Test: Garmin Colorado 300
Der Colorado 300 gilt als das neue Outdoor-Flaggschiff von Garmin.
An Novitäten hat der Colorado einiges zu bieten:
- Transflektives Farbdisplay mit 240 x 400 Pixel Auflösung
- Plastische Geländedarstellung
- Landschaftsansicht in 3D
- Drahtlose Datenübertragung
Mit dem Colorado 300 wurde ein neues Bedienkonzept eingeführt, dessen zentrales Element der Rock´n Roller ist, eine Kombination aus Drehrad und Enter-Taste.
In Internetforen wird der neue Colorado sehr kontrovers diskutiert, zumal es mit dem Anspruch in die Welt gesetzt wurde, das “Traum-GPS aller Outdoor-Enthusiasten” zu sein (Zitat Garmin Webseite)
Dank einer kräftigen Preissenkung über Ostern ist der Colorado 300 mittlerweile in eine finanzierbare Preisregion gerückt, von vormals € 599.- wurde der VK auf € 449.- gesenkt.
Äußerlichkeiten & Handhabung
Schon bei der ersten Kontaktaufnahme macht der Colorado 300 einen tollen Eindruck. Das große Display und der dominierende Rock´n Roller verleihen ihm eine individuelle Note. Das gelungene Design setzt sich in einer hochwertigen Verarbeitung fort.
Zudem liegt der Colorado hervorragend in der Hand. Mit Abmessungen von 6,0 cm x 13,9 cm x 3,5 cm und einem Gewicht von ca. 207 g (inkl. Batterien) läßt er sich, ohne allzusehr aufzutragen, bei Outdoor-Abenteuern noch gut in der Gore-Jacke verstauen. Mit seinen Abmessungen liegt er zwischen einem Garmin eTrex und einem GPSmap 60C.
Die Bedienung mit einer Hand gelingt spielend. Die Power-Taste, die beiden Softkeys und der Rock´n Roller sind ideal platziert, um mit dem Daumen bedient zu werden. Lediglich für Linkshänder gibt es aufgrund der rechts angeordneten Power-Taste eine kleine Einschränkung. Auch mit dünnen Fleece-Handschuhen läßt sich der Colorado problemlos handhaben .
Neben der hervorstehenden Antenne befindet sich ein Mini-USB-Anschluss zur externen Stromversorgung bzw. zur Datenübertragung sowie ein Anschluss für eine externe GPS-Antenne. Eine separate, serielle Schnittstelle ist nicht vorgesehen.
Zum Wechseln von Batterien muß der Deckel auf der Rückseite mit etwas Nachdruck entfernen werden. Neben der Aufnahme für 2x AA Batterien/Akkus findet sich unter dem Deckel der leicht zugängliche SD-Karten Slot, der SD-Karten bis 4 GB aufnimmt.
Das robuste Gerät ist nach IPX7 wasserdicht, damit ist der Colorado 300 gegen ein 30 minütiges Untertauchen in 1 Meter Wassertiefe geschützt. Schwimmfähig ist er nicht.
Bedienung und Menüführung des Colorado 300
Zu den großen Neuerungen gehört der zentrale Rock´n Roller sowie das komplett überarbeitete Menü. Umsteiger von anderen Garmin Geräten müssen sich radikal umgewöhnen. Ist diese Hürde erst einmal genommen, so wird es ein Vergnügen, das Gerät per Rock´n Roller und Softkeys zu bedienen.
Trotz der flotten Bedienung gibt es Nachteile, die vor allem Mountainbiker und Paddler betreffen. Bei einem Garmin GPSMAP 60 CSx läßt sich selbst beim Fahren auf holprigen Trails, mittels der Tasten auf der Gehäuseoberseite, spielend zwischen den einzelnen Seiten (Karte, Satelliten, Tracks etc.) wechseln. Beim Colorado muß für jeden Seitenwechsel erst der rechte Softkey gedrückt, dann per Drehrad die gewünschte Seite gewählt und die Auswahl mit Enter bestätigt werden.
Beim Wandern oder Tourenradeln stellt diese Art der Bedienung kein Problem dar, beim Mountainbiken allerdings schon. Paddler haben ein anderes Problem, da es nicht nur bei Salzwassertouren sinnvoll ist, den Colorado in einem Aquapac einzuhüllen. Leider läßt er sich dann kaum noch bedienen, da ein Drehen des Rock´n Roller’s nicht mehr möglich ist.
Das Menü ist insgesamt gut strukturiert und übersichtlich. Lediglich für das Setup wünscht man sich hier und da einen direkten Schnellzugriff, zum Beispiel zum Ausschalten des Kompasses oder zum Deaktivieren der Trackaufzeichnung.
Eine interessante Neuerung mit viel Potential sind die Profile, die unterschiedlichen Aktivitäten zugeordnet sind. Sie unterscheiden sich anhand der Seitenfolge und mancher Grundeinstellungen. Einige Grundeinstellungen müssen für jedes Profil vorgenommen werden (z.B. Positionsformat), andere Einstellungen gelten global über alle Profile hinweg (z.B. Sprache, Töne an/aus).
Die fünf vorgegebenen Profile lassen sich leicht individualisieren, zusätzlich können eigene Profile angelegt werden.
Display und Kartendarstellung
Ein bedeutender Vorteil des Colorado 300 ist die Displaygröße. Mit einer Diagonale von 7,6 cm und einer Auflösung von 240 x 400 Pixel ist der Colorado geradezu prädestiniert, topographische Karten darzustellen. Die plastische Geländedarstellung ist eine Klasse für sich und hebt den Colorado 300 von allen anderen Outdoor GPS-Geräten ab. Die Schattierungen beruhen auf der sehr detailierten, weltweiten Basiskarte, die auf dem GPS-Gerät vorinstalliert ist.
Der folgende Vergleich zeigt Screenshots von einem eTrex Vista HCx, GPSmap 60Cx und dem Colorado 300 (Karte: Topo Deutschland Vers. 2, Details: normal, die Größe der Abbildungen spiegelt die Anzahl an Pixel wieder). Die Bilder sprechen für sich!
Die 3D-Darstellung (Abbildung rechts) ist hingegen nicht so überzeugend, zumal der Prozessor mehrere Sekunden zum Rendern des Bildes benötigt.
Leider wird die tolle Kartendarstellung durch die geringe Helligkeit des transflektiven Displays gemindert. Bei trübem Himmel und dunkler Umgebung, z.B. im Wald, tut man sich schwer, Einzelheiten zu erkennen. Dies betrifft nicht nur die Kartenseite, sondern auch die einzelnen Menüs. Um diesen Nachteil auszugleichen, muß die Hintergrundbeleuchtung eingeschaltet werden. Damit handelt man sich einen anderen Nachteil ein, da sich die Beleuchtung negativ auf die Batterielaufzeit auswirkt. Lediglich bei direkter Sonneneinstrahlung sind auch ohne Beleuchtung alle Details hervorragend erkennbar.
Die schlechte Entspiegelung des Displays ist ein weiteres Manko. Es ist empfehlenswert, eine reflexionsmindernde Schutzfolie auf das Display zu kleben.
Tipp: Die Ablesbarkeit mancher Seiten kann etwas verbessert werden, indem ein helles Hintergrundbild verwendet wird. Zu diesem Zweck ein weißes Bild im JPG-Format mit 240 x 400 Pixel in den Ordner Garmin\Profiles kopieren. Das neue Bild kann im Setup unter “Anzeige > Hintergrund” aktiviert werden.
Energieversorgung des Colorado 300
Der Colorado wird mit zwei AA Akkus bzw. Batterien betrieben. Garmin gibt mit NiMH Akkus eine Laufzeit von bis zu 15 Stunden an. Auf Outdoor-Touren, teilweise unter winterlichen Bedingungen, hat sich mit 2.500 oder 2.700 mAh NiMH Akkus eine Laufzeit von ca. 10 bis 12 Stunden herauskristallisiert.
Ein Test mit sehr hochwertigen Alkali-Batterien ergab eine enttäuschende Laufzeit von knapp 9 Stunden. Zum Vergleich: Unter den gleichen Bedingungen hält der eTrex Vista HCx rund 30 Stunden durch (Batterien: Duracell Plus, Raumtemperatur, Kompass/Töne/Hintergrundbeleuchtung aus, WAAS/EGNOS aus, kontinuierliche Trackaufzeichnung jede Minute, ansonsten keine Aktionen). Mit 2.500 mAh NiMH Akkus kommt der Colorado bei diesen Vorgaben auf eine Laufzeit von ca. 14 bis 16 Stunden.
Es empfiehlt sich, die Hintergrundbeleuchtung nur bei Bedarf einzuschalten und den Kompass, die Töne und WAAS/EGNOS zu deaktivieren. Auf mehrwöchigen Touren ist es sinnvoll, NiMH Akkus mit einer geringen Selbstentladung oder Lithium-Batterien einzusetzen.
Für eine externe Stromversorgung gibt es folgende Möglichkeiten:
- Mit dem im Kfz-Kit enthaltenen Zigarettenanzünderkabel (Kfz-Kit: VK € 59.-)
- Über einen PC/Laptop durch das mitgelieferte USB-Kabel (siehe SW-Update)
- Über einen externen Zusatzakku, siehe Test: APC Mobile Power Pack
Systemeigenschaften
Im Test stand ein Colorado 300 mit der aktuellen Firmware-Version 2.4 zur Verfügung.
Das Starten des Colorados dauert ungefähr 10 bis 15 Sekunden. Die Dauer ist von der Anzahl der zu ladenden Karten, Wegpunkte und Tracks abhängig, die im internen Speicher oder auf der Speicherkarte abgelegt sind.
Welcher Typ von GPS-Empfänger eingebaut ist, wird von Garmin nicht näher spezifiziert. Es ist nur von einem WAAS-/EGNOS fähigen, hochempfindlichen Empfänger die Rede. Im Outdoor-Alltag ist der Empfänger eine Klasse für sich und steht den bisherigen Garmin-Spitzenmodellen in keinster Weise nach. Empfindlichkeit und Genauigkeit des GPS-Empfängers sind als hervorragend einzustufen
Mehrere Trackaufzeichnungen belegen die Qualität des Empfängers. Die Tracks stehen zu Vergleichszwecken zum Download bereit (readme.txt beachten!) bzw. sind in der interaktiven Karte (rot eingezeichnet) dargestellt.
Wird der Colorado mit dem im Lieferumfang enthaltenen USB-Kabel an einen PC angeschlossen, geht er in den USB-Modus über. Am PC sind zwei neue Laufwerke zu sehen: Der interne Speicher trägt die Bezeichnung “Garmin Colorado”, die SD-Karte wird als “Wechseldatenträger” erkannt.
Im USB-Modus kann ein Backup des Colorados angefertigt werden oder es lassen sich mit dem Trip & Waypointmanager (MapSource) Tracks, Waypoints und Routen übertragen. Der Colorado 300 kann im USB-Modus nicht bedient werden. In der Praxis bedeutet dies, daß ein über das mitgelieferte USB-Kabel am Laptop oder Tablet-PC angeschlossener Colorado nicht zur Navigation einsetzbar ist.
Ergänzung 09.04: Mittlerweile behebt ein SW-Update diese Einschränkung, damit kann ein per USB angeschlossener Colorado bedient werden; zudem erfolgt die Stromversorgung über das USB-Kabel.
Zum Datenaustausch zwischen Colorado-Geräten steht die drahtlose Übertragungstechnik ANT zur Verfügung. Damit lassen sich z.B. Geocaches austauschen.
Trackmanagement
Das Navigieren mit Tracks gehört zu den am häufigsten genutzten Funktionen bei einem Outdoor GPS-Gerät, Grund genug, an dieser Stelle ausführlicher darauf einzugehen.
Beim Colorado 300 hat Garmin die Track-Funktionalität im Vergleich zu den bisherigen Outdoor-Handhelds komplett neu gestaltet. Die Trackfunktionalität ist auf zwei verschiedene Menüs aufgeteilt worden. Unter “Zieleingabe” können Tracks zur Navigation und zur Darstellung eines Höhenprofils ausgewählt werden, im “Setup” kann z.B. die Trackaufzeichnung aktiviert oder das Aufzeichnungsintervall gewählt werden.
Auf der Karte wird immer nur ein Track in Form einer schwarzen Linie angezeigt. Eine andere Farbe kann nicht gewählt werden, mehrere Tracks lassen sich nicht gleichzeitig darstellen. Für MTB-Alpencrosser ist dies ein eindeutiger Nachteil, da sich somit keine Streckenvarianten in unterschiedlichen Farben auf der Karte anzeigen lassen. Die aufgezeichneten Tracks werden im internen Speicher des Colorado abgelegt, ein zusätzliches Speichern auf SD-Karte ist nicht vorgesehen.
Ein Übertragen von Tracks auf den Colorado, z.B. aus Tourenportalen, erfolgt am einfachsten mit Hilfe des Windows-Explorers. Idealer Speicherort ist die SD-Karte. Zu diesem Zweck muß auf der SD-Speicherkarte der Ordner \garmin\GPX angelegt werden. Die Anzahl an Tracks auf der SD-Karte ist vermutlich nur durch den Speicherplatz begrenzt. Sehr viele abgespeicherte Tracks führen allerdings zu einer Wartezeit beim Aufrufen des Menüs “Zieleingabe > Tracks”. Beim Importieren von Tracks auf den PC mit MapSource (Vers. 6.13.7) wird nur der Inhalt des Active Logs (Datei: \Garmin\GPX\Current\Current.gpx) übertragen, alle anderen Tracks im internen Speicher werden ignoriert.
Die folgenden Bilder zeigen das Navigieren mit einem Track (Trackback).
Im ersten Schritt wird der Track im Menü “Zieleingabe” ausgewählt, anschliessend wird er in einer Übersicht auf der Karte dargestellt (Bild 1). Ein Verschieben oder Verkleinern/Vergrößern der Karte ist nicht möglich.
Optional kann über den linken Softkey ein Höhenprofil eingeblendet werden (Bild 2). Mit Hilfe des Höhenprofils können einzelne Abschnitte des Tracks näher betrachtet werden.
Nach Bestätigen des “Los”-Buttons startet die Navigation. Auf der Kartenseite wird der Track farblich markiert und ein kleiner, einblendbarer Zeiger deutet die zu folgende Richtung an (Bild 3). Alternativ kann der Richtungszeiger auf der Kompasseite verwendet werden (Bild 4).
Als Ziel der Tracknavigation wählt der Colorado automatisch immer den Startpunkt des Tracks. Bei allen anderen Garmin-Geräten (eTrex, GPSMAP) ist es möglich, als Ziel den Start- oder Endpunkt eines Tracks auszuwählen – ein in der Praxis absolut sinnvolles Feature! Bei diesen Geräten werden außerdem Textfelder mit Informationen, z.B. “Ankunft am Ziel”, eingeblendet (siehe Navigation mit GPS-Tracks).
Insgesamt ist das Trackmanagement nicht zufriedenstellend gelöst. Wünschenswert wäre ein mit zusätzlichen Funktionen ausgestatteter Track-Manager analog zu dem Wegpunkt-Manager sowie weitere Trackback-Funktionen. Auch eine ausführliche Beschreibung der Track-Funktion im Handbuch wäre angebracht!
Pulsmesser und Trittfrequenzsensor
Die optionale Verwendung eines Pulsmessers bzw. Trittfrequenzsensors (nicht getestet) sind für manchen Sportler mit Sicherheit ein Anreiz, einen Colorado 300 zu kaufen. Zu diesem Zweck muß ein separater Pulsgurt (VK € 55.-) oder Trittfrequenzsensor (VK € 55.-) erworben werden. Wer einen Forerunner 305 sein Eigen nennt, kann sich glücklich schätzen: Im Test wurde der Pulsgurt des Forerunners problemlos erkannt.
Die Pulsfunktion hat in der aktuellen Softwareversion 2.4 nur einen informativen Charakter. So läßt sich der Puls zwar anzeigen, weitere Funktionen, die ein effektives Training ermöglichen, gibt es nicht. Der Colorado kann somit nicht als Trainingscomputer eingesetzt werden.
Der Puls wird beim Aufzeichnen eines Tracks mitgeschrieben. Eine Auswertung des Pulses ist seitens Garmin derzeit nicht vorgesehen. Die aktuell Version 3.3.4 der Garmin Training Center-Software ist zum Colorado nicht kompatibel.
Zum Glück gibt es findige Freeware-Tüftler. Mittels der aktuellen Version des TCX Converters kann eine Trackaufzeichnung (gpx-File) vom Colorado in ein Training Center Format konvertiert werden, so daß sich der Pulsverlauf analysieren läßt.
Autonavigation mit dem Colorado 300
Der Colorado kann mit geeignetem Kartenmaterial zur Autonavigation eingesetzt werden. Ideal ist der Garmin City Navigator, der mit € 159.- (VK) zu Buche schlägt – zu diesem Preis läßt sich auch ein PNA wie der Garmin nüvi 200 oder 250 erwerben!
Anders als bei Autonavis, muß beim Colorado auf Sprachansagen verzichtet werden; akustische Hinweise gibt es in Form einzelner Töne oder Tonabfolgen. Ansonsten sind viele Funktionen vorhanden, wie es bei einem ausgewachsenen Autonavigationssystem der Fall ist, beispielsweise unterschiedliche Routenberechnungsoptionen (“nach Zeit”, “nach Entfernung”) oder Ausschlußkriterien (z.B. Mautstrassen).
Bei einem Kurztest hat das Routing problemlos funktioniert. Das sehr gute Kartenbild erinnert stark an die Garmin nüvi Geschwister, bei denen ebenfalls ein weißer Pfeil auf Abbiegungen hinweist. Die folgenden Bilder veranschaulichen das Autorouting mit dem Colorado 300:
Softwarefehler
Auf einzelne Bugs, die während der Testphase aufgetreten sind, soll an dieser Stelle nicht eingegangen werden. Eine akribische Auflistung möglicher Stolperfallen läßt sich im englischsprachigen Colorado Wiki nachlesen.
Mit weiteren Firmwareupdates werden diese Fehler mit Sicherheit der Vergangenheit angehören.
Ergänzung 09.04.08: SW-Update 2.51 Beta.
Weitere Funktionen des Colorado 300
- Temperaturanzeige
- Barometrischer Höhenmesser
- Elektronischer 2-Achsen Kompass
- Wecker
- Reisecomputer
- Bildbetrachter
- Geocaches
- Whereigo
- Sonne und Mond
- Rechner
- Stoppuhr
- Kalender
- Fläche berechnen
- Jagd und Angeln
Der Colorado speichert auch im ausgeschalteten Zustand den Luftdruck, so daß der Höhenmesser die Luftdruckänderungen in Form eines Profils anzeigen kann – ideal für Wettervorhersagen! Zu diesen Zweck muß im Setup folgendes eingestellt werden: “Höhenmesser” > “Luftdrucktendenz-Aufz. ” > “immer speichern”.
Besonders interessant ist die Geocaching Funktion, für die es ein separates Profil gibt. Über einen Account bei my.garmin.com lassen sich Geocaches auf den Colorado übertragen. Die Geocaches werden inklusive Beschreibung abgespeichert.
Beim Ausprobieren der Schnittstelle zu my.garmin.com gab es ein Problem. Die Dateien wurden zwar auf den Colorado übertragen, aber statt im Menü “Geocaches” waren sie unter “Wegpunkte” zu finden. Ein direkter Download von der Webseite www.geocaching.com funktionierte hingegen korrekt.
Zubehör
Der Lieferumfang umfasst folgende Teile:
- Handbuch auf CD
- Kurzanleitung
- Karabinerclip
- USB-Kabel
- Trip & Waypoint Manager
Zu kritisieren ist, daß bei einem Gerät dieser Preisklasse kein gedrucktes Handbuch mitgeliefert wird. Das auf der CD befindliche Handbuch geht zudem nicht auf alle Funktionalitäten des Colorado 300 ein.
Mit dem Karabinerclip läßt sich der Colorado am Gürtel oder dem Rucksack befestigen. Ein Manko ist die fehlende Anbringungsmöglichkeit einer Handschlaufe direkt am Gerät. Ersatzweise läßt sich beispielsweise eine Reepschnur an dem Karabinerclip anbringen.
Fazit
Der Garmin Colorado 300 ist kein einfach zu beurteilendes Outdoor GPS-Gerät, da stets ein Vergleich mit dem eTrex Vista HCx oder dem GPSMAP 60CSx gezogen wird
Für sich alleine betrachtet ist der Colorado ein Klasse GPS-Handheld, das sich durch ein interessantes Bedienkonzept auszeichnet. Seine größten Vorteile sind die tolle Kartendarstellung und Features wie der große Speicher, Höhenmesser, Kompass, Messung von Puls- und Trittfrequenz sowie Geocaching-Funktionen.
Dem stehen Nachteile wie die relativ kurze Batterielaufzeit, das dunkle Display und die ungenügende Trackfunktionalität gegenüber. Zukünftige Software-Updates werden den Colorado 300 sicherlich noch optimieren, so daß er viele Freunde in der Outdoor-Gemeinde finden wird.
Im direkten Vergleich zu seinen Geschwistern hat der Colorado einen eher schweren Stand. Der eTrex Vista HCx und der GPSMAP 60CSx sind ausgereifte Geräte, die sich im Outdoor-Alltag zigfach bewährt haben. Der Vista HCx ist ein GPS-Gerät für Anwender, die ein sehr kompaktes Handheld mit einer langen Batterielaufzeit suchen. Der 60 CSx ist ein hervorragender Allrounder, der sich ideal zum Mountainbiken und für viele Wassersportarten eignet.
Beide Geräte haben Funktionen und Eigenschaften, die dem Colorado 300 fehlen – umgekehrt betrachtet ist es aber genauso der Fall!
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Empfohlener Einsatzzweck
- Wandern
- Bergsteigen, Skitouren
- Radtouren
- Geocaching
Pro
- Kompaktes, handliches Design
- Mit einer Hand leicht zu bedienen
- Für Einsteiger gut verständliche Menüs
- Unterschiedliche Aktivitätssprofile
- Großes, hochauflösendes Farbdisplay
- Empfindlicher und genauer GPS-Empfänger
- SD-Karte statt microSD-Karte
- Großer, interner Speicher (384 MB)
- Detaillierte Basiskarte
- Hervorragendes Kartenbild mit plastischer Geländedarstellung
- Detaillierte und ansprechende Darstellung topographischer Karten
- 20x Tracks mit je 10.000 Punkten speicherbar
- Geocache-Funktionen
- Kompass, Höhenmesser
- Wecker, Temperaturmessung
- Verwendung von Pulsmesser & Trittfrequenzsensor
- Anschluss für externe GPS-Antenne
- Drahtloser Datenaustausch
- Luftdruckaufzeichnung auch im ausgeschalteten Zustand
- Sehr gutes Autorouting; Kartenbild ähnlich zu einem Garmin nüvi
- Großes Angebot an Karten und Zubehör
- Eigene POIs via Garmin POI Loader übertragbar
Contra
- Handschlaufe läßt sich nicht direkt am Gerät befestigen
- Spiegelndes Display
- Schlechte Ablesbarkeit durch dunkles Kartenbild bzw. Menüs
- Für lange Touren/Expeditionen zu kurze Akku-/Batterielaufzeit
- 3D-Darstellung wenig informativ
- Systemfehler
- Integration in Software-Umgebung unzureichend (Training Center ….)
- Pulsmessung ohne Funktionen zur Trainingssteuerung
- Kein Schnellzugriff auf wichtige Setup-Funktionen, z.B. Kompass ausschalten
- Unzureichende Trackfunktionalität
- Funktionelle Einschränkungen für Mountain Biker und Paddler
- Unzureichendes Handbuch






(185 Bewertungen, Durchschnitt: 3.59 von 5)







W. Kneip am 23. November 2008:
Die Topokarte wird im 60CSx z.T. wesentlich besser dargestellt z.B. BAB i.O., Straßen im Colorado besser, Pfade im 60CSx deutlich besser dargestellt – oder kann die Strichstärke dicker bzw. die Strichlücken vergrößert werden???
Joachim am 23. November 2008:
Hallo, diese Einstellungen kann man nicht verändern, beim Colorado können Sie aber z.B. Textgrößen und Zoommassstäbe ändern: Setup starten > Karte wählen > oben links: Optionen > Erweitert. Viele Grüße
Christoph am 1. Oktober 2009:
Lange habe ich überlegt und recherchiert, welches Outdoor Navigationsgerät ich kaufen sollte. Nach all den gelesenen Rezensionen und Testberichten sowie Befragung von outdoorerfahrenen Freunden war klar, das gute alte “60er” (alias Garmin GPSmap 60 CXs) ist das Maß der Dinge und wird beschafft. Ein Garmin Colorado 300 kam ob der desolaten Berichte nicht in Frage. Ein Garmin Etraxx hat zwar seine eingeschworene Fangemeinde ist aber schon “sehr speziell” in seiner Bedienung. Die anderen Hersteller auf dem Outdoor GPS Markt schienen mir schlichtweg zu exotisch.
Am Tag vor dem geplanten Kauf fuhr ich eine Feierabend MTB Runde mit einem Bekannten. Zu meinem größten Überraschen trohnte an seinem Vorbau ein Garmin Colrado 300. Wissend, dass dieser Mensch extrem selektiv bei der Auswahl von Sport-, Outdoor- und Technik-Material ist, vergaß ich sämtliche Höhenmeter und die Tour drehte sich nur um das Für und Wider dieses speziellen Garmin Gerätes. Ich war überrascht und erstaunt ob seiner positiven Erfahrungen damit; gab es online und in Papierform nur vernichtende Kritiken zu diesem Gerät zu lesen.
Tags darauf wurde ich im Bergsportgeschäft meines Vertrauens vorstellig, um noch einmal ganz neutral unter Schilderung meiner Anforderungen (80% Mountainbike, 20% Wandern und City) mir eine Empfehlung geben zu lassen. Die Antwort war wie erwartet: “MTB? Das Garmin 60er. Nix anderes!”. Aha… immerhin konsistent mit all den Erfahrungsberichten, die ich sonst gelesen oder gehört hatte. Was auch immer mich geritten hat, kurz darauf verlies ich den Laden entgegen jeder Empfehlung mit einem Garmin Colorado 300, dem Kartensatz Deutschland Topo Süd v3, Österreich Topo v2 und einige hundert Euro ärmer.
Erkenntnis Nummer eins: ich habe das Gerät im Einzelhandel erstanden und nicht bei Amazon & Co. Zugegebenermaßen für einige Euro mehr, aber der Berater dort ist Bergführer, Bike-Freak und gibt Ausbildungen in Anwendung von GPS Navigation, sodass ich diesen Verttriebsweg dem Online Shop vorzog, um bei Bedarf auf weiterführende Unterstützung zugreifen zu können. War bisher nicht notwendig, erzeugt zumindest bei mir aber trotzdem ein besseres Gefühl.
Erkenntnis Nummer zwei: selbst zu Einzelhandelspreisen ist die Hardware im Vergleich zur Software (den Kartensätzen) vergleichsweise günstig. Man fühlt sich an das Konzept der Mobilfunkanbieter erinnert – das Handy für einen Euro, aber die Verwendung kostet teuer! Also immer mit berücksichtigen: egal welches Gerät zum Einsatz kommt, entscheidend ist das Kartenmaterial, das dort zum Einsatz kommt. Man kann im Internet zwar inzwischen eine Menge gutes freies Kartenmaterial finden, aber die Garmin Karten (spziell die Topos und City Navigator) sind doch die Referenz. Und sie sind teuer. Sehr teuer. Aber sie sind gut, dies sei vorweg genommen.
Was dann folgte, dürfte jedem Outdoor GPS Einsteiger bekannt vorkommen. Im Gegensatz zu einem Autonavigationsgerät, das jeder irgendwie bedient bekommt, muss man den Umgang mit einem Outdoor Navi erst mal erlernen. Also schleicht man mit dem Ding in der Hand um’s Haus, bis die Nachbarn komisch schauen. Und man begibt sich auf bekannte Wege, um zu sehen, wie sich das auf so einem Gerät darstellt. Don’t read the fu..ing manual – learning by trial and error.
Erkenntnis Nummer drei: die Bedienung des Garmin Colorado 300 (auf technokratisch gesprochen: das “Man-Machine-Interface”) ist einfach und intuitiv. Wie bei Navigationsgeräten in Fahrzeugen der Marken Audi und BMW ist der Garmin “Rock’n'Roller” mit Drehen und Drücken super einfach zu bedienen und bedarf keinerlei Studium eines Handbuches. Wer ein Garmin “60er” im Schlaf mit seinen ganzen Knöpfchen bedient, muss natürlich völlig umdenken und umlernen, daher auch die negativen Kommentare hierzu. Da ich aber völlig unbefangen auf diesem Gebiet war, fühlte ich mich mit diesem Bedienkonzept auf Anhieb wohl. Der oft kritisierte Punkt, dass man das Drehrad des Colorado im Gegensatz zu den Knöpfen des 60er auf einem MTB bei ruppigem Gelände nicht exakt bedienen könnte, muss sich die Gegenfrage stellen lassen, ob in solchem Gelände beide Hände nicht besser an die Lenkergriffe gehören als an das Navi Gerät?! In leichtem Gelände oder auf der Straße habe ich beim Colorado bisher jeden Menüpunkt auf Anhieb getroffen. Dass die Augen unter der Fahrt sowieso auf den Weg gehören und nicht auf einen Bildschirm jedweder Art, ist eine andere Sache…!
Nächster Punkt ist die Stabilität der Firmware auf dem Gerät. Mit Markteinführug des Colorado 300 in Europa Anfang des Jahres 2008 hat Garmin offensichtlich die große Dummheit begangen, Marketing und Vertrieb über die Technik zu priorisieren und das Gerät mit einer “Bananen Software” (= reift beim Kunden) auf den Markt gebracht. Das ist der Grundtenor, den ich in allen Rezension und Berichten unisono gelesen habe und welcher mich um ein Haar auch auf ein anderes oder alternatives Produkt gebracht hätte. Um nicht die ganzen grausamen Erfahrungen der Anwender aus dieser Zeit zu wiederholen, beschränke ich mich auf meine Erfahrungen mit der Version 2.90 und inzwischen 3.00 aus dem September 2009.
Erkenntnis Nummer vier: das Gerät läuft stabil! Abstürze habe ich bisher keine erlebt. Es ist alles drin und dran, was ich an Funktionen erwartet habe. Eine offensichtlich gute und konsequente Update Strategie von Garmin lässt hoffen, dass in Zukunft noch einige sinnvolle Neuerungen und Funktionen hinzukommen. Schlussendlich besteht so ein Gerät zum größten Teil aus Software, die Hardware darunter ist lediglich eine definierte und abgeschlossene Plattform dafür. Hätte die Hardware ein Problem – Game over! Meine Erfahrung bisher mit diesem Garät, alles ist Software und die ist offensichtlich deutlich besser geworden im Vergleich zu ihrer Markteinführung.
Kritisiert wurde auch die Laufzeit mit einem Satz Akkus. Dies scheint bei alten Software Versionen ein großes Problem gewesen zu sein. Meine Erfahrung hier mit aktueller Firmware 3.00 vom September 2009 führt zu Erkenntnis Nummer fünf: Ein Satz guter NiMH Akkus (z.B. Ansmann 2800 mAh) reicht locker für eine ausgedehnte Ganztagestour. Auch Höhenmesser und Kompass können verwendet werden. WAAS / EGNOS habe ich ausgeschaltet, weil im Offroadbereich der Messfehler geländebedingt größer ist, als jedes Korrektursignal durch Laufzeitunterschiede der Satellitensignale in der Ionosphäre unseres Planeten ausgleichen könnte. Reserveakkus gehören auf jeden Fall in den Rucksack, sollten aber nur in Ausnahmefällen zum Einsatz kommen. Insgesamt muss akzeptiert werden, dass Rechenleistung (CPU), Grafikleistung (GPU) und Speicher (RAM) einfach Strom kosten – und davon hat der Colorado in allen Punkten einfach eine Menge mehr als so manch anderes Gerät. Während die genannten Paramter wie CPU, GPU und RAM dem Moor’schen Gesetz folgen (bitte bei Wikipedia nachlesen), ist es bei der Akkukapazität leider nicht der Fall. Darunter leiden alle hochtechnisierten mobilen Anwendungen, nicht nur das hier rezensierte Gerät.
Der Bildschirm. Hochgelobt das “60er” für seine Helligkeit und Ablesbarkeit. Ingnoriert die Größe und Auflösung beim Colrado. Die Physik kann man halt nicht austricksen. Viele Pixel kosten insgesamt viel Strom (siehe oben) und mehr Pixel pro Fläche beschränken die Lichtdurchlässigkeit. Mein Anspruch ist, auf die Papierkarte verzichten zu können; für Notfälle MUSS sie dennoch in den Rucksack! Daher bleibe ich lieber kurz stehen und drehe mich mit dem Gerät der Sonne im Rücken hin oder schalte zeitweise die Hintergrundbeleuchtung zu. Viel entscheidender ist aber die grafische Darstellung des Kartenmaterials, womit wir wieder beim Thema Software wären. Ein hellbrauner dünn gzeichneter Weg inmitten einer grünen Waldlandschaft ist mit jedem Bildschirm unter allen Beleuchtungsverhätnissen schwer zu erkennen. Hier sollte a) Garmin mehr Optionen zum Einstellen von Größen und Farben anbieten und b) muss man sich mit den Style Defintionen von Karten befassen, um diese ggf. selbst editieren zu können.
Erkenntnis Nummer sechs: das Display des Colorado ist so groß, gut auflösend, hell und kontrastreich genug, dass auch neben der Navigation nach Wegpunkten, Tracks und Routen die Karten zum Nachsehen und “Franzen” verwendet werden können. Das Bedienkonzept des “Rock’n'Rollers” unterstützt dies. Die einzige Beschränkung, die ich hier bisher erfahren habe, war der Inhalt der Karten selbst.
Apropos Software – jedes Outdoor Navigationsgerät ist nur so gut, wie das eingesetzte Kartenmaterial und die Software, mit der man am PC damit die Tour plant. Garmin liefert mit seinen sehr guten Topo Karten die Anwendung “MapSource”. In Anbetracht des Preises würde ich mir hier mehr Funktionsumfang bei Erstellung und Verwaltung von Tracks und Routen erwarten. Die Software ist von kosmetischen Nachbesserungen abgesehen immer noch auf einem Stand, wie sie bereits vor Jahren z.B. mit einem alten “nüvi” Modell und dem City Navigator ausgeliefert wurde. Das entspricht nicht den Anforderungen für Wander- und MTB Touren abseits von Straßen. Auch das Herunterladen von Karten vom PC auf das Navi, das nur durch das komplette und zeitraubende Ersetzen der Image Datei geschieht, ist nicht anforderungsgerecht und zeitgemäß. Und hier bin ich tatsächlich auf einen Softwarefehler gestoßen, der bei Auswahl von bestimmten Kartenblättern, den Ladevorgang abgebrochen hat und komplett abgestürzt ist. “MapSource” erhält hierfür ein ganz böses MANGELHAFT von mir und ich bin noch auf der Suche nach Alternativen.
Zusammenfassend kann ich mit inzwischen einiger Erfahrung sagen, dass der Garmin Colorado 300 wirklich gut ist und die negativen Erfahrungen anderer Anwender von vor einem Jahr revidiert werden müssen. Meine Erwartungen wurden in vollem Umfang erfüllt, ich bin zufrieden. Nachbessern muss Garmin noch bei der PC-seitigen Software MapSource, welche nicht den Anforderungen an Outdoor Aktivitäten entspricht und es bei den hohen Preisen der Topo Karten erwartet wird, mit passenden Tools versorgt zu sein.