Auspacken, montieren, einstellen und los gehts! – Um mit dem GPS-Fahrradcomputer Garmin Edge 200 die erste Tour zu starten, muss der Radler weder GPS-Spezialist, Trainingsexperte noch Techniker sein.

Die Halterung ist in wenigen Minuten an Lenker oder Vorbau montiert, das Setup wird im Vorbeigehen erledigt und die Benutzeroberfläche läßt sich noch beim letzten Cappucino kurz vor dem Start durchspielen.

Mit dem Edge 200 will Garmin schließlich einen "unkomplizierten GPS-Bikecomputer für Touren- und Alltagsradler" (*) anbieten, der zudem preislich das untere Ende der Garmin Edge Modellreihe markiert. Mit € 149.- liegt er deutlich unter dem Edge 500 (€ 229.-) bzw. dem Edge 800 (€ 399.-)(Listenpreise), bietet dafür aber weniger Trainings- bzw. Navigationsfunktionen wie seine größeren Geschwister. Beim Edge 200 ist Reduktion auf das Wesentliche angesagt!

Garmin Edge 200 Test : Vorbereitungen!

Der Edge 200 wird mit der gleichen, minimalistischen Kunststoffhalterung an Lenker, Vorbau oder Triathlonaufsatz montiert wie der Edge 500 bzw. Edge 800. Die Halterung mit zwei Gummis befestigen, den Edge einsetzen und mit einer Viertelumdrehung sicher verriegeln – fertig! Zum Lieferumfang gehören zwei Halterungen und ingesamt 14 Gummis in zwei Größen. Da nur zwei Gummis pro Halterung benötigt werden, ist also genug Ersatzmaterial vorhanden. Wer für das dritte oder vierte Fahrrad noch eine weitere Halterung benötigt, kann diese für € 8,99/Stück nachkaufen.

Der nächste Schritt – das Setup – verläuft ebenso unkompliziert. Beim ersten Einschalten werden folgende Werte abgefragt: Sprache, Einheiten, Zeitformat, Geschlecht, Alter, Größe und Gewicht. Die persönlichen Angaben dienen zur Berechnung der verbrauchten Kalorien, die allerdings nicht so genau ausfällt wie eine Berechnung auf Herzfrequenz-Basis (Edge 500/800).

Anschließend können noch weitere Einstellungen vorgenommen werden. Zur Auswahl stehen:

  • Alarme (optisch und akkustisch): nach Distanz (z.B. 20 km Fahrtstrecke), Zeit (z.B. alle 20 Minuten), Kalorien (z.B. 210 kcal, das Bier nach der Feierabendrunde ist verdient)
  • Auto Lap: automatisches Starten einer neuen Runde nach Entfernung oder Position; z.B. für ein Rundstreckenrennen.
  • Auto Pause: automatisches Anahlten der Stoppuhr bei benutzerefinierter Geschwindigkeit oder wenn angehalten (z.B. bei einer "P"-Pause)
  • Automatischer Seitenwechsel: unterschiedliche Geschwindigkeitsstufen oder Ausschalten
  • Hinweise zum Starten der Stoppuhr: Auswahl zwischen aus, einmal, Wiederholung (unterschiedliche Zeitspannen einstellbar)
  • Benutzerprofil: Geschlecht, Alter, Größe und Gewicht
  • System: Anzeige (Beleuchtung, Kontrast), Töne (Taste, Nachricht, je an/aus), automatische Abschalten (an/aus), Zeitformat, Einheiten, Sprache, Werkseinstellungen

Die "Hinweise zum Starten der Stoppuhr" sollten unbedingt genutzt werden! Einmal eingestellt, wird das Starten der Stoppuhr (und damit sämtlicher Aufzeichnungen) zu Beginn einer Tour nicht mehr vergessen. Besitzer von mehreren Fahrrädern – wer hat das heutzutage nicht? – dürften unterschiedliche Fahrradprofile vermissen. Diese Option hat Garmin wahrscheinlich zu Gunsten der einfachen Bedienung bzw. zur Abgrenzung gegenüber dem Edge 500 weggelassen.

Die Bedienung erfolgt über vier seitliche Tasten, die sich durch eine angenehme Größe und einen gut definierten Druckpunkt auszeichnen. Das Hauptmenü – Strecken, Fahrt, Protokoll, Einstellungen – ist einfach und übersichtlich gehalten und läßt sich mit den vier Tasten schnell bedienen.

Noch etwas zur Technik. Der Edge 200 ist wasserdicht (IPX7 Spezifikation), wiegt 58 Gramm und misst 4,8 x 6,9 x 2,1 cm (fast schon Streichholzschachtel-Format). Der integrierte, nicht auswechselbare Akku bietet laut Garmin Saft für bis zu 14 Stunden und reicht damit für die meisten (Tages-)Touren vollkommen aus.

Fotostrecke Garmin Edge 200 (anklicken)

Garmin Edge 200 Test : Auf Tour!

Einschalten, das Menü "Fahrt" aktivieren, auf GPS-Empfang warten, "Start" anklicken und ab auf die Straße! Da die GPS-Position – auch nach längerer Nichtbenutzung – in der Regel sehr schnell bestimmt wird, sind praktisch keine Wartezeiten einzukalkulieren.

Das gut ablesbare, mit einem Tastendruck beleuchtbare Display zeigt während der Fahrt:

  • In großen Zahlen: Geschwindigkeit, zurückgelegte Strecke, Stoppuhr
  • In einer kleinen Leiste am unteren Rand werden abwechselnd eingeblendet: Kalorien, Durchschnittsgewschwindigkeit, Anstieg (in Meter); der Wechsel erfolgt automatisch bzw. auf Tastendruck
  • Bei Verwenden der Rundenfunktion: Runden-Nr. mit Zeit und Strecke

Die Anzahl und Inhalte der Felder lassen sich nicht konfigurieren. Hier muss man sich mit den Vorgaben von Garmin arrangieren, die für einen Einsatz als Fahrradcomputer jedoch vollkommen ausreichen.

Hat sich der Radfahrer verfahren, kann er einen Vorteil seines GPS-Fahrradcomputers ausspielen. Da der Edge 200 kontinuierlich die Position aufzeichnet, läßt sich mit Hilfe der Funktion "Zurück zum Start" zum Ausgangspunkt navigieren. Auf dem Display wird die zurückgelegte Strecke in Form einer "Brotkrümmel-Spur" angezeigt, der es dann – unterstützt durch einen Richtungspfeil – hinterherzufahren gilt.

Kommt der Radler glücklich am Ziel an, muss er nur noch "Speichern" anklicken. Dann wird die Strecke im Protokollspeicher abgelegt und die Stoppuhr zurückgesetzt – der nächste Ritt kann beginnen.

Möchte der Radsportler eine Strecke noch einmal abfahren bzw. zum Trainieren verwenden, dann muss er nur mit der Funktion "Strecken > Erstellen" einen neuen Kurs einrichten. Den neuen Kurs kann er mit Hilfe des Richtungspfeils bzw. der "Brotkrümmel-Spur" folgen und dabei seine Leistung mit einem virtuellen Partner messen. Auf dem Display werden dann zwei Radler und die Kilometer, die unser Sportler zurückliegt oder voraus ist, angezeigt.

Im Protokoll kann nach Herzenslust durch die letzten Touren geblättert und zahlreiche statistische Daten abgerufen werden (Zeit, Distanz, Runden, Durchschnittsgeschw., maximale Geschw., Kalorien, Anstiegs-/Abstiegshöhenmeter). Sie sind nach "letzte Fahrt, schnellste Tour, längste Tour" oder "alle Fahrten" gegliedert. Zwei Kilometerzähler geben Infos zu der Anzahl an Touren und zur Gesamtzeit und -strecke an.

Garmin Edge 200 Test: Zu Hause!

Garmin Connect: Online Strecke erstellen und zum Edge senden (zum Vergrößern anklicken)

Nicht nur unterwegs, sondern auch zu Hause sorgt der Edge 200 für Unterhaltung. Garmin bietet die leistungsfähige PC-Software "Garmin Training Center" zum Archivieren und Auswerten der Runden an. Alternativ gibt es den Online-Dienst "Garmin Connect". Hier lassen sich die Strecken ebenfalls sammeln und analysieren. Einen Mehrwert hat Garmin Connect durch zwei Funktionen.

Auf einer Google-Karte lassen sich neue Strecken zeichnen, speichern und zum Edge übertragen. Anschließend werden sie – wie beschrieben – zum Navigieren bzw. Trainieren eingesetzt.

Da der Edge 200 über keinen barometrischen Höhenmesser verfügt, sondern die Höhe per GPS bestimmt, können die Angaben zu den zurückgelegten Höhenmetern ungenau ausfallen. Deshalb: Beim Übertragen der Daten zu Garmin Connect erfolgt eine automatische Korrektur der Höhendaten auf Basis von Landesvermessungsdaten, die Qualität der Aufzeichnung wird somit besser.

Garmin Edge 200 Test : Fazit

Der Garmin Edge 200 beeindruckt durch seine Umkompliziertheit: Montage, Setup und Bedienung sind wirklich einfach. Während einer Tour liefert der Edge 200 grundlegende Informationen wie Geschwindigkeit, Dauer und zurückgelegte Strecke. Sein großes Plus gegenüber einem Standard-Fahrradcomputer ist aber zweifellos der integrierte GPS-Empfänger. Damit lassen sich die gefahrenen Strecken aufzeichnen, speichern und zum Trainieren bzw. Navigieren einsetzen. Anschließend können die Strecken mit dem Garmin Training Center oder mit Garmin Connect analysiert, bearbeitet und an Freunde weitergegeben werden.

Die Einfachheit des Edge 200 hat auch ihren Nachteil. Falls mit der Zeit der Wunsch nach mehr Trainings- oder Navigationsfunktionen entsteht, kommt der Edge 200 schnell an seine Grenzen. Überzeugende Alternativen bietet Garmin mit dem Edge 500 bzw. Edge 800 an. Beide GPS-Fahrradcomputer verfügen über ANT+ Technologie zum Anschliessen von Herz-/Trittfrequenzsensoren oder Leistungsmessgeräten, der Edge 800 kann auf seinem Farbdisplay sogar Karten anzeigen. Dafür kosten die Beiden deutlich mehr (Edge 200 ca. 135.- Euro; Edge 500 ca. 180.-/240.- Euro, Edge 800 ca. 320.-/360.- Euro, jeweils ohne/mit Sensoren, Straßenpreise) und verlangen vom Anwender ein deutliches Mehr an Know-how und Einarbeitungszeit!

Empfohlener Online-Shop:

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Garmin Edge 200 Test : Lieferumfang, Software

  • Garmin Edge 200
  • USB-Kabel
  • Netzteil
  • Zwei Fahrradhalterungen, zahlreiche Befestigungsgummis
  • Schnellstartanleitung

Testversion: Software-Version 2.10, GPS-Version 4.13
Ausführliche technische Daten und eine Funktionsübersicht enthält unsere Fahrrad-GPS Navi-Galerie.

(*) Quelle: Pressemitteilung Garmin

Garmin Edge 200 – GPS-Fahrradcomputer im Test was last modified: März 20th, 2016 by Joachim Bardua

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