Garmin Colorado 300

Test: Garmin Colorado 300

| 28. März 2008 | 4 Kommentare
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Kommentare (4)

  1. Werner fragt: sagt:

    wie kann ich Punkte die ich im Colorado markiert habe mir als durchgehende Route am PC anschauen.

  2. Christoph sagt:

    Lange habe ich überlegt und recherchiert, welches Outdoor Navigationsgerät ich kaufen sollte. Nach all den gelesenen Rezensionen und Testberichten sowie Befragung von outdoorerfahrenen Freunden war klar, das gute alte “60er” (alias Garmin GPSmap 60 CXs) ist das Maß der Dinge und wird beschafft. Ein Garmin Colorado 300 kam ob der desolaten Berichte nicht in Frage. Ein Garmin Etraxx hat zwar seine eingeschworene Fangemeinde ist aber schon “sehr speziell” in seiner Bedienung. Die anderen Hersteller auf dem Outdoor GPS Markt schienen mir schlichtweg zu exotisch.

    Am Tag vor dem geplanten Kauf fuhr ich eine Feierabend MTB Runde mit einem Bekannten. Zu meinem größten Überraschen trohnte an seinem Vorbau ein Garmin Colrado 300. Wissend, dass dieser Mensch extrem selektiv bei der Auswahl von Sport-, Outdoor- und Technik-Material ist, vergaß ich sämtliche Höhenmeter und die Tour drehte sich nur um das Für und Wider dieses speziellen Garmin Gerätes. Ich war überrascht und erstaunt ob seiner positiven Erfahrungen damit; gab es online und in Papierform nur vernichtende Kritiken zu diesem Gerät zu lesen.

    Tags darauf wurde ich im Bergsportgeschäft meines Vertrauens vorstellig, um noch einmal ganz neutral unter Schilderung meiner Anforderungen (80% Mountainbike, 20% Wandern und City) mir eine Empfehlung geben zu lassen. Die Antwort war wie erwartet: “MTB? Das Garmin 60er. Nix anderes!”. Aha… immerhin konsistent mit all den Erfahrungsberichten, die ich sonst gelesen oder gehört hatte. Was auch immer mich geritten hat, kurz darauf verlies ich den Laden entgegen jeder Empfehlung mit einem Garmin Colorado 300, dem Kartensatz Deutschland Topo Süd v3, Österreich Topo v2 und einige hundert Euro ärmer.

    Erkenntnis Nummer eins: ich habe das Gerät im Einzelhandel erstanden und nicht bei Amazon & Co. Zugegebenermaßen für einige Euro mehr, aber der Berater dort ist Bergführer, Bike-Freak und gibt Ausbildungen in Anwendung von GPS Navigation, sodass ich diesen Verttriebsweg dem Online Shop vorzog, um bei Bedarf auf weiterführende Unterstützung zugreifen zu können. War bisher nicht notwendig, erzeugt zumindest bei mir aber trotzdem ein besseres Gefühl.

    Erkenntnis Nummer zwei: selbst zu Einzelhandelspreisen ist die Hardware im Vergleich zur Software (den Kartensätzen) vergleichsweise günstig. Man fühlt sich an das Konzept der Mobilfunkanbieter erinnert – das Handy für einen Euro, aber die Verwendung kostet teuer! Also immer mit berücksichtigen: egal welches Gerät zum Einsatz kommt, entscheidend ist das Kartenmaterial, das dort zum Einsatz kommt. Man kann im Internet zwar inzwischen eine Menge gutes freies Kartenmaterial finden, aber die Garmin Karten (spziell die Topos und City Navigator) sind doch die Referenz. Und sie sind teuer. Sehr teuer. Aber sie sind gut, dies sei vorweg genommen.

    Was dann folgte, dürfte jedem Outdoor GPS Einsteiger bekannt vorkommen. Im Gegensatz zu einem Autonavigationsgerät, das jeder irgendwie bedient bekommt, muss man den Umgang mit einem Outdoor Navi erst mal erlernen. Also schleicht man mit dem Ding in der Hand um’s Haus, bis die Nachbarn komisch schauen. Und man begibt sich auf bekannte Wege, um zu sehen, wie sich das auf so einem Gerät darstellt. Don’t read the fu..ing manual – learning by trial and error.

    Erkenntnis Nummer drei: die Bedienung des Garmin Colorado 300 (auf technokratisch gesprochen: das “Man-Machine-Interface”) ist einfach und intuitiv. Wie bei Navigationsgeräten in Fahrzeugen der Marken Audi und BMW ist der Garmin “Rock’n'Roller” mit Drehen und Drücken super einfach zu bedienen und bedarf keinerlei Studium eines Handbuches. Wer ein Garmin “60er” im Schlaf mit seinen ganzen Knöpfchen bedient, muss natürlich völlig umdenken und umlernen, daher auch die negativen Kommentare hierzu. Da ich aber völlig unbefangen auf diesem Gebiet war, fühlte ich mich mit diesem Bedienkonzept auf Anhieb wohl. Der oft kritisierte Punkt, dass man das Drehrad des Colorado im Gegensatz zu den Knöpfen des 60er auf einem MTB bei ruppigem Gelände nicht exakt bedienen könnte, muss sich die Gegenfrage stellen lassen, ob in solchem Gelände beide Hände nicht besser an die Lenkergriffe gehören als an das Navi Gerät?! In leichtem Gelände oder auf der Straße habe ich beim Colorado bisher jeden Menüpunkt auf Anhieb getroffen. Dass die Augen unter der Fahrt sowieso auf den Weg gehören und nicht auf einen Bildschirm jedweder Art, ist eine andere Sache…!

    Nächster Punkt ist die Stabilität der Firmware auf dem Gerät. Mit Markteinführug des Colorado 300 in Europa Anfang des Jahres 2008 hat Garmin offensichtlich die große Dummheit begangen, Marketing und Vertrieb über die Technik zu priorisieren und das Gerät mit einer “Bananen Software” (= reift beim Kunden) auf den Markt gebracht. Das ist der Grundtenor, den ich in allen Rezension und Berichten unisono gelesen habe und welcher mich um ein Haar auch auf ein anderes oder alternatives Produkt gebracht hätte. Um nicht die ganzen grausamen Erfahrungen der Anwender aus dieser Zeit zu wiederholen, beschränke ich mich auf meine Erfahrungen mit der Version 2.90 und inzwischen 3.00 aus dem September 2009.

    Erkenntnis Nummer vier: das Gerät läuft stabil! Abstürze habe ich bisher keine erlebt. Es ist alles drin und dran, was ich an Funktionen erwartet habe. Eine offensichtlich gute und konsequente Update Strategie von Garmin lässt hoffen, dass in Zukunft noch einige sinnvolle Neuerungen und Funktionen hinzukommen. Schlussendlich besteht so ein Gerät zum größten Teil aus Software, die Hardware darunter ist lediglich eine definierte und abgeschlossene Plattform dafür. Hätte die Hardware ein Problem – Game over! Meine Erfahrung bisher mit diesem Garät, alles ist Software und die ist offensichtlich deutlich besser geworden im Vergleich zu ihrer Markteinführung.

    Kritisiert wurde auch die Laufzeit mit einem Satz Akkus. Dies scheint bei alten Software Versionen ein großes Problem gewesen zu sein. Meine Erfahrung hier mit aktueller Firmware 3.00 vom September 2009 führt zu Erkenntnis Nummer fünf: Ein Satz guter NiMH Akkus (z.B. Ansmann 2800 mAh) reicht locker für eine ausgedehnte Ganztagestour. Auch Höhenmesser und Kompass können verwendet werden. WAAS / EGNOS habe ich ausgeschaltet, weil im Offroadbereich der Messfehler geländebedingt größer ist, als jedes Korrektursignal durch Laufzeitunterschiede der Satellitensignale in der Ionosphäre unseres Planeten ausgleichen könnte. Reserveakkus gehören auf jeden Fall in den Rucksack, sollten aber nur in Ausnahmefällen zum Einsatz kommen. Insgesamt muss akzeptiert werden, dass Rechenleistung (CPU), Grafikleistung (GPU) und Speicher (RAM) einfach Strom kosten – und davon hat der Colorado in allen Punkten einfach eine Menge mehr als so manch anderes Gerät. Während die genannten Paramter wie CPU, GPU und RAM dem Moor’schen Gesetz folgen (bitte bei Wikipedia nachlesen), ist es bei der Akkukapazität leider nicht der Fall. Darunter leiden alle hochtechnisierten mobilen Anwendungen, nicht nur das hier rezensierte Gerät.

    Der Bildschirm. Hochgelobt das “60er” für seine Helligkeit und Ablesbarkeit. Ingnoriert die Größe und Auflösung beim Colrado. Die Physik kann man halt nicht austricksen. Viele Pixel kosten insgesamt viel Strom (siehe oben) und mehr Pixel pro Fläche beschränken die Lichtdurchlässigkeit. Mein Anspruch ist, auf die Papierkarte verzichten zu können; für Notfälle MUSS sie dennoch in den Rucksack! Daher bleibe ich lieber kurz stehen und drehe mich mit dem Gerät der Sonne im Rücken hin oder schalte zeitweise die Hintergrundbeleuchtung zu. Viel entscheidender ist aber die grafische Darstellung des Kartenmaterials, womit wir wieder beim Thema Software wären. Ein hellbrauner dünn gzeichneter Weg inmitten einer grünen Waldlandschaft ist mit jedem Bildschirm unter allen Beleuchtungsverhätnissen schwer zu erkennen. Hier sollte a) Garmin mehr Optionen zum Einstellen von Größen und Farben anbieten und b) muss man sich mit den Style Defintionen von Karten befassen, um diese ggf. selbst editieren zu können.

    Erkenntnis Nummer sechs: das Display des Colorado ist so groß, gut auflösend, hell und kontrastreich genug, dass auch neben der Navigation nach Wegpunkten, Tracks und Routen die Karten zum Nachsehen und “Franzen” verwendet werden können. Das Bedienkonzept des “Rock’n'Rollers” unterstützt dies. Die einzige Beschränkung, die ich hier bisher erfahren habe, war der Inhalt der Karten selbst.

    Apropos Software – jedes Outdoor Navigationsgerät ist nur so gut, wie das eingesetzte Kartenmaterial und die Software, mit der man am PC damit die Tour plant. Garmin liefert mit seinen sehr guten Topo Karten die Anwendung “MapSource”. In Anbetracht des Preises würde ich mir hier mehr Funktionsumfang bei Erstellung und Verwaltung von Tracks und Routen erwarten. Die Software ist von kosmetischen Nachbesserungen abgesehen immer noch auf einem Stand, wie sie bereits vor Jahren z.B. mit einem alten “nüvi” Modell und dem City Navigator ausgeliefert wurde. Das entspricht nicht den Anforderungen für Wander- und MTB Touren abseits von Straßen. Auch das Herunterladen von Karten vom PC auf das Navi, das nur durch das komplette und zeitraubende Ersetzen der Image Datei geschieht, ist nicht anforderungsgerecht und zeitgemäß. Und hier bin ich tatsächlich auf einen Softwarefehler gestoßen, der bei Auswahl von bestimmten Kartenblättern, den Ladevorgang abgebrochen hat und komplett abgestürzt ist. “MapSource” erhält hierfür ein ganz böses MANGELHAFT von mir und ich bin noch auf der Suche nach Alternativen.

    Zusammenfassend kann ich mit inzwischen einiger Erfahrung sagen, dass der Garmin Colorado 300 wirklich gut ist und die negativen Erfahrungen anderer Anwender von vor einem Jahr revidiert werden müssen. Meine Erwartungen wurden in vollem Umfang erfüllt, ich bin zufrieden. Nachbessern muss Garmin noch bei der PC-seitigen Software MapSource, welche nicht den Anforderungen an Outdoor Aktivitäten entspricht und es bei den hohen Preisen der Topo Karten erwartet wird, mit passenden Tools versorgt zu sein.

  3. Joachim sagt:

    Hallo, diese Einstellungen kann man nicht verändern, beim Colorado können Sie aber z.B. Textgrößen und Zoommassstäbe ändern: Setup starten > Karte wählen > oben links: Optionen > Erweitert. Viele Grüße

  4. W. Kneip sagt:

    Die Topokarte wird im 60CSx z.T. wesentlich besser dargestellt z.B. BAB i.O., Straßen im Colorado besser, Pfade im 60CSx deutlich besser dargestellt – oder kann die Strichstärke dicker bzw. die Strichlücken vergrößert werden???

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