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Garmin Edge 530 Test und Erfahrungen

Garmin Edge 530 – klein und leistungsstark! In diesem Test schaue ich mir das Garmin Edge 530 näher an, ein Fahrrad-Navi bzw. einen Trainingscomputer für Rennradler*innen, Tourenradler*innen, Gravelbiker*innen und Mountainbiker*innen!

Bei meinem Dauertest kommt das umfangreiche "Garmin Edge 530 Mountainbike-Bundle" zum Einsatz! 

Garmin Edge 530 am BikePin
Garmin Edge 530 Test und Erfahrungen

Das Edge 530 Mountainbike-Bundle – es kostet €369,99 (UVP) – kommt mit einem kompletten Zubehörset für knackige Trails und lange Alpentouren:  

  • Standardhalterungen
  • Mountainbike-Halterung
  • Edge-Fernbedienung
  • Geschwindigkeitssensor
  • Silikonhülle
  • Befestigungsschlaufe
  • USB-Kabel
  • Dokumentation

Alternativ stehen ein Sensor-Bundle (€399,99, mit Geschwindigkeits-, Trittfrequenz-, Herzfrequenzsensor) bzw. ein Einzelgerät (€299,99) zur Auswahl.

Edge 530 Mountainbike-Bundle – Zubehör

Die am Lenker verschraubte Mountainbike-Halterung sorgt für einen absolut stabilen Sitz. Dadurch befindet sich das Edge vor dem Lenker. Eine Anordnung, die aber nicht jede(r) Biker*in mag. In diesem Fall kann die mitgelieferte Standardhalterung zum Befestigen oben auf dem Lenker zum Einsatz kommen.

Die zwei mitgelieferten Standardhalterungen eignen sich auch super für das Zweit- bzw. Drittrad: Das Edge 530 lässt sich schließlich über mehrere Profile für unterschiedliche Fahrräder konfigurieren, beispielsweise für Rennrad und Rollentraining.

Davon abgesehen, das kompakte Edge 530 lässt sich prima am Vorbau befestigen, beispielsweise mit einer Top Cap Halterung* . Falls eine weitere Mountainbike-Halterung benötigt wird, empfehle ich einen Blick auf die Halterungen von K-Edge zu werfen, die den Garmin-Halterungen qualitativ in keiner Weise nachstehen.

Ein Tipp aus der Mountainbike-Realität: Es empfiehlt sich das Edge 530 mittels der Befestigungsschlaufe zu sichern und noch per Silikonhülle zu schützen.

Die Edge Fernbedienung – ich habe sie separat getestet – bewährt sich nicht nur auf anspruchsvollen Trails und rasanten Abfahrten: Ohne die Hand vom Lenker zu nehmen ist per Daumendruck ein Wechsel von Seite zu Seite möglich! Deshalb ist es kein Wunder, dass die Edge Fernbedienung mittlerweile mein absolutes Lieblingsteil ist!

Der mitgelieferte Geschwindigkeitssensor eignet sich zum Indoor-Training auf der Rolle oder wenn genaue Geschwindigkeitsmessungen erforderlich sind (z.B. bei schlechtem GPS-Empfang), lässt sich aber auch unabhängig vom Edge 530 einsetzen (alle Infos: Garmin Fahrradsensoren). Gut zu wissen: Beim Erfassen der Geschwindigkeit gilt "Sensor" vor "GPS"!

Wie unterscheiden sich das Edge 530 und das Edge 830?

Mit dem Edge 530 ist auch das Edge 830 auf den Markt gekommen – beide Navis unterscheiden sich in wichtigen Punkten:

  • Die Bedienung des Edge 830 erfolgt per Touchscreen und drei Tasten, beim Edge 530 dagegen über sieben Tasten.
  • Die Benutzeroberfläche fällt demnach anders aus.
  • Das Edge 830 wiegt mit 79,1 g etwas mehr als das Edge 530 mit 75,8 g.
  • Das Edge 830 bietet deutlich mehr Navigationsfunktionen und entspricht in dieser Hinsicht eher dem Edge 1030 Plus. Dazu gehört das Planen von Routen mit Zwischenzielen, Roundtrip-Routing und die Suche nach POIs und Adressen.
  • Das Edge 830 Mountainbike-Bundle kostet deutlich mehr (UVP: €469,99).

Eine genaue Übersicht – inklusive einer umfangreichen Vergleichstabelle – enthält meine Garmin Edge Kaufberatung.

Wie lässt sich das Edge 530 bedienen?

Mein Garmin Edge 530 Test zeigt: Gewöhnungsbedürftig! 

Es dauert eine Weile bis das Zusammenspiel der sieben Tasten und des teils unübersichtlichen Menüs verinnerlicht ist – da haben Edge Fahrradcomputer mit Touchscreen eine deutlich steilere Lernkurve! Wegen der komplexen Tastenbedienung wundert es nicht, dass Garmin beim Edge 530 auf diverse Navigationsfunktionen verzichtet.

Selbst das Festlegen eines einzelnen Ziels über die Karte stellt schon eine Herausforderung dar. Auch das Zoomen der Karte ist im Vergleich zu den Touchscreen-Geräten aufwendig, da einige Schritte nötig sind.

Mitbewerber zeigen dass es besser geht. Bestes Beispiel ist das Wahoo ELEMNT BOLT 2. Dafür hat Wahoo allerdings viele Funktionen in die Smartphone-App ausgelagert. Aber auch Hammerhead macht beim Karoo 2 klar was beim Thema Benutzerfreundlichkeit machbar ist – das Menü ist einfach nicht so komplex, der Funktionsumfang ist aber auch geringer.

Was mir auch nicht so gefällt ist die Haptik der Tasten, beim Drücken kommt kein Gefühl von Hochwertigkeit auf.

Einen Edge mit Tasten oder einen Edge mit Tasten und Touchscreen wählen?

Geschmacksache! Und eine Frage der Funktionen, da das 530 nun einmal über weniger Navigationsfunktionen als die Touchscreen-Pendants verfügt! Davon abgesehen kann ich nur empfehlen die Edge Fernbedienung einzusetzen – insbesondere beim Edge 530.

Zur Konfiguration. Die ist nicht ohne, einerseits wegen der vielen Funktionen, andererseits wegen der Tastenbedienung. In dieser Hinsicht sind das ELEMNT BOLT oder das ELEMENT ROAM im Vorteil, da deren Konfiguration im Wesentlichen per App erfolgt.

Garmin Edge 530 Test – Technik

Das Garmin Edge 530 hat aus meiner Sicht eine ideale Größe für den Lenker: nicht zu groß und nicht zu klein! Dies ist aber Ansichtssache, manch ein(e) Biker*in mag das Display beispielsweise zum Navigieren als zu klein empfinden.

Die folgenden Abbildungen zeigen die Größenverhältnisse im Vergleich zu anderen Edge Modellen.

Garmin Edge Touchscreen Geräte im VergleichPin
Garmin Edge Modelle 2021 – Front (v.l.): Edge 530, Edge 830, Edge Explore, Edge 1030 Plus
Garmin Edge Modelle, RückseitePin
Garmin Edge Modelle 2021 – Front

Das 2,6 Zoll Display ist exzellent ablesbar, insbesondere wenn die Sonne im perfekten Winkel direkt auf das Display knallt. Lediglich beim Fahren mit Sonnenbrille & gedimmter Beleuchtung kann es zu Einschränkungen kommen. Was positiv auffällt: Bei maximaler Beleuchtung ist es deutlich heller als das Edge 1030 Plus Display, ein Vorteil der sich beispielsweise beim Biken in einem dichten & dunklen Wald bemerkbar macht.

Die Laufzeit des integrierten Akkus gibt Garmin in einem typischen Szenario mit 20 Stunden an, sie lässt sich aber durch das optionale Garmin Charge Akkupack*  bzw. durch den Energiesparmodus auf bis zu 40 Stunden verlängern. In der Regel ist die Akkulaufzeit aber selbst für lange Tagestouren mehr als ausreichend.

Der GPS-Empfänger lässt sich in drei Modi betreiben:

  • GPS
  • GPS + GLONASS
  • GPS + GALILEO

Ich verwende hauptsächlich die Garmin-Standardeinstellung "GPS + GLONASS".

Das Edge 530 zeigt eine insgesamt sehr gute Genauigkeit beim Aufzeichnen von Aktivitäten. In der Abbildung rechts – von einer Strecke in dichtem Wald – sind die mit dem Edge 530 und dem Edge Explore aufgezeichneten Tracks praktisch deckungsgleich.

Einen ausführlichen Vergleich gibt’s hier: GPS-Genauigkeit von Fahrrad-Navis

Pin
Vergleich Edge 530 GPS, Edge Explore GPS

Garmin Edge 530 Test – Sensoren und Konnektivität

Der Edge 530 ist ein wahres Kommunikationstalent. Es verfügt über ANT+, Bluetooth, USB und Wi-Fi zum Verbinden mit Smartphone, Trainer, E-Bike, Sensoren, Schaltungen …!

Folgende externen Geräte und Sensoren sind möglich:

  • ANT+ Edge Fernbedienung
  • ANT+ Herzfrequenz
  • ANT+ Geschwindigkeit
  • ANT+ Trittfrequenz
  • ANT+ Geschwindigkeit/Trittfrequenz kombiniert
  • ANT+ Leistungsmesser (ausprobiert mit dem Garmin Rally XC100)
  • ANT+ FE-C Trainer (die Koppelung erfolgt in dem Menü "Training > Indoor Trainer")
  • ANT+ Fernbedienung
  • ANT+ E-Bike (Shimano Steps, ANT+ LEV)
  • ANT+ Schaltungen
  • ANT+ Shimano Di2
  • ANT+ Varia (Radar, Licht, Vision)
  • ANT+ VIRB
  • BT Herzfrequenz
  • BT Geschwindigkeit
  • BT Trittfrequenz
  • BT Leistungsmesser

Daneben gibt es eine Vielzahl an internen Sensoren, inklusive einem barometrischer Höhenmesser, einem Umgebungslichtsensor zum Regeln der Displaybeleuchtung und einem Temperatursensor. Übrigens, die Funktion zum manuellen Kalibieren des Höhenmessers ist gut versteckt. Sie findet sich nach dem Starten einer Aktivität und Drücken der "Taste oben rechts" in dem folgenden Menü ganz weit unten!

Bluetooth und Wi-Fi – über diese beiden Schnittstellen stehen viele weitere Funktionen zur Verfügung. Die folgenden Listen geben einen ersten Überblick (Quelle: Edge 530 Handbuch).

Edge 530 – Bluetooth Online-Funktionen

(Voraussetzungen: Smartphone mit installierter Garmin Connect & Garmin Connect IQ App)

  • Automatisches Hochladen von Aktivitäten zu Garmin Connect
  • Notfallhilfe
  • Ansagen (Statusmeldungen und Abbiehehinweise via Smartphone wiedergeben, z.B. über ein Bluetooth-Headset oder einen smarten Fahrradhelm)
  • Fahrradalarm
  • Connect IQ (Apps, Datenfelder & Widgets installieren und verwalten)
  • Übertragen von Strecken (z.B. von Komoot und Strava), Segmenten und Trainings aus Garmin Connect
  • Datenübertragungen zwischen kompatiblen Edge-Geräten
  • Das Edge per Smartphone suchen
  • LiveTrack & GroupTrack
  • Nachrichten von Fahrer zu Fahrer
  • Unfall-Benachrichtigung
  • Nachrichten (nur Android: Anrufe und SMS mit einer Nachrichtenvorlage beantworten)
  • Benachrichtigungen auf dem Edge anzeigen
  • Interaktion mit sozialen Medien
  • Wetter-Updates

Edge 530 – Wi‑Fi Online-Funktionen

  • Hochladen von Aktivitäten in das Garmin Connect Konto
  • Einspielen von Software-Updates
  • Herunterladen von Trainings und Trainingsplänen

Der Funktionsumfang des Edge 530 ist immens – zumal er sich mit Connect IQ Apps noch einmal deutlich erweitern lässt. Deshalb picke ich mir im Folgenden vier Funktionen heraus und gehen näher darauf ein: MTB-Kennzahlen (Flow / Grit), ClimbPro, Trailforks und Navigation.

Garmin Edge 530 vs. Garmin Edge ExplorePin
Garmin Edge 530 vs. Garmin Edge Explore

Garmin Edge 530 Test – MTB-Kennzahlen

Dahinter stecken Grit- und Flow-Werte für die Schwierigkeit einer Tour bzw. Flüssigkeit des Fahrstils (Definitionen siehe unten). Das Abbildung rechts enthält die Werte einer Tour mit einem abschnittsweise recht kniffligen Trail.

Die Werte lassen sich auf einer separaten Datenseite darstellen, ein zusätzliche grafische Analyse gibt es nach dem Hochladen der Aktivität in Garmin Connect.

Garmin Edge 530 Grit & FlowPin
Garmin Edge 530 Grit & Flow Werte

Flow & Grit Definitionen

(Definitionen laut Garmin Connect & Edge 530 Handbuch)

Grit – Definition

Der Grit ist ein Messwert für die Schwierigkeit einer Mountainbike-Tour. Er berücksichtigt Faktoren wie die Geschwindigkeit von Anstiegen und Abstiegen und den Winkel von Kurven während der Tour. So interpretieren Sie die Grit-Tabelle:

  • Einfach: 0-20
  • Mäßig: 20-40
  • Schwierig: 40+

Der Grit-Wert sollte bei verschiedenen Fahrern auf demselben Trail vergleichsweise einheitlich bleiben. Der Messwert bietet sich an, um die Schwierigkeit verschiedener Trails zu vergleichen, auf denen Sie fahren. Grit in Garmin Connect Der Grit-Gesamtwert ist die vom Garmin-Gerät erfasste Gesamtsumme, wobei das Gerät den Grit fortlaufend während der Tour berechnet. Wenn Sie das Gerät synchronisieren, erhalten Sie eine Tabelle der Grit-Werte während der Tour und einen Gesamtwert für die Tour in Garmin Connect. Sie können den Grit auf dem Trail auch auf der Aktivitätskarte anzeigen. Je schwieriger die Tour ist, desto höher sollte der Grit-Wert sein.

Flow – Definition

Flow Der Flow gibt an, wie gut Sie während der Mountainbike-Tour die Geschwindigkeit beibehalten. Er berücksichtigt Faktoren wie Anstieg und Abstieg sowie den Winkel von Kurven während der Tour. So interpretieren Sie die Flow-Tabelle:

  • Flüssig: 0-1
  • Mäßig: 1-20
  • Rau: 20+

Der Flow ist ein guter Messwert, um die Radfahrleistung auf Trails zu analysieren. Beispielsweise können Sie den Flow-Wert von zwei Touren auf demselben Trail miteinander vergleichen, um zu sehen, wo Sie sich im Hinblick auf die Flüssigkeit des Fahrstils verbessert oder verschlechtert haben. Flow in Garmin Connect Der Flow-Gesamtwert ist der vom Garmin-Gerät erfasste Durchschnittswert, wobei das Gerät den Flow fortlaufend während der Tour berechnet. Wenn Sie das Gerät synchronisieren, erhalten Sie eine Tabelle der Flow-Werte während der Tour und einen Gesamt-Durchschnittsflow-Wert für die Tour in Garmin Connect. Niedrigere Flow-Werte kennzeichnen eine Tour mit einem flüssigeren Fahrstil. Höhere Werte kennzeichnen eine Tour mit größeren Geschwindigkeitsschwankungen oder mehr Stopps.

Flow & Grit – Datenfelder

  • 60s Flow: Der 60-sekündige Bewegungsdurchschnitt des Flow-Werts.
  • 60s Grit: Der 60-sekündige Bewegungsdurchschnitt des Grit-Werts.
  • Flow: Ein Messwert, der angibt, wie durchgängig Sie die Geschwindigkeit bei Richtungsänderungen in der aktuellen Aktivität beibehalten und wie flüssig Ihr Fahrstil dabei ist.
  • Grit: Ein Messwert, der die Schwierigkeit der aktuellen Aktivität basierend auf Höhe, Steigung und schneller Richtungsänderungen angibt.
  • Runden-Flow: Der Flow-Gesamtwert für die aktuelle Runde.
  • Runden-Grit: Der Grit-Gesamtwert für die aktuelle Runde.

Edge 530 Test – ClimbPro

Diese Funktion dient zum Visualisieren von Anstiegen. Einerseits gibt es eine neue Seite mit einer Liste zu allen Anstiegen der gewählten Strecke, andererseits beim Annähern an die nächste Steigung eine grafische Anzeige mit der Restdistanz, den verbleibenden Anstiegshöhenmetern und der Neigung (Abbildungen rechts).

In der Summe ist ClimbPro eine Funktion die nicht nur hilfreich ist sondern wirklich Spass macht!

Edge 530 Test, ClimbPro, Liste mit AnstiegenPin
ClimbPro, Liste mit Anstiegen
ClimbPro nächster AnstiegPin
ClimbPro, nächster Anstieg

Garmin Edge 530 Test – Trailforks

Trailforks ist eine Trail-Datenbank für Mountainbiker. Auf dem Garmin Edge 530 ist dazu eine spezielle Karte (für die es regelmäßig Updates gibt) oder besser gesagt ein Layer mit Trails installiert.

Über das Menü "Navigation > Mountainbike-Trailnavigation" lassen sich dann Trails nach diversen Kriterien suchen, alternativ über die vorinstallierte Trailforks Connect IQ App.

Die Trailforks-Integration ist eine gute Idee, am besten funktioniert’s über die Connect IQ App.

Edge 530, Trailforks SuchePin
Edge 530, Trailforks Suche
Edge 530, Trailforks Suche MünchenPin
Edge 530, Trailforks Suche München

Welche Navigationsfunktionen bietet das Edge 530?

Um es vorwegzuschicken – der Edge 530 eignet sich am besten zum Navigieren mit vorab geplanten Strecken (z.B. in BRouter oder in komoot).

Im dem Menü "Navigation" gibt es folgende Optionen:

  1. Zurück zum Start (nur bei aktiver Aktivitätsaufzeichnung möglich): Jederzeit zum Ausgangspunkt einer Tour zurückkehren.
  2. Karte durchsuchen: Auswählen eines einzelnen Ziels über die Karte, der Edge berechnet dann auf dem Wegenetz der Karte eine Route zu diesem Ziel.
  3. Strecken: Dahinter stecken alle auf das Edge kopierten "Tracks" oder mit dem Edge 530 aufgezeichnete und in Strecken umgewandelte Touren. Das Navigieren mit Strecken kann der Edge 530 ganz hervorragend.
  4. Mountainbike-Trailnavigation: Siehe oben, Trailforks
  5. Favoriten: Auswählen eines Favoriten als Ziel, der Edge berechnet dann wie bei "Karte durchsuchen" eine Route. Favoriten sind mit dem Edge gespeicherte Positionen (z.B. die aktuelle Position) oder auf den Edge übertragene Wegpunkte.

Ausgefuchste Funktionen zum Planen vom Mehrzielrouten bietet der 530er nicht, ebenso kein RoundTrip-Routing oder das Suchen nach Adressen oder POIs bzw. das Eingeben von Koordinaten. Ein Ausführen dieser Funktionen über die Tasten dürfte zu umständlich sein.

Eine eklatante Schwäche gibt es: Das Verhalten beim Abweichen von einer Strecke ist nicht mehr zeitgemäß, beim Re-Routing bietet das Edge 1030 Plus inzwischen tolle Optionen! Mitbewerber machen ebenfalls vor wie es funktionieren sollte, beste Beispiele sind Hammerhead und Wahoo. Da sollte Garmin nachbessern!

Andere Funktionen peppt Garmin dagegen über Updates auf, Beispiele sind die Kartenthemes (Abbildungen), die zusätzlichen Richtungspfeile entlang von Routen und Strecken und die Darstellung einer "Popularity Map" mit viel befahrenen Wegen. In diesem Zusammenhang ist die vorinstallierte Garmin Fahrradkarte zu erwähnen, die ein "Routing nach Beliebtheit" erlaubt und meines Erachtens eine hervorragende Grundlage zum Navigieren liefert.

Edge 530 - Klassisches KartenthemaPin
Edge 530 – "Classic" Kartenthema
Edge 530 - Hoher Kontrast KartenthemaPin
Edge 530 – "Hoher Kontrast" Kartenthema
Edge 530 - Mountain Bike KartenthemaPin
Edge 530 – "Mountain Bike" Kartenthema

Edge 530 – Trainings

Das Trainieren ist eine weitere Stärke des Edge 530 – inklusive Trainingspläne, Strava bzw. Garmin Segmente, Intervalle, Ziele, Antreten gegen Aktivitäten (z.B. Strecken) und zahlreiche Performance-Werte wie Trainingszustand, Erholung usw. – ein Thema über das sich ein Buch schreiben lässt!

Eine wichtige Grundlage für die Trainings sind Firstbeat-Metriken, von denen das Edge 530 insgesamt 14 an Bord hat:

  • VO2max Fitnesslevel
  • Functional Threshold Power (FTP)
  • Trainingseffekt aerob
  • Trainingseffekt anaerob
  • Echtzeit Performance Condition
  • Verbrauchte Kalorien
  • Trainingsbelastung
  • Trainingsstatus
  • Trainingsbelastung Balance
  • Workout Labels
  • Erholungsratgeber
  • Schneller Stresslevel Test
  • Hitze- und Höhen-Akklimatisierung
  • Respirationrate
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Garmin Edge 530 Test: Fazit, Bewertung

 Mit dem Edge 530*  hat Garmin einen weiteren starken GPS-Fahrradcomputer im Programm!

Das von mir getestete "Edge 530 Mountain-Bundle" ist nicht nur Mountainbikern*innen zu empfehlen – vorausgesetzt, das komplexe Menü und die nicht so einfache Tastenbedienung werden in Kauf genommen.

Dafür gibt es einen durchaus kompakten GPS-Fahrradcomputer mit einem starken Funktionsumfang und universellen Kommunikationstalenten. Funktionale Abstriche sind lediglich bei der Zieleingabe hinzunehmen, zudem gibt’s deutlichen Nachholbedarf beim Abweichen von einer Route bzw. Strecke.

Radsportler*innen mit Touchscreen-Ambitionen können sich alternativ das Edge 830 anschauen, das – analog zum Edge 1030 Plus – unter dem Aspekt "Navigation" mehr Funktionalität bietet. 

Wenn Sie sich für das Edge 530 entschieden haben – hier gibt’s das ausführliche Handbuch dazu!

Pro – Edge 530

  • Starke Technik
  • Umfassende Konnektivität
  • Viele ext. Sensoren & Geräte möglich
  • Streckenimport per Bluetooth
  • Bedienung bei Nässe
  • Großer Funktionsumfang
  • ClimbPro & Mountainbike-Werte
  • Überzeugende Navigation mit Strecken
  • Angebot an weiteren Karten (Garmin & OSM)

Contra – Edge 530

  • Komplexes Menü
  • Gewöhnungsbedürftige Tastenbedienung
  • Aufwendiges Setup
  • Verhalten beim Abweichen von Strecken

Bewertung

  • GPS: 80%
  • Batterie: 80%
  • Display: 80%
  • Bedienung:60%
  • Navigation: 80%
  • Ausstattung: 100%
  • Karten: 100%
  • Gesamt: 80%
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4 Gedanken zu „Garmin Edge 530 Test und Erfahrungen“

  1. Erfahrungsbericht mit Garmin Edge 530
    Erste Tour im Oberland: sie wurde mit der Garmin-Karte festgeslegt. Es ging in das Oberland. Die wesentlichen Punkte der Route habe ich mir nicht gemerkt, sondern mich voll auf das Garmin verlassen. Startpunkt war der Parkplatz in der Nähe der Kirche. Zuerst die Straße ostwärts gefahren bis zu Kreuzung. Die Meldung: „Bitte wenden“. Nun gut, dann eben die gegensätzliche Richtung. Hat dem Garmin auch nicht gefallen und bittet zu wenden. Wieder die erste Richtung bis zur T-Einmündung gefahren und rechts abgebogen und ca. 250 m in dieser Richtung weitergefahren. Der Hinweis von Garmin: „Bitte wenden“. Jetzt gab es nur noch die Möglichkeit, auf dieser Straße in entgegengesetzter Richtung zu fahren. Auch wieder von der T-Mündung ca. 250 m nordwärts gefahren. Garmin meint, ich solle wenden. Für diesen Tag haben wir eine Tour frei gewählt, ohne die Hilfe von Garmin in Anspruch zu nehmen.

    Um das Gerät besser kennen zu lernen, habe ich eine Tour mit der Bezeichnung Moos 1 in meiner näheren Wohngegend geplant. Mit der Navigation war alles paletti.

    Beim zweiten Mal habe ich die Tour etwas abgekürzt, in dem ich einen Parallelweg ca. 500 m von geplanten Weg genommen habe. Anmerkung von Garmin: „Streckenabweichung“. Nach ca. 1,8 km war ich wieder auf der geplanten Route. Garmin meldet „Strecke wieder gefunden“. Auch alles o.k.

    Die Route Moos 1 habe ich dann modifiziert. Damit die Änderungen auch übernommen wurden, habe ich die Tour die neue Bezeichnung Moos 2 gegeben. Die Route wurde mit Komoot geplant und auf Garmin über Komoot abgefahren. Ein 2 km langer Streckenabschnitt war dabei, der die Bezeichnung Weg nicht verdient. Hohes Gras und durch zwei Spuren von einem Traktor gekennzeichnet. Zum Überquerung eines breiten Grabens führte ein 3m langer Steg, dem einige Bohlen fehlten und die restlichen morsch waren. Beim Überqueren habe ich mich entlang der Längsträger gehangelt. Aber die eingegebene Route wurde einwandfrei wieder gegeben.

    Die Route Moos 2 ein zweites Mal abgefahren, jedoch mit absichtlicher Abweichung. Ausgelassen habe den Streckenabschnitt mit dem maroden Steg und dafür einen längeren Weg auf einem asphaltierten Feldweg und anschließender Staatsstraße vorgezogen. Die Meldung „Bitte wenden“ war also zu erwarten. Ich bin allerdings weitergefahren. Nach einer Weile auf der Staatsstraße bekam ich den Hinweis, rechts in einen unbefestigten Weg abzubiegen. Mal sehen, ob er mich zur alten Strecke zurück navigiert. Nach ca. 1 km kam der Hinweis, ich sollte links abbiegen. Dieser Streckenabschnitt kam mir bekannt vor. Der Weg mit dem hohen Gras und zwei Fahrspuren wird mich sicherlich zum maroden Steg führen. Das wäre ja genial. Aber weit gefehlt. Der Weg hatte große Ähnlichkeit, war aber doch ein anderer. Vor dem Graben endete er abrupt. Ich war enttäuscht, dass Garmin mich doch nicht auf die geplante Route zurückführt. Zurück zur Staatsstraße in Richtung Ziel der nächste Hinweis in 235 m „Rechts abbiegen“. Nur in 235 m verläuft keine Straße. 10 m vor der Abbiegung schaltet Garmin dann doch noch rechtzeitig auf die Karte um und zeigt die Abbiegestelle, die ich dann nehme. Mal sehen, wo Garmin mich nun hinführt. Tatsächlich wird die geplante Strecke gekreuzt, bietet jedoch eine Richtungsänderung an, die offensichtlich zur Stelle führt, wo ich die geplante Strecke bewusst verlassen habe. Ich ignoriere diesen Hinweis und bewege mich auf der geplante Strecke in Richtung Ziel. Auch „bitte wenden“ nehme ich nicht zur Kenntnis. Nach einer Weile habe ich auf dem Display die gewohnten Informationen. Der Hinweis „Strecke wieder gefunden“ wird jedoch nicht gebracht.

    Eine weitere Routenplanung führte noch Osterwaal in der Hallertau. Von Freising über Wippenhausen, Kirchdorf und Helfenbrunn war die Wegweisung in Ordnung. Ab Helfenbrunn werde ich kurz auf die Staatsstraße geführt, um nach einigen Metern links in die Straße Richtung Geierlambach einzubiegen. Dies entsprach auch noch der Planung. Nach ca. 300 m meldet Garmin „Bitte wenden“. Ich möchte nun nachvollziehen, wie es weitergeht, folge der Anweisung und wende. Auf der Staatsstraße wieder angekommen, erneut der Hinweis „Bitte wenden“. Ich gebe Garmin genügend Zeit, um sich zu orientieren. Aber wie bei meiner ersten Tour im Oberland, egal welche Richtung ich einnehme, kommt immer wieder die Meldung „Bitte wenden“.
    Garmin Edge mag hunderttausend Funktionen erfüllen, ich benötige nur eine: nämlich eine ordentliche Wegweisung. Nach meinen Erfahrungen kann ich dieses Navi nur als Schrott bezeichnen. Mal funktioniert es und ein ander Mal nicht.

    Antworten
    • Hallo,

      das ist ja ein ausführlicher Bericht! Wie oben im Contra erwähnt, das Verhalten beim Abweichen von einer Strecke ist ein Schwachpunkt. Da ist die Konkurrenz deutlich besser aufgestellt. Nur beim Edge 1030 Plus hat Garmin das Re-Routing deutlich verbessert – nur leider gibt’s dieses Update nicht für die anderen Edge Modelle.

      Grüße

      Antworten
  2. Zu:

    Update Januar 2021: Garmin hat den 530 durch zahlreiche Software-Updates noch einmal deutlich verbessert (neue Funktionen und Fehlerbehebungen)!

    Was sind denn die neuen Funktionen, bzw welche Fehlerbehebung?

    Antworten