach Aktivität möglich wäre.

Edge 1000, vier individuelle Aktivitätsprofile

Edge 1000, vier individuelle Aktivitätsprofile

Edge 1000 Statusseite

Edge 1000, Statusseite

Überblick Datenfelder Edge 1000:

KLICK: Liste mit allen Datenfeldern ein- oder ausblenden
KategorieBezeichnung
Allgemein
  • Akkuladestand
  • GPS-Genauigkeit
  • GPS-Signalstärke
  • Sonnenaufgang
  • Sonnenuntergang
  • Temperatur
  • Uhrzeit
Distanz
  • Distanz
  • Kilometerzähler
  • Letzte Runden-Distanz
  • Runden-Distanz
Gänge
  • Di2-Akkuladestand
  • Gänge
  • kettenblatt
  • Ritzel
  • Verhältnis Kettenblatt/Ritzel
Geschwindigkeit
  • Geschwindigkeit – letzte Runde
  • Geschwindigkeit
  • Geschwindigkeit (Ø)
  • Max. Geschwindigkeit
  • Rundengeschwindigkeit
Herzfrequenz
  • Herzfrequenz
  • Herzfrequenz-Kurve
  • Herzfrequenzbereich
  • HF – %HFR
  • HF – %Max.
  • HF – Letzte Runde
  • HF – Ø%HFR
  • HF – Ø%Max.
  • HF – Runde %HFR
  • HF – Runde %Max.
  • HF Runde
  • ØHF
Höhe
  • Abstieg gesamt
  • Anstieg gesamt
  • Höhe
  • Neigung
  • Vertikalgeschwindigkeit
  • VG – 30s Ø
Kalorien
  • Kalorien
Leistung
  • Balance
  • Balance – 3s Ø
  • Balance – 10s Ø
  • Balance – 30s Ø
  • Balance – Ø
  • Balance – Runde
  • Drehmoment-Effektivität
  • Gleichmäßigkeit des Tretens
  • Leistung
  • Leistung – % FTP
  • Leistung – 3s Ø
  • Leistung – 10s Ø
  • Leistung – 30s Ø
  • Leistung – IF
  • Leistung – kj
  • Leistung – letzte Runde
  • Leistung – NP
  • Leistung – NP – Letzte Runde
  • Leistung – NP – Runde
  • Leistung – Ø
  • Leistung – Runde
  • Leistung – Runde max.
  • Leistung – TSS
  • Leistung – Watt/kg
  • Leistung (max.)
  • Leistungsbereich
Navigation
  • Ankunft nächster Wegpunkt
  • Ankunftszeit
  • Distanz bis nächster Wegpunkt
  • Distanz zum Ziel
  • Position beim nächsten Punkt
  • Position beim Ziel
  • Richtung
  • Zeit bis nächster Wegpunkt
  • Zeit bis Ziel
Strecken
  • Ankunft nächster Wegpunkt
  • Ankunftszeit
  • Distanz bis nächster Wegpunkt
  • Distanz bis Strecke
  • Distanz zum Ziel
  • Rest-Distanz
  • Richtung
  • Verbleibende Zeit
  • Zeit bis nächster Wegpunkt
  • Zeit bis Ziel
Timer
  • Letzte Rundenzeit
  • Runden
  • Rundenzeit
  • Rundenzeit (Ø)
  • Verstrichene Zeit
  • Zeit
Trainings
  • Differenz bis HF-Ziel
  • Rest-Distanz
  • Trainingsbaschnitt
  • Verbleibende Wiederholungen
  • Verbleibende Kalorien
  • Verbleibende Zeit
Trittfrequenz
  • Trittfrequenz
  • Trittfrequenz (Durchschnitt)
  • Trittfrequenz (Runde)

Edge 1000: Training, Segmente

Der Edge 1000 bietet diverse Trainingsfunktionen: von unterschiedlichen Alarmen, Trainingszonen, Virtual Partner, Virtual Racer, Auto-Runde, Intervalltrainings bis hin zu komplexen Trainingsplänen. Zudem wird der Funktionsumfang laufend erweitert. Im Zusammenspiel mit dem Vector Wattmess-Pedalsystem wird es ab Jahresende eine Möglichkeit zum Messen und Analysieren der individuellen Tretbewegung (Cycling Dynamics) geben.

Garmin Segmente

Garmin Segmente: 5 Sekunden Rückstand auf den Segmentbesten

Eine spannende Neuerung – auf die näher eingegangen wird – verbirgt sich hinter den Segmenten. Der Radsportler kann sich jetzt an knackigen Steigungen oder Sprintstrecken mit anderen Sportlern messen.

Dazu muss man sich in der Online-Plattform Garmin Connect ein Segment heraussuchen und mit Hilfe von Garmin Express auf den Edge 1000 übertragen (alternativ: via Smartphone und Connect Mobile App). Anschließend läßt sich das Segment laden und als Navigationsziel verwenden. Nähert sich der Sportler dem Segment, wird er auf der Kartenseite darauf hingewiesen: Segment beginnt in: 121 m. Am Startpunkt angelangt, wird der Wettkampf mit Los! gestartet; unterwegs wird die Restdistanz, die Zeit des Segmentbesten und die eigene Zeit eingeblendet (Abbildung rechts). Am Endpunkt gibt es dann die Meldung "Segment abgeschlossen!" mit Info zur Gesamtzeit.

Nach dem Wettkampf werden die Daten zu Garmin Connect hochgeladen und die Bestenliste aktualisiert. Das Einstufen kann allerdings dauern, die entsprechende Meldung in Garmin Connect lautet: "Derzeit ist die Segmentfunktion stark ausgelastet. Es kann einige Tage dauern, ….".

Eine wichtige Voraussetzung zum Nutzen der Segmente ist ein Anpassen der Datenschutzeinstellungen in Garmin Connect – ein Verwenden der Segmente im "Stealth-Modus" ist nicht möglich.

Und zu guter Letzt: Wer will, kann in Garmin Connect auf der Basis hochgeladener Aktivitäten (Strecken) neue Segmente erstellen.

Edge 1000: Navigation

Neben dem Trainieren gehört das Navigieren zu den Kernfunktionen des Edge 1000. Als Grundlage dient die auf OpenStreetMap-Daten basierende, vorinstallierte Garmin-Fahrradkarte von Europa. Andere Karten lassen sich problemlos nutzen, ein Beispiel ist die aktuelle Garmin TransAlpin V4 Pro. Eine aufwendige Installation entfällt, es braucht nur die im Lieferumfang der TransAlpin enthaltene microSD-Karte eingesteckt und im jeweiligen Aktivitätsprofil aktiviert werden.

Zum Navigieren stehen diverse Möglichkeiten zur Auswahl. Eine ist das automatische Routing des Edge 1000. Nach der Zieleingabe (beliebiger Punkt auf der Karte, Wegpunkte, POIs, Städte/Ortschaften, in der Karte enthaltene Wege/Pfade wie z.B. "Starnberger See Marathon", Koordinaten, Adressen) berechnet der Edge gemäß der Vorgabe eine Route zum Ziel. Als Vorgaben lassen sich unter anderem Rennradfahren, Tourenradfahren und Mountainbiken auswählen. Dazu gibt es noch unterschiedliche Rechenmethoden (Distanz minimieren, Zeit minimieren, geringer Anstieg) und Vermeidungskriterien (wichtige Autobahnen, Mautstraßen, unbefestigte Straßen, schmale Wege). All diese Einstellungen werden in dem jeweiligen Aktivitätsprofil hinterlegt.

Bei Bedarf lassen sich mit Hilfe des Routenplaners Mehrzielrouten planen, beispielsweise ein Rundkurs. Da es keine Möglichkeit zum Speichern der geplanten Route gibt, ist das Durchspielen von mehreren Varianten einer Tour recht aufwendig.

Die Qualität der vom Edge berechneten Strecken ist – zumindest beim Mountainbiken – stark schwankend. Sie variiert zwischen bescheiden und sehr gut. Kein Frage, das automatische Routing steckt – wie bei den Mitbewerbern – noch in den Kinderschuhen. Hauptgrund ist die ungenügende Datenbasis des Kartenmaterials.

Eine wichtige Alternative ist deshalb das Navigieren entlang von Strecken, die mit Garmin Connect oder Garmin BaseCamp geplant, von einem beliebigen Tourenportal heruntergeladen, von einem Radsport-Kumpel zur Verfügung gestellt oder aus dem Protokoll des Edge erstellt werden. Nach der Auswahl einer Strecke berechnet der Edge 1000 eine neue Route entlang dieser Vorgabe. Als Basis dient das in der aktivierten Karte enthaltene Wegenetz. In Folge sind zwei Strecken zu sehen: das Original und die neu berechnete. Dies kann an Stellen, an denen z.B. die Original-Strecke nicht im Wegenetz der aktivierten Karte enthalten ist oder es keine Verbindung zwischen zwei Wegen gibt, zu Verwirrungen führen (folgende Abbildung links).

UPDATE 29.08.2014, neues Software-Update v2.40: Die neue Option "Turn Guidance" ermöglicht es, die Neuberechnung und das Anzeigen von Hinweisen auszuschalten!

Wer solche Fälle möglichst ausschliessen möchte, plant die Tour am besten in Garmin BaseCamp. Und zwar auf Basis der auch zum Navigieren eingesetzten Karte sowie als Route, die vor dem Übertragen auf den Edge in einen Track umgewandelt wird. Mit dieser Vorgehensweise lassen sich gute Ergebnisse erzielen. Trotzdem sollte es möglich sein, ohne größeren Aufwand oder Trickserei(*) eine beliebige Strecke 1:1 nachfahren zu können.

(*): GPS ausschalten, die Strecke mit "Los!" starten und anschliessend den GPS-Empfänger wieder einschalten.

Beim Abfahren einer Strecke werden Abbieghinweise mit Angaben zur verbleibenden Distanz und Zeit angezeigt (folgende Abbildung rechts). Die Hinweise machen durchaus Sinn. Steht auf dem Display beispielsweise eine Datenseite im Vordergrund, dann wird der Biker durch den automatisch auftauchenden Hinweis auf die nächste Abbiegung aufmerksam gemacht. Wer dagegen primär die Kartenseite auf dem Display hat, dürfte sich an den Hinweisen eher stören. Die letzte Meldung verschwindet nämlich nur durch ein Antippen mit dem Finger – was bei einer flotten Abfahrt oder einer schlechten Piste schlichtweg nicht möglich ist. Ein wahlweises Deaktivieren dieser Hinweise wäre deshalb wünschenswert.

Edge 1000 Routing

Routing entlang einer Strecke, der Biker muss entscheiden welcher er folgt (magenta: die neu berechnete Route; schwarz umrandet: die eigentliche Strecke)

Abbiegehinweis beim Routing

Abbiegehinweis beim Routing

Eine weitere Funktion des Garmin Edge 1000 ist RoundTrip Routing, die sich in erster Linie zum Erkunden einer unbekannten Gegend eignet. Der Anwender gibt eine Distanz (z.B. 40 km) und einen Startort vor (aktuelle Position oder ein Punkt auf der Karte). Der Edge berechnet dann drei Rundstrecken; zu jeder Strecke gibt es eine Kartenvorschau inklusive Höhenprofil. Das Berechnen der Strecken strapaziert allerdings ganz schön die Geduld des Anwenders.

In der Praxis zeigen sich noch ein paar verbesserungswürdige Punkte. Eine auf der Höhenprofilseite manuell eingestellte Skalierung sollte nach jedem Seitenwechsel erhalten bleiben; außerdem ist es recht unsinnig, dass die aktuelle Position auf dem Höhenprofil im rechten Drittel angezeigt wird (sinnvoll: im linken Drittel, sodass mehr von der vorausliegenden Strecke sichtbar ist). Ein weiterer Wunsch wäre eine Suchfunktion im Menü "Strecken". Ein Fehler hat sich beim Laden von Strecken eingeschlichen: Im Mountainbike-Profil wechselt der Routing-Modus jedesmal von Mountainbike auf Rennrad (getestete SW-Version: 2.30).

Edge 1000: Fazit

Mit dem Edge 1000 setzt Garmin Maßstäbe. Der Highend-GPS-Fahrradcomputer bietet Technik ohne Ende. Ob es das excellente kapazitive Display ist, die zahlreichen Schnittstellen, die praktische Smartphone-Konnektivität, der schnelle GPS/GLONASS-Empfänger … diese Vielfalt ist in der Welt der GPS-Trainingscomputer nahezu einmalig. Lediglich die Mio Cyclo 500 Serie kommt dem Edge 1000 in dieser Hinsicht nahe.

Die eindrucksvolle Technik wird durch zahlreiche Trainingsfunktionen ergänzt. Durch diese Kombination steigt der Edge 1000 zur ersten Wahl für leistungsorientierte Rennradfahrer und Mountainbiker auf. Der Edge 1000 läßt sich aber nicht nur zum Trainieren, sondern auch zum Navigieren einsetzen. Zu diesem Zweck kommt er mit einer vorinstallierten Fahrradkarte von Europa und zahlreichen Navigationsfunktionen. RoundTrip Routing, Routenplaner, Zurück zum Start, automatisches Routing zu einem beliebigen Ziel und Navigieren mit Strecken lautet die Auswahl. In dieser Disziplin muss der Edge 1000 aber die größte Kritik einstecken. Zwar verfolgt Garmin beim Edge 1000 eine andere Philosophie als bei den Outdoor-GPS-Geräten, beim Navigieren mit Strecken sollte aber trotzdem ein kompromissloses 1:1 Abfahren von beliebigen Strecken möglich sein. Hier ist zu hoffen, dass Garmin mit einem entsprechenden Update nachlegt, damit der Edge 1000 so richtig zeigen kann, was in ihm steckt!

UPDATE 29.08.2014:

Seit heute gibt es für den Edge 1000 ein umfangreiches Software-Update v2.40, mit dem Garmin einige Kritikpunkte beseitigt hat! Neben Smartphone-Benachrichtigungen für Android sind jetzt Gesamtkilometer-Angaben pro Rad möglich ("Added activity profile totals, which includes total distance, time, calories, and number of rides. If you miss the bike profile odometer feature, you can track totals by creating activity profiles for each bike."), außerdem hat sich beim Navigieren mit Kursen einiges getan; jetzt ist es möglich, einer Strecke ohne Neuberechnung zu folgen ("Added many options for courses and segments, including a turn guidance option that is off by default. Previously, turn guidance was always on, enabling turn-by-turn directions using available roads in the map. With turn guidance off, an off-course warning will be given if you stray from the course.")

UPDATE 02.07.2015:

Mittlerweile hat Garmin den wohl ultimativen GPS-Fahrradcomputer für Radsportler vorgestellt: Garmin Edge 520

UPDATE 25.08.2015:

Garmin stellt den Edge Explore vor: Garmin Edge Explore 1000 – für Tourenradler, Mountainbiker und Rennradfahrer!

Edge 1000: Pro und Contra

Pro

  • Design
  • Hochwertige Hardware
  • Excellentes, kapazitive Display
  • Seitenwechsel per Fingerwischen
  • Extrem schnelle Positionsbestimmung
  • Schneller Systemstart
  • Konnektivität (USB, Bluetooth, WiFi, ANT+)
  • Connect IQ Unterstützung (ab 10/2015)
  • Live-Tracking, Datenaustausch via App
  • Trainingsfunktionen, Segmente
  • Vorinstallierte Fahrradkarte
  • Große Auswahl an Karten (kommerziell und kostenlos)
  • Lieferumfang

Contra

  • Verbesserungspotential beim Navigieren mit Strecken
  • Keine Anzeige der Gesamtkilometer pro Fahrrad
  • Nicht ausgereifte Software
Anzeige

Edge 1000: Leser-Bewertung

Mit einem Klick auf die entsprechende Anzahl an Sternen können Sie den Edge 1000 bewerten!

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1.221 GPS-Fans, ∅ Bewertung: 68,16 %)
Lade...

Edge 1000 vs. Edge Explore 1000

Die Unterschiede zwischen den beiden Modellen:

FunktionEdge 1000Edge Explore 1000
E-Bike Konnektivitätneinja
Unfall Benachrichtigungneinja
Virtual Partnerjanein
Streckenfunktionjanein
Erweitertes Training, Intervalltrainingjanein
Shimano Di2 kompatibeljanein
Strava Segmentejanein
Anpassbare Datenseitenfünfdrei
Garmin Edge 1000 Test was last modified: Januar 12th, 2017 by Joachim Bardua

Pin It on Pinterest

Share This